{"id":3542,"date":"2018-02-04T14:37:54","date_gmt":"2018-02-04T12:37:54","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.com\/?p=3542"},"modified":"2024-01-13T20:13:21","modified_gmt":"2024-01-13T20:13:21","slug":"positives-merkwuerdiges-und-negatives-nach-4-wochen-in-vietnam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=3542","title":{"rendered":"Positives, Merkw\u00fcrdiges und Negatives nach 4 Wochen in Vietnam"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"_wp_link_placeholder\" data-wplink-edit=\"true\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3546\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/dsc03093.jpg\" alt=\"DSC03093\" width=\"2304\" height=\"3072\" \/><\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Wir haben nur positive Erfahrungen mit den Vietnamesen gemacht, so freundlich, so hilfsbereit; entgegen mehrerer Beschreibungen, die uns vorher ein bisschen verunsichert hatten.<\/li>\n<li>Die Frauen zeigen mir ihre Sympathie ganz offen durch Ber\u00fchrungen.Mal wird der Arm get\u00e4tschelt, mal Schulter oder Taille umfa\u00dft. Mehrmals gab es bei unserer Abreisen feuchte Augen. M\u00e4nner sind dagegen zur\u00fcckhaltend.<\/li>\n<li>Von allen bisher besuchten L\u00e4ndern tragen die Vietnamesen am wenigsten traditionelle Kleidung. Mode spielt hier eine sehr gro\u00dfe Rolle. Die ausgefallendsten Jeans, die elegantesten Pumps sahen wir in Vietnam. Es gibt viele Boutiquen mit edlen Kleidungsst\u00fccken. M\u00e4nner und Frauen ziehen sich gern modisch an, auf keinen Fall geht man in Freizeitkleidung ins Restaurant.<\/li>\n<li>Der inl\u00e4ndische Kaffee schmeckt hervorragend, man bekommt Tasse oder Glas mit einem eigenen Filter. Der Kaffee wird schwarz getrunken oder mit der bereits in der Tasse befindlichen dicken, gezuckerten Kondensmilch verr\u00fchrt; dann schmeckt er wie Mokkaschokolade.<\/li>\n<li>Wir haben oft sehr gut gegessen, dabei hat uns die Verwendung von vielen frischen Kr\u00e4utern gut gefallen.<\/li>\n<li>Bis auf eine Ausnahme hatten wir mit die besten Hotelzimmer w\u00e4hrend unserer bisherigen Reise. Frische wei\u00dfe Bettw\u00e4sche, h\u00e4ufig t\u00e4glichen Handtuchwechsel, gutes Fr\u00fchst\u00fcck und ein sehr gutes Preis-\/Leistungsverh\u00e4ltnis.<\/li>\n<li>Vietnams Norden ist wirtschaftlich weit entwickelt, bis auf die gro\u00dfen St\u00e4dte gibt es jedoch ein starkes Nord-\/S\u00fcdgef\u00e4lle.<\/li>\n<li>Buchsbaum wird h\u00e4ufig gepflanzt und dann liebevoll zu fantasievollen Figuren, Ornamenten oder Namen gestutzt und geschnitten.<\/li>\n<li>Vietnam hat eine hohe Alphabetisierungsrate. Das wird u.a. darauf zur\u00fcckgef\u00fchrt, das dieses Land als einziges in S\u00fcdostasien lateinische Buchstaben verwendet, die das Erlernen wesentlich vereinfachen.<\/li>\n<li>Es gibt kaum etwas, was nicht auf einem Moped transportiert werden kann. Ganze Familie, lebende Schweine und H\u00fchner und die unterschiedlichsten Waren. Wir sehen jemanden mit einem 60 Zoll gro\u00dfen Fernseher im Originalkarton. Das Zutrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten oder die Naivit\u00e4t muss wirklich gro\u00df sein.<\/li>\n<li>H\u00f6flichkeit und Geduld verschwinden offenbar in dem Moment, wo ein Mensch zwei oder sogar vier R\u00e4der unter sich hat, ab dann gilt nur noch: <strong>Wer zuerst kommt, f\u00e4hrt zuerst.<\/strong><\/li>\n<li>Das beliebteste \u201eMusikinstrument\u201c in Vietnam ist die Hupe. Gehupt wird eigentlich immer. Beim Einbiegen in die Hauptstra\u00dfe, beim Links\u00fcberholen, beim Rechts\u00fcberholen, beim Umkurven der Fu\u00dfg\u00e4nger oder einfach, weil Montag (wahlweise auch ein anderer Wochentag) ist. Wenn schon die Mopeds nicht r\u00f6hren, muss es die Hupe ausgleichen.<\/li>\n<li>Was wir als Schlafanz\u00fcge tragen, ist hier absolut stra\u00dfentauglich. Ob Satin (gerne in buntgemustert aber im klassischen Herren-Schnitt), Baumwollgewebe oder Jersey, alles wird von Frauen und Kindern gleicherma\u00dfen selbstverst\u00e4ndlich drau\u00dfen getragen.<\/li>\n<li>Kinder werden gerne in Jacken gesteckt, die sie in Schmetterlinge oder Marienk\u00e4fer verwandeln. Auch sehr beliebt sind M\u00fctzen mit B\u00e4ren-, Hasen-, oder Katzengesichtern<\/li>\n<li>Die dekorativen Reisstrohh\u00fcte setzt man auch in der Stadt auf. Meist in Kombination mit einem Tuch \u00fcber Nase und Mund.<\/li>\n<li>Atemschutzmasken gibt es in zig Variationen. Seltsamerweise setzt man sie Kindern \u00e4u\u00dferst selten auf. Oft sieht man einfach Chirurgenmasken. Sollte es da mal einen Notstand geben, wei\u00df man worauf der zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<br \/>\nGerne werden auch extra geschneiderte Masken farblich zur Kleidung kombiniert. Dazu Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Handschuhe. Bei dieser Vermummung fragt man sich, worin eigentlich der Unterschied zum Nikab besteht.<\/li>\n<li>W\u00e4hrend man einerseits darauf bedacht ist, die Luft nur gefiltert einzuatmen, hockt man andererseits auf diesen Kinderst\u00fchlchen am Stra\u00dfenrand neben dem tosenden Verkehr und l\u00e4sst sich das Essen schmecken.<\/li>\n<li>Obwohl die meisten Vietnamesen Atheisten sind, hat nahezu jedes Hotel und jedes Haus sein Geisterh\u00e4uschen mit irgendeiner Gottheit innendrin. Davor liegen Speisen und Getr\u00e4nke als bes\u00e4nftigende Gaben und fast immer brennen R\u00e4ucherst\u00e4bchen. Man kann ja nie wissen.<\/li>\n<li>H\u00fchner gibt es \u00fcberall, man findet sie auch in gro\u00dfen St\u00e4dten. Bei jedem Haus, bei Gesch\u00e4ften und in Werkst\u00e4tten laufen welche herum. Es gibt sie in vielen Farben und Rassen. Besonders die hochbeinigen schlanken Tiere sind uns aufgefallen.<br \/>\nEgal wo wir \u00fcbernachtet haben, nachts kr\u00e4hen immer irgendwo H\u00e4hne.<\/li>\n<li>Wenn die Vietnamesen Englisch sprechen braucht man viel Fantasie , denn wir konnten es nur schwer oder gar nicht verstehen. Umgekehrt ging es aber ebenso. Gepr\u00e4gt durch die Muttersprache verschlucken sie die Endkonsonanten. Auf meine Frage in Hoi An nach dem \u201ePost-Office\u201c ernte ich zuerst nur Kopfsch\u00fctteln. Erst als ich mit den Postkarten wedele kommt das Verstehen: \u201eAhh &#8230; Poofi\u201c.<br \/>\nDer Ehemann wird mit \u201eMei Habben\u201c vorgestellt. \u201eFrei-\u00c4\u201c ist fried egg (Spiegelei), der Orangensaft \u201eOranju\u201c&#8230;<\/li>\n<li>Die B\u00fcrgersteige auf kleineren Stra\u00dfen sind selten als solche begehbar. Meist blockieren H\u00e4ndler und kleine Gark\u00fcchen mit Bestuhlung den Weg oder sie sind sehr ordentlich dicht an dicht mit Mopeds zugestellt. Ich musste doch einige Male gegen ein Zucken im Fu\u00df ank\u00e4mpfen, um nicht mit einem kleinen Tritt gegen ein Moped einen Dominoeffekt auszul\u00f6sen, besonders nachdem man auf die Stra\u00dfe ausweichen musste und dort emp\u00f6rt angehupt wurde.<\/li>\n<li>Der chaotische Verkehr war bei mir schon \u00f6fter Thema. Die Menschen auf Moped und Tuktuk verlassen sich grunds\u00e4tzlich darauf, dass die anderen wachsam sind, wenn sie einfach aus einer Neben- in eine Hauptstra\u00dfe einbiegen, die Spur wechseln oder auf einer Stra\u00dfenseite als \u201eGeisterfahrer\u201c unterwegs sind. Oder sie dr\u00e4ngen sich ganz rechts vor, um dann trotzdem auf einer mehrspurigen Stra\u00dfe vor allen Anderen links abzubiegen. Scheinbar funktioniert das alles, auch wenn uns Europ\u00e4ern manchmal der Atem stockt bzw. der Hut hochgeht.<br \/>\nEine Erkenntnis allerding bleibt: Wir Europ\u00e4er sollten auch viel st\u00e4rker umsichtigeres Fahren beherzigen statt immer nur stur auf unsere Rechte zu pochen. Und eine Portion Gelassenheit gegen\u00fcber den Fehlern der \u201eAnderen\u201c w\u00fcrde uns ebenfalls gut bekommen.<\/li>\n<li>Weil die Menschen so unbek\u00fcmmert fahren und wir kaum Unf\u00e4lle sahen, ging ich davon aus, dass es auch nur wenige gibt. Diese Illusion hat mir das Sonntagsgespr\u00e4ch mit einem wissbegierigen jungen Mann \u2013 der sein Deutsch verbessern wollte \u2013 allerdings genommen. Er erz\u00e4hlte, das es j\u00e4hrlich 20.000 Todesopfer im Stra\u00dfenverkehr g\u00e4be. Wie schrecklich!<\/li>\n<\/ul>\n<p>W\u00fcrden wir wieder hinfahren? Auf jeden Fall.<br \/>\n<em>tam biet Viet Nam<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir haben nur positive Erfahrungen mit den Vietnamesen gemacht, so freundlich, so hilfsbereit; entgegen mehrerer Beschreibungen, die uns vorher ein bisschen verunsichert hatten. Die Frauen zeigen mir ihre Sympathie ganz offen durch Ber\u00fchrungen.Mal wird der Arm get\u00e4tschelt, mal Schulter oder Taille umfa\u00dft. Mehrmals gab es bei unserer Abreisen feuchte Augen. M\u00e4nner sind dagegen zur\u00fcckhaltend. 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