{"id":7863,"date":"2018-08-11T13:43:11","date_gmt":"2018-08-11T13:43:11","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7863"},"modified":"2024-01-19T14:13:59","modified_gmt":"2024-01-19T14:13:59","slug":"uruapan-volcano-bumm-mexiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7863","title":{"rendered":"Uruapan &#8211; Volcano bumm (Mexiko)"},"content":{"rendered":"\n<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"406WjFsmtr\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2018\/08\/11\/uruapan-volcano-bumm-mexiko\/\">Uruapan &#8211; Volcano bumm&nbsp;(Mexiko)<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Uruapan &#8211; Volcano bumm&nbsp;(Mexiko)&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2018\/08\/11\/uruapan-volcano-bumm-mexiko\/embed\/#?secret=JgCmNAspIl#?secret=406WjFsmtr\" data-secret=\"406WjFsmtr\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Montagmorgen, wir verlassen Morelia und nehmen den Bus nach Uruapan. Die Fahrt durch das Hochland zeigt uns wieder nur die gr\u00fcne Seite Mexikos Die gut 100 Kilometer sind in zwei Stunden zur\u00fcckgelegt, und wir finden uns in einer v\u00f6llig anderen Stadt wieder. Verw\u00f6hnt vom pr\u00e4chtigen Aussehen Morelias sind wir erst mal entt\u00e4uscht. Auf den ersten Blick hat Uruapan so gar nichts zu bieten. Bei dem gerade niedergehenden Wolkenbruch sieht man deutlich, dass es keine Regenrinnen gibt. Von den H\u00e4usern schie\u00dft das Wasser in weiten Font\u00e4nen aus Wasserspeiern auf die Stra\u00dfe. Von einem der H\u00e4user ergie\u00dft sich eine m\u00e4chtiger Wasserfall. <\/p>\n\n\n\n<p>Unser Eindruck von Uruapan \u00e4ndert sich, als wir nach dem Regen einen Rundgang machen und die versteckten sch\u00f6nen Seiten der Stadt entdecken. Den gro\u00dfen Platz vor der Kirche, mit B\u00e4umen, B\u00e4nken, Brunnen und Blumenbeeten, der viele Menschen anzieht. Hier ist zu jeder Tageszeit Betrieb. Am ersten Abend landen wir in einem Lokal, das zu den preiswerten geh\u00f6rt, aber die Taccos kommen frisch gebacken auf den Tisch. Ich habe ein merkw\u00fcrdiges St\u00fcck Fleisch auf dem Plastikteller; millimeterd\u00fcnn und hart wie ein St\u00fcck Karton. Sp\u00e4ter sehen wir dieses \u201eged\u00f6rrte\u201c Fleisch in Handtuchgr\u00f6\u00dfe in einer Metzgerei h\u00e4ngen.<\/p>\n\n\n\n<p>Uruapan ist eine der \u00e4ltesten St\u00e4dte in Mexiko. Der Name geht auf eine indigene Sprache zur\u00fcck und bedeutet: Die B\u00e4ume tragen immer Fr\u00fcchte. Davon k\u00f6nnen wir uns auf unserer Fahrt in nach Paracho \u00fcberzeugen. Ungef\u00e4hr zwanzig Kilometer f\u00e4hrt der Bus an Plantagen vorbei. Avocado- und Macadamia-B\u00e4ume, soweit das Auge reicht. Der Ertrag ist so gewaltig, dass nahezu die ganze USA mit Avocados aus dieser Region beliefert wird. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Nach weiteren 15 Kilometern erreichen wir Paracho, die Gitarrenstadt Mexikos. Schon von weitem f\u00e4llt das riesige Instrument auf einem Verkehrskreisel am Ortseingang auf. In der Hauptstra\u00dfe der Stadt liegt ein Gesch\u00e4ft neben dem anderen. In etlichen sind Musikinstrumente zu sehen, aber auch andere aus Holz gefertigte Artikel wie M\u00f6bel, Spielzeug und K\u00fcchenartikel werden angeboten. Wir sind haupts\u00e4chlich wegen der Gitarren hergekommen. Der Instrumentenbau hat eine lange Tradition. Ein Franziskanerm\u00f6nch soll der Legende nach gefl\u00fcchteten, handwerklich \u00fcberaus geschickten Pur\u00e9pecha-Indianeren die Herstellung beigebracht haben. Rund 600 Werkst\u00e4tten gibt es, in denen manuell gefertigt wird. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Bei unserem Rundgang kann man auch in einigen H\u00e4usern die Rohformen sehen. Der Instrumentenbau wird haupts\u00e4chlich von M\u00e4nnern ausge\u00fcbt und geht h\u00e4ufig vom Vater auf den Sohn \u00fcber. Frauen d\u00fcrfen so wichtige T\u00e4tigkeiten wie schmirgeln und polieren \u00fcbernehmen, das k\u00f6nnen sie durch von Kindesbeinen an praktizierte Hausarbeit als dem Effeff. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Hier h\u00e4ngt also der Himmel voller hochwertiger Gitarren und mein musikbegeisterter Mann bekommt gl\u00e4nzende Augen bei dieser Auswahl. Nachdem er einige ausprobiert hat, wird er gl\u00fccklicher Besitzer einer schwarzen Westerngitarre. Aber ein Guitarron (Bassgitarre) will er auf jeden Fall noch ausprobieren. Bereitwillig dr\u00fcckt ihm eine Ladenbesitzerin ein solches Instrument in die Hand. Gro\u00df und dickbauchig ist es und hat einen sch\u00f6nen vollen Klang. Es wird fast ausschlie\u00dflich in Mariachi-Bands gespielt. Auf dem Marktplatz wird an einer B\u00fchne gezimmert. Am Wochenende beginnt das j\u00e4hrliche Gitarrenfestival, aber da werden wir leider schon weitergereist sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt haben wir also noch eine Gitarre. Die Halbgitarre reist seit Bali schon mit uns durch die Welt, aber die neue ist zu unhandlich, um sie auch noch mit herum zu schleppen. Wir haben die Wahl zwischen der staatlichen Post, die als unzuverl\u00e4ssig gilt, und drei international agierenden Unternehmen. In Uruapan ist eine Niederlassung eines amerikanischen Transportunternehmens. Da erkundigen wir uns nach Versandm\u00f6glichkeiten. Auf Schnelligkeit kommt es uns nicht an, aber man hat keine Wahl, hier wird nur per Luftfracht verschickt. Die Auskunft, die wir erhalten macht uns Hoffnung, dass der Versand problemlos vonstatten geht. Als wir unterwegs einem Kartonsammler begegnen, kaufen wir ihm f\u00fcr ein paar Pesos einen ab, ohne zu wissen, ob wir ihn \u00fcberhaupt brauchen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem R\u00fcckweg zum Hotel machen wir einen kleinen Abstecher zur ehemaligen Textilfabrik San Pedro. Im historischen Zentrum der Stadt sieht dieses Geb\u00e4ude aus dem 19. Jahrhundert aus wie eine alte Hacienda. Zweist\u00f6ckig, aus Backstein und mit Rundb\u00f6gen auf einem gro\u00dfen sch\u00f6n bewachsenen Grundst\u00fcck. Nach der Fertigstellung 1894 wurde Wolle, Leinen, Baumwolle und Seide von h\u00f6chster Qualit\u00e4t produziert. Um 1910 waren 200 Webst\u00fchle in Betrieb. Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Rohmaterial und einige Streiks der Belegschaft f\u00fchrten letztendlich dazu, dass der Betrieb eingestellt werden musste. Zeitweilig \u2013 Anfang der 70er bis Mitte der 80er Jahre \u2013 war hier das st\u00e4dtische Gef\u00e4ngnis untergebracht. W\u00fcrde mich nicht wundern, wenn einige der damaligen Insassen nur straff\u00e4llig geworden w\u00e4ren, um einmal in diesem sch\u00f6nen Geb\u00e4ude \u201ewohnen\u201c zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Im Untergeschoss des 12.000 m\u00b2 gro\u00dfen Geb\u00e4udes stehen die schweren gut hundert Jahre alten Eisenmaschinen aus England. K\u00e4mm- und Spinnmaschinen und Webst\u00fchle f\u00fcr die Baumwollverarbeitung, teilweise demontiert und verstaubt. Als das alles noch in Betrieb war, muss hier ein unglaublicher L\u00e4rm geherrscht haben. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Im Erdgeschoss ist ein gro\u00dfer leerer Saal, den man heutzutage f\u00fcr Veranstaltungen mieten kann. In einem kleinen Teil ist noch eine Textilfirma untergebracht, die auf traditionelle Weise gef\u00e4rbte und handgewebte Stoffe in herrlichen Farben anbietet. Hier wei\u00df man, wie das geht, immerhin haben schon die Inkas vor \u00fcber 7.000 Jahren Gewebe aus Baumwolle hergestellt. Bei sch\u00f6nen Stoffen kann ich einfach nicht widerstehen, und praktisch ist es f\u00fcr die Polsterung der Gitarre obendrein. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Hotel stopfen wir das Instrument mit unserer Skiunterw\u00e4sche aus, die wir aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr brauchen, und wickeln es in zwei gerade gekaufte Stoffbahnen. Danach passt es gerade so in die Tragetasche. Die dritte Stoffbahn polstert den Hals und dann kommt der Karton drumherum. Beim Transportunternehmen wird sp\u00e4ter alles nochmal eng mit Folie umwickelt. Die Abfertigung dauert beinahe eine Stunde. Versand nach Deutschland hatte man hier wohl noch nie. Hinter uns stehen etliche Menschen an, aber niemand beschwert sich. Nachdem wir bezahlt haben und im Gegenzug die Papiere ausgeh\u00e4ndigt bekommen, f\u00fchlen wir uns richtig erleichtert. Hoffentlich kommt die Sendung heil bei uns in Deutschland an. Aber bei den vielen \u201eACHTUNG, ZERBRECHLICH\u201c-Aufklebern wird sich wohl niemand trauen, dieses Paket unsanft zu behandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Uruapan hat ein Geheimnis, den unterirdischen Fluss Cupatitzio, der einen knappen Kilometer vom gro\u00dfen Platz vehement an die Oberfl\u00e4che dr\u00e4ngt. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Hier in der Stadt gibt es deshalb den Nationalpark Barranca del Cupatitzio. Schon kurz hinter dem Eingang (Eintritt kostet 25 Pesos = 1,125 \u20ac) ist man in einer anderen Welt. Riesige B\u00e4ume, Str\u00e4ucher, Stauden, baumgro\u00dfe Engelstrompeten und \u00fcber all dem ein st\u00e4ndiges Rauschen. Innerhalb des Parks ist die Luft frisch und ungef\u00e4hr 5 Grad k\u00e4lter als au\u00dferhalb. Der Cupatitzio dr\u00fcckt hier sein kristallklares Wasser aus dem Boden, durch Felsspalten, l\u00e4sst es in einem munteren Bach dahineilen, von einem Felsen st\u00fcrzen und hat die Gestalter des Parks animiert, den Besuchern immer neue Erlebnisse zu bieten. Die verschiedensten Kaskaden und Quellen erfreuen sowohl das Auge als auch das Ohr mit Pl\u00e4tschern, Gurgeln, Sprudeln und Dr\u00f6hnen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/08\/p11202111.jpg\" alt=\"P1120211\" class=\"wp-image-5835\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Auf dem Gel\u00e4nder einer steinernen Br\u00fccke steht ein Mann und wartet auf Publikum. Als sich eine f\u00fcr ihn ausreichende Anzahl versammelt hat, klettert er vom Gel\u00e4nder hoch in einen Baum und st\u00fcrzt sich mit einem Kopfsprung in das brodelnde Wasser. Alle halten den Atem an und starren ins Wasser; eine Minute vergeht, zwei Minuten. Was ist passiert? Auf der anderen Seite der Br\u00fccke steht der mutige Springer, trocknet sich ab und lacht. Nat\u00fcrlich f\u00e4llt das Trinkgeld sehr gro\u00dfz\u00fcgig aus. <\/p>\n\n\n\n<p>An einem Obststand pult der kleine Sohn des Besitzers geduldig Granatapfelkerne aus der ledrigen H\u00fclle. In kleine Plastikbecher gef\u00fcllt werden sie gern gekauft. Wir entscheiden uns f\u00fcr gesch\u00e4lte Mangos und Ananas. Ein ruhiges Pl\u00e4tzchen ist bald gefunden. W\u00e4hrend wir unser Obst genie\u00dfen, beobachten wir einen Kolibri, der aus den Bl\u00fcten der Engelstrompeten Nektar saugt. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Als wir weiterlaufen h\u00f6ren wir ein surrendes Ger\u00e4usch, dann saust etwas Buntes vorbei. Im Park kann man ein St\u00fcck an einer Zip-Line h\u00e4ngend zur\u00fccklegen. Diese Attraktion hei\u00dft hier \u00fcbrigens&nbsp; TIROLESA. Dann geht es \u00fcber eine H\u00e4ngebr\u00fccke \u2013 bei der jedes zweite Brett fehlt \u2013 auf eine Plattform in 20 Meter H\u00f6he und \u00fcber eine weitere Zip-Line zur\u00fcck auf den Boden. Besonders den Kindern gef\u00e4llt dieser Nervenkitzel. Die stolzen Eltern filmen das Abenteuer per Handy oder Tablet. <\/p>\n\n\n\n<p>Am gro\u00dfen Platz im Zentrum liegt das Museo Indigena Huat\u00e1pera (Kulturmuseum verschiedener indigener Gruppen aus der Region). <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Das Geb\u00e4ude stammt aus dem Jahr 1530 und war einst ein Hospital. Heute kann sich jeder bei freiem Eintritt in den liebevoll restaurierten R\u00e4umen umsehen und findet Trachten, Geschirr, Schmuck und Informationen \u00fcber das fr\u00fchere Leben der Ureinwohner. Ein Raum ist f\u00fcr wechselnde Ausstellungen reserviert. Holzspielzeug, Keramik und neuzeitliche Textilien, bestickt mit traditionellen Mustern werden gezeigt. Die bestickten Blusen sieht man \u2013 auch an jungen Frauen \u2013 t\u00e4glich im Stra\u00dfenbild.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Busbahnhof kaufen wir heute Fahrkarten nach Angahuan. Da das nicht die Endstation ist, wirken wir wohl ein bisschen orientierungslos. Ein Mexikaner fragt, wo wir hinwollen und ich zeige ihm unsere Tickets. \u201eVolcano bumm?\u201c fragt er und als ich nicke, deutet er auf den richtigen Bus. Der erste Teil der Strecke ist identisch mit der nach Paracho. Als wir abbiegen finden wir uns pl\u00f6tzlich im Nebel wieder. Erst nach einer Weile erkennen wir, dass es kein Nebel ist sondern Qualm. Hier existiert das K\u00f6hler-Handwerk noch. Aus den aufgeschichteten Erdh\u00fcgeln quillt dichter Rauch, und der Geruch l\u00e4sst keinen Zweifel, um was es sich hier handelt. Heute fahren wir wirklich durch das l\u00e4ndliche Mexiko. An der Haltestelle in Angahuan sprechen uns zwei Frauen auf englisch an. Mutter und Tochter mit elfj\u00e4hrigen Sohn bzw. Enkel, sind Mexikanerinnen und leben in Palm Springs. Sie verbringen hier ihren Urlaub und bieten uns an, mit ihnen gemeinsam im Taxi zum Ausgangspunkt der Vulkanbesichtigung zu fahren. Das nehmen wir gern an. In Angahuan kommen wir uns vor, als h\u00e4tten wir eine Zeitreise angetreten. Wir sitzen in einem mehrere Jahrzehnte alten Auto und schaukeln \u00fcber die mit Felsbrocken belegte Stra\u00dfe. Viele M\u00e4nner sind auf Pferden, die Frauen sind in ihren Trachten zu Fu\u00df unterwegs. Hier im Auto erfahren wir, dass man am besten mit einem Pferd zum Vulkan gelangt. Der Weg ist zwar auch zu Fu\u00df m\u00f6glich, aber wegen der H\u00f6he recht anstrengend. Nach kurzer \u00dcberlegung stimmen wir zu. Noch w\u00e4hrend wir durch das Dorf fahren, verhandelt unser Fahrer mit einem Mann wegen der ben\u00f6tigten f\u00fcnf Pferde. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Vor einem Restaurant wird das Auto geparkt und schon stehen die Pferde f\u00fcr uns bereit. Ich bekomme ein isabellfarbenes Tier; das Aufsitzen klappt jedenfalls noch. Unser Fahrer l\u00e4uft neben der kleinen Gruppe her. Er spricht nur spanisch und seinen indigenen Dialekt. Was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, dass wir die Frauen getroffen haben. Der Weg f\u00fchrt steil bergab, mal gibt es Treppenstufen, mal kleine Gr\u00e4ben, die quer \u00fcber den Weg laufen, und immer wieder gemauerte Durchg\u00e4nge. Die Tiere kennen ihren Weg so genau, dass man die Z\u00fcgel nicht einzusetzen braucht . Nach einer dreiviertel Stunde erreichen wir den Sammelplatz. Etliche Pferde sind in einem nach allen Seiten offenen Stall untergestellt. Mein Tier l\u00e4uft zielstrebig in eine L\u00fccke zwischen zwei Tieren, genau hierhin will es, da kann ich machen was ich will. Jetzt muss ich zwischen den eng stehenden Pferden absitzen und mich durchschl\u00e4ngeln. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/08\/dsc08986.jpg\" alt=\"DSC08986\" class=\"wp-image-5802\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ab hier geht es nur zu Fu\u00df weiter. Einheimische haben viele kleine St\u00e4nde aufgebaut; vielleicht wollen die Touristen ja essen und trinken oder etwas kaufen. <\/p>\n\n\n\n\n\n\n\n<p>Und dann stehen wir vor der Lava des Paricutin. Am 20. Februar 1943 war der Farmer Dionisio Pulido auf seinem Maisfeld, als er pl\u00f6tzlich einen Erdspalt bemerkte. Er versuchte, ihn zuzuschaufeln, als die Erde anfing zu beben und aus dem Spalt Qualm aufstieg. Dionisio tat das einzig Richtige, er rannte so schnell er konnte davon. Gute Entscheidung, denn da begann ein Vulkan zu wachsen. Nach einem Jahr war er bereits 410 Meter (2.800 Meter \u00fcber Meeresh\u00f6he) hoch. Zum Gl\u00fcck floss die Lava langsam, so dass sich alle Einwohner des Dorfes Paricutin mit ihren Besitzt\u00fcmern in Sicherheit bringen konnten. Bis 1952 stie\u00df der Vulkan immer weiter Lava aus und begrub 20 km\u00b2 Land und darunter das gesamte Dorf Paricutin unter sich. Lediglich einige W\u00e4nde und der Turm der gro\u00dfen Kirche ist zwischen den Lavabrocken heute noch zu sehen. Der Vulkan bekam den Namen des ausgel\u00f6schten Dorfes. W\u00e4hrend wir \u00fcber das Ger\u00f6ll klettern, um zum fr\u00fcheren Altarraum zu gelangen, f\u00e4ngt es pl\u00f6tzlich an zu regnen und zu hageln. Der elfj\u00e4hrige Hector aus Palm Springs ist entz\u00fcckt. Noch nie in seinem Leben hat er Regen, geschweige denn Hagel erlebt. Fasziniert hebt er die erbsengro\u00dfen Eisk\u00f6rner auf und l\u00e4sst sie in seiner Hand schmelzen. Nach einer halben Stunde beschlie\u00dfen wir, trotz des Gewitters zur\u00fcckzulaufen. Wir haben die Regenjacken \u00fcber die Rucks\u00e4cke gezogen, aber Schuhe und Hosen sind patschnass. Noch schnell einen hei\u00dfen mit Zimt und Kardamom gew\u00fcrzten Kaffee Olla trinken und dann schl\u00e4ngeln wir uns hinter unserem Begleiter durch die Verkaufsst\u00e4nde, wo der Boden einigerma\u00dfen trocken geblieben ist, zur\u00fcck zum Stall. Kaum sitzen wir wieder auf den Pferden, h\u00f6rt es auf zu regnen. Mit noch immer nassen Hosen und Schuhen kommen wir nach zweieinhalb Stunden im Hotel an. Die hei\u00dfe Dusche ist eine Wohltat und verhindert hoffentlich eine Erk\u00e4ltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Montagmorgen, wir verlassen Morelia und nehmen den Bus nach Uruapan. Die Fahrt durch das Hochland zeigt uns wieder nur die gr\u00fcne Seite Mexikos Die gut 100 Kilometer sind in zwei Stunden zur\u00fcckgelegt, und wir finden uns in einer v\u00f6llig anderen Stadt wieder. 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