{"id":7849,"date":"2019-03-02T13:22:54","date_gmt":"2019-03-02T13:22:54","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7849"},"modified":"2026-04-11T12:41:54","modified_gmt":"2026-04-11T12:41:54","slug":"ambergris-caye-la-isla-bonita-belize-oh-madonna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7849","title":{"rendered":"Ambergris Caye \/ La Isla Bonita (Belize)                                                           \u201eOh, Madonna&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/03\/04\/ambergris-caye-la-isla-bonita-belize-oh-madonna\">https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/03\/04\/ambergris-caye-la-isla-bonita-belize-oh-madonna<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wir geben unseren Leihwagen p\u00fcnktlich in Chetumal ab. Alles l\u00e4uft ohne Probleme, h\u00f6flich und freundlich ist in 5 Minuten alles erledigt. Der Taxifahrer, mit dem wir zur Busstation fahren m\u00f6chten, erkl\u00e4rt uns wortreich, dass heute kein Bus nach Corozal\/Belizef\u00fchre. F\u00fcr 200 Pesos (9 \u20ac) w\u00fcrde er uns bis zur mexikanischen Grenze fahren. Wir k\u00f6nnen die Richtigkeit an Ort und Stelle nicht \u00fcberpr\u00fcfen und stimmen zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Ausreise aus Mexiko sind 568 Pesos pro Person f\u00e4llig. Eigentlich ist das nicht richtig, denn man muss nur eine Einreisegeb\u00fchr zahlen, die bereits im Preis des Flugtickets enthalten ist. Aber die Grenzbeamten bei Chetumal haben diese Einnahmequelle aufgetan und wollen keinesfalls darauf verzichten. Brav bl\u00e4ttern wir die Scheine hin, bekommen eine briefmarkengro\u00dfe Quittung und einen netten Gru\u00df mit auf den Weg. <\/p>\n\n\n\n<p>Hier wartet schon der belizische Kollege unseres Fahrers. Man ist sich einig: Heute f\u00e4hrt kein Bus. Mitgegangen, mitgefangen; wir laden unser Gep\u00e4ck ins Auto und werden zur Einreisestelle gefahren. Mit unserem Gep\u00e4ck m\u00fcssen wir durch die Grenzkontrolle. Ein Beamter h\u00e4ndigt uns ein Formular mit den \u00fcblichen Fragen aus: Name, Heimatadresse, Wohnort, Passnummer, Staatsangeh\u00f6rigkeit und der n\u00e4chsten Adresse in Belize. \u201eName des Hotels reicht,\u201c erkl\u00e4rt er l\u00e4chelnd. Seine Kollegin am Schalter sieht das aber ganz anders. Mit m\u00fcrrischer Mine pocht sie auf das Formular: \u201eDa fehlt die Adresse des Hotels!\u201c Was sie alles wissen will, wie lange wir bleiben wollen, warum wir \u00fcberhaupt hier sind und einiges anderes. Akribisch&nbsp;schaut sie sich jede Seite im Reisepass an und herrscht uns an, wie wir aus Mexiko ausreisen konnten, wo wir doch gar nicht eingereist seien. Hier irrt die Dame, irgendwann erkennt sie dann das alles seine Richtigkeit hat und haut einen Stempel in die P\u00e4sse. Die Kollegin an der Gep\u00e4ckkontrolle ist dann wieder die Freundlichkeit in Person. <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu unserem Taxi und nun sind wir in Belize, dass zwischen Mexiko und Guatemala liegt und bis 1981 Britisch Honduras hie\u00df. Bereits 2.000 Jahre v. Chr. war das Gebiet von den Maya besiedelt. Zu einer wechselhaften Geschichte mit Kriegen, Eroberungen, Piraterie und Ausbeutung gesellte sich im 18. Jahrhundert auch noch der Handel mit afrikanischen Sklaven. Am Ende des damaligen Jahrhunderts betrug deren Anteil drei Viertel an der Gesamtbev\u00f6lkerung. Die Maya wurden dabei nicht mitgez\u00e4hlt. Heute liegt der Anteil der Menschen mit afrikanischen Wurzeln bei rund einem Drittel der knapp 400.000 Einwohner. Belize ist in etwa so gro\u00df wie Hessen, nur dass in dem deutschen Bundesland 12,5 mal so viele Menschen leben. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die ersten drei Tage bleiben wir in Corozal, einer grenznahen Stadt am Meer. Die Hotelbesitzerin \u2013 eine ca. 60 j\u00e4hrige Maya \u2013 erz\u00e4hlt uns die Geschichte, besser Legende der Entstehung ihres Volkes. Beim Spaziergang durch die Stadt kommen wir zum Kulturzentrum, das in der ehemaligen Markthalle untergebracht is<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Ausgestattet mit Stadtplan und Landkarte laufen wir zur\u00fcck zum Hotel und gleich darauf ans gegen\u00fcber liegende Meer, es ist einfach zu verlockend. Strand gibt es hier nicht, aber an einer Stelle hat das Wasser die Ufermauer durchbrochen und hier vergn\u00fcgen sich schon etliche Kinder. Sie sind erstaunt, dass Menschen in unserem Alter ins Wasser gehen. Noch gr\u00f6\u00dfer ist die Verwunderung als sie merken, dass wir schwimmen k\u00f6nnen. Die wachsamen M\u00fctter der planschenden Kinder sitzen auf der Mauer und schauen dem fr\u00f6hlichen Treiben zu. \u00dcberaus freundlich werden wir begr\u00fc\u00dft und ein wenig ausgefragt. Die Menschen in Belize sprechen fast alle drei Sprachen: Spanisch, kriol und englisch, weil das die Amtssprache ist. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/03\/p1000979.jpg\" alt=\"P1000979\" class=\"wp-image-6307\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am Abend im Restaurant kommt der Manager zu uns an den Tisch, er ist geb\u00fcrtiger T\u00fcrke, hat aber im Alter von acht Jahren sein Heimatland verlassen. Er lebt sehr zufrieden in Belize und beantwortet auch gern unsere Fragen, z.B. nach den vielen chinesischen Superm\u00e4rkten in der Stadt, die vielen Einheimischen ein Dorn im Auge sind. Weil sich die Ladenbesitzer zusammen tun und ihr Waren in gro\u00dfen Mengen einkaufen, k\u00f6nnen sie die Preise der lokalen H\u00e4ndler unterbieten. Viele von denen mussten schon aufgeben oder haben nur noch einen Marktstand. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2019\/03\/p1000254.jpg\" alt=\"P1000254\" class=\"wp-image-6295\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf dem R\u00fcckweg bewundern wir den \u201eSupermond\u201c, der einen langen silbernen Streifen auf das Wasser malt.<\/p>\n\n\n\n<p>Entgegen unserer Gewohnheit stehen wir heute mal fr\u00fch auf. Um 6.30 Uhr verlassen wir das Hotel. Die nette Besitzerin f\u00e4hrt uns mit ihrem eigenen Auto zum Bootsanleger. Es sind schon etliche Menschen dort, unsere Koffer werden gleich auf einen Wagen geladen und zum Boot transportiert. Zusammen mit anderen Gep\u00e4ckst\u00fccken, Bergen von Toilettenpapier, mehreren Kartons, einer Waschmaschine und einem Kindersitz verschwindet alles nach und nach im Inneren des Bootes.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann d\u00fcrfen auch wir an Bord. Wir wollen nach San Pedro auf der Insel Ambergris Caye. Eine Woche werden wir auf dieser karibischen Insel verbringen, der Madonna mit \u201eLa Isla Bonita\u201c ein musikalisches Denkmal gesetzt hat. Das ist aber nicht der Grund f\u00fcr die Wahl (wir wussten es gar nicht), es ist einfach die am n\u00e4chsten gelegene Insel.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer behauptet: \u201eWasser hat keine Balken,\u201c muss sich irren. Bei der Geschwindigkeit hat man das Gef\u00fchl, \u00fcber Bahnschwellen zu brettern. Zwei Stunden braucht das Boot, um mit einer Zwischenstation die cirka 70 Kilometer bis nach San Pedro zur\u00fcckzulegen. H\u00e4tte nicht einer der letzten Hurrikans einen Teil der Westseite abgerissen und so einen Wasserweg bis San Pedro geschaffen, m\u00fcsste man um die Insel herum auf die andere Seite fahren.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Nach einem kurzen Weg sind wir mitten im Zentrum. Uns gehen die Augen \u00fcber. Auf diesen Betrieb hat uns niemand vorbereitet. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Eine lange Schlange von Golf-Carts f\u00e4hrt an uns vorbei. Sie sind das angesagteste Gef\u00e4hrt auf der Insel. Nur die Taxifahrer haben \u201erichtige\u201c Autos. Eines von denen bringt uns zum Hotel. Wir lassen unser Gep\u00e4ck zur\u00fcck und machen einen ersten Erkundungsgang. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Herrlicher Duft lockt uns in ein Cafe. Gerade wird hier Kaffee ger\u00f6stet. Die amerikanische Besitzerin erz\u00e4hlt uns, dass sie seit 6 Jahren ihren Betrieb hier hat. Sie verwendet ausschlie\u00dflich Bohnen aus Guatemala und auch nur von einer Sorte. M\u00fcssen wir nat\u00fcrlich probieren. Er schmeckt gut. Noch besser f\u00e4nde ich ihn, wenn er in einer Tasse statt eines Pappbechers serviert w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Am Strand wartet eine Entt\u00e4uschung auf uns. Was wir hier sehen, will irgendwie nicht mit der Vorstellung von Karibik \u00fcbereinstimmen. \u00dcber die vielen Hotels muss man ja wohl hinweg sehen, aber was da alles ins Wasser gebaut wurde: Bars, Tauchschulen, Buden f\u00fcr alle Arten von Vergn\u00fcgungstouren. Es sieht aus, als w\u00e4re die Stadt aus allen N\u00e4hten geplatzt und brauche nun Ausweichquartiere auf dem Wasser.<\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Am Ufer t\u00fcrmen sich Berge von Braunalgen. Zwar stand in einigen Reiseberichten etwas von Seegrasvorkommen, aber was hier im Wasser und an Land ist, \u00fcbersteigt jedes Vorstellungsverm\u00f6gen. Vermutet wird, dass diese Algen aus der Sargassosee kommen und sich jetzt an karibischen Str\u00e4nden breit machen. Einmal auf den Strand gesp\u00fclt, beginnen sie zu verrotten und setzen Amoniak und Schwefelwasserstoff frei. Dabei stinken sie nach faulen Eiern und k\u00f6nnen Kopfschmerzen, Unwohlsein, Augentr\u00e4nen und Asthma ausl\u00f6sen. Was wird nicht alles versucht, dieser Plage Herr zu werden: Z\u00e4une im Wasser sollen sie aufhalten \u2013 erfolglos. Jeden Tag sind etliche Menschen damit besch\u00e4ftigt, die Pflanzen zusammen zu rechen. Teils werden sie vor Ort in tiefen Gruben verbuddelt, teils mit allen m\u00f6glichen Gef\u00e4hrten abtransportiert. LKW-weise werden sie ins Inland gebracht und dort von Landwirten als D\u00fcnger verwendet. Direkt vom Strand aus ins Wasser zu gehen, ist unm\u00f6glich. Wir hatten uns so auf eine Woche mit schwimmen und schnorcheln gefreut. Kann man alles machen, aber nur per Boot und die Preise sind total \u00fcberh\u00f6ht. Halbt\u00e4gige Schnorcheltouren kosten zwischen 35 und 75 US$ pro Person, Tauchen ist nat\u00fcrlich noch teurer. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>H\u00e4tten wir doch blo\u00df vorher gr\u00fcndlicher gelesen, aber das Zauberwort: KARIBIK hat wohl die Sinne vernebelt. Nun sitzen wir eine Woche auf dieser Insel fest und m\u00fcssen das Beste daraus machen. Trotz Braunalgen laufen wir am liebsten am Strand entlang und beobachten die Seev\u00f6gel; denn auf den Hauptstra\u00dfen fahren die Golf-Karts beinahe Sto\u00dfstange an Sto\u00dfstange hintereinander und verbreiten ihre Dieselabgase. Offenbar geh\u00f6rt es dazu, bereits am Morgen als Fahrer oder Beifahrer eine offene Bierflasche in der Hand zu halten. Das Land jenseits der zuk\u00fcnftigen Mauer stellt hier den L\u00f6wenanteil der Touristen und bei dem wenigen Jahresurlaub den sie haben, wollen die Menschen in der knappen Zeit: Fun, Fun, Fun. Die Preise spielen dabei offenbar keine Rolle, sonst k\u00f6nnten die Restaurants nicht zwischen 25 und 50 Belize Dollar (2 BZ$ = 1 US$) f\u00fcr eine Pizza verlangen. <\/p>\n\n\n\n<p>In Zukunft werden wir noch mehr auf die golden Regel achten: <em>Meide Orte, die durch Filme, Songs oder B\u00fccher weltbekannt geworden sind.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2019\/03\/04\/ambergris-caye-la-isla-bonita-belize-oh-madonna Wir geben unseren Leihwagen p\u00fcnktlich in Chetumal ab. Alles l\u00e4uft ohne Probleme, h\u00f6flich und freundlich ist in 5 Minuten alles erledigt. Der Taxifahrer, mit dem wir zur Busstation fahren m\u00f6chten, erkl\u00e4rt uns wortreich, dass heute kein Bus nach Corozal\/Belizef\u00fchre. 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