{"id":7877,"date":"2018-09-09T14:29:00","date_gmt":"2018-09-09T14:29:00","guid":{"rendered":"http:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7877"},"modified":"2024-01-19T14:14:32","modified_gmt":"2024-01-19T14:14:32","slug":"mexico-city","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=7877","title":{"rendered":"Mexico City"},"content":{"rendered":"\n<p>(wegen fehlender Bilder wurde der Beitrag mit einer \u00e4lteren Version verlinkt)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-mit-140-um-die-welt wp-block-embed-mit-140-um-die-welt\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"R6akvNy1ZR\"><a href=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2018\/09\/09\/mexiko-city\/\">Mexiko City<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8222;Mexiko City&#8220; &#8212; HTTPS:\/\/www.Otterpack8.wordpress.com\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.wordpress.com\/2018\/09\/09\/mexiko-city\/embed\/#?secret=ozzL3O7J2b#?secret=R6akvNy1ZR\" data-secret=\"R6akvNy1ZR\" width=\"525\" height=\"296\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Es ist noch dunkel, als wir morgens um sechs Uhr unser Hotel verlassen. Die Taxen rollen zu dieser fr\u00fchen Stunde langsam \u00fcber die Hauptstra\u00dfe von Zicatela und ihre Fahrer sp\u00e4hen aufmerksam in die Nebenstra\u00dfen auf der Suche nach Kundschaft. Wer um diese Zeit auf der Stra\u00dfe ist, will meistens zum Flughafen, um den ersten Flug nach Mexiko City zu nehmen. Das haben wir auch vor. Die Abfertigung kommt uns hier ein wenig unprofessionell vor. Links vor dem Abfertigungsschalter ein Tisch, an dem die Koffer mit einem Schnelltest auf Sprengstoff kontrolliert werden. Wir werden durchgewunken, um dann am Check-In wieder zur\u00fcckgeschickt zu werden. Die Koffer k\u00f6nnen nur von diesem Tisch aus zur Gep\u00e4ckaufgabe gelangen(?) Aber gut, es ist ja schlie\u00dflich auch f\u00fcr das Personal noch fr\u00fch am Morgen. In der Wartehalle sitzen viele Familien mit kleinen Kindern, die mehr oder weniger gelassen mit der Wartezeit umgehen. Ein gut einj\u00e4hriger Junge br\u00fcllt wie am Spie\u00df und beruhigt sich erst, als seine Mutter das Handy rausr\u00fcckt. Versonnen wischt er nun \u00fcber den Bildschirm und seine Welt ist wieder in Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Flug ist versp\u00e4tet und wir haben Zeit, uns umzusehen. Nachdenklich stehen wir vor einer Stellwand mit aufgeh\u00e4ngten Vermisstenmeldungen. Zw\u00f6lf junge Menschen werden gesucht, die in dieser Gegend um 2014 spurlos verschwunden sind. Wie schrecklich f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen nicht zu wissen, was mit ihnen passiert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend des knapp 1,5-st\u00fcndigen Fluges kommen wir am Popocatepetl (rauchender Berg) vorbei. Der schneebedeckte 5.426 Meter hohe Zwillingsvulkan st\u00f6\u00dft kleine Rauchwolken in den blauen Himmel. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/09\/dsc09430.jpg\" alt=\"DSC09430\" class=\"wp-image-5960\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Kurz danach fliegen wir \u00fcber Mexiko Stadt und fliegen und fliegen. Die auf 2.200 H\u00f6henmetern liegende neun Millionen Metropole erstreckt sich \u00fcber rund 1.500 Quadratkilometer. Frisch ist es heute Morgen, 15 Grad k\u00fchler als in Puerto Escondido. <\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr unseren Weiterflug in drei Tagen wollen wir gleich am Flughafen die im Ticketpreis enthaltenen 15 Kilo Freigep\u00e4ck auf 20 Kilo aufstocken. Klaus ist fassungslos, die beiden Damen am Schalter der Airline im internationalen Flughafen der Hauptstadt sprechen kein englisch. Mit Gesten und Zeichnungen gelingt es uns, ihnen begreiflich zu machen, was wir wollen. Und dann klappt es auch. F\u00fcr 27 \u20ac d\u00fcrfen wir insgesamt 10 Kilo \u201e\u00dcbergep\u00e4ck\u201c mitnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Flughafen kaufen wir am \u201eoffiziellen\u201c Taxischalter ein ziemlich teures Ticket und stehen dann vor einem Gro\u00dfraumtaxi, das uns \u00fcber die beeindruckende Paseo de la Reforma in die Innenstadt bringt. Links und rechts der mehrspurigen Allee, die auch noch einen breiten Gr\u00fcnstreifen in der Mitte hat, Hochh\u00e4user mit Banken, Verwaltungen, Versicherungen und dazwischen mehrere elegante Einkaufszentren und immer wieder der Blick auf Gr\u00fcnanlagen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/09\/dsc09336.jpg\" alt=\"DSC09336\" class=\"wp-image-5912\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das Hotel liegt einen Steinwurf weit entfernt von der S\u00e4ule mit dem goldenen Engel \u2013 El \u00c1ngel de la Independencia \u2013 der 1910 zum Gedenken an die hundertj\u00e4hrige Unabh\u00e4ngigkeit Mexikos von Spanien errichtet wurde. Dieser Engel sieht aus wie eine Schwester der Berliner \u201eGoldelse\u201c. Unser Zimmer ist noch nicht fertig, aber wir k\u00f6nnen unser Gep\u00e4ck an der Rezeption deponieren. Jetzt brauchen wir erst mal ein sp\u00e4tes Fr\u00fchst\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p>Rund um den Kreisverkehr mit der Engelss\u00e4ule in der Mitte ist heute Pfadfindertreffen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/09\/dsc09337.jpg\" alt=\"DSC09337\" class=\"wp-image-5913\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Voller Stolz tragen die Pimpfe ihre Uniform und die Fahnentr\u00e4ger strahlen vor Wichtigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Sonntag ist \u2013 wie in Morelia \u2013 auch in Mexiko Stadt die Hauptstra\u00dfe bis nachmittags f\u00fcr den motorisierten Verkehr gesperrt, Radfahrer und Rollschuhl\u00e4ufer haben die Prachtstra\u00dfe erobert. F\u00fcr den Autoverkehr aus den Seitenstra\u00dfen werden die Radfahrer immer wieder mit einem gro\u00dfen Bannern zum Halten gezwungen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Beim Gang in die Innenstadt kommen wir an etlichen H\u00e4userblocks mit zugenagelten T\u00fcren vorbei. Nach den letzten Erdbeben sind die H\u00e4user einsturzgef\u00e4hrdet. Die Risse auf dem B\u00fcrgersteig haben vermutlich dieselbe Ursache. Bei vielen neuen H\u00e4usern sind gro\u00dfe Stahltr\u00e4ger bereits in die Fassade integriert. Die aufgemalten gr\u00fcnen Vierecke auf der Stra\u00dfe sind Sammelpunkte, an denen keine Gefahr von oben droht, wenn die Erde mal wieder bebt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n\n<\/figure>\n\n\n\n<p>An diesem sonnigen Tag dr\u00e4ngen sich die Menschen in der Stadt. Wir kommen zu einem Markt auf der Plaza de la Solidaridad, auf dem sowohl Fr\u00fcchte und kleine Gerichte als auch Textilien, Spielzeug und Lederwaren angeboten werden. Au\u00dfer den Schuhputzern mit festem Stand, bei dem die Herren erh\u00f6ht wie auf einem Thron sitzen, laufen auch die mobilen Kollegen herum. Sie tragen eine Art Werkzeugkasten aus Holz, in dem ein paar Flaschen, Dosen, Lappen und eine B\u00fcrste zu sehen sind. Bis jetzt sind wir noch nie ins Visier dieser Zunft geraten, tragen wir doch entweder Wandersandalen oder unsere Laufschuhe aus textilem Material. Aber heute meint einer, er m\u00fcsse die Schuhe von Klaus einer gr\u00fcndlichen Reinigung unterziehen. Wir winken ab, er gibt nicht auf. Wir haben kaum noch Bargeld, er meint das sei doch kein Problem. Letztendlich reibt er ein wenig mit einem feuchten Lappen an den Schuhen herum, findet seine Leistung gro\u00dfartig und auf jeden Fall 200 Pesos (9 \u20ac) wert. Als er nur die H\u00e4lfte bekommt, weil wir wirklich nur noch zwei 100 Pesos Scheine einstecken haben und der Preis sowieso v\u00f6llig \u00fcberzogen ist, schimpft er wie ein Rohrspatz. Nach einigem Hin und Her gibt er sich aber dann doch mit einem H\u00e4ndedruck und den \u00fcppigen 100 Pesos zufrieden. Immerhin: F\u00fcr 400 Pesos kriegt man schon neue Laufschuhe!<\/p>\n\n\n\n<p>Rund um die \u201ePlaza de la Republica\u201c mit dem \u201eMonumento a la Revolucion\u201c treffen sich Verliebte in den Gr\u00fcnanlagen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n\n\n\n\n\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6glichkeit, mit dem Aufzug auf den Turm zu fahren nutzen haupts\u00e4chlich Touristen. Der Eintrittspreis beinhaltet auch eine F\u00fchrung durch die Ausstellung, leider nur auf spanisch. Als wir die Schlange vor der Kasse sehen haben wir noch einen weiteren Grund zu verzichten. Weiter geht es durch die historische Altstadt. Die Blues-Rockband vor dem Tor zur Chinatown spielt auf professionellem Niveau und scharrt deshalb auch eine gro\u00dfe Menschengruppe um sich. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-3 is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n\n\n\n\n\n\n\n\n\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Ein St\u00fcck weiter links steht das Haus der sch\u00f6nen K\u00fcnste. Rund um den pr\u00e4chtigen Bau und im angrenzenden Park sind viele Menschen unterwegs. In der Avenida Francisco Madero m\u00fcssen wir uns vorw\u00e4rts k\u00e4mpfen. Es ist so voll, wie in Frankfurt auf dem Weihnachtsmarkt. Mit ein Grund ist sicherlich, dass alle Gesch\u00e4fte sonntags ge\u00f6ffnet sind. Endlich erreichen wir die \u201ePlaza de la Constitucion\u201c, auf dem die \u201eMetropolitana Kathedrale\u201c \u2013 die gr\u00f6\u00dfte und \u00e4lteste Kirche des gesamten amerikanischen Kontinents \u2013 steht. 1573 wurde mit dem Bau begonnen und bis zur endg\u00fcltigen Fertigstellung vergingen 240 Jahre. Verschiedene Stilepochen haben dem Geb\u00e4ude ihren Stempel aufgedr\u00fcckt. Da gerade Messe ist, k\u00f6nnen wir nur einen kurzen Blick in das verschwenderisch mit Gold verzierte Innere werfen. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-0 is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n\n\n\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Am Montag laufen wir zum \u201eMercado de Artesanias la Ciudadela\u201c. Hier wird Kunsthandwerk aus allen Landesteilen Mexikos angeboten. Bestickte Blusen, Kissenh\u00fcllen und Tischl\u00e4ufer liegen neben gewebten Teppichen, Lederarbeiten, Silberschmuck und H\u00e4ngematten. Verschiedene Musikinstrumente, darunter Gitarren h\u00e4ngen an den W\u00e4nden. Wir wissen inzwischen, dass unser sorgf\u00e4ltig verpacktes Instrument trotz aller \u201eZerbrechlich\u201c-Aufkleber, nicht heil in Deutschland angekommen ist. Sehr schade, aber einen Ersatz werden wir hier nicht finden. Stattdessen kaufen wir ein paar Mitbringsel f\u00fcr zuhause, denn heute ist unser letzter Tag in Mexiko. Mexiko, dieses wundersch\u00f6ne Land mit seinen freundlichen, lebensfrohen Menschen hat uns im Sturm erobert. Und wir versprechen uns am letzten Abend gegenseitig: Wir kommen zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor f\u00fcnf Tagen haben wir uns entschlossen, die uns gesetzte Frist von einem Jahr doch einzuhalten. Verschiedene Gr\u00fcnde f\u00fchrten zu diesem Entschluss, z.B. die Schwierigkeit, die Auslandskrankenversicherung zu verl\u00e4ngern. Der Beitrag bei unserer bisherigen Versicherung ist f\u00fcr das zweite Jahr beinahe doppelt so hoch. Bei anderen Gesellschaften muss man zum Abschluss in Deutschland sein, wieder andere versichern Menschen in unserem Alter gar nicht mehr. Zum anderen hat sich vor\u00fcbergehend eine gewisse Reiz\u00fcberflutung eingestellt, und last but not least heiratet Klaus Sohn an diesem Wochenende und wir wollen ihn und unsere zuk\u00fcnftige Schwiegertochter \u00fcberraschen. \u00dcberrascht ist aber zun\u00e4chst mal unsere Tochter, die nun mit ihrem Mann in unserem Haus zusammenr\u00fccken muss.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mit140umdiewelt.files.wordpress.com\/2018\/09\/dsc09457.jpg\" alt=\"DSC09457\" class=\"wp-image-5961\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Unser Flug f\u00fchrt \u00fcber die W\u00fcste von Nevada mit Zwischenlandung in Las Vegas. Als wir am n\u00e4chsten Vormittag \u00fcber Deutschland fliegen, sieht unser Heimatland von oben an vielen Stellen genauso trocken aus, wie die W\u00fcste. Schade, dass die Tr\u00e4nen der R\u00fchrung bei unserer R\u00fcckkehr nur auf den Boden der Ankunftshalle fallen, als wir von unserer Tochter und Freunden v\u00f6llig unerwartet abgeholt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinter uns liegt ein wunderbares, \u00fcberraschendes, verr\u00fccktes und unvergessliches Jahr. W\u00fcrden wir das nochmal machen? <\/p>\n\n\n\n<p><em>Auf jeden Fall.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(wegen fehlender Bilder wurde der Beitrag mit einer \u00e4lteren Version verlinkt) Es ist noch dunkel, als wir morgens um sechs Uhr unser Hotel verlassen. Die Taxen rollen zu dieser fr\u00fchen Stunde langsam \u00fcber die Hauptstra\u00dfe von Zicatela und ihre Fahrer sp\u00e4hen aufmerksam in die Nebenstra\u00dfen auf der Suche nach Kundschaft. 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