{"id":7847,"date":"2019-03-19T13:20:12","date_gmt":"2019-03-19T13:20:12","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7847"},"modified":"2024-01-15T12:54:39","modified_gmt":"2024-01-15T12:54:39","slug":"livingston-und-rio-dulce-guatemala","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7847","title":{"rendered":"Livingston und Rio Dulce (Guatemala)"},"content":{"rendered":"\n<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"DkLvpnDVJG\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/03\/19\/livingston-und-rio-dulce-guatemala\/\">Livingston und Rio Dulce&nbsp;(Guatemala)<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Livingston und Rio Dulce&nbsp;(Guatemala)&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/03\/19\/livingston-und-rio-dulce-guatemala\/embed\/#?secret=PVVZxOEY7f#?secret=DkLvpnDVJG\" data-secret=\"DkLvpnDVJG\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Heute hei\u00dft es \u201eGood bye, Belize.\u201c Das Boot soll um 14 Uhr den Hafen in Punta Gorda verlassen. P\u00fcnktlich finden wir uns am umz\u00e4unten Gel\u00e4nde ein. Ein paar Touristen warten bereits. Nach ca. 30 Minuten werden wir zum Ausreiseschalter gewunken. Um 80 Belize $ \u00e4rmer aber mit je einem neuen Stempel im Pass warten wir auf das Boot. Die Zeit verrinnt, wir stehen am Pier und nach und nach kommen weitere Passagiere hinzu. Ein Pick-up l\u00e4dt 44 Kartons mit gezuckerter Kondensmilch ab, ein Boot aus der Gegenrichtung legt an, und dann d\u00fcrfen wir unser Boot besteigen. Es ist rundherum offen, aber wenigstens ein Sonnendach ist vorhanden. Rettungswesten werden ausgeteilt, dann geht es los. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Bei zwei Meter hohen Wellen ist es ganz sch\u00f6n hart, wenn das Boot in ein Wellental knallt. Schwarze Plastikplanen werden verteilt, damit man sich vor dem Spritzwasser sch\u00fctzen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder treffen wir auf breite Streifen von Braunalgen. Erst kurz vor der K\u00fcste von Guatemala verschwinden sie pl\u00f6tzlich. Nach dem wilden Ritt legt das Boot nach ca. einer Stunde in Livingston an. Diese Stadt ist nur auf dem Wasserweg zu erreichen, es gibt keine Stra\u00dfenverbindung zu anderen St\u00e4dten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Ankunft das \u00fcbliche Gewimmel. Tuctuc-Fahrer (ja, hier werden sie mit \u201eC\u201c geschrieben) wollen gleich die G\u00e4ste einsammeln, aber bei den Touristen haben sie noch kein Gl\u00fcck. Erst einmal m\u00fcssen wir die Einreiseformalit\u00e4ten erledigen. Bergauf und ca. 100 Meter weiter an der linken Seite liegt das Imigration-Office. Vermutlich hat man hier vor kurzem auf elektronische Datenerfassung umgestellt. Der Beamte hinter dem Schalter m\u00fcht sich zehn Minuten mit dem ersten Pass ab, legt ihn auf einen Scanner, dr\u00fcckt Tasten und wird immer hektischer. Schlie\u00dflich tr\u00e4gt er die Daten per Hand in ein Formular ein, haut seinen Stempel in den Pass und atmet erleichtert auf. Danach geht alles ganz schnell, diese Vorgehensweise ist er gewohnt und erledigt sie mit jahrelanger Routine.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/03\/img_20190311_122416.jpg\" alt=\"IMG_20190311_122416\" class=\"wp-image-6534\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Nun kommt auch ein Tuctuc-Fahrer zu seinen Fahrg\u00e4sten. Vier Kilometer sind es bis zu unserem Hotel, l\u00e4sst er uns wissen und knattert los. Bergauf und bergab geht es. Wir k\u00f6nnen kaum glauben, dass diese Gef\u00e4hrte es schaffen, voll beladen die n\u00e4chste Steigung zu erklimmen. Doch mit einem letzten Schnaufer nimmt es dann doch die letzten Meter bis zur Kuppe. Ein langes gerades St\u00fcck Strecke folgt. \u201eLa Pista,\u201c erkl\u00e4rt der Fahrer stolz. Das war die Start- und Landebahn f\u00fcr Milit\u00e4rflugzeuge. Danach ist Schluss mit lustig, jetzt geht es \u00fcber ein Schotterpiste mit L\u00f6chern und Steinen in der Gr\u00f6\u00dfe von Strau\u00dfeneiern. Wie schon bei der Bootsfahrt bei\u00dft man am besten die Z\u00e4hne zusammen um nicht mit blutiger Zunge anzukommen. Umsichtig kurvt der Fahrer um die gr\u00f6\u00dften Schlagl\u00f6cher und die entgegen kommenden Kollegen tun es ihm gleich. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, dass alle so gute Bremsen haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Als er an einer Flussm\u00fcndung anh\u00e4lt, k\u00f6nnen wir nicht glauben, dass das unser Ziel sein soll. Und wo bitte ist unser Hotel? Hilfsbereite Menschen deuten eifrig auf die gegen\u00fcber liegende Seite. Also los, ein Schr\u00e4ge hinauf, \u00fcber die schwankende H\u00e4ngebr\u00fccke und auf der anderen Seite wieder eine Schr\u00e4ge hinunter. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Dann noch 300 Meter am Strand entlang und \u201eschon\u201c sind wir da. Ein kleines Ressort am Strand mit einzelnen H\u00e4uschen und zweigeschossigen gr\u00f6\u00dferen H\u00e4usern erwartet uns. Wir bekommen eines der H\u00e4uschen zugewiesen, die W\u00e4nde sind aus Rundh\u00f6lzern, das Dach aus Palmwedeln, die Fenster\u00f6ffnungen mit Fliegengitter versehen. Vier Betten und ein halbhohes Schr\u00e4nkchen sind die einzigen Einrichtungsgegenst\u00e4nde. Aber wir haben ein eigenes Badezimmer.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Das Meer hat genau die richtige Temperatur. Auch nach \u00fcber einer Stunde beginnt man nicht zu fr\u00f6steln. Herrlich, auf dem R\u00fccken zu liegen und den Seev\u00f6geln zuzuschauen. Pelikane und Fregattv\u00f6gel gleiten h\u00e4ufig in nur wenigen Metern H\u00f6he \u00fcber die Wasseroberfl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Um eine SIM-Card zu kaufen und Bargeld zu holen lassen wir uns wieder nach Livingston fahren. Rund 18.000 Einwohner z\u00e4hlt die Stadt und die setzen sich aus Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft zusammen. Eine sympathische und h\u00fcbsche Stadt, die wir nach drei Tagen verlassen. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Wieder steht uns eine Bootsfahrt bevor. Livingston liegt an der M\u00fcndung des Rio Dulce. Auf diesem Fluss werden wir ins Landesinnere fahren. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Das Boot hat dieselbe Gr\u00f6\u00dfe, wie das mit dem wir von Belize gekommen sind. Anfangs ist der Fluss h\u00f6chstens 50 Meter breit und die Fahrt verl\u00e4uft angenehm ruhig. Links und rechts an den Ufern sitzen Mengen von Reihern und Kormoranen in den B\u00e4umen. Auch Pelikane haben hier ihr Brutgebiet. Nach und nach wird der Fluss bis zu 200 Meter breit und damit auch welliger und die Fahrt ruppiger. Am Ufer sind hin und wieder kleine Hotels auszumachen. Die Landschaft ist herrlich, im Hintergrund die Berge, links und rechts \u00fcppiges Gr\u00fcn und wir mitten im klaren blauen Wasser. Viel zu schnell haben wir die 40 Kilometer hinter uns gelassen und kommen in Frontera Rio Dulce an. Wir steigen direkt in ein Wassertaxi und lassen uns zu einer kleinen Lodge an einem Seitenarm des Rio Dulce bringen, die nur per Boot zu erreichen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Woche werden wir hier im Naturschutzgebiet verbringen. Vom Bootssteg aus kann man direkt ins Wasser springen.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Kajaks liegen bereit, um die Nebenarme zu erkunden, und abends genie\u00dfen wir die Kochkunst von Liesel, der Besitzerin. Sie hat fast alle Plastikartikel aus diesem kleinen Hotel verbannt. Als Trinkhalme werden Makkaroni verwendet. Die benutzten bekommen Fische oder V\u00f6gel. Morgens ab vier Uhr geben die Br\u00fcllaffen Konzerte. Sie m\u00fcssen direkt auf dem Baum vor unserem Zimmer sitzen. Wir h\u00f6ren sie h\u00e4ufig, bekommen sie aber nie zu Gesicht. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>An einem der Tage fahren wir mit dem Boot zur Stadt. Kurz vor dem Hafen taucht neben unserem Boot ein Manati (Seekuh) aus dem Wasser auf. Das nennt man Gl\u00fcck! Was f\u00fcr ein Betrieb in der Stadt, dicke Lastwagen fahren nicht gerade in Schrittgeschwindigkeit auf der Hauptstra\u00dfe, auf der links und rechts Marktst\u00e4nde aufgebaut sind. Viel Platz zum Laufen bleibt nicht und man muss h\u00f6llisch aufpassen. Zum Gl\u00fcck ist es nicht weit, bis zur Abfahrtstelle eines Colectivo (Kleinbus), mit dem wir zum Wasserfall Agua Caliente fahren wollen. Hier wird uns wieder gezeigt, dass ein Bus mit 14 Sitzpl\u00e4tzen viel mehr Kapazit\u00e4t hat. 25 Passagiere z\u00e4hle ich im Bus. Wie viele auf dem Dach sitzen, kann ich nicht feststellen. Die in Asien verwendeten Kinderhocker als Zusatzbestuhlung&nbsp; scheinen hier noch nicht bekannt zu sein, daf\u00fcr beherrscht man hier die Kunst, mindestens f\u00fcnf Passagiere aus der T\u00fcr h\u00e4ngend zu transportieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach ungef\u00e4hr 30 Kilometern wird uns bedeutet, hier auszusteigen. Sofort st\u00fcrzen eine Frau und mehrere Kinder mit Kokosn\u00fcssen auf uns zu. Sie sind entt\u00e4uscht, dass wir nichts kaufen und fragen nach Schreibstiften. Haben wir auch nicht dabei. Der Mann, der die Eintrittskarten verkauft, verscheucht sie. Ein St\u00fcck weiter werden Bananenpfannkuchen angeboten. Wir kaufen ein paar und essen sie gleich auf dem Weg. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Nach 10 Minuten sind wir da. Aus 15 Metern H\u00f6he st\u00fcrzt ca. 60 Grad hei\u00dfes Wasser in den Fluss. Je nachdem, wie nahe man dem Wasserfall kommt, kann man sich seine Badetemperatur selbst aussuchen. Auch aus dem Boden sprudelt es an manchen Stellen unangenehm hei\u00df. Das ist aber an den aufsteigenden Blasen gut zu erkennen und zu umgehen. Nicht nur, dass man hier bei idealer Temperatur im Wasser sitzen kann, sondern es gibt auch kleine Fische, die nur darauf warten, Hautschuppen abzuknabbern. Nicht unangenehm, aber es kitzelt ganz sch\u00f6n.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem R\u00fcckweg fragt uns ein Mann, ob wir mit dem Colectivo fahren wollen. Dann deutet er auf seine Uhr. Wir sind offenbar sp\u00e4t dran. Er nimmt sich sofort der Sache an und l\u00e4uft Richtung Stra\u00dfe. Tats\u00e4chlich h\u00e4lt der kleine Bus gerade. Wir sind bestimmt noch 200 Meter entfernt, aber hier wartet man auf Passagiere. Und als Belohnung bekommt unser Begleiter vom Busfahrer einen Schein zugesteckt.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Wir sind tats\u00e4chlich in einem Chickenbus gelandet. Ich sitze neben zwei Maya-Frauen in landestypischer Tracht, die w\u00e4hrend der Fahrt ihre Kinder stillen. Eine hat zwei Beutel dabei, aus denen H\u00fchner ihre K\u00f6pfe strecken. Emp\u00f6rtes Gegacker, wenn in Kurven der kleine Sohn auf die Beutel f\u00e4llt. Der Busfahrer h\u00e4lt auf Handzeichen. Eigentlich ist der Bus voll, aber die sechs am Stra\u00dfenrand wartenden Personen kommen auch noch unter.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck in der Stadt laufen wir auf die Br\u00fccke, die an der engsten Stelle des Flusses gebaut wurde. Kurz dahinter beginnt der Lago Izabal, der gr\u00f6\u00dfte See Guatemalas. Fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig ist er gr\u00f6\u00dfer als der Bodensee. Durch den Rio Dulce gibt es eine Verbindung zum Meer. Fluss und Meer werden heute so wie fr\u00fcher als R\u00fcckzugsgebiet genutzt. Heute bringen Freizeitkapit\u00e4ne ihre kostspieligen Motor- und Segelyachten vor Hurrikans&nbsp;in Sicherheit, fr\u00fcher suchte man hier Schutz vor Piraten. Eigentlich wollen wir um 17 Uhr abgeholt werden, aber das klappt heute nicht. Ein paar Whats-App und ein Telefonat sp\u00e4ter &#8211; inzwischen sind eineinhalb Stunden vergangen und es ist dunkel geworden \u2013 kommt unser Boot. Die Tochter der Besitzerin feiert heute Hochzeit, da ist die Organisation ein wenig durcheinander geraten. F\u00fcr die Wartezeit werden wir mit einer Bootsfahrt vorbei an wundersch\u00f6n gelegenen und beleuchteten H\u00e4usern belohnt. Dazu \u00fcber uns ein wunderbarer Sternenhimmel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Heute hei\u00dft es \u201eGood bye, Belize.\u201c Das Boot soll um 14 Uhr den Hafen in Punta Gorda verlassen. P\u00fcnktlich finden wir uns am umz\u00e4unten Gel\u00e4nde ein. Ein paar Touristen warten bereits. Nach ca. 30 Minuten werden wir zum Ausreiseschalter gewunken. 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