{"id":6881,"date":"2019-04-28T05:42:02","date_gmt":"2019-04-28T03:42:02","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.com\/?p=6881"},"modified":"2024-01-15T13:04:00","modified_gmt":"2024-01-15T13:04:00","slug":"drei-staedte-wie-sie-unterschiedlicher-nicht-sein-koennen-quetzaltenango-san-francisco-und-antigua-guatemala","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=6881","title":{"rendered":"Drei St\u00e4dte wie sie unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen &#8211; Quetzaltenango,  San Francisco und Antigua (Guatemala)"},"content":{"rendered":"\n<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Li3UUGeWNu\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/04\/28\/drei-staedte-wie-sie-unterschiedlicher-nicht-sein-koennen-quetzaltenango-san-francisco-und-antigua-guatemala\/\">Drei St\u00e4dte wie sie unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen &#8211; Quetzaltenango,  San Francisco und Antigua&nbsp;(Guatemala)<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Drei St\u00e4dte wie sie unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnen &#8211; Quetzaltenango,  San Francisco und Antigua&nbsp;(Guatemala)&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/04\/28\/drei-staedte-wie-sie-unterschiedlicher-nicht-sein-koennen-quetzaltenango-san-francisco-und-antigua-guatemala\/embed\/#?secret=LZtr5fLvtQ#?secret=Li3UUGeWNu\" data-secret=\"Li3UUGeWNu\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n<p><span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Um von San Pedro fortzukommen, m\u00fcssen wir noch einmal mit dem Boot \u00fcber den See. Zum Gl\u00fcck verh\u00e4lt er sich um 8 Uhr morgens noch gn\u00e4dig, kaum Wellen kr\u00e4useln die Wasseroberfl\u00e4che, gut f\u00fcr meinen R\u00fccken.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">In Panajachel haben wir noch Zeit f\u00fcr ein kleines Fr\u00fchst\u00fcck, bevor unser Shuttlebus kommt. Nur noch ein weiterer Passagier \u2013 Sophie, eine junge Deutsche \u2013 hat denselben Weg wie wir. Die R\u00fcckfahrt ist um einiges angenehmer als die Hinfahrt. <\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Die Stra\u00dfe von Panajachel in die Berge ist lange nicht so steil, und eine knappe Stunde sp\u00e4ter sind wir oben an der Schnellstra\u00dfe, der Panamericana. Wir wundern uns, dass der Fahrer Richtung Guatemala City abbiegt, aber schon nach 5 Minuten f\u00e4hrt er zu einer Tankstelle auf der anderen Stra\u00dfenseite, hier m\u00fcssen wir umsteigen. Das hat auch Sophie \u2013 trotz ihres Spanischkurs am Lago Atitl\u00e1n \u2013 nicht verstanden. Wir wechseln in einen bequemen Minivan mit weich gepolsterten Sitzen und sind weiterhin nur zu dritt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Nach Quetzaltenango \u2013 von den Einheimischen in der Maya-Sprache Xela (gesprochen Schela) genannt \u2013 geht es \u00fcber die gut ausgebaute Panamericana. In anspruchsvollen Kurven erreichen wir eine H\u00f6he von 3.300 Metern. Die Berge links und rechts sind noch h\u00f6her und bestehen zum gr\u00f6\u00dften Teil aus Tuffgestein. Das ist ein gro\u00dfartiges Material, leicht zu bearbeiten und in diesem Klima recht haltbar. Die hier lebenden Menschen haben Lagerr\u00e4ume und Treppen in das Gestein gekratzt. Irgendwann sehen wir sogar Garagen. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Das gro\u00dfe Tal in der Sierra Madre, in dem Xela liegt, ist durch Ablagerungen der umgebenden Vulkane \u00fcberaus fruchtbar. Scheinbar jede Art von Gem\u00fcse w\u00e4chst auf den dunklen B\u00f6den. Gro\u00dfe gelbe Flecken dazwischen zeigen, dass B\u00e4ume und Str\u00e4ucher gerade aus dem Winterschlaf erwachen und Bl\u00e4tter und Bl\u00fcten austreiben. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Xela \u2013 die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt Guatemalas \u2013 liegt auf 2.300 Metern. Hier ist es deutlich k\u00fchler als in allen Orten, in denen wir bisher waren. Deshalb liegen in unserem Hotel, das in den verschachtelten Gassen der Altstadt liegt, auch drei Decken auf dem Bett.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Die Sehensw\u00fcrdigkeiten der Stadt gruppieren sich fast alle um den Park Centroam\u00e9rica, das schaffen wir an einem Nachmittag. Wir m\u00fcssen uns umgew\u00f6hnen, Zebrastreifen haben f\u00fcr die Auto- und Mopedfahrer nicht die geringste Bedeutung. Also kann man sich genauso gut an jeder anderen beliebigen Stelle \u00fcberfahren lassen. <\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Einen guten Kilometer vom Park entfernt befindet sich der gro\u00dfe Friedhof. Am Eingang sind die Etagengr\u00e4ber der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerung \u2013 sozialer Grabbau sozusagen. Ein St\u00fcck weiter k\u00f6nnen wir dann Mausuleen aller Gr\u00f6\u00dfen und Stilrichtungen bestaunen. Die Hinterbliebenen haben offenbar keine Kosten gescheut, um die Wichtigkeit des oder der Verstorbenen zu betonen. Als wir den Friedhof verlassen wollen, kommt uns gerade eine Trauergesellschaft entgegen. Voran l\u00e4uft die Mariachi-Band, dahinter die Angeh\u00f6rigen. Der Sarg wird von schwarz gekleideten Frauen auf den Schultern getragen. Unauff\u00e4llig mache ich ein paar Fotos.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_6907\" aria-describedby=\"caption-attachment-6907\" style=\"width: 4000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-6907\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/p1020594-kopie-2-kopie-kopie.jpg\" alt=\"P1020594 - Kopie (2) - Kopie - Kopie\" width=\"4000\" height=\"3000\"><figcaption id=\"caption-attachment-6907\" class=\"wp-caption-text\">auf den Stufen vor der Kirche wartet man auf den Bus<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Abends treffen wir uns mit einer Bekannten: Vanessa ist bereits seit einer Woche hier und besucht eine der vielen Sprachschulen. Vier Stunden t\u00e4glich hat sie Unterricht und f\u00fcr nachmittags noch Hausaufgaben auf. Wie von der Sprachschule empfohlen wohnt sie in einer einheimischen Familie, wo niemand englisch spricht. Ihr muss permanent der Kopf schwirren. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Am n\u00e4chsten Morgen holt sie uns um kurz nach sieben ab. Gemeinsam wollen wir den gr\u00f6\u00dften typischen Markt des Landes in dem 17 Kilometer entfernten Ort San Francisco besuchen. Wir lassen uns mit einem Taxi zum Busbahnhof bringen. Um diese Zeit ist noch nicht viel los, nur ein Mitarbeiter schaut aus seinem h\u00f6lzernen \u201eAmtsgeb\u00e4ude,\u201c das die Gr\u00f6\u00dfe einer Telefonzelle hat. Wie immer kommt sofort jemand und will uns weiterhelfen. Der Bus l\u00e4sst auch nicht lange auf sich warten und da er v\u00f6llig leer ist, k\u00f6nnen wir uns die Pl\u00e4tze aussuchen. Uns ist klar, dass das bei diesem Ziel nicht so bleiben wird. Aber auf diese F\u00fclle sind wir dann doch nicht vorbereitet. Eine Viertelstunde sp\u00e4ter sind alle Zweiersitze von drei Menschen besetzt. Weitere dr\u00e4ngen sich im Mittelgang. Wenn jemand vorbei will, steht meine Sitznachbarin auf und l\u00e4sst sich v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich auf meiner H\u00fcfte nieder. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Auf halber Strecke ist in Salaj\u00e1 eine Art Verkehrsknotenpunkt. Mindestens 10 Chickenbusse treffen hier von allen Seiten ein und die Menschen wuseln hin und her. Raus aus dem einen, rein in den anderen Bus, dazwischen Lastwagen, Transporter, Pkw und Mopeds. Es ist ein unglaubliches Gedr\u00e4nge und Gehupe. F\u00e4hrt einer der Busse endlich los, st\u00f6\u00dft er erstmal eine tiefschwarze Wolke aus, das grenzt schon an Grobstaubbelastung. Pl\u00f6tzlicht stoppt er dann wieder um weitere Passagiere aufzunehmen. Das passiert dann drei bis viermal. F\u00fcr uns absolut undurchsichtig.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">In der N\u00e4he ist das erste Waisenhaus der Rudolf Walther Stiftung (M\u00f6bel-Walther aus Gr\u00fcndau-Lieblos) gebaut worden. Es ist das Zuhause f\u00fcr 140 Kinder. Nicht alle sind Waisen, manche wurden von ihren Eltern hier abgegeben, weil sie sie nicht ern\u00e4hren k\u00f6nnen, andere wurden auf der Stra\u00dfe aufgegriffen. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">In Guatemala ist Busschaffner einer der anspruchsvollsten Berufe. Die M\u00e4nner m\u00fcssen mindestes eine Artisten-Ausbildung haben. Kurz vor der Haltestelle springen sie aus dem fahrenden Bus und suchen nach weiteren Fahrg\u00e4sten. Hat jemand sperriges Gep\u00e4ck dabei, klettern sie flink wie Eichh\u00f6rnchen die hintere Leiter hoch aufs Dach und nehmen die Sachen entgegen. W\u00e4hrend der Bus bereits wieder losf\u00e4hrt, verstauen sie alles und zurren die K\u00e4sten oder S\u00e4cke fest. In voller Fahrt geht es die Leiter wieder hinunter und durch die hintere T\u00fcr zur\u00fcck in den Bus. Und dann wissen sie auch noch, wer bereits bezahlt hat und wer neu dazu gekommen ist.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Endlich erreichen wir San Francisco \u2013 sch\u00f6n wieder durchatmen zu k\u00f6nnen, bevor wir uns ins bunte Markttreiben st\u00fcrzen. Der w\u00f6chentliche Markt findet nicht nur in der Markthalle oder auf dem Marktplatz statt, der ganze Ort ist Markt. Von nah und fern kommen die Verk\u00e4ufer mit ihrem Warenangebot bereits in den Nachtstunden, denn der Verkauf beginnt bereits morgens um sieben Uhr.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Wir stehen mitten in einem Farbenmeer: Stoffe, gewebt in den typischen Mustern, die die Maya-Frauen Tag f\u00fcr Tag tragen. St\u00e4ndig entdecken wir neue Farbkombinationen und Muster. Mein Kaufimpuls muss heftig unterdr\u00fcckt werden. Und irgendwann wei\u00df ich auch gar nicht mehr, was ich eigentlich aussuchen sollte. Zu \u00fcberw\u00e4ltigend ist das Angebot. Da der Ort auf einem H\u00fcgel liegt, geht es immer wieder bergauf und bergab. <\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Vanessa hat von ihrer Gastfamilie von einem Platz geh\u00f6rt, der f\u00fcr die Maya von besonderer Bedeutung ist. Sie fragt sich durch und schlie\u00dflich stehen wir an einem Abhang. Unter dem gr\u00f6\u00dften Baum glimmen noch kleine Feuer, ein w\u00fcrziger Geruch liegt in der Luft und kleine Papierfetzen bewegen sich im Wind. Ein paar Menschen sind noch hier, aber die gro\u00dfe Opferzeremonie hat vermutlich am fr\u00fchen Morgen stattgefunden und das Saubermachen hat bereits begonnen. Wof\u00fcr jeweils geopfert wurde, und was man sich davon erhofft, bleibt das Geheimnis jedes Einzelnen. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Wir laufen zur\u00fcck, nicht ohne am beliebtesten Stand halt zu machen, dem Toilettenh\u00e4uschen. Die Besitzer haben es gut, sie m\u00fcssen keine Kunden anlocken, die kommen alle freiwillig und warten sogar, wenn sie nicht gleich an die Reihe kommen. F\u00fcr ein paar Quetzales kann man sich noch die H\u00e4nde waschen, was will man mehr.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Inzwischen hat das Gedr\u00e4nge in den Gassen noch weiter zugenommen. Zwischen St\u00e4nden mit moderner Kleidung, Schuhen, Heiligenfiguren und Lebensmitteln dr\u00e4ngen wir weiter nach oben in Richtung Viehmarkt. <\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Auf dem gro\u00dfen Platz stehen K\u00e4lber, Schweine, Federvieh, Kaninchen und Haustiere zum Verkauf. Die Interessenten schlendern herum, begutachten, bef\u00fchlen, dann gehen ein paar Scheine von Hand zu Hand und das neue Haustier wird in einem Sack geschultert oder am Seil hinterhergezogen. Hier sehen wir das erste Mal noch andere Touristen, aber wir machen zusammen kaum ein Dutzend aus.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Auf dem Weg zur\u00fcck staunen wir \u00fcber das Angebot an N\u00e4hmaschinen. Alte mechanische stehen neben robusten Profiger\u00e4ten. Kocht\u00f6pfe, Elektrokabel, Werkzeug, Radios, Garten- und Haushaltsger\u00e4te \u2013 alles neu oder gebraucht. Nat\u00fcrlich gibt es auch Imbissst\u00e4nde, es wird ger\u00fchrt, geknetet, geraspelt, frittiert und gebacken und duftet k\u00f6stlich. In der Markthalle probieren wir eine der hiesigen Spezialit\u00e4ten: knusprige gerollte Maisfladen auf rohem Gem\u00fcse, mit w\u00fcrziger So\u00dfe \u00fcbergossen und mit K\u00e4se bestreut. Richtig lecker. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Gegen Mittag beginnen die ersten Aussteller, ihre Sachen zusammen zu packen. Dabei k\u00f6nnen wir beobachten, wie die Tr\u00e4ger die riesigen Ballen und S\u00e4cke an um die Stirn gelegten Riemen zu den unten geparkten Autos schleppen. Von hinten sieht man nur einen Sack auf F\u00fc\u00dfen. Alles was nicht verkauft wurde, muss schlie\u00dflich wieder zur\u00fcck transportiert werden.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Wir klettern in den n\u00e4chsten Bus, damit wir vor Marktschluss noch einigerma\u00dfen gut zur\u00fcck kommen. Trotzdem geht es qu\u00e4lend langsam voran. Vom Bus aus sehen wir viele L\u00e4den mit riesigen Stoffballen. Hier ist das Zentrum der Textilindustrie in Guatemala, deshalb auch die vielen N\u00e4hmaschinen. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Am n\u00e4chsten Morgen fahren wir zur\u00fcck nach Antigua. Wir haben Gl\u00fcck und werden von dem netten Fahrer mit dem bequemen Minivan abgeholt. An der Abzweigung zum Lago Atitl\u00e1n steigen die anderen Passagiere aus, wir sind die einzigen die nach Antigua fahren. Der Fahrer spricht gut englisch, so k\u00f6nnen wir uns \u00fcber alles M\u00f6gliche mit ihm unterhalten. Mich hat die ganze Zeit der hohe Benzinpreis von 20 \u2013 26 Quetzales (2,33 \u2013 3,03 \u20ac) gewundert, doch der Preis gilt f\u00fcr eine Gallone (3,785 Liter). <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Gut, dass ich auf dem Markt au\u00dfer einem gewebten G\u00fcrtel nichts gekauft habe, der Koffer will kaum noch zugehen. Meine Vorstellung, ein Paket per Post nach Deutschland zu schicken, l\u00e4sst sich nicht in die Tat umsetzen. Guatemala hat seit \u00fcber 3 Jahren keine Post mehr. Den j\u00e4hrlichen Versprechungen, dass es in K\u00fcrze wieder eine gibt, schenkt niemand mehr Glauben. Zwar sind DHL und FedExx vertreten, aber die Preise sind extrem hoch. Angeblich kostet das Porto f\u00fcr einen einfachen Brief 20 US$. Kein Wunder, dass es nirgendwo Ansichtskarten zu kaufen gibt.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Als wir an einer Rastst\u00e4tte eine kurze Pause machen, stehen dort viele Radfahrer in Sporttrickots. Heute findet ein Stra\u00dfenrennen statt, an dem M\u00e4nner und Frauen teilnehmen. Sogar der f\u00fchrende Rennstall, der auch internationale Erfolge aufweisen kann, ist vertreten. Das Rennen wird auf dem Standstreifen der hier vierspurigen&nbsp; Panamerican ausgetragen, der Autoverkehr darf schlie\u00dflich nicht beeintr\u00e4chtigt werden.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">In Antigua ist was los, so viele Menschen haben wir in der Stadt noch nicht gesehen, aber f\u00fcr die Semana Santa (heilige Woche) ist das hier v\u00f6llig normal. Wir wohnen keine 100 Meter von der Kathedrale \u201eLa Merced\u201c entfernt und wollen uns hier gleich mal umschauen. Rund um die Kirche reihen sich Buden aneinander. Auch hier wird deutlich: Gegessen wird immer. Gerade kommt eine festlich gekleidete Familie mit 15j\u00e4hriger Tochter aus der Kirche. Die Quincenera wird also auch hier mit aller Pracht gefeiert. Ein Blick in die Kirche zeigt: Die Alfombra (S\u00e4gemehlteppich) mit den Fu\u00dfspuren ist inzwischen durch eine neue unversehrte ersetzt worden.<\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Am Sonntag um 11 Uhr beginnt die zweit wichtigste Prozession der Osterwoche. Von \u00fcberall her str\u00f6men Besucher in die Stadt. Viele Stra\u00dfen sind bereits gesperrt. Autos, die trotz Verbotsschildern in diesem Bereich parken, werden gnadenlos abgeschleppt. Wir laufen zu einer Stra\u00dfe, wo der Umzug in der n\u00e4chsten Stunde vorbeikommen soll. <\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Eifrig wird hier noch an einer Alfombra gearbeitet, es kann also noch dauern. Zun\u00e4chst geh\u00f6rt die Stra\u00dfe den Verk\u00e4ufern. Eis, Leihhocker, Sonnenschirme, Sombreros, Getr\u00e4nke, Spielzeug, Sonnenbrillen, F\u00e4cher, eben alles was den Menschen die Wartezeit angenehmer macht, ist zu haben. Lila Kutten f\u00fcr M\u00e4nner und schwarze Spitzenschals f\u00fcr Frauen werden auch noch verkauft, falls sich jemand jetzt noch entschlie\u00dfen sollte, w\u00e4hrend der Prozession eine aktive Tr\u00e4gerrolle einzunehmen.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Nach einer Stunde geben wir auf, es wird in der Sonne einfach zu warm. Nachmittags gibt es eine neue Chance. Die Frau neben uns gibt uns ihren Programmzettel. Jetzt wissen wir, zu welcher Zeit die Prozession in welcher Stra\u00dfe sein wird und stellen uns nachmittags noch einmal an. <\/span><br \/>\n<br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Schon bald h\u00f6ren wir Trommeln und Blasinstrumente. Zu sehen ist au\u00dfer einer dichten Qualmwolke nichts. Jetzt holen die erfahrenen Besucher ihre Atemschutzmasken heraus, denn die vielen qualmenden Weihrauchkessel bringen die Zuschauer zum weinen und zum husten. Angef\u00fchrt wird die Prozession von M\u00e4nnern im R\u00f6merkost\u00fcm. Es folgen Tr\u00e4ger mit den nummerierten Bildtafeln der Kreuzigungsstationen. M\u00e4nner in lila Gew\u00e4ndern laufen jetzt links und rechts der Stra\u00dfe mit einem langen Seil in H\u00e4nden, damit trennen sie den Umzug von den Zuschauern. Denn jetzt kommen die dicht hintereinander laufenden M\u00e4nner in ihren lila Kutten mit dem gr\u00f6\u00dften der tonnenschweren Gestelle auf ihren Schultern. Die geschnitzte h\u00f6lzerne Plattform mit ihren Aufbauten \u2013 mittig Jesus mit dem Kreuz \u2013 schwankt wie ein Schiff durch die Stra\u00dfe. Lange h\u00e4lt diese Anstrengung niemand aus, deshalb wird st\u00e4ndig w\u00e4hrend des Laufens gewechselt. Die Plattform mit Maria wird dagegen von Frauen getragen. Hinter den Figuren folgt jeweils eine Musikkapelle. Dazwischen jeweils drei Mayas in Tracht mit Fl\u00f6te und Trommeln. Am Ende der Prozession folgen mehrere M\u00fcllwagen und kehren die zertretenen Alfombras und alles was sonst noch rumliegt auf. Dahinter sieht es aus, als sei nie etwas gewesen. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-family:Calibri, sans-serif;\">Bis nachts um 2 Uhr dauert dieser Umzug. Sch\u00f6n, dass wir das miterleben konnten, denn morgen verlassen wir Guatemala, dieses wundersch\u00f6ne Land, das so viel zu bieten hat.<\/span><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Um von San Pedro fortzukommen, m\u00fcssen wir noch einmal mit dem Boot \u00fcber den See. Zum Gl\u00fcck verh\u00e4lt er sich um 8 Uhr morgens noch gn\u00e4dig, kaum Wellen kr\u00e4useln die Wasseroberfl\u00e4che, gut f\u00fcr meinen R\u00fccken. 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