{"id":7825,"date":"2019-07-23T12:41:00","date_gmt":"2019-07-23T12:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7825"},"modified":"2024-01-15T13:19:30","modified_gmt":"2024-01-15T13:19:30","slug":"von-belem-nach-recife-brasilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7825","title":{"rendered":"Von Bel\u00e9m nach Recife (Brasilien)"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr Weiterfahrt von Bel\u00e9m nehmen wir einen Nachtbus. Anders geht es bei der veranschlagten Fahrzeit von 18 Stunden auch gar nicht. Der Busbahnhof hier ist beinahe wie ein Bahnhof gestaltet, mit mehreren Plattformen und unterschiedlichen Abfahrtstellen. Wir (Alte, Schwangere usw.) d\u00fcrfen den Weg geradeaus nehmen, quasi \u00fcber die Schienen. Alle anderen m\u00fcssen die Treppen runter und an der richtigen Plattform wieder rauf. Dass H\u00f6flichkeit und R\u00fccksichtnahme quasi per Gesetz verordnet werden, l\u00e4sst man sich gern gefallen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"538\" height=\"364\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Belem1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8026\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Belem1.jpg 538w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Belem1-300x203.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 538px) 100vw, 538px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Bus ist mit bequemen Sitzen ausgestattet, warme Sachen haben wir auch dabei. Wird schon gut gehen. Kurz bevor wir um 18.30 Uhr starten, beginnt es wie aus Eimern zu gie\u00dfen, und im Nu stehen etliche Stra\u00dfen 10 bis 20 Zentimeter unter Wasser. F\u00fcr die Rinnsteine ist das nur gut, da wird der stinkende Abfall mal so richtig durch- und weggesp\u00fclt. Die meisten Passagiere richten sich gleich zum Schlafen ein, wir lesen noch ein paar Stunden, bevor wir die Lehnen in Schlafposition stellen und uns mit unseren Badet\u00fcchern zudecken. Erstaunlicherweise k\u00f6nnen wir ein paar Stunden schlafen, obwohl die Stra\u00dfe richtig schlecht ist. Lesend und schlafend vergeht die Zeit, bis es gegen 5 Uhr zu d\u00e4mmern beginnt. Um diese Zeit sind schon Menschen in D\u00f6rfern und St\u00e4dten auf der Stra\u00dfe, sie sitzen mit einer Tasse Kaffee vor H\u00e4usern und H\u00fctten. Um sieben Uhr gibt es einen 30-min\u00fctigen Halt, an den Waschbecken machen sich die Menschen frisch f\u00fcr die n\u00e4chste Runde Schlaf. Der Norden Brasiliens ist sichtbar arm, die hier lebenden Menschen werden noch nicht einmal durch sch\u00f6ne Landschaft entsch\u00e4digt, hier ist alles flach und eint\u00f6nig. <\/p>\n\n\n\n<p>Die runden Granitfelsen, an denen wir sp\u00e4ter vorbeifahren, werden schon als aufregende Abwechslung wahrgenommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich wollten wir auf der \u00fcber 1200 Kilometer langen Strecke eine Zwischen\u00fcbernachtung in Araguana oder Teresina einlegen, doch es mangelte an freien Hotelzimmern. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, die St\u00e4dte sehen nicht sehr einladend aus. Nach 21 Stunden und 15 Minuten kommen wir in Parnaiba an. Das 4 Kilometer entfernte Hotel geh\u00f6rt einem Schweizer, obwohl er sich sehr gut integriert hat, stellen wir den europ\u00e4ischen Einfluss fest, z. B. wird hier M\u00fcll getrennt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Runden im Pool, danach machen wir uns auf den Weg zum Essen. Etliche der im Internet aufgelisteten Lokale existieren nicht mehr, und auf Hamburger oder Pizza haben wir so gar keinen Appetit. Wir landen bei einem Libanesen, dessen Lokal zwar noch nicht ge\u00f6ffnet ist, der uns aber sofort Tisch und St\u00fchle zurechtr\u00fcckt und etwas zu trinken bringt. Dann h\u00e4ngt er drei schmiedeeiserne Lampen auf und schraubt an der \u00dcberdachung Gl\u00fchbirnen ein. Jeden Abend nach Gesch\u00e4ftsschluss muss er Gl\u00fchbirnen und Lampen wieder entfernen, sonst werden sie ihm geklaut. Der Besitzer will uns unbedingt mit seinem Auto zur\u00fcckfahren, den Weg zur\u00fcck vorbei an der Markthalle h\u00e4lt er f\u00fcr zu gef\u00e4hrlich. Da aber gerade neue G\u00e4ste kommen, ist sein Platz am Herd. Wir m\u00fcssen ihm versprechen, nur den von ihm beschriebenen Weg zu laufen, damit wir sicher ankommen. Das klappt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"99\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-10-300x99.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8281\" style=\"width:679px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-10-300x99.png 300w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-10-768x253.png 768w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-10.png 813w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorstellung, bereits am n\u00e4chsten Tag wieder stundenlang im Bus zu sitzen, ist nicht gerade verlockend, so bleiben wir einen weiteren Tag in Parnaiba und laufen durch die von Touristen links liegengelassene Stadt. Die 150.000 Einwohner z\u00e4hlende Stadt im Bundesstaat Piaui liegt am gleichnamigen Fluss, der von einer hohen Br\u00fccke \u00fcberspannt wird. Links und rechts der Fahrbahn zwei Fu\u00dfwege, die von einem gerade h\u00fcfthohen Gel\u00e4nder aus Beton begrenzt werden. Irgendwann wurde das durch einen Holzaufbau erh\u00f6ht, von dem nur noch ein paar kurze Bretter \u00fcbrig sind, ein Betonelement fehlt ganz. Die Bau\u00fcberwachung in Deutschland w\u00fcrde nicht nur Pickel, sondern gleich die Beulenpest bei diesem Anblick bekommen. Die Menschen nehmen das mit stoischer Gelassenheit hin, warum sich \u00fcber etwas aufregen, was sie sowieso nicht \u00e4ndern k\u00f6nnen. Zumindest geht man hier aktiv gegen die Klimaerw\u00e4rmung vor, aus jedem der offenen Gesch\u00e4fte trifft uns ein eiskalter Luftstrom aus den Klimaanlagen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"381\" height=\"465\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem3.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7923\" style=\"width:606px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem3.jpg 381w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem3-246x300.jpg 246w\" sizes=\"auto, (max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Park vor der Kirche wurde vor kurzem neu gestaltet und bietet einer G\u00e4nseschar ein Zuhause mit Schwimmbad. Vermutlich hat G\u00e4nsebraten in Brasilien keine Tradition, sonst m\u00fcsste der Bestand doch merklich geringer sein. Wir suchen auf dem R\u00fcckweg ein Lokal, aber vergebens. Schlie\u00dflich landen wir wieder in unserem Hotel und bem\u00fchen einen Lieferservice.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Bus hat in der ersten Klasse zw\u00f6lf Liegesitze. Das ist eine angenehme Fahrt durch Brasiliens Zuckerkammer nach Fortaleza, die zehn Stunden gehen schnell vorbei. Ungef\u00e4hr 100 Kilometer vor der Gro\u00dfstadt wird die Stra\u00dfe besser, wir kommen langsam in wohlhabendere Gegenden. Doch der Rezeptionist unseres Hotels in Fortaleza und der Taxifahrer, der uns hierher gefahren hat, halten die Stra\u00dfen am Abend f\u00fcr nicht sicher. Die Einheimischen trauen der Sicherheit in ihrem Land nicht, das haben wir bisher in jedem Land zu h\u00f6ren bekommen. Das Restaurant gegen\u00fcber sei sehr gut, verspricht man uns im Hotel. Unbehelligt legen wir Hin- und R\u00fcckweg \u00fcber die Stra\u00dfe zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Samstag sind alle Lokale in Strandn\u00e4he besetzt. In den Stra\u00dfen wabert der Duft nach gegrilltem Fleisch. Der Strand selbst ist beinahe leer, nur wenige Menschen sitzen hier im Sand oder sind im Wasser. Sonnenschirme und Liegen sind nicht im Angebot. In der Hauptgesch\u00e4ftsstra\u00dfe \u00fcberbieten sich die L\u00e4den in der H\u00f6he der Rabatte. Jetzt zu Beginn des Winters wollen alle ihre Lager r\u00e4umen, obwohl man hier sowieso nur Sommerkleidung braucht (ausgenommen in den Bussen).<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"176\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-11-300x176.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8285\" style=\"width:612px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-11-300x176.png 300w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-11-768x451.png 768w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/image-11.png 811w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chsten Ort haben wir uns Canoa Quebrada ausgesucht, wir fahren bequem um 11 Uhr in Fortaleza ab und sind auf guter Stra\u00dfe vier Stunden sp\u00e4ter am Ziel. Taxen gibt es hier nicht, also ziehen wir unsere Koffer auf holprigem Pflaster hinter uns her. Ganz sch\u00f6n viele Menschen hier, Sambamusik schallt uns entgegen, Menschen tanzen, die pure Lebensfreude.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"592\" height=\"264\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem5.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8028\" style=\"width:690px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem5.jpg 592w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem5-300x134.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/figure>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"390\" height=\"543\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem4a.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8041\" style=\"width:666px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem4a.jpg 390w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem4a-215x300.jpg 215w\" sizes=\"auto, (max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Viele Wege f\u00fchren durch die roten Klippen zum langen Strand, der besonders bei Kitesurfern beliebt ist, aber auch f\u00fcr uns Schwimmer ist es ein toller Platz. Zwar d\u00fcrften nach unserer Meinung weniger Barracas (auf Stelzen gebaute h\u00f6lzerne Lokale) am Strand stehen, aber Brasilianer essen nun mal gern und lieben diese Dinger, die den Blick auf die Klippen versperren. Ausgerechnet in der Zwischensaison sind wir hier gelandet. Die Kinder haben drei Wochen Ferien und die gut situierten Menschen aus dem k\u00fchlen S\u00fcden, machen Badeurlaub. Aber vor allem ist Canoa Quebrada ein beliebtes Wochenendziel f\u00fcr Bewohner der umliegenden St\u00e4dte. In unserer Pousada (Herberge) sind wir dann auch ab Montag die einzigen G\u00e4ste. Jeden Abend ist ein Riesenspektakel, wenn ein gro\u00dfer Vogelschwarm kurz vor Sonnenuntergang kommt, um die Schlafb\u00e4ume aufzusuchen. Aber zuvor fliegen die V\u00f6gel gro\u00dfartige Formationen, ein herrliches Schauspiel.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-resized is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"392\" height=\"170\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Belem5a.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8040\" style=\"width:638px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Belem5a.jpg 392w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Belem5a-300x130.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 392px) 100vw, 392px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"615\" height=\"354\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem6.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8029\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem6.jpg 615w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem6-300x173.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Abends bummeln wir \u00fcber den \u201eBroadway\u201c. Die Hauptstra\u00dfe ist links und rechts von Gesch\u00e4ften und Lokalen ges\u00e4umt. Musik t\u00f6nt aus den Bars, in der Mitte haben die fliegenden H\u00e4ndler ihre St\u00e4nde aufgebaut und bieten ihre teils selbst gefertigten Waren an. Wir haben gleich am ersten Abend ein Restaurant gefunden, das von einem Holl\u00e4nder vorbildlich gef\u00fchrt wird und k\u00f6stliche Gerichte anbietet. Es gef\u00e4llt uns so gut, das wir jeden Abend hier essen. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcnf Uhr aufstehen, unser n\u00e4chster Bus geht um 7.30 im 15 Kilometer entfernten Aracati ab, und da m\u00fcssen wir mit einem Kleinbus erstmal hinkommen. Laut rumpeln unsere Koffer \u00fcber das Kopfsteinpflaster der gerade erwachenden Stadt. P\u00fcnktlich um 7 Uhr sind wir am Rodovi\u00e1ria (Busbahnhof) und stellen uns am Schalter an. Eigentlich m\u00fcsste der jetzt schon ge\u00f6ffnet haben. Eine viertel Stunde sp\u00e4ter kommt der zust\u00e4ndige Mann in Dienstuniform mit einem kleinen Becher Kaffee langsam angeschlendert. Noch kann er den Schalter nicht \u00f6ffnen, erst widmet er sich seinem Kaffee, der in Brasilien hei\u00df, schwarz und s\u00fc\u00df getrunken wird. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"639\" height=\"393\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8030\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem7.jpg 639w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem7-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Bevor er den Holzdeckel von seinem Schalter entfernt, legt er erst mal in aller Gem\u00fctsruhe den kleinen Teppich mit dem Namen der Busgesellschaft hin, und dann \u2013 ganz langsam \u2013 beginnt er, Tickets zu verkaufen. F\u00fcr jeden Kunden braucht er 7 Minuten, gut dass der Bus Versp\u00e4tung hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Gute sechs Stunden fahren wir bis Natal, wechseln in einen normalen Bus, der sich asthmatisch keuchend die kleinen H\u00fcgel heraufqu\u00e4lt und sind weitere zwei Stunden sp\u00e4ter in Praia da Pipa. Ivana, die junge Besitzerin der kleinen Pousada holt uns am Busbahnhof mit dem Auto ab. Vier Tage verbringen wir jetzt hier in einem kleinen, geschmackvoll eingerichteten Bungalow mit bequemem Bett und schmiegsamen (endlich mal wieder) Kopfkissen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"659\" height=\"209\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem7a.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8031\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem7a.jpg 659w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem7a-300x95.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 659px) 100vw, 659px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Pinselohr\u00e4ffchen besuchen t\u00e4glich den Garten unserer Pousada. Wir sind entz\u00fcckt von den niedlichen Tieren, die mir sogar aus der Hand fressen. Wahrscheinlich wissen die kleinen Fellb\u00fcndel auch, dass es hier ein unglaublich gutes Fr\u00fchst\u00fcck gibt. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/08\/p1070181.jpg?w=1024\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwischen uns und dem Ort bzw. Strand liegen ca. 100 Meter rote Matschstra\u00dfe, die wir ohne Gummistiefel oder ohne die Schuhe zu ruinieren nicht durchqueren k\u00f6nnen. Deshalb fahren Ivana oder ihr Mann Patrick uns jedes Mal mit dem Auto.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"643\" height=\"375\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem9-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8032\" style=\"width:708px;height:413px\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem9-1.jpg 643w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem9-1-300x175.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 643px) 100vw, 643px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"645\" height=\"514\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem9-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8033\" style=\"width:716px;height:571px\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem9-2.jpg 645w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem9-2-300x239.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/figure>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Auch in der Stadt Pipa ist viel los, aber an den drei riesigen und wundersch\u00f6nen Str\u00e4nden ist so viel Platz, dass jeder f\u00fcr sich bleiben kann. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/P1070163.JPG\" alt=\"\" style=\"width:680px;height:382px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Voll ist es nur am Praia da Centro, dem schmalen Strand, der direkt von der Ortsmitte erreicht wird und auf dem bei Ebbe Tische und St\u00fchle so dicht stehen, dass man kaum durchkommt. Die auflaufende Flut macht dem ein Ende, dann muss alles ganz schnell wegger\u00e4umt werden. Hohe Klippen begrenzen die anderen Str\u00e4nde, an denen sich Surfer tummeln, den Delfine lieben und an denen man viele Kilometer weit laufen kann. Abends dr\u00e4ngen sich die Menschen auf der Hauptstra\u00dfe und suchen sich zwischen den unz\u00e4hligen Gesch\u00e4ften mit Bademoden das richtige Lokal. Wir haben an einem Abend einen Zuschauer. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/08\/p1070253.jpg?w=1024\" alt=\"\" style=\"width:849px;height:478px\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ein Opossum klettert rasch einen Balken hinauf und beobachtet von oben anscheinend, was die G\u00e4ste auf ihren Tellern haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Patrick und Ivana fahren uns am Sonntag nach Goianinha, wo wir in den Bus nach Recife einsteigen. Die Endstation liegt weit au\u00dferhalb der Gro\u00dfstadt, h\u00e4tten wir das gewusst, w\u00e4ren wir eine Station vorher ausgestiegen, so m\u00fcssen wir \u00fcber 30 Kilometer mit dem Taxi nach Olinda, einer der \u00e4ltesten St\u00e4dte des Landes fahren. Juwel der Barockarchitektur, Weltkulturerbe, Bischofssitz, viele Begriffe werden diesem auf einem H\u00fcgel gelegenen alten Teil der Stadt mit knapp 400.000 Einwohnern zugeordnet. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"645\" height=\"232\" data-id=\"8034\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem12.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8034\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem12.jpg 645w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem12-300x108.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 645px) 100vw, 645px\" \/><\/figure>\n<figcaption class=\"blocks-gallery-caption wp-element-caption\">Blick auf Recife im Hintergrund<\/figcaption><\/figure>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>In Olinda (der Name bedeutet: oh wie h\u00fcbsch) findet heute ein Volksfest statt. Die Rhythmen des Maracatu dr\u00f6hnen durch die Stadt. Wir schieben uns durch die Menschenmenge, schauen den Trommlern eine Weile zu, bewundern die ausgestellte Handwerkskunst, steigen im Observatorium die Wendeltreppe hoch, um den Saturn durch ein Teleskop zu betrachten, und suchen uns etwas abseits eine Lokal.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"637\" height=\"312\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem13.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8035\" style=\"width:794px;height:389px\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem13.jpg 637w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem13-300x147.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"483\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8036\" style=\"width:756px;height:568px\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem14.jpg 644w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem14-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im Tageslicht sieht man an allen Ecken und Enden den Renovierungsbedarf. Die feuchte, salzhaltige Luft am Atlantik setzt den Fassaden schon nach kurzer Zeit zu. Dem Charme der Stadt tut das allerdings keinen Abbruch. W\u00e4hrend wir in einer Galerie st\u00f6bern, verk\u00fcndet die junge Dame, dass der K\u00fcnstler gleich pers\u00f6nlich erscheinen werde. Fotografieren sei hier leider nicht gestattet, erwidert sie auf meine Frage. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"368\" height=\"478\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem15.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8037\" style=\"width:551px;height:715px\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem15.jpg 368w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem15-231x300.jpg 231w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler selbst sieht das anders, er st\u00fclpt Klaus und sich einen der Tierk\u00f6pfe aus Pappmach\u00e9 \u00fcber, die er f\u00fcr den Karneval in dieser Stadt herstellt, und fordert mich dann auf, Fotos zu machen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"619\" height=\"466\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem16.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8038\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem16.jpg 619w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem16-300x226.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 619px) 100vw, 619px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unten am Strand d\u00fcmpeln die Fischerboote, und ein paar Familien sitzen in einem Strandrestaurant. Zum baden und schwimmen gibt es jedenfalls bessere Orte, denn die K\u00fcsten in und um Recife werden h\u00e4ufig von Haien besucht. Zwischen 1992 und 2007 wurden 50 Angriffe auf Schwimmer und Surfer gemeldet, 19 endeten f\u00fcr die betroffenen Menschen t\u00f6dlich. <\/p>\n\n\n\n<p>[g<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"592\" height=\"286\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem17.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8039\" srcset=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem17.jpg 592w, https:\/\/mit140umdiewelt.de\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Belem17-300x145.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 592px) 100vw, 592px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir besuchen das hochmoderne Einkaufszentrum, um noch ein paar Dinge einzukaufen, darunter eine Reisetasche, um alles gut verstauen zu k\u00f6nnen. Am 31. 7. fliegen wir von Recife direkt zur\u00fcck nach Frankfurt. Den letzten Abend verbringen wir in einem Restaurant, das eine \u00dcberraschung bereit h\u00e4lt. Wir werden nach dem Eintritt zu einem gl\u00e4sernen Fahrstuhl geleitet, der auf einer schr\u00e4gen Ebene ca. 10 Meter den Hang hinab gleitet. Erst hier befindet sich der Speisesaal mit einem grandiosen Blick auf das hell erleuchtete Recife. <\/p>\n\n\n\n<p>Was f\u00fcr ein sch\u00f6ner Abschied von unserer Reise durch Mittel- und einen Teil S\u00fcdamerikas. Wir empfinden ein wenig Wehmut, aber dieses Mal vor allem gro\u00dfe Freude. Uns erwartet das Wiedersehen mit der Familie und den Freunden. Doch im Hintergrund steht das Wissen: Wir k\u00f6nnen jederzeit wieder aufbrechen. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank an alle Follower und Leser unseres Blogs, ihr habt mich immer wieder motiviert und angespornt, weiter zu schreiben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Weiterfahrt von Bel\u00e9m nehmen wir einen Nachtbus. Anders geht es bei der veranschlagten Fahrzeit von 18 Stunden auch gar nicht. Der Busbahnhof hier ist beinahe wie ein Bahnhof gestaltet, mit mehreren Plattformen und unterschiedlichen Abfahrtstellen. Wir (Alte, Schwangere usw.) d\u00fcrfen den Weg geradeaus nehmen, quasi \u00fcber die Schienen. Alle anderen m\u00fcssen die Treppen runter &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7825\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eVon Bel\u00e9m nach Recife (Brasilien)\u201c<\/span> weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"image","meta":{"footnotes":""},"categories":[14,2,3],"tags":[],"class_list":["post-7825","post","type-post","status-publish","format-image","hentry","category-suedamerika-2019","category-allgemein","category-laender","post_format-post-format-image"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7825"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7825\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9730,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7825\/revisions\/9730"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}