{"id":845,"date":"2025-02-05T16:37:24","date_gmt":"2025-02-05T14:37:24","guid":{"rendered":"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/?p=845"},"modified":"2025-02-05T16:37:24","modified_gmt":"2025-02-05T14:37:24","slug":"12-livingstone-sambia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mit140umdiewelt.de\/?p=845","title":{"rendered":"12. Livingstone Sambia"},"content":{"rendered":"\n<p>Drei Taxifahrer m\u00fcssen wir am n\u00e4chsten Morgen bem\u00fchen, um 16 Kilometer zur\u00fcckzulegen. Der erste f\u00e4hrt uns bis zur Grenzstation vor der Br\u00fccke, wo wir den Ausreisestempel in den Pass bekommen. Der zweite bringt uns \u00fcber die Br\u00fccke bis zur Grenze Sambias. F\u00fcr dieses Land brauchen Deutsche kein Visum, lediglich den Einreisestempel. Den dritten Fahrer brauchen wir f\u00fcr die Weiterfahrt zum Hotel in Livingstone. Vorher muss er noch an einem Geldautomaten halten. In der Warteschlange komme ich mit einem Engl\u00e4nder ins Gespr\u00e4ch, der schon seit 7 Jahren hier lebt. Er schw\u00e4rmt von der Stadt und beteuert, dass es hier sicherer sei, als in seinem Heimatland. Die ca. 180.000 Einwohner z\u00e4hlende Stadt macht einen aufger\u00e4umten Eindruck. Hier k\u00f6nnen Europ\u00e4er bestimmt gut leben. Ich hole 3.000 Kwacha (gesprochen Quatscha) = 104 \u20ac und kriege das Portemonnaie kaum zu. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"901\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/img_30441-1.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-901\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"954\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/img_30411.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-954\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Das kleine Hotel liegt in einem tropischen Garten und hat in der Mitte einen sch\u00f6nen Pool. Gleich nach unserer Ankunft \u00fcberredet uns einer der Mitarbeiter zu einer Fahrt in den Victoria Falls Nationalpark am n\u00e4chsten Morgen. Auf sambischer Seite kostet der Eintritt nur 20 US $. Generell kosten hier Essen und Getr\u00e4nke nur noch halb soviel wie in Simbabwe.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachmittags laufen wir in die Innenstadt, um eine SIM Karte zu besorgen. An der genannten Adresse befindet sich jetzt ein Kleidergesch\u00e4ft, die Verk\u00e4uferin schickt uns zur n\u00e4chsten Querstra\u00dfe, gegen\u00fcber vom Curio-Market, wo sich zwei kleine Verkaufsbuden befinden. W\u00e4hrend zwei junge Frau unsere Handys einrichten, dr\u00e4ngen sich von links immer wieder Kunden vor. Sie bekommen Geld ausgezahlt und werden in ein gro\u00dfes rosa Buch eingetragen. Die Telefongesellschaften haben \u00dcberweisungen von kleinen Geldbetr\u00e4gen vereinfacht; das funktioniert ohne Konto, nur zwischen zwei Telefonnummern per SMS.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sitzen gerade im Restaurant, als ein Gewitter losgeht. Bis wir mit dem Essen fertig sind, h\u00f6rt es auf zu regnen. Inzwischen ist es allerdings stockdunkel und auf der Stra\u00dfe zu unserem Hotel gibt es keine Stra\u00dfenbeleuchtung. Mit der Taschenlampenfunktion des Handys finden wir den Weg zur\u00fcck. <\/p>\n\n\n\n<p>Obey, unser Taxifahrer holt uns um 9.30 Uhr ab. Er ist ein gut informierter Mann und hat Antworten auf alle Fragen, die wir haben. Er h\u00e4lt am Stra\u00dfenrand, damit wir den Sambesi sehen k\u00f6nnen. &#8222;Habt ihr das Grunzen geh\u00f6rt,&#8220; fragt er, &#8222;das sind Hippos.&#8220; Wir sehen mehrere K\u00f6pfe dicht beieinander im Fluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Parkplatz vor dem Mosi-oa-Tunya-Nationalpark (donnernder Rauch) gibt Obey uns seine Telefonnummer und den Rat, auf die Paviane zu achten. Wir folgen gut angelegten Wegen zu verschiedenen Aussichtspunkten an den Wasserf\u00e4llen. Im letzten Herbst war er noch ausgetrocknet, jetzt st\u00fcrzen sich wieder Wassermassen in die Schlucht. Libellenwolken schweben durch den Spr\u00fchnebel. Noch bildet die Gesamtl\u00e4nge von 1708 Metern keinen kompletten Wasservorhang, aber dadurch k\u00f6nnen wir bis an die Abgrenzung laufen und fotografieren.  Bei Hochwasser ist das nicht mehr m\u00f6glich, da werden Menschen und Fotoapparate patschnass und vor lauter Gischt sind keine Einzelheiten erkennbar. Wir gehen zu jedem einzelnen Aussichtspunkt und sind gefangen genommen vom Rauschen des Wassers und den herrlichen Regenb\u00f6gen, die sich bei diesem Sonnenstand in der Schlucht bilden. Das ist eines der beeindruckendsten Erlebnisse unserer vielen Reisen. Auch David Livingstone, der als erster Europ\u00e4er diese Wasserf\u00e4lle 1855 gesehen hat, beschreibt sie als: &#8222;Das Sch\u00f6nste, was ich in Afrika gesehen habe.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"908\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1150405.jpg?w=768\" alt=\"\" class=\"wp-image-908\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Livingstone<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"905\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1040577.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-905\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"904\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1040586.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-904\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"906\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1040588.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-906\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"910\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/iewu1920.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-910\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"978\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/20250124_110230.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-978\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-3 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"923\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1040596.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-923\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"925\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1150451.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-925\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"926\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1150455.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-926\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-4 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"920\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1150412-2.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-920\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"922\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p1040578-2.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-922\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Auf dem Pfad kommen uns hin und wieder Paviane entgegen. Wir beachten sie nicht, Blickkontakt kann von den Primaten als Aggression empfunden werden Als Klaus an einer Bank seinen Rucksack abstellt, kann ich ihn gerade noch vor dem Zugriff eines M\u00e4nnchens retten. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach einigen Stunden rufen wir unseren Fahrer an, damit er uns wieder zur\u00fcck zum Hotel f\u00e4hrt. Abends bringt er uns zu einem Restaurant und am n\u00e4chsten Tag ins Hospital. Die ganze Nacht haben mich starke Schmerzen auf der rechten Seite geplagt. Ich bef\u00fcrchte Gallensteine, doch der Ultraschall best\u00e4tigt das nicht. Der junge Arzt diagnostiziert eine Entz\u00fcndung in der Leber und versorgt mich mit Antibiotika und Schmerzmitteln.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-5 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"962\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/20250126_1235441.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-962\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"961\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/20250126_124039_-_kopiert1.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-961\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Wir haben Fahrkarten f\u00fcr den Bus nach Lusaka am Sonntag. Wider Erwarten \u00fcberstehe ich die Fahrt ohne gro\u00dfe Schmerzattacken. In acht Stunden, die der bequeme Bus f\u00fcr knapp 500 Kilometer braucht (Fahrkarte ca. 14 \u20ac), sehen wir viel vom Land. Es gibt mehrere St\u00e4dte, viele D\u00f6rfer und dazwischen immer wieder eine Handvoll H\u00fctten. Sie sind nicht gr\u00f6\u00dfer, als bei uns ein Gartenhaus und dienen ganzen Familien als Wohnst\u00e4tte. Wasser m\u00fcssen sie in Eimern von irgendwoher holen. Die Menschen in unserem Heimatland m\u00fcssten strahlend vor Gl\u00fcck \u00fcber ihren Wohlstand und Komfort herumlaufen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Hier bittere Armut und \u00fcbersch\u00e4umende Lebensfreude, bei uns oft Unzufriedenheit und Verbitterung.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-6 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"932\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/img_31211-1.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-932\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"934\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p115e04771.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-934\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" data-id=\"936\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/p11504731-1.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-936\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p>Bei der Ankunft in Lusaka sind wir geschockt, das &#8222;Internationale Busterminal&#8220; ist riesig, chaotisch, schmutzig. Wir wimmeln alle hilfreichen Angebote ab, fragen uns zum Ausgang durch und bestellen ein Yango-Taxi, das \u00c4quivalent zu Uber. Vier Tage verbringen wir in einem bequemen Haus mit 3 Zimmern, das auf einem gro\u00dfen Grundst\u00fcck hinter dem Wohnhaus einer \u00c4rztin errichtet worden ist. Wenn die Kinder mit ihren Familien aus Kanada oder Frankreich zu Besuch kommen, wohnen sie hier. An einem Abend sitzen wir zusammen und erz\u00e4hlen. Lusaka liegt auf 1.300 Metern Meeresh\u00f6he und hatte bis zum Anfang dieses Jahrhunderts angenehme Temperaturen um 25 Grad. Seit ein paar Jahren gibt es immer h\u00e4ufiger Spitzenwerte von \u00fcber 40 Grad. Nach und nach haben die wohlhabenden Menschen sich Klimaanlagen angeschafft. F\u00fcr das marode Stromnetz eine zus\u00e4tzliche Belastung. Durch die h\u00e4ufigen Stromausf\u00e4lle verdirbt den Menschen, die sich keine Generatoren leisten k\u00f6nnen, das Essen in den K\u00fchlschr\u00e4nken. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir planen, mit dem TAZARA-Zug von Sambia nach Daressalam in Tansania zu fahren und suchen das B\u00fcro der Eisenbahngesellschaft auf. Doch seit Oktober 2024 gibt es die durchgehende Linie nicht mehr. Jetzt kann man in Sambia nur noch von Kapiri-Mposhi im Kupferg\u00fcrtel bis in die Grenzstadt Nakonde fahren. Ob und wie es \u00fcber die Grenze nach Tunduma geht, wei\u00df niemand. Auch nicht, wann der Zug auf der tansanischen Seite abf\u00e4hrt. Das ist uns alles zu unsicher, zumal wir beide unsere Zipperlein haben. Als uns unsere Tochter dann noch erz\u00e4hlt, dass sie sich in den beiden letzten Schwangerschaftsmonaten sehr schonen soll, steht unser Entschluss fest:<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Reise endete hier in Lusaka. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 30.1.2025 fliegen wir zur\u00fcck und landen am n\u00e4chsten Tag mittags in Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/img_e31301.jpg?w=1024\" alt=\"\" class=\"wp-image-939\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>MUYE BWINO AFRIKA<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>PS: Eine Untersuchung meiner \u00c4rztin hat den Befund aus Livingstone nicht best\u00e4tigt, ich habe lediglich eine Zerrung der Rippenmuskulatur. \u00dcberaus schmerzhaft aber ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/otterpack8.wordpress.com\/\">zur\u00fcck<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei Taxifahrer m\u00fcssen wir am n\u00e4chsten Morgen bem\u00fchen, um 16 Kilometer zur\u00fcckzulegen. 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