{"id":4359,"date":"2018-04-07T13:15:03","date_gmt":"2018-04-07T11:15:03","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.com\/?p=4359"},"modified":"2024-01-15T10:44:24","modified_gmt":"2024-01-15T10:44:24","slug":"von-west-nach-ost-durch-java-indonesien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=4359","title":{"rendered":"Von West nach Ost durch Java (Indonesien)"},"content":{"rendered":"\n<p>(wegen fehlender Bilder ist dieser Beitrag mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"oThXadmi4M\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2018\/04\/07\/von-west-nach-ost-durch-java-indonesien\/\">Von West nach Ost durch Java&nbsp;(Indonesien)<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Von West nach Ost durch Java&nbsp;(Indonesien)&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2018\/04\/07\/von-west-nach-ost-durch-java-indonesien\/embed\/#?secret=eggvzmKhZx#?secret=oThXadmi4M\" data-secret=\"oThXadmi4M\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n<p>Wir wollten eigentlich durch ganz Java mit der Eisenbahn \u201eKerata Api\u201c, dem Feuerwagen fahren. Problem: F\u00fcr die erste Etappe nach Bandung gibt es wegen des Wochenendes schon keine Karten mehr. Wir m\u00fcssen deshalb auf den Bus umsteigen. Unser Taxifahrer kennt einen kleines Busunternehmen, das die Strecke bedient ohne dass man umsteigen muss. Der Bus f\u00e4hrt erst um 14.30 Uhr, die Zeit bis zur Abfahrt wollen wir im 200 Meter entfernten Einkaufszentrum verbringen. Der Weg dorthin ist auch \u2013 wie so h\u00e4ufig \u2013 nach internationalem Standard f\u00fcr Sehbehinderte markiert. Ein ca. 20 Zentimeter breiter geriffelter Streifen verl\u00e4uft mittig auf dem B\u00fcrgersteig. Allerdings: Wenn dann die Bordsteinkante pl\u00f6tzlich\u00a0 kniehoch zur Strasse abf\u00e4llt, ein Loch im Fu\u00dfweg klafft, ein Verkehrsschild dort steht oder in der Mitte jemand seinen Stand aufgebaut hat ist das f\u00fcr die Betroffenen halt Pech.<br \/>\nAuch in Jakarta sind die Einkaufszentren ein beliebter klimatisierter Platz f\u00fcr Familien, um den Sonntag zu verbringen.<br \/>\n<br \/>\nIm Erdgeschoss ist ein kleiner Tiermarkt aufgebaut. Hier kann sich jeder den passenden Hausgenossen aussuchen, von Kaninchen \u00fcber Igel, V\u00f6gel, Hunde und Katzen bis hin zu Schildkr\u00f6ten, Schlangen, Geckos, Waranen, Agamen und Spinnen ist alles in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen, Farben und Arten vorhanden. Eine Frau neben mir blickt auf eine kleinfingerbreite gr\u00fcne Baumschlange, sie sch\u00fcttelt sich, kann sich aber nicht von der Stelle bewegen. Fasziniert starrt sie auf das Reptil und immer wieder durchl\u00e4uft ein Schauer ihren K\u00f6rper, bis sie von ihrem Begleiter weggezogen wird.<br \/>\nUnser Bus startet etwas verz\u00f6gert, weil ein heftiger Tropenregen einsetzt. Die get\u00f6nten Scheiben des Busses vermitteln eine Weltuntergangsstimmung und der Parkplatz wird schnell zum Teich.\u00a0 Aber es kl\u00e4rt sich schnell auf und wir erreichen Bandung nach f\u00fcnf Stunden Fahrt. Der bestellte Taxi-Fahrer findet uns nicht, aber wir haben mal wieder Gl\u00fcck. Eine der Mitreisenden wird von ihrem Mann mit dem Auto abgeholt und will uns unbedingt zu unserem Hotel bringen. Nachdem wir schon eine Stunde gewartet haben, nehmen wir das Angebot dankbar an.<br \/>\n<br \/>\nAm n\u00e4chsten Tag machen wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Bandung hat den Beinamen \u201eParis von Java\u201c. Vielleicht suchen wir an den falschen Stellen, aber der Vergleich mit der franz\u00f6sischen Metropole ist f\u00fcr uns nicht nachvollziehbar.<br \/>\n<br \/>\nSchon am n\u00e4chsten Morgen um 8.30 Uhr geht es weiter. Wir haben Fahrkarten 1. Klasse gekauft. Zwischen den Gleisen hat jemand liebevoll Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Beete angelegt. Wo B\u00e4ume und Str\u00e4ucher gepflanzt sind, gibt es runde Abgrenzungen mit wei\u00dfen Kieselsteinen. Wahrscheinlich gilt der Bahnhof in Bandung deshalb als der sch\u00f6nste auf Java. Die Fahrt ist sehr angenehm, die Schienen sind in gutem Zustand, die bequemen Sessel lassen sich in Schlafposition stellen und kleine Kissen geh\u00f6ren zu jedem Platz. Alle halbe Stunde wird etwas zu Essen oder Trinken angeboten. Drau\u00dfen gleiten die Reisfelder in allen Wachstumsstadien vor\u00fcber. Einer der 38 Vulkane raucht, ein Anblick faszinierend und beklemmend zugleich.<br \/>\n<br \/>\nYogyarkarta (oder Yokja) erreichen wir am sp\u00e4ten Nachmittag. Im Bahnhof wollen wir gleich Fahrkarten f\u00fcr die Weiterfahrt kaufen. Wir werden zu einem Geb\u00e4ude au\u00dferhalb geschickt. Gro\u00df prangt die Aufschrift \u201eTickets\u201c am Geb\u00e4ude. Wir nehmen gleich den rechten der drei Eing\u00e4nge und werden h\u00f6flich gebeten, den n\u00e4chsten, mittleren zu nehmen. Hier aber schickt man uns zum linken Eingang, dort nachdem wir unseren Wunsch ge\u00e4u\u00dfert haben wieder zum mittleren, wo man uns etwas ungehalten mitteilt, dass wir doch schon zum linken Eingang geschickt worden seien. Jetzt werde ich etwas bestimmter in meiner Bitte um zwei Fahrkarten f\u00fcr den \u00fcbern\u00e4chsten Tag. Sofort kommt eine \u201eh\u00f6her gestellter\u201c Mitarbeiter, h\u00f6rt sich an was wir wollen und pl\u00f6tzlich klappt es. Anschlie\u00dfend kommt wieder das Spiel mit dem Taxi. Der Fahrer schreibt: \u201eIch bin hier, wo seid ihr?\u201c Wir antworten: \u201eWir sind hier am Eingang, wo bist Du?\u201c Das geht noch ein paar Mal hin und her, dann erfahren wir, er steht vor dem Hotel Manara. Rundherum sind gro\u00dfe Hotels, aber auf keinem entdecken wir den Namen. Erst die R\u00fcckfrage bei einem der vor dem Bahnhof stehenden M\u00e4nner bringt Aufschluss. Das Manara ist das kleinste Hotel, der Name von unserem Standort hinter einer mannshohen Mauer nicht zu sehen, aber genau dort steht das Taxi. Tja, so geht es.<br \/>\nWir fahren durch die Hauptstra\u00dfe der lebhaften Universit\u00e4tsstadt. Endlich gibt es auch wieder B\u00fcrgersteige und hier wird eifrig flaniert. Auf der rechten Stra\u00dfenseite reiht sich Pferdekutsche an Pferdekutsche. Die zierlichen Tiere tragen Scheuklappen, damit ihnen der brausende Verkehr keine Angst macht. Abends reihen wir uns dann in die Masse der Fu\u00dfg\u00e4nger ein. Sofort hat man uns nat\u00fcrlich als Touristen identifiziert. Mehrmals werden wir eingeladen, uns eine Batik-Kunstausstellung anzusehen. Heute sei der letzte Tag, morgen z\u00f6ge der Kunstbetrieb bereits weiter nach Bandung.<br \/>\n<br \/>\nWir vertr\u00f6sten den Mann, wir wollen erst etwas essen. Kaum sind wir wieder auf der Stra\u00dfe hat uns schon wieder jemand am Wickel. Etwas widerwillig laufen wir mit in den ersten Stock eines Hauses, um die Werke der Sch\u00fcler des \u201eKunstlehrers\u201c der Universit\u00e4t anzusehen. Wir sagen sofort, dass wir nichts kaufen werden. Als wir das wirklich nicht tun, wird der Kunstlehrer ungehalten. Wir fl\u00fcchten in eine Seitenstra\u00dfe, der erste \u201eKunstlehrer\u201c f\u00e4hrt uns allerdings mit dem Moped hinterher. Wieder dasselbe Spiel: \u201eNur anschauen, nichts kaufen,\u201c und dann doch die Wut \u00fcber unsere &#8222;Sturheit&#8220;. Es gibt wirklich sch\u00f6ne, kunstvolle Batiken zu sehen, aber wir k\u00f6nnen und wollen sie nicht mitnehmen. Die &#8222;Kunstgalerien&#8220; sind nat\u00fcrlich reine Touristenl\u00e4den und die Bilder sch\u00f6n aber doch irgendwie Massenware.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4403\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/04\/dsc04299.jpg\" alt=\"DSC04299.JPG\" width=\"3072\" height=\"2304\" \/>Batik (javanisch mbatik) ist eine alte Handwerkstechnik, die in Indonesien ihren Ursprung hat und \u201eSchreiben mit Wachs\u201c bedeutet. Mit dem Tjanting \u2013 einem kleinen K\u00e4nnchen mit verschieden breiten T\u00fcllen \u2013 werden Muster mit fl\u00fcssigem Bienenwachs auf Stoff aufgetragen und der Stoff anschlie\u00dfend eingef\u00e4rbt. Die mit Wachs bemalten Stellen nehmen die Farbe nicht an und bleiben hell. Diese Vorg\u00e4nge werden mehrmals mit entsprechender Zeichnung wiederholt, damit die klassischen verschiedenfarbigen Muster entstehen. Gef\u00e4rbt wird immer von hell nach dunkel.<br \/>\nMorgens um 4.30 Uhr schrecken wir aus dem Schlaf hoch. Wir haben das Gef\u00fchl, nicht allein in unserem Zimmer zu sein. In voller Lautst\u00e4rke singen die Muezzin der drei in der N\u00e4he gelegenen Moscheen eine Stunde lang gegeneinander an. Jeder etwas anderes und jeder versucht scheinbar, die anderen zu \u00fcbert\u00f6nen. Nachdem sich der Herzschlag wieder beruhigt hat, lesen wir eine Weile und k\u00f6nnen dann doch noch ein bisschen schlafen .<br \/>\n<br \/>\nWir laufen los, um den Kraton (Sultanspalast) zu besichtigen. Er ist durch ein Museum erg\u00e4nzt. Die gro\u00dfe Anlage hat zum gro\u00dfen Teil nur von pr\u00e4chtig verzierten S\u00e4ulen getragene D\u00e4cher. Die meisten Bereiche darf man nicht betreten. Auf Fotografien bekommen Besucher Einblick in das Leben am Sultanspalast. Vor der Anlage liegt eine gro\u00dfe Gr\u00fcnfl\u00e4che, die von der Bev\u00f6lkerung als Sport- und Ausflugsplatz genutzt wird. Die zwei gro\u00dfen B\u00e4ume sind Wohnsitz verschiedener Geister.<br \/>\n<br \/>\nMit einer Moped-Rikscha lassen wir uns zum Wasserschloss bringen, das dem Sultan mit seinem Harem als Lustschloss diente. Ach w\u00e4r das sch\u00f6n, wenn wir jetzt die Wasserbecken nutzen k\u00f6nnten.<br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen wieder dasselbe Spektakel; lautstarke Ges\u00e4nge um 4.30 Uhr. Weil unser Zug aber schon um 7.00 Uhr abf\u00e4hrt ist damit auch f\u00fcr heute die Nacht zuende. Dieses Mal haben wir Fahrkarten dritter Klasse, aber von der h\u00e4ufig beschriebenen \u201eHolzklasse\u201c ist nicht viel \u00fcbrig geblieben. Auf gepolsterten Zweierb\u00e4nken sitzen wir uns gegen\u00fcber, und w\u00e4hrend der 14 Stunden dauernden Fahrt haben wir die vier Pl\u00e4tze f\u00fcr uns. Da kann man ab und zu die F\u00fc\u00dfe hochlegen oder sich quer auf die Bank legen. Auch in diesem Zug, f\u00fcr den wir nur einen Bruchteil des letzten Fahrpreises zahlen, gibt es aufmerksames Personal. Die Mitarbeiter sind tats\u00e4chlich w\u00e4hrend der gesamten Fahrzeit im Einsatz.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4413\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/04\/dsc04335-kopie.jpg\" alt=\"DSC04335 - Kopie\" width=\"2825\" height=\"2119\" \/><br \/>\nDer Zug f\u00e4hrt von der S\u00fcdk\u00fcste nach Surabaya zur Nordk\u00fcste und dann nach Osten. Wir sehen viele Vulkane und noch mehr gro\u00dfe, kunstvolle Moscheen. Auf Java liegt der Anteil der Muslime bei 91 %.<br \/>\nDie Taxifahrt zu unserem Homestay dauert noch mal eine halbe Stunde. Wir sind so ausgehungert, dass wir gleich nach unserer Ankunft wieder loslaufen, um das n\u00e4chste Restaurant aufzusuchen. Direkt vor unserer Nase wird beim ersten Lokal die T\u00fcr zugeschlossen, aber ein paar hundert Meter weiter bekommen wir in einem mit bunten Lichtern geschm\u00fcckten Lokal noch etwas zu essen.<br \/>\nDieses Mal haben wir ein komfortables Haus f\u00fcr uns allein. Ein gro\u00dfes Schlafzimmer mit Tisch und Sesseln, eine \u00fcberdachte Terrasse ebenfalls mit Sitzgruppe und ein sch\u00f6nes Badezimmer. Das belgisch\/indonesische Ehepaar ist \u00fcberaus sympathisch und wir bekommen k\u00f6stliches Fr\u00fchst\u00fcck.<br \/>\n<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\"><em>Spaziergang in der N\u00e4he unseres Hotels<\/em><\/p>\n<p>Banyuwangi \u2013 ganz im Osten Javas und F\u00e4hrhafen nach Bali \u2013 liegt bereits am Meer und wir nehmen uns vor, einen Spaziergang zum Strand zu machen. Wir schlagen die uns genannte Richtung ein und kommen nach den 10 veranschlagten Minuten nicht an den Strand sondern zu einem kleinen Bach, an dem gerade mehrere M\u00e4nner arbeiten. Nach weiteren 10 Minuten erreichen wir ein Dorf. Eine Horde Kinder l\u00e4uft neben uns her und ein paar besonders kecke testen, wie gut ihre englischen Vokabeln sind. Das Dorf liegt hinter uns und wir passieren noch die M\u00fcllkippe, auf der gerade ein Feuer schwelt. Noch immer ist kein Strand in Sicht. Die dunklen Wolken am Himmel geben das Signal zur Umkehr. Nach 10 Metern geht mein Schuh kaputt. Eine Weile laufe ich barfu\u00df, dann nimmt uns ein Einheimischer im Auto mit.<br \/>\nWir gehen in das kleine Ecklokal, f\u00fcr das es gestern zu sp\u00e4t war. Merkw\u00fcrdig, vorne prasselt bereits der Regen auf die Hauptstra\u00dfe, w\u00e4hrend es am zweiten Ausgang, der in eine Nebenstra\u00dfe f\u00fchrt, noch ein paar Minuten trocken bleibt. Das Essen &#8211; Sepia und unbekannter Fisch &#8211; ist lecker. Zwischen den tiefen Pf\u00fctzen suchen wir uns anschie\u00dfend\u00a0 einen Weg zu unserer Unterkunft und kommen nass bis auf die Haut dort an.<br \/>\nAm Abend gehen wir dann noch einmal in dieses Lokal und werden wie Stammg\u00e4ste begr\u00fc\u00dft.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(wegen fehlender Bilder ist dieser Beitrag mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Wir wollten eigentlich durch ganz Java mit der Eisenbahn \u201eKerata Api\u201c, dem Feuerwagen fahren. Problem: F\u00fcr die erste Etappe nach Bandung gibt es wegen des Wochenendes schon keine Karten mehr. Wir m\u00fcssen deshalb auf den Bus umsteigen. 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