{"id":7837,"date":"2019-05-12T13:09:05","date_gmt":"2019-05-12T13:09:05","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7837"},"modified":"2024-01-15T13:06:17","modified_gmt":"2024-01-15T13:06:17","slug":"leon-nicaragua","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7837","title":{"rendered":"Le\u00f3n &#8211; (Nicaragua)"},"content":{"rendered":"\n<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"Ieoc1EtFZx\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/05\/12\/leon-nicaragua\/\">Le\u00f3n &#8211; (Nicaragua)<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Le\u00f3n &#8211; (Nicaragua)&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/05\/12\/leon-nicaragua\/embed\/#?secret=UIOA4TUK8G#?secret=Ieoc1EtFZx\" data-secret=\"Ieoc1EtFZx\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Wir dachten, dass wir in der Hauptstadt die beste M\u00f6glichkeit zur Weiterreise haben. Falsch, vom kleinen Ort Palmarcito kostet die Fahrt nach Nicaragua nur knapp die H\u00e4lfte. Xena, unsere nette Vermieterin, hat uns Tickets gebucht und wir nehmen morgens noch mal den \u00f6ffentlichen Bus an die K\u00fcste. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen wir wieder Tickets f\u00fcr unsere Koffer kaufen. Klaus h\u00e4ndigt dem Schaffner 6 US$ aus und hat damit f\u00fcr uns vier (wir + 2 Koffer) bezahlt. Das Gep\u00e4ck ist schon im Bus, bevor wir einsteigen d\u00fcrfen. Man muss dem Fahrer die Tickets zeigen und darf sich dann durch das Drehkreuz quetschen. Und jetzt gibt es \u00c4rger. Wir haben zwei Tickets, m\u00fcssten aber vier haben. Der Fahrer ist unnachgiebig, trotz der Vermittlung eines englisch sprechenden Landsmannes, besteht er auf weiteren 3 US$. Klaus zahlt z\u00e4hneknirschend. Die anderen Fahrg\u00e4ste verfolgen das Ganze interessiert, aber die drau\u00dfen Wartenden werden kein bisschen ungeduldig.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Bus gerade anf\u00e4hrt, kommt der Schaffner zu uns, dr\u00fcckt uns drei Dollar-M\u00fcnzen in die Hand und entschuldigt sich wortreich. Ein Aufseufzen geht durch den Bus. Man kann den Ausl\u00e4ndern also doch trauen, sie wollten wirklich nicht betr\u00fcgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wieder sind wir in Palmarcito und gehen noch mal ins Strandrestaurant, um Ceviche (ein herrlich frisches Gericht aus Meeresfr\u00fcchten oder Fisch) zu essen. W\u00e4hrenddessen wird das Lokal mit Getr\u00e4nken beliefert. Vier M\u00e4nner laden den ganzen LKW aus und schleppen tats\u00e4chlich jeder vier volle Bierk\u00e4sten auf der Schulter und dabei k\u00f6nnen sie uns noch freundlich zuwinken. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Shuttlebus kommt eine halbe Stunde zu fr\u00fch. Jetzt haben wir freie Platzwahl, denn die Mitfahrerinnen sind noch nicht vom Essen zur\u00fcck. Den Bus kennen wir doch, das Spinnwebmuster auf der Windschutzscheibe ist unverwechselbar. Tats\u00e4chlich sind wir mit Bus und Fahrer bereits aus Antigua gekommen. Gesprungene Scheiben sind hier \u00fcberhaupt kein Grund, gleich zur Werkstatt zu fahren, Hauptsache sie sind noch dicht. L\u00f6cher kann man auch einfach mit einer Glasscheibe \u00fcberkleben. <\/p>\n\n\n\n<p>Die restlichen Passagiere werden noch in El Zonte eingesammelt und dann beginnt die lange Fahrt. Auf guter Stra\u00dfe geht es durch das sch\u00f6ne Land. Kurz vor Sonnenuntergang halten wir noch an einer Tankstelle mit Supermarkt, wo wir etwas einkaufen oder am Geldautomaten die n\u00f6tigen Dollar f\u00fcr die zwei Grenz\u00fcbertritte ziehen k\u00f6nnen. Ein paar Kilometer weiter sind wir an der Grenze zu Honduras. Aus- und Einreise gehen z\u00fcgig vonstatten. Und auf einer sehr gut markierten und teilweise beleuchteten Stra\u00dfe fahren wir durch Honduras. Zu sehen ist in der Dunkelheit leider kaum etwas, aber so eine gute Stra\u00dfe haben wir nicht erwartet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausreise aus Honduras verl\u00e4uft recht geordnet, nach Nicaragua kommen wir jedoch nicht so schnell hinein. Wir m\u00fcssen unsere P\u00e4sse abgeben, das Geld hat der Fahrer schon vorher eingesammelt, und dann dauert es \u00fcber eine Stunde, bis wir neun Personen einreisen d\u00fcrfen, obwohl vor uns keine anderen Reisenden warten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch diese Prozedur geht vorbei und wir k\u00f6nnen irgendwann weiterfahren. In der Dunkelheit tauchen am Stra\u00dfenrand ab und zu K\u00fche oder Pferde auf. Pl\u00f6tzlich macht der Fahrer eine Vollbremsung, seelenruhig geht um Mitternacht ein Schwein auf der Stra\u00dfe spazieren. Jetzt sind alle wieder munter. Und eine knappe Stunde sp\u00e4ter erreichen wir auch unser Ziel Leon. Selbst um diese Zeit ist noch Betrieb in der Stadt. In einer Stra\u00dfe stehen Imbisswagen, deren Feuerstellen noch gl\u00fchen, laute Musik ist zu h\u00f6ren. Nach und nach steigen die Mitreisenden vor ihren Hostels aus, der Fahrer dr\u00fcckt kurz auf die Hupe, die vergitterten T\u00fcren werden ge\u00f6ffnet und die sp\u00e4ten G\u00e4ste willkommen gehei\u00dfen. Und dann sind auch wir angekommen, hundem\u00fcde aber noch zu aufgekratzt zum schlafen. Wir trinken jeder ein Bier, das hilft.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt es im Hostel leckere Pfannkuchen mit Bananen und Kaffee, soviel man mag. Danach suchen wir den n\u00e4chsten Geldautomaten und verheddern uns erstmal mit den Nullen. Die 1.500 Cordobas, die wir aus dem Automaten ziehen, sind gerade mal 41 \u20ac. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Auf dem Weg zur Kathedrale kommen wir an der Iglesia San Francisco vorbei. Hier herrscht ein Riesengedr\u00e4nge, rundherum Buden mit Waren aller Art, nat\u00fcrlich auch jede Menge essbares. In der proppenvollen Kirche findet gerade eine Messe statt. Fr\u00f6hliche und mitrei\u00dfende Kirchenlieder schallen bis auf die Stra\u00dfe. Wir geraten mit der sich vorw\u00e4rts schiebenden Menschenmasse in die Kirche. Gleich rechts hinter dem Haupteingang ist ein Verkaufsstand aufgebaut. Schmuck, Kinderspielzeug und jede Menge Tinnef wird hier angeboten.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Irgendwie k\u00f6nnen wir uns herauswinden und kehren zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe. Die ist bis zur Kathedrale f\u00fcr den Verkehr gesperrt. Hier herrscht eine Stimmung wie auf dem Rummelplatz. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann stehen wir vor der 1860 eingeweihten Kathedrale \u201eReal ey Insigne Basilica Catedral de la Asunci\u00f3n de la Bienaventurada Virgen Maria\u201c (echte und ber\u00fchmte Basilika der Himmelfahrt der Jungfrau Maria). Der lange Name hat seine Berechtigung, es handelt es sich immerhin um die gr\u00f6\u00dfte Kathedrale in Mittelamerika. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Auf dem Platz davor entstehen auf gro\u00dfen Plastikfolien gerade Teppiche aus S\u00e4gemehl. Das Naturmaterial wird direkt daneben mit Wasser und Farbe gemischt und feucht verarbeitet. W\u00e4hrend in Antigua mit Schablonen gearbeitet wird, sind hier echte Handwerker zu bewundern. Unter ihren geschickten Fingern entstehen sogar dreidimensionale Bilder. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/05\/p1030088.jpg\" alt=\"P1030088\" class=\"wp-image-7061\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Kirche \u2013 von grimmigen L\u00f6wenstandbildern bewacht \u2013 ist jetzt allerdings geschlossen, erst am sp\u00e4ten Nachmittag wird wieder ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wunderbar goldenes Licht durchflutet die riesige, f\u00fcnfschiffige Kirche. F\u00fcr dieses unvergleichliche nat\u00fcrliche Licht ist sie ber\u00fchmt. Gerade \u00fcbt eine Musikkapelle f\u00fcr die Osterprozession. Der Schall vervielfacht&nbsp;sich und die Musik scheint aus allen Richtungen zu kommen. Wie muss sich hier erst ein Orgelkonzert anh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Erschien uns die Stadt heute Morgen wegen der vergitterten Fenster und T\u00fcren an den H\u00e4usern noch ziemlich abweisend, hat sie jetzt am sp\u00e4ten Nachmittag eine ganz andere Wirkung. Fast alle T\u00fcren sind ge\u00f6ffnet und man kann durch die Gitter bis in die herrlichen Innenh\u00f6fe schauen. In den zur Stra\u00dfe gelegenen Zimmern sieht man Kinder spielen, Erwachsene fernsehen, und \u00e4ltere Menschen in Schaukelst\u00fchlen hin und her wippen. Als wir sp\u00e4t abends zur\u00fcck zu unserem Hostel laufen, m\u00fcssen wir manches Mal auf die Stra\u00dfe ausweichen, denn inzwischen stehen nicht wenige Schaukelst\u00fchle auf dem B\u00fcrgersteig. Nach Tagestemperaturen von \u00fcber 30 Grad genie\u00dfen die Menschen ihr Schw\u00e4tzchen mit den Nachbarn in der lauen Abendluft.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Wir haben erwartet, dass die Alfombras vor der Kirche heute alle fertig sind, aber da sind keine mehr. Gestern muss am Abend eine Prozession stattgefunden haben und von den herrlichen Teppichen ist nicht ein Kr\u00fcmelchen S\u00e4gemehl \u00fcbrig. Wir suchen uns einen Schattenplatz im Parque Central, dessen Mittelpunkt der trockene L\u00f6wenbrunnen bildet. Sobald das runde Becken mit Wasser gef\u00fcllt ist, funktionieren die Kinder es zum Planschbecken um. Das ist den Stadtv\u00e4tern wohl ein Dorn im Auge. Bei all den Verkaufsst\u00e4nden und Minikarussells w\u00fcrde das der W\u00fcrde des Parks nun wirklich nicht schaden. An einer Holzbude wird die Fun-Sportart \u201eVulcano-Boarding\u201c angeboten. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Dabei h\u00fcllen sich die sportlichen Teilnehmer in einen Overall und klettern morgens \u2013 ein dickes Holzbrett unter dem Arm \u2013 den Cerro Negro hoch bis auf \u00fcber 700 Meter. Dann hei\u00dft es: Schutzbrille auf, auf das Brett setzen und den steilen Abhang auf scharfkantigem Vulkanschotter herunter sausen. Dabei erreicht man bei 45 % Gef\u00e4lle eine Geschwindigkeit von gut 60 Stundenkilometern. WICHTIG: Den Mund geschlossen halten und nicht umkippen.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Gegen Abend nehmen wir an einer \u201eFree-Walking-Tour\u201c teil. Au\u00dfer uns ist zu dieser Zeit niemand interessiert und Noell unser Guide kann sich ganz auf uns konzentrieren und uns viel \u00fcber seine Stadt und die j\u00fcngere Geschichte des Landes, das dreimal so gro\u00df wie die Schweiz ist und gut 6 Millionen Einwohner hat, erz\u00e4hlen. Nat\u00fcrlich spricht er auch \u00fcber die Demonstrationen, die im April vor einem Jahr begannen und \u00fcber 200 Todesopfer forderten. Ich frage ihn, ob er die Stadt Diriamba kennt und erz\u00e4hle von der fr\u00fcheren Verschwisterung mit unserer Heimatstadt. Das begeistert ihn, er hat n\u00e4mlich Verwandte dort. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/05\/p1030124.jpg\" alt=\"P1030124\" class=\"wp-image-7078\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Vor einer Brandruine erz\u00e4hlt uns Noell, wie gef\u00e4hrlich Fu\u00dfball sein kann. Im vergangenen Jahr fand ein wichtiges Spiel zwischen FC Barcelona und Real Madrid statt. Die Fans beider Vereine hatten sich in zwei gegen\u00fcber liegenden Lokalen vor den Fernsehern eingefunden. W\u00e4hrend die einen den Sieg Barcelonas bejubelten, wuchs der Groll bei den Anh\u00e4ngern der Madrilenen. Die Schmach musste getilgt werden, sofort und hier. Auf der Stra\u00dfe gab es eine Massenschl\u00e4gerei. Auch das K\u00fcchenpersonal beteiligte sich. W\u00e4hrenddessen fing eine auf dem Herd vergessene Pfanne Feuer und bis die Hitzk\u00f6pfe den Brand bemerkten, stand das Lokal in hellen Flammen. Sieg f\u00fcr Barcelona auf ganzer Linie.<\/p>\n\n\n\n<p>Kaum sind wir am Park angekommen, sehen wir schon wieder eine Prozession. Heute fehlen allerdings die kunstvollen Alfombras.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Shuttlebus nach Granada kommt um 7.30. Wir haben noch ein wenig Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch mit dem netten Besitzer des Hostels. Durch den Aufstand im vergangenen Jahr war er gezwungen, das Hostel f\u00fcr mehrere Monate zu schlie\u00dfen und sein Personal zu entlassen. Langsam l\u00e4uft es wieder an, aber jetzt hat er mit neuen Problemen zu k\u00e4mpfen: Einige unversch\u00e4mte Backpacker, die dreist auftreten und versuchen durch Erpressung die wirklich angemessenen Preise zu dr\u00fccken. Motto: Wenn Du mir das Zimmer nicht f\u00fcr XXX Cordobas gibst, schreibe ich eine schlechte Bewertung in Booking.com oder Hostelworld. Sie wollen die Welt bereisen, aber wenn das Geld nicht reicht sollen andere gef\u00e4lligst daf\u00fcr sorgen, dass es ihnen an nichts fehlt. Auf die Idee auf irgendeine Fun-Sportart zu verzichten, oder ihre Arbeitskraft anzubieten, kommen sie nicht.&nbsp; Oder: Das im \u00dcbernachtungspreis enthaltene Fr\u00fchst\u00fcck wird bem\u00e4kelt, z.B.&nbsp; nicht vegan (dabei steht Gallo pinto \u2013 das landestypische Fr\u00fchst\u00fcck aus Reis und Bohnen \u2013 auf der Karte). Die Herrschaften w\u00fcnschen M\u00fcsli&nbsp;mit Obst und Sojamilch und blo\u00df keine Bananen oder Wassermelonen, am liebsten Import-\u00c4pfel. Die einheimischen Angestellten , denen sie ihr Leid wegen des schmalen Budgets klagen, verstehen das nat\u00fcrlich \u00fcberhaupt nicht, denn keiner von denen hat schon jemals eine Urlaubsreise gemacht. Die sind schon froh, wenn sie ihren Arbeitsplatz behalten k\u00f6nnen und das geht wiederum nur, wenn die \u00dcbernachtungsg\u00e4ste auch die kalkulierten Preise zahlen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Wir dachten, dass wir in der Hauptstadt die beste M\u00f6glichkeit zur Weiterreise haben. Falsch, vom kleinen Ort Palmarcito kostet die Fahrt nach Nicaragua nur knapp die H\u00e4lfte. 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