{"id":7833,"date":"2019-05-24T13:04:18","date_gmt":"2019-05-24T13:04:18","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7833"},"modified":"2024-01-15T13:08:25","modified_gmt":"2024-01-15T13:08:25","slug":"die-hauptstadt-san-jose-costa-rica","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7833","title":{"rendered":"Die Hauptstadt San Jos\u00e9 (Costa Rica)"},"content":{"rendered":"\n<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"jDW2f2WIHI\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/05\/24\/die-hauptstadt-san-jose-costa-rica\/\">Die Hauptstadt San Jos\u00e9 (Costa&nbsp;Rica)<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Die Hauptstadt San Jos\u00e9 (Costa&nbsp;Rica)&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/05\/24\/die-hauptstadt-san-jose-costa-rica\/embed\/#?secret=C01lusAYzE#?secret=jDW2f2WIHI\" data-secret=\"jDW2f2WIHI\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Bus in die Hauptstadt f\u00e4hrt erst am Nachmittag ab. Weil in der Regenzeit wenige G\u00e4ste im Hotel sind, k\u00f6nnen wir bis mittags in unserem H\u00e4uschen bleiben. P\u00fcnktlich um 14:45 startet dann der Bus. Es ist nicht sehr weit bis nach San Jos\u00e9, aber es braucht doch 4,5 Stunden f\u00fcr knappe 150 Kilometer. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Landschaft ist bergig und entsprechend kurvig die Stra\u00dfe, es geht ziemlich hoch hinaus. Die H\u00e4user links und rechts der Stra\u00dfe sind recht klein, wirken aber gut gepflegt. Das Land ist so fruchtbar, dass sogar Zaunpf\u00e4hle ausschlagen. Umso merkw\u00fcrdiger, dass Besitzer gro\u00dfer Grundst\u00fccke mit sch\u00f6nen H\u00e4usern eine Vorliebe f\u00fcr fast schmucklose Rasenfl\u00e4chen haben. Ein paar bl\u00fchende Stauden auf 20 cm links und rechts am Grundst\u00fccksrand, ein Felsbrocken oder eine Statue im Vorgarten, das scheint moderne Gartengestaltung \u00e0 la Costa Rica zu sein. <\/p>\n\n\n\n<p>Als der Bus wieder bergab f\u00e4hrt, leuchtet die 25 Kilometer von San Jos\u00e9 gelegene Stadt Alajuela schon von weitem in der Dunkelheit. Ein riesiges modernes Einkaufszentrum lockt mit blinkenden Lichtern und einem beleuchteten Riesenrad. Als wir am Flughafen halten, dr\u00e4ngt uns eine Mitreisende zum Aussteigen. Als wir ihr erkl\u00e4ren, dass wir in die Hauptstadt wollen, ist sie erstaunt. San Jos\u00e9 ist bei Travellern nicht sehr beliebt. Der erste Eindruck ist im Dunklen auch nicht wirklich einladend. Das Stadtviertel, durch das der Bus gerade f\u00e4hrt, wirkt herunter gekommen. Menschen sitzen oder liegen auf den maroden B\u00fcrgersteigen. Alle L\u00e4den haben die eisernen Rolll\u00e4den&nbsp;herunter gelassen. Beim Busterminal muss erst ein Tor ge\u00f6ffnet werden, damit wir auf den Parkplatz fahren k\u00f6nnen. Innen ist das Terminal modern, sauber und hell erleuchtet. Der Ausgang ist bereits geschlossen, wir m\u00fcssen durch die Eingangshalle. Mindestens zwanzig Taxifahrer warten hier auf Fahrg\u00e4ste. Wir haben bereits bei Uber ein Auto bestellt und erz\u00e4hlen, dass unser Hotel einen Fahrer schickt, danach werden wir in Ruhe gelassen. Unserem Fahrer fehlt allerdings ein wenig Fantasie. Er wartet am Ausgang \u2013 ist ja eigentlich logisch, aber er muss doch merken, dass kein Mensch herauskommt. Auf die Idee, uns eine Nachricht zu schicken, kommt er auch nicht. Frustriert&nbsp;storniert er nach 10 Minuten die Fahrt. Sein Kollege jedenfalls fragt sofort an: \u201eWo finde ich Euch?\u201c Und damit l\u00e4uft alles wie geschmiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hotel erwartet uns Roland, der Freund des abwesenden Besitzers, beide sind Schweizer. Wir bekommen ein sch\u00f6nes gro\u00dfes Zimmer mit eingebautem Wandschrank und einem Nebenraum mit Stockbetten, wo wir unsere Koffer ausbreiten k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Direkt vor dem Hotel f\u00fchrt eine Eisenbahnstrecke entlang. Wir staunen, dass die Schienen ohne irgendwelche Schranken mitten auf der Stra\u00dfe entlang f\u00fchren. W\u00e4hrend der Woche beginnt der Schienenverkehr bereits morgens um vier Uhr, begleitet von lautstarken Signalen. Nicht weiter schlimm, wenn man darauf vorbereitet ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Abendessen empfiehlt uns Roland das Caf\u00e9 Literario zwei Ecken weiter. B\u00fccher h\u00e4ngen von der Decke und die Gerichte auf der Speisekarte hei\u00dfen Hermann Hesse, Virginia Woolf, Harry Mathews usw. Eine gute Empfehlung, lecker und nicht zu teuer, weil sich kaum Touristen hierher verirren. Es ist ganz sch\u00f6n frisch drau\u00dfen, San Jos\u00e9 liegt 1170 Meter \u00fcber dem Meeresspiegel.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Die Innenstadt ist am Samstagvormittag richtig voll. Vor dem beeindruckenden Nationalmuseum, das unserem Restaurant vom Vorabend gegen\u00fcber liegt, fallen gro\u00dfe Skulpturen in schwarz und wei\u00df auf. Bis Mitte Juli l\u00e4uft eine Ausstellung des Bildhauers Jorge Jim\u00e9nez Deredia, der in Costa Rica geboren wurde und viele Jahre in Florenz lebte und arbeitete. Dort entdeckte er seine Begeisterung f\u00fcr Carrara-Marmor. Alle wei\u00dfen Skulpturen sind aus diesem Material, die schwarzen aus Bronze. Ein zentrales Thema zieht sich durch alle hier ausgestellten Werke: die Kugel. Mehr als 350 Steinkugeln in der Gr\u00f6\u00dfe vom Tennisball bis zu 2 Metern Durchmesser, vermutlich aus der Zeit von 600 bis 1200 n. Chr., wurden in verschiedenen Teilen des Landes gefunden und in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Vor dem Nationalmuseum steht eine aus Glas und Stahl konstruierte Kugel um eines dieser merkw\u00fcrdigen Fundst\u00fccke angemessen zu pr\u00e4sentieren. In der ganzen Innenstadt sind 27 Skulpturen von Deredia aufgestellt. \u00dcberall stehen Menschen davor und lassen sich fotografieren. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Kunst scheint in San Jos\u00e9 \u00fcberhaupt eine gro\u00dfe Rolle zu spielen, immer wieder fallen uns in dieser Stadt moderne Skulpturen auf. Doch die Hauptstadt hat durchaus ihre Probleme, viele Menschen leben auf der Stra\u00dfe. Wir sehen, wie sie sich am Abend auf ein paar Kartons legen und sie am Morgen zusammenfalten, um sie f\u00fcr die n\u00e4chste Nacht aufzubewahren. In der Fu\u00dfg\u00e4ngerzone sind Gesch\u00e4fte&nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;mit aktueller Mode, rund um die 140 Jahre alte Markthalle kleine Buden. Die Markthalle selbst hat ihre beste Zeit hinter sich, trotzdem kann man sich ihrer Faszination nicht entziehen. Mehr als 200 Marktst\u00e4nde sind in diesem Geb\u00e4ude untergebracht. Obst und Gem\u00fcse, Fleisch und Fisch, Wurst und K\u00e4se erwartet man ja auf einem solchen Markt. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Aber hier gibt es noch viel mehr, Leders\u00e4ttel, Schuhe, Kr\u00e4uter, Blumen, Kleider, Andenken und \u00fcber allem h\u00e4ngt der Duft nach Gekochtem und Gebratenem. Und die Marktbesucher scheinen alle hungrig zu sein, denn \u00fcberall wird geschmaust.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Wir laufen durch Parks, sehen uns Kirchen an, von denen uns die Nuestra Senora de la Merced (liebe Frau der Barmherzigkeit) besonders gut gef\u00e4llt: Die bemalten S\u00e4ulen im Inneren und das Dach, das wie ein umgedrehtes Schiff aussieht, haben einen ganz besonderen Zauber. Dagegen wirkt die Kathedrale auf uns kalt und abweisend.&nbsp;Neben der Kathedrale eine gro\u00dfe Marmorstatue von Deredia, die den polnischen Papst&nbsp;Johannes Paul II. darstellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Roland hat eine geschickte Art, die G\u00e4ste des kleinen Hotels zusammen zu bringen. Er macht uns mit Andreas aus Hameln bekannt, einem Weltreisenden, der schon jahrelang unterwegs ist und noch lange nicht an eine R\u00fcckkehr nach Deutschland denkt. Andreas hat viel erlebt und kann dar\u00fcber so spannend erz\u00e4hlen, dass wir bis weit nach Mitternacht zusammen sitzen. Zwischendurch zeigt er uns ein paar seiner gro\u00dfartigen Tierfotos. V\u00f6gel und Schlangen sind seine Favoriten in Costa Rica. Um zu solchen Aufnahmen zu kommen, sitzt er stundenlang auf einem Fleck.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag sind die meisten Gesch\u00e4fte geschlossen. Wir nehmen uns die Stadtviertel Otoya und Am\u00f3n vor, die besonders h\u00fcbsch sein sollen. Bemalte W\u00e4nde und sch\u00f6ne Villen erwarten uns in den Vierteln und weil wir schon in der N\u00e4he sind, besuchen wir auch gleich den Parque Zool\u00f3gico y Jardin Bot\u00e1nico Nacional Sim\u00f3n Bolivar. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Vor 100 Jahren angelegt, hat sich die Vegetation zu einem kleinen Dschungel entwickelt. Die Vorstellung von Wildnis w\u00e4re fast perfekt, wenn sich der Fluss direkt daneben sauber und ohne M\u00fcll zeigte. Man w\u00fcrde sich nicht wundern, wenn einem jetzt irgendwelche Tiere vor die F\u00fc\u00dfe laufen w\u00fcrden. Doch die sind in viel zu kleinen Anlagen und K\u00e4figen untergebracht. F\u00fcr die zeitgem\u00e4\u00dfe Unterbringung ist kein Geld da. Der Zoo arbeitet eng mit der hiesigen Universit\u00e4t zusammen und hat in der Aufzucht verwaister oder gef\u00e4hrdeter heimischer Tiere einige Erfolge vorzuweisen. Jaguar und Ozelot sind hier ebenso zu sehen, wie viele V\u00f6gel. Verschiedene Tukane k\u00f6nnen wir heute ausgiebig betrachten, und Eulenarten gibt es hier, die wir noch nie zuvor gesehen haben. Unsere Gef\u00fchle bewegen sich zwischen Faszination und Abscheu. Gerade V\u00f6gel in K\u00e4figen und Volieren haben immer etwas trauriges. Wenn man sie wie wir in ihrem nat\u00fcrlichen Lebensraum gesehen hat, m\u00f6chte man sie am liebsten alle freilassen. Bei den Giftschlangen h\u00e4lt sich mein Mitgef\u00fchl eher in Grenzen. Ein einsamer Tapir lebt auch hier, er teilt sich das Wasserbecken mit mehreren Krokodilen. Ein eisernes Gitter verhindert, dass beide Arten sich zu nahe kommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir San Jos\u00e9 am Montag verlassen, gehen wir noch zur Hauptpost. Unsere Koffer sind zum platzen voll, und wir wollen unsere Eink\u00e4ufe und ein paar \u00fcberfl\u00fcssige Dinge per Paket nach Deutschland schicken. Kartons gibt es hier nicht zu kaufen, aber der Mitarbeiter zaubert von irgendwo einen herbei, wir packen ein, er klebt zu. Das Porto ist f\u00fcr 4,5 kg recht teuer, aber wenn man f\u00fcr \u00dcbergep\u00e4ck beim Fliegen zahlen muss, geht das auch ganz sch\u00f6n ins Geld. Jetzt hoffen wir, dass wir dieses Mal mehr Gl\u00fcck haben mit dem Versand. Roland hat uns versichert, dass seine Pakete in die Schweiz immer angekommen sind. Dann wollen wir mal hoffen, dass das bei uns auch klappt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Der Bus in die Hauptstadt f\u00e4hrt erst am Nachmittag ab. Weil in der Regenzeit wenige G\u00e4ste im Hotel sind, k\u00f6nnen wir bis mittags in unserem H\u00e4uschen bleiben. P\u00fcnktlich um 14:45 startet dann der Bus. 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