{"id":296,"date":"2024-12-19T21:13:16","date_gmt":"2024-12-19T19:13:16","guid":{"rendered":"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/?p=296"},"modified":"2024-12-19T21:13:16","modified_gmt":"2024-12-19T19:13:16","slug":"jeffreys-bay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=296","title":{"rendered":"4. Jeffreys Bay"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer letzten Runde durch Oudtshoorn zeigt sich, warum dies die Welthauptstadt der Strau\u00dfenfedern ist. Vor vielen H\u00e4usern werden Staubwedel in allen Farben des Regenbogens angeboten. Auch kr\u00e4ftiges Lila ist dabei, damit w\u00fcrde meine Enkelin vermutlich in der n\u00e4chsten Zeit begeistert alles abstauben, was sie mit ihren knapp 90 cm H\u00f6he erreichen kann. Wie eintr\u00e4glich der Handel mit Strau\u00dfenfedern war, ist noch heute an den meist gut erhaltenen Villen der ehemaligen Strau\u00dfenbarone zu sehen. Am Stadtrand schauen wir uns noch in einem Gesch\u00e4ft um, in dem es fast nur Dinge vom Strau\u00df zu kaufen gibt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140401.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-322\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Federn als Boa, F\u00e4cher oder Wedel, Leder in den sch\u00f6nsten Farben, G\u00fcrtel, Taschen, Schuhe, Fleischerzeugnisse und Eierschalen natur, gefr\u00e4st oder bemalt. \u00dcbrigens ein Strau\u00dfenei entspricht der Menge von 24 H\u00fchnereiern. Die Schale ist so robust, dass sie das Gewicht eines erwachsenen Menschen aush\u00e4lt. Muss sie auch, denn die br\u00fctenden Eltern bringen bis zu 150&nbsp;kg Gewicht auf die Waage.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fahren zur\u00fcck an die K\u00fcste nach George. Auf beiden Seiten fruchtbares Land, sogar Hopfen wird hier angebaut. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140411.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-324\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine frisch geschorene Herde Angoraziegen dreht neugierig die K\u00f6pfe in unsere Richtung. Aus der gewonnen Schur entsteht die begehrte Mohairwolle. Das klingt paradox, aber Angorawolle stammt vom Kaninchen. S\u00fcdafrika ist der weltgr\u00f6\u00dfte Mohair-Produzent. Gut 60 % der weltweiten Menge kommen aus dem Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor uns liegt wieder ein Pass. Der Outeniqua Pass \u00fcberquert die gleichnamige Gebirgskette und ist in der Zeit von 1942 &#8211; 1951 unter tatkr\u00e4ftiger Mithilfe von italienischen Kriegsgefangenen entstanden. An einem der Aussichtspunkte gibt es einen Gedenkstein f\u00fcr sie.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"328\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140416.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-328\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"326\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140418.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-326\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"327\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140424.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-327\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>In der 200.000 Einwohner z\u00e4hlenden Universit\u00e4tsstadt George treffen wir auf die Garden Route. Noch vor 20 Jahren konnte man mit der Eisenbahn von Mossel Bay bis Knysna durch die sch\u00f6ne Landschaft fahren, doch Erdrutsche haben die Strecke 2006 unpassierbar gemacht, und f\u00fcr einen Wiederaufbau fehlt das Geld. Wenigstens hat der Bahnhof in George eine neue Bestimmung gefunden, er ist jetzt ein Museum. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch mit dem Auto auf der N2 fahrend, sieht man die Sch\u00f6nheit der legend\u00e4ren Garden Route. Gr\u00fcne H\u00fcgel mit bl\u00fchenden Pflanzen, Lagunen, Meeresbuchten und h\u00fcbsche kleine Ortschaften ziehen Jahr f\u00fcr Jahr Touristen aus dem In- und Ausland an. Obwohl es voller ist, als auf anderen Strecken, entsteht auch hier keine Hektik. Geschwindigkeiten von maximal 120 kmh und die Entspanntheit der S\u00fcdafrikaner machen jede Autofahrt angenehm. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach 120 Kilometer biegen wir um die Mittagszeit in die Stadt Knysna ab. Die Stadt mit ca. 70.000 Einwohnern liegt an einer gro\u00dfen Lagune und hat ganzj\u00e4hrig ein angenehmes Klima. Wir empfinden die 25 Grad hier nach den 38 Grad in Oudtshoorn richtig erfrischend. Sch\u00f6ne H\u00e4user direkt am Wasser, interessante Gesch\u00e4fte und tolle Restaurants, was will man mehr. Kurz denke ich \u00fcber &#8222;auswandern&#8220; nach. Doch dann begn\u00fcgen wir uns jeder mit einer Portion Austern, die direkt aus der vor uns liegenden Lagune kommen &#8211; lecker.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"331\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140425.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-331\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"332\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140428.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-332\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"330\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140429.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-330\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"333\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140431.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-333\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"334\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140432.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-334\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Nach weiteren 30 Kilometer sind wir schon in Plettenberg. Auch diese fast gleich gro\u00dfe Stadt liegt an einer malerischen Bucht, doch das auf einer Landzunge erbaute gro\u00dfe Hotel, das wie ein gestrandetes Kreuzfahrtschiff aussieht, st\u00f6rt gewaltig. Hier entsteht kein Wunsch nach Bleiben und nach einer Runde durch die Stadt kehren wir zur\u00fcck auf die N2.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Kurland haben wir die Wahl, weiter auf der N2 zu bleiben und \u00fcber die spektakul\u00e4re Bloukrans-Br\u00fccke zu fahren, von der Adrenalinjunkies einen Bunjeesprung machen k\u00f6nnen. Es ist weltweit der h\u00f6chste Standort f\u00fcr diese Art von Vergn\u00fcgen. Wir entscheiden uns f\u00fcr die zweite M\u00f6glichkeit, auf der R102 der alten Streckenf\u00fchrung zu folgen, die durch Nature&#8217;s Valley f\u00fchrt. Wir fahren durch dichten alten Urwald \u00fcber einige Schluchten und einen Pass des Tsitsikamma-Gebirges. Und als wir wieder auf der N2 ankommen, k\u00f6nnen wir sogar noch auf der 100 m langen Paul-Sauer-Br\u00fccke \u00fcber den Stormsrivier laufen, der 120 Meter unter uns durch eine enge Schlucht flie\u00dft. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"336\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140445.jpg?w=768\" alt=\"\" class=\"wp-image-336\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"337\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140452.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-337\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Die Bloukrans-Br\u00fccke ist vier mal so lang und \u00fcberquert sogar eine 216 Meter tiefe Schlucht. Aber wir finden diese auch gro\u00dfartig. Sie schwankt, wenn LKW dar\u00fcber fahren, man bekommt eine leise Vorstellung, was Br\u00fccken aushalten m\u00fcssen. W\u00e4hrend wir die tiefe Schlucht bestaunen, schwirrt eine Drohne vor unseren K\u00f6pfen herum, es scheint, als ob sie uns beobachtet. Ich winke ihr zu, und als wir sp\u00e4ter zur Aussichtsplattform laufen, treffen wir zwei junge M\u00e4nner, die uns zu kennen scheinen. Sie sind die Besitzer dieses technischen Ger\u00e4ts und wir unterhalten uns ein Weilchen. Ich verspreche ihnen, Sie mit Foto im Blog zu erw\u00e4hnen. (Hi guys, nice to meet you.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140451.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-339\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun sind es noch 65 Kilometer bis zu unserem Ziel: Jeffreys Bay, wo wir gegen 18 Uhr bei Marie, unserer umwerfend herzlichen Vermieterin eintreffen. Dieses Mal haben wir ein tolle K\u00fcche, mit gro\u00dfer K\u00fchl-\/Gefrierkombination, einen richtigen Herd mit vier Kochstellen (Gas) und sogar einen Backofen. Nat\u00fcrlich fehlt immer irgendwas, und wir haben uns schon Kochl\u00f6ffel und eine K\u00fcchenzange angeschafft. Beides brauchen wir hier nicht, daf\u00fcr fehlt ein Flaschen\u00f6ffner.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcndung von Jeffreys Bay geht auf einen Walf\u00e4nger namens Jeffrey zur\u00fcck, der vor ca. 170 Jahren hier einen Laden betrieben hat. Heute bringt der Name weltweit die Augen von Surfern zum Leuchten, er geh\u00f6rt einem der f\u00fcnf weltbesten Surfreviere und j\u00e4hrlich findet ein gro\u00dfer Wettbewerb statt. In der \u00fcbrigen Zeit leben die gut 50.000 Einwohner ein eher beschauliches Leben. Vor der Stadt und zu beiden Seiten erstrecken sich endlose Str\u00e4nde, wo Muschelsucher gro\u00dfartige Funde machen k\u00f6nnen. Auf dem Parkplatz im Osten der Stadt stehen einige gemauerte Grills und die sind alle in Benutzung, es riecht verf\u00fchrerisch. So genie\u00dft man in diesem Land gern die Freizeit, Meer, Strand und Gegrilltes. Zwei Tage haben wir starken Wind und so f\u00e4llt der Strandbesuch flach. Der aufgepeitschte Sand an den Beinen ist ziemlich unangenehm.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben unsere Schmutzw\u00e4sche in den Waschsalon gebracht und die Besitzerin \u00fcberschl\u00e4gt sich fast vor Begeisterung, dass wir aus Deutschland sind. Sie erz\u00e4hlt uns alles M\u00f6gliche, was wir nicht verstehen, ihr stark afrikaans gef\u00e4rbtes Englisch enth\u00e4lt viele Worte, die wie noch nie geh\u00f6rt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Marie schickt mir jeden Morgen Vorschl\u00e4ge, was wir an diesem Tag unternehmen k\u00f6nnen. Heute zum Beispiel einen Stadtplan, wo besonders sch\u00f6ne weihnachtlich geschm\u00fcckte H\u00e4user zu sehen sind. Die von der Stadt gestellte Dekoration (Banner und Weihnachtsbaum) kommt uns ziemlich provinziell vor. Es ist noch nicht dunkel, es st\u00fcrmt und wir haben keine Lust, noch l\u00e4nger herumzufahren. Wir haben ja schon in einigen St\u00e4dten Weihnachtsschmuck gesehen, Leuchtschlangen in Form von: Walen, Schneem\u00e4nnern, Weihnachtsb\u00e4umen, Schneekristallen, Schlitten, Lebkuchen und mehr. Das meiste davon gibt es hier in Wirklichkeit nicht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"341\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140464.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-341\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"342\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140466.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-342\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Letzter Tag, Klaus hat heftige Schmerzen in seinem Knie. Als ich Marie davon erz\u00e4hle, macht sie sofort einen Termin beim Arzt aus, der trotz des Feiertags (Day of Reconciliation = Vers\u00f6hnungstag) heute arbeitet. Hastig packe ich unsere Sachen zusammen und wir brechen \u00fcberst\u00fcrzt auf. In der Praxis warten schon ein halbes Dutzend Menschen. Einer von ihnen hat einen dick eingewickelten Fu\u00df. Offenbar will er die Wartenden an seinem Leid teilhaben lassen und klappt das dicke Handtuch auf. Der Blick auf eine blutige Masse l\u00f6st einen entsetzten Seufzer aus. Schwarz und Wei\u00df sitzen hier im Wartezimmer eintr\u00e4chtig nebeneinander. Der junge Arzt in Shorts und Hemd, das mit Hula-Hula tanzenden Hawaiianerinnen bedruckt ist, untersucht noch mal das streikende Gelenk, stellt Fragen und gibt fr\u00f6hlich und deutlich seine Diagnose bekannt. Er verordnet andere Medikamente und fragt nach unseren Pl\u00e4nen. Wir wollen anschlie\u00dfend zum Addo Elephant National Park. Begeistert erz\u00e4hlt der Arzt von mehreren Besuchen dort. Als ich ihn frage, wie gef\u00e4hrlich das Leben in S\u00fcdafrika sei, meint er: &#8222;Das ist alles total \u00fcbertrieben, wir leben in diesem wunderbaren Land friedlich zusammen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt brauche ich dringend ein Fr\u00fchst\u00fcck, ganz in der N\u00e4he wird von engagierten jungen Leuten ein kleines Caf\u00e9 gef\u00fchrt. Ich bestelle Flapjacks und bekomme drei fluffige Pfannkuchen mit geschmorten Bananen, Creme Double und einer zimtigen So\u00dfe. Sie sind knusprig, schmelzen aber f\u00f6rmlich auf der Zunge. Schade f\u00fcr Klaus, der sich mit Toast und Tee begn\u00fcgen muss, weil sein Magen rebelliert.<\/p>\n\n\n\n<p>Ges\u00e4ttigt k\u00f6nnen wir aufbrechen zu unserem neuen Ziel. Auf der N2 fahren wir durch Gqeberha (Port Elizabeth). Auch hier ist der portugiesische Seefahrer Bartolemeu Dias als erster Europ\u00e4er an Land gegangen. Mehrere Jahrhunderte haben Schiffe auf dem Weg nach und von Asien hier ihre Vorr\u00e4te aufgef\u00fcllt. Heute ist es der drittgr\u00f6\u00dfte Hafen in S\u00fcdafrika. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Automobilindustrie. Viele internationale Autokonzerne sind hier ans\u00e4ssig. Doch nicht nur die Industrie, auch Str\u00e4nde machen die Stadt zum beliebten Wohnort f\u00fcr S\u00fcdafrikaner. Auch so eine unerkl\u00e4rliche Geschichte, Gqeberha tr\u00e4gt den Zusatz &#8222;freundliche Stadt&#8220;, aber das Ausw\u00e4rtige Amt r\u00e4t zu erh\u00f6hter Vorsicht an Sonn- und Feiertagen in der Innenstadt. <\/p>\n\n\n\n<p>In einer Nachricht von unserem Hotel werden wir aufgefordert, aus Sicherheitsgr\u00fcnden die Strecke \u00fcber die N10 zu nehmen und nicht den k\u00fcrzesten Weg zu fahren. Wir fahren st\u00e4ndig durch Orangenplantagen, das Anbaugebiet im Sunday River Valley ist 120 km\u00b2 gro\u00df. Zur Bl\u00fctezeit muss eine Duftwolke \u00fcber dem ganzen Tal liegen. Es gibt eine gro\u00dfe Fabrik, die Saft zu Konzentrat verarbeitet. Vereinzelt wird bereits geerntet, am Stra\u00dfenrand liegen die aufgestapelten S\u00e4cke mit Fr\u00fcchten. Der Hauptanteil der Ernte wird nach Europa geliefert. Am Nachmittag erreichen wir sicher unser Hotel in Sunland.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem wir erfahren haben, dass wir den Nationalpark mit dem eigenen Auto befahren d\u00fcrfen, machen wir uns gleich am n\u00e4chsten Morgen auf den Weg. Bis zum Haupteingang fahren wir knapp 20 Kilometer. An der Eingangspforte werden unsere Personalien aufgenommen und das Kennzeichen unseres Autos notiert. An der Rezeption kaufen wir Eintrittskarten f\u00fcr einen Tagesausflug und zahlen 874 Rand (47,70 \u20ac). Wir bekommen eine Stra\u00dfenkarte, Ein- und Ausfahrtticket und ein paar Verhaltensregeln mit auf den Weg. Am Kontrollposten f\u00e4llt das erste Schild auf: Mistk\u00e4fer haben ein Recht auf Leben. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140620.jpg?w=588\" alt=\"\" class=\"wp-image-344\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Hauptstrecken im Park sind asphaltiert, aber auch auf den Sandpisten kann man mit etwas Vorsicht gut fahren. Es dauert nicht lange, da sehen wir von einer Kuppe eine riesige Elefantenherde im dichten Buschwerk. An einem Rundweg darf man auf dem Parkplatz das Auto auf eigene Verantwortung verlassen. Da dort schon ein Safarifahrzeug steht und die Insassen allesamt drau\u00dfen sind, steigen wir auch aus. Mehrere Holzb\u00e4nke erm\u00f6glichen es, das Wasserloch hinter dem dichten Buschwerk zu sehen. Und da stehen mehrere Dickh\u00e4uter und trinken. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"347\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140502.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-347\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"348\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140527.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-348\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"350\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140513.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-350\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"349\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140498.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-349\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Warzenschwein gesellt sich dazu, Kuhreiher sitzen auf den B\u00e4umen und eine Nilgans schickt ihre K\u00fcken ins Wasser. Wir stehen noch da und beobachten, als das andere Fahrzeuge l\u00e4ngst weitergefahren ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Langsam fahren wir \u00fcber viele Nebenstra\u00dfen, da liegen zwei Kuhantilopen, das erste Zebra kommt in Sicht, eine Leopardschildkr\u00f6te \u00fcberquert die Stra\u00dfe. Sind wir anfangs noch bei jeder Sichtung elektrisiert, hei\u00dft es einige Zeit sp\u00e4ter: &#8222;Halt, was war das? Ach blo\u00df ein Zebra.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"356\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140479-2.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-356\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>In den n\u00e4chsten Stunden sehen wir die Tiere an allen m\u00f6glichen Stellen im Park. Elefanten,  so viele wie wir noch nie zuvor gesehen haben, Zebras, V\u00f6gel, Antilopen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-7 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"360\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140552.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-360\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"362\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140562.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-362\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"358\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140564.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-358\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"361\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140575.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-361\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"359\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140594.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-359\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Als wir beschlie\u00dfen, jetzt langsam Richtung Ausgang zu fahren, trete ich auf die Bremse. Einige Meter vor uns liegen zwei pr\u00e4chtige L\u00f6wenm\u00e4nnchen regungslos am Wegesrand. Im ersten Augenblick halte ich sie f\u00fcr Pl\u00fcschtiere, dann die Erkenntnis: Die sind echt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-8 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"366\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140596.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-366\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"364\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1040016.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-364\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Wir k\u00f6nnen unser Gl\u00fcck kaum fassen, diesen Augenblick haben wir nur f\u00fcr uns. Ganz langsam lasse ich das Auto noch ein St\u00fcckchen rollen, dann kommen von rechts, von hinten und vorn weitere Fahrzeuge. Alle halten an, bis auf das Safarifahrzeug. Mit lautem &#8222;Juhu&#8220; lenkt die Fahrerin das hochbeinige Gef\u00e4hrt an den stehenden Autos vorbei, da reicht es den L\u00f6wen und sie verschwinden im Dickicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-9 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"370\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140600.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-370\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"368\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140604.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-368\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"369\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/p1140609.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-369\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Auf den letzten Kilometern sehen wir \u00fcberall Tiere, sie laufen vor uns auf die Stra\u00dfe, stehen am Stra\u00dfenrand und lassen sich nicht st\u00f6ren. Wir haben so viele Fotos gemacht, dass wir einen ganzen Dia Abend mit Elefantenbildern gestalten k\u00f6nnten. Das war ein tolles Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\">zur\u00fcck<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einer letzten Runde durch Oudtshoorn zeigt sich, warum dies die Welthauptstadt der Strau\u00dfenfedern ist. Vor vielen H\u00e4usern werden Staubwedel in allen Farben des Regenbogens angeboten. Auch kr\u00e4ftiges Lila ist dabei, damit w\u00fcrde meine Enkelin vermutlich in der n\u00e4chsten Zeit begeistert alles abstauben, was sie mit ihren knapp 90 cm H\u00f6he erreichen kann. Wie eintr\u00e4glich &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=296\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201e4. Jeffreys Bay\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-296","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-suedafrika"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=296"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/296\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}