Dambullah, im kulturellen Dreieck (Sri Lanka)

Unser Vermieter besitzt ein Tuktuk und fährt uns zum Busbahnhof Kandy. Das ist ein Gewimmel, an die hundert Busse sammeln sich auf diesem Platz, kommen an, fahren ab, kurven um andere herum.
DSC08902Nicht einfach, hier den Überblick zu behalten. Aber sofort ist einer der verlässlichen Schlepper an unserer Seite. „Wohin?“ fragt er, „Dambullah,“ antworten wir und natürlich weiß er Bescheid und lotst uns durch die kreuz und quer stehenden Busse zu einer Stelle wo ein Kleinbus steht. Tatsächlich, der fährt nach Dambullah, ist klimatisiert und hält nicht überall. Erst müssen die Koffer verstaut werden. Auch hier ist vorne neben dem Fahrer Platz, aber entsprechend dem Kleinbus auch nur ein kleiner; denn daneben sitzt noch ein Fahrgast. Der macht sich auch prompt an unseren Kofferrädern sein blütenweißes Hemd schmutzig. Kümmert aber niemanden.
Es dauert noch eine Weile bis zur Abfahrt, Zeit das Leben und Treiben zu beobachten. Busbahnhöfe sind ein eigener Kosmos.
DSC08970Winzige Geschäfte mit allem, was der Reisende brauchen könnte, Obst- und Getränkeverkäufer, und natürlich auch kleine Restaurants. Eins davon ist einen Meter von meinem Fenster entfernt.
DSC08960Der Besitzer steht davor und reinigt mit Hölzchen und Fingern hingebungsvoll sein Gebiss. Kurz darauf steht er hinter der Theke und steckt Backwaren mit genau der Hand in eine Tüte. Guten Appetit.
Der Bus verlässt Kandy, was für ein Unterschied zwischen der wohlhabenden Innenstadt und den Randbezirken. Die Sri Lanker sind fleißige Menschen. Jeder versucht irgendwie, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und dabei sind der Fantasie und dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Die Art der Geschäfte tritt immer gruppenweise auf. Autoersatzteile zum Beispiel. Ein Geschäft mit Türen, ein weiteres mit Frontpartien, wieder eins mit Kofferraumdeckeln, eins mit kompletten LKW-Fahrerkabinen usw. Alle sind gebraucht, in den verschiedensten Farben und von unterschiedlichen Herstellern. Es gibt Geschäfte mit Kleidung,

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Traumhochzeit nach Art des Landes

Hochzeitsausstatter, Fliesen, Sanitärartikeln, Holz, Eisenwaren, Haushaltswaren und natürlich Obst und Gemüse. Selbst in den entlegendsten Gebieten steht irgendwo am Straßenrand ein Büdchen mit Obst. Scheint zu funktionieren. Warum allerdings mitten im Landesinneren Verkaufsstände mit Schwimmreifen und Gummibadetieren aufgebaut sind kann ich nicht ganz nachvollziehen, aber die Marktleute wissen bestimmt was sie tun.
Als wir unser Ziel erreichen, sind am Straßenrand Stände mit Moskitonetzen, Kopfkissen, Fußmatten und Bettvorlegern an der Reihe.
DSC09026Dieses Mal wohnen wir in einem Homestay mit zwei Schlafzimmern. Der junge Mann und seine Mutter reißen sich ein Bein aus, um ihre Gäste zufrieden zu stellen. Sie scheinen ehrgeizig zu sein, auf dem großen Grundstück entstehen gerade drei neue Zimmer mit Bad. Es gibt eine kleine Speisekarte mit Gerichten zu unglaublich niedrigen Preisen. Auf die Frage, wann wir essen können heißt es: „Jederzeit,“ Mama kocht auf Zuruf. Und die Portionen sind immer um die Hälfte zu groß. Danach kommen noch verschiedene Obstsorten auf den Tisch. Beim Frühstück ist es nicht anders, ein zweiter Tisch muss dazu geschoben werden, damit alles angebotene Platz findet. Pro Nacht zahlen wir inklusive Frühstück 13 €.
P1070209Am nächsten Tag wollen wir nach Sigiriya zum Löwenfelsen, einem 200 m hohen Monolith aus Granit. Der hat eine lange Geschichte und ist eine der Attraktionen im kulturellen Dreieck.
DSC08984Im 5. Jahrhundert n.C. wurde auf dem Felsen ein Palast errichtet und rundherum entstand eine Stadt mit Lustgärten. Umgeben ist die Anlage von einem Wassergraben. Heute ist sie Weltkulturerbe und steht somit bei fast jedem Touristen auf der Besuchsliste. Obwohl empfohlen wird, für einen Besuch den frühen Morgen  oder den späten Nachmittag zu wählen, fahren wir gegen 11 Uhr los. Es ist bewölkt und dadurch nicht ganz so heiß. Der Eintritt kostet stolze 30 $, für Einheimische übrigens 50 Rupien (28 Cent)!
Nachdem man den Wassergraben überquert hat, läuft man durch die Lustgärten mit Wasserspielen, alles nur noch als Ruinen vorhanden, aber sehr gepflegt und gut beschrieben. Lästig sind die vielen jungen Männern an den Treppenstufen, die einem „hilfreich“ die Hände entgegen strecken und vor den ach so gefährlichen und rutschigen Stufen warnen. Alle wollen uns als Guide gegen Bares nach oben begleiten. Doch unsere Trekkingsandalen haben ausgezeichnete Sohlen und obwohl die Stufen nass sind rutscht da gar nichts. Als mich einer am Arm packt und: „Come on, baby“, ruft, werde ich wütend. „Fass mich nicht an“, zische ich, „sehe ich vielleicht aus, als ob ich Hilfe brauche?“ Von da an ist Ruhe.

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Auch die Hunde wollen uns begleiten, sie wittern Leckerbissen im Rucksack.

DSC08987Es sollen 1200 Stufen nach oben führen, aber entweder schaffe ich das, oder nicht. Da braucht mir keiner dieser Männer die Hand zu halten. Ungefähr auf halber Strecke gelangt man über eine Wendeltreppe unter einen Felsvorsprung, hier sind Fresken von rund 20 meist barbusigen Frauen zu bewundern, die sogenannten Wolkenmädchen.
Bildergebnis für wolkenmädchen

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Da muss die Kamera wohl von allein losgegangen sein.

Es gilt strenges Fotografierverbot, Schilder mit abgebildeten Handschellen machen klar, dass man sich unbedingt daran halten sollte.
P1070159Kurz darauf erreicht man das Löwentor, von dem nur noch zwei steinerne Pranken erhalten sind. Wahrscheinlich führte der Weg durch ein geöffnetes Maul, wie es heute noch bei vielen Tempeln zu sehen ist. Der letzte Teil des Aufstiegs führt über Stahltreppen. Und dann stehen wir mit höchstens noch 15 anderen Besuchern oben. Ich bin ganz schön stolz auf uns.
Hier sind die Grundmauern des früheren Palastes zu sehen. Auf verschiedenen Ebenen standen andere Gebäude und Zisternen.
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P1070168Eine Weile laufen wir herum und sehen uns von diesem erhöhten Platz die Umgebung an, dann geht es an den Abstieg. Als wir fast wieder unten sind macht keiner der Männer, die immer noch auf zu begleitende Personen warten, Anstalten mir die Hand zu reichen. Auf der umgebenden Mauer toben ein paar Languren herum.
P1070177_1Sie scheinen Spaß daran zu haben, auf der Mauer Anlauf zu nehmen, und dann mit einem Riesensatz den Durchgang zu überspringen. Auch Weibchen mit einem Jungen unter dem Bauch machen bei diesem Spiel mit. Wir schauen ihnen eine Weile zu und laufen dann Richtung Ausgang. Und – es ist gleich 16 Uhr – wieder kommen uns zwei Schulklassen entgegen, die jetzt erst mit der Besichtigung beginnen.
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Im Wassergraben widmet sich ein Mann ausgiebig seiner Körperpflege. Die überall aufgestellten Warnhinweise auf Krokodile scheinen ihn nicht zu beunruhigen.
Am nächsten Tag fahren wir in die Innenstadt von Dambullah.
DSC09008.JPGKlaus muss zum Frisör. Ich darf mit hinein in diesen Männerladen. Junge Männer lassen sich ihre Frisuren millimetergenau ziselieren und betrachten sich anschließend kritisch von allen Seiten im Spiegel. Bei Klaus wird erst die Schermaschine angesetzt, dann mit der Schere geschnitten, anschließend gepudert und zum Schluss vollendet ein Rasiermesser das Werk. Aber damit nicht genug, eine Handvoll Haarwasser/Öl-Gemisch wird auf dem Kopf verteilt und kräftig einmassiert. Auch die Arme werden in die Massage mit einbezogen. Während sie arbeiten schauen Frisöre und Kunden fasziniert auf den Fernseher, in dem eine indische Telenovela läuft. Ich verstehe zwar nichts, aber die Story scheint herzzerreißend zu sein. Am Ende zahlt Klaus 500 Rupien. Die einheimischen Männer zahlen nur 200. Das ist in Sri Lanka an der Tagesordnung, mit Ausnahme von Supermärkten, wo alle Artikel ausgezeichnet sind, zahlen Ausländer grundsätzlich mehr.

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Kochtöpfe

Nach einer kleinen Stärkung laufen wir über den Markt in Richtung Goldener Tempel. Dabei kommen wir am Großmarkt vorbei.
DSC09017.JPGHier stehen mit Obst und Gemüse vollbeladene LKW, Klein- und Kleinstlastwagen und natürlich Tuktuks mit ausgebauter Rückbank in langen Schlangen, um ihre Waren abzuliefern. Wir schlängeln uns durch und staunen.
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Irgendwie rührend anzusehen, dass da ein Kleinstbauer seine paar Bananenstauden verkauft.
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Der goldene Tempel und ein großer goldener Buddah stehen vor einem einzelnen Felsen. Wir sehen uns alles nur von außen an, auch hier sind wieder Touristenpreise fällig und wir verzichten, ein paar Fotos von der vergoldeten Pracht genügen uns heute.
Jetzt bin ich froh, dass es mal wieder gelungen ist, zwei Beiträge in den Blog aufzunehmen. Manches Mal ist das Internet so schwankend, dass die Verbindung immer wieder zusammenbricht. Vor drei Tagen haben wir mit dem Versuch begonnen, zwei Flüge zu buchen, bis es uns vorgestern nach einem weiteren halben Tag endlich gelungen ist. Gestern hatten wir von vormittags bis abends um 7 Uhr überhaupt keinen Strom, weil rundherum Bäume beschnitten werden mussten.

Tempel, Tiere, Nilaveli (Sri Lanka)

Von der Busstation in Dambullah geht es Richtung Trincomalee. Zwei Backpacker mit entsprechend großen Rucksäcken und eine Frau mit mehreren Säcken Gemüse sind unter den Wartenden. Und dieses Mal wird der Kofferraum des Busses für all die sperrigen Gepäckstücke geöffnet. Busse werden ja fleißig genutzt, und manches Mal müssen sie auch Gegenstände mitnehmen, die anders nicht an ihr Ziel zu bekommen sind. Erst vor kurzem stiegen wir in einen Bus, wo im Mittelgang ein Stapel ca. 3 m langer Holzbretter lag. Die Mitfahrenden kletterten kommentarlos über das Hindernis, niemand war erstaunt oder verärgert. Irgendwann stoppte der Bus, und der Schaffner half dem dort wartenden Mann, die Bretter auszuladen.
Die ca. 90 km lange Fahrt dauert an die 3 Stunden. In Trincomalee, der glücklosen Hauptstadt der Ostprovinz mit ihrem großen Naturhafen, wechseln wir in ein Tuktuk und lassen uns zu unserem Hotel in Nilaveli fahren.
DSC09091Es liegt in zweiter Reihe am Strand und von den 12 Zimmern in einer rundherum durch Mauern geschlossenen Anlage sind gerade mal 2 besetzt.

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diese künstlich aussehenden Blumen wachsen zu Dutzenden im Hotelgarten

P1070236Am Strand liegen Kühe. Die können hier ein selbstbestimmtes Leben führen, laufen frei herum, haben die Kälber bei sich, überqueren die Straßen, wann und wie schnell es ihnen passt, und jeder nimmt Rücksicht.
Natürlich werden wir wieder angesprochen. Wir sollen eine Schifffahrt machen, zum Nationalpark Pigeon Island fahren, ein bestimmtes Restaurant besuchen oder mit einem Tuktuk fahren. Wollen wir alles nicht, deshalb bedanken wir uns freundlich für die Angebote und vertrösten auf später.
Das Meer hat die richtige Wohlfühltemperatur, und so lassen wir uns von den stürmischen Wellen hin- und herschaukeln und immer wieder umwerfen.
Als wir im Hotelrestaurant unser Essen aussuchen, hören wir Musik mit Trommeln. Der Kellner erklärt, dass heute in dem Hindu-Tempel in unmittelbarer Nähe eine Zeremonie stattfindet. Da müssen wir doch hin. Als wir ankommen, macht sich gerade eine Gruppe auf den Weg zum Strand. Zuerst tragen vier Männer eine brennende Fackel ins Meer, dann folgt eine Gruppe von Frauen, die ein großes Gebilde (wahrscheinlich Blumen) trägt und auf die Wellen setzt. Wir können die Einzelheiten in der Dunkelheit nicht erkennen. Näher trauen wir uns nicht heran, und mit Blitzlicht zu fotografieren auch nicht, wir wollen auf keinen Fall stören.

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Fast wären wir auf dem Rückweg über die schlafenden Kühe gestolpert, die es sich auf dem Gehweg gemütlich gemacht haben

Am nächsten Tag ist der Strand in dem ca. 50 m kurzen überwachten Abschnitt schwarz von Menschen.
Strand NilaveliAm Wochenende fahren viele Busse die Einheimischen aus der Umgebung an diesen Strand. Die schmale Straße ist links und rechts von Verkaufsbuden gesäumt, in denen Getränke, Süßigkeiten, Knabbereien, Spielzeug und Trockenfisch? angeboten werden. Viele der Frauen sind schwarz verhüllt. Diejenigen, die dem Hinduglauben angehören, tragen Saris, mit denen sie auch ins Wasser gehen. Dieser Strand könnte wunderschön sein, wenn nur nicht überall Abfall herumliegen würde. Plastiktüten und –flaschen, Zigarettenschachteln und –kippen, Kekstüten, Verpackungen und Reste von allem, was mit an den Strand gebracht wurde. Und zwischendrin die Kuhfladen. Also Augen halbzu, und einen der raren Schattenplätze gesucht. Wir sind gerade das zweite Mal im Wasser, als eine Gruppe Jugendlicher auf unseren Schattenbaum zusteuert. Sie sehen uns, winken, schnappen sich die Badetasche und tragen sie direkt an den Strand. Dann machen sie es sich unter dem Baum gemütlich.
Am Spätnachmittag laufen wir Richtung Landstraße, ca. 800 m weit. Wir treffen Kühe auf dem Weg zum Stall und viele Einheimische. Ein etwa 10jähriges Mädchen spricht uns auf englisch an. Wie wir heißen, woher wir kommen und wohin wir gehen, will sie wissen. Sie will uns unbedingt mitnehmen zu ihrem Elternhaus, uns die sieben Kühe, zwei Hunde und Katzen zeigen. Und nebenbei erfahren vir, dass sowohl Papa als auch großer Bruder Tuktuk-Fahrer sind. Wenn das kein geschicktes Verkaufsgespräch ist; die Kleine wird es mal weit bringen.
Wir landen in einem kleinen Lokal in der Nähe unseres Hotels. Draußen steht ein Grill und auf dem Tischchen davor liegt das Angebot des Tages an Fisch und Meeresfrüchten. Das sieht ja alles sehr verlockend aus, aber wir haben nur noch wenig Bargeld und suchen uns in der Speisekarte ein günstiges Gericht aus. Der Besitzer merkt, dass wir hin und her überlegen und sagt sofort: „Sucht Euch aus, was ihr wollt und bezahlt morgen.“ Das lassen wir uns nicht zweimal sagen, und schon landen unsere Wunschstücke auf dem Grill. Und dann hat er auch noch kaltes Bier. Darf er eigentlich gar nicht verkaufen, denn als Tamile bekommt er keine Lizenz, aber das ist uns und den anderen Gästen egal. Wir sind so angetan von dem leckeren Essen und seinem Vertrauen in unsere Ehrlichkeit, dass der Besitzer in uns Stammkunden für die Dauer unseres Aufenthaltes gefunden hat.
Am nächsten Morgen fahren wir nach Trincomalee. Wir brauchen Bargeld, um unsere Schulden zu bezahlen.
DSC09054Es ist heiß und staubig. Vor der Markthalle steht eine Gruppe Axishirsche. Ausgerechnet hier, mitten in der Stadt umtost vom Verkehr. In den Nationalparks gelten sie als die scheuesten Tiere überhaupt. Wir kaufen uns etwas Obst, was der Marktfrau einiges Kopfzerbrechen bereitet. Sie bietet uns 4 Mandarinen für 100 Rupien an. Wir wollen 6 und sagen 150. Der Mann am Nachbarstand hat einen Taschenrechner und muss das für sie ausrechnen. Auch für die zu ermittelnde Summe aus 1000 plus 150 braucht sie seine Unterstützung.
Weiter gehts zum Fort Frederick. Es liegt auf einer Anhöhe und beherbergt eine Militärbasis. Außerdem wurde auf dem Felsen ein Hindu-Tempel mit riesengroßer Shiva-Figur, an der Stelle errichtet, wo vor Jahrhunderten der 1000-Säulen-Tempel von den Portugiesen ins Meer gestoßen wurde. Fotografieren ist bei militärischen Anlagen strengstens verboten. Schade, hier stehen so schöne uralte Bäume und auch Axishirsche leben hier. Das Wegwerfen von Abfall steht – mit dem Hinweis auf die Gesundheit der Tiere – unter Strafe. Es sollte einfach mehr Axishirsche auf Sri Lanka geben. Der Weg zum Tempel ist auch hier von Verkaufsbuden gesäumt. Anders als bei buddhistischen Tempeln allerdings nicht mit Opfergaben, sondern mit allem, was die Tempelbesucher einschließlich ihrer Kinder gebrauchen könnten. Als wir endlich oben ankommen heißt es Schuhe ausziehen. Der Mann, der über die Einhaltung wacht, sagt uns aber sofort, dass wir das unmöglich schaffen können, denn der Boden ist so heiß, dass die Fußsohlen garantiert anfangen zu qualmen. Die Sri Lanker, die soviel barfuß laufen, haben offenbar eine Zentimeter dicke Hornhaut, so dass sie völlig entspannt hier herumschlendern. Für uns hat sich das allerdings erledigt.
DSC09070Abends lassen wir uns den Grill mit Fisch und Seafood vollpacken, schließlich ist Sonntag.
Und für die nächsten Tage ist Baden angesagt, das Einzige, was man bei 35 Grad machen kann. Schnell haben die streunenden Hunde uns bemerkt und suchen unsere Gesellschaft.
p10702311.jpgDie putzigen Welpen dazwischen lassen uns auch in anderer Hinsicht dahin schmelzen.
P1070254Im Garten beobachten wir ein Agamen-Paar. Er versucht sie durch seinen blauen Kopf und Hals zu beeindrucken. Sie schaut ihm interessiert zu.

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Beim Höhlenbau ist immer etwas zu tun

Am Donnerstag ist wieder Vollmondtag. War es am Wochenende schon voll, so sind an diesem Feiertag ca. 50 Busse mit der entsprechenden Besuchermenge angekommen.
Hier läuft laute Musik,
DSC09088dort wird getrommelt und dazwischen die Bäckerei-Tuktuks,
DSC09083die man durch ihre elektronischen Erkennungsmelodien sofort wahrnimmt. Die Mischung von „It’s a small world“ und „Für Elise“, wenn zwei oder mehr dieser praktischen Fahrzeuge sich begegnen, tut allerdings manchmal in den Ohren weh.
Es wird gekocht, die Kinder toben herum, und jetzt löst sich auch das Rätsel um den Trockenfisch. Viele kommen aus dem Landesinneren und kaufen für zuhause gern einen Vorrat ein.
P1070248Abends lassen wir uns zum letzten Mal Tiger-Prawns und Kalamari vom Grill in unserem Lieblingsrestaurant Nilaa schmecken. Dann schreiben wir noch unseren Kommentar auf die grün gestrichene Wand und verabschieden uns aufs herzlichste von Priyan und seinen Mitarbeitern.
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Jaffna, das Fort und die Post (Sri Lanka)

Um halb neun holt uns der Cousin von Priyan mit seinem Tuktuk ab, um uns nach Trincomalee zur Busstation zu fahren. Er stoppt noch mal vor dem Restaurant, hier werden wir dann endgültig verabschiedet. „Gebt mir, was ihr denkt,“ sagt der Fahrer am Ziel, „ihr seid Freunde.“ Er bekommt natürlich den gleichen Betrag, den wir für die Hinfahrt vor einer Woche bezahlt haben.
Ein Schaffner drängt uns zu seinem Bus, wir müssen zwar umsteigen, aber er sagt uns rechtzeitig Bescheid. Machen wir, denn der direkte Bus kommt erst in zwei Stunden. Die Koffer sollen hinten im  Laderaum verstaut werden, aber der ist so schmutzig, dass selbst der Schaffner zurückschreckt. An einem Marktstand versucht er dem Händler ein paar Kartons abzuluchsen, aber da beißt er auf Granit. Daraufhin versucht er es erfolglos mit Fegen. Jemand muss einen Eimer Wasser holen, aber der verwandelt die Staubschicht nur in eine Schlammpfütze. Nun landen die Koffer doch im Innenraum.
Die Fahrt führt auf der A12 gleich ins Landesinnere. Plötzlich eine Vollbremsung und Dauergehupe. Mitten auf der Straße steht eine Büffelherde wie eine schwarze Mauer. Da kann der Fahrer noch soviel Lärm machen, sie sind einfach nicht aus der Ruhe zu bringen.
DSC09114Aber irgendwann hat auch der letzte die andere Straßenseite erreicht und weiter geht die wilde Fahrt. Ein Paar mit zwei Kindern ist im Bus. Der Junge turnt auf einem Sitz herum, sorgenvoll vom Schaffner beäugt. Wie schnell kann er sich bei einem Bremsmanöver verletzen. Als die Eltern keine Anstalten machen, ihren ausgelassenen Sprössling zu bändigen, setzt sich der Schaffner neben ihn und spricht leise auf ihn ein, bis der Junge setzt sich brav hinsetzt.
DSC09116Die Landschaft ist hügelig, dazwischen immer wieder Seen und trockene Senken, die vom bevorstehenden Monsun erneut gefüllt werden müssen. Ab und zu stehen Warnschilder mit Elefantenmutter und –kalb am Straßenrand, aber leider will heute kein Dickhäuter die Straße überqueren.
 
DSC09128In Vavuniya ist Endstation. Als wir aussteigen, werden wir vom Schaffner des Busses nach Jaffna in Empfang genommen. Vermutlich hat ihn der Kollege per Handy informiert. Und so haben wir quasi einen fliegenden Wechsel. Zeitweilig herrscht drangvolle Enge. Jeder Sitz wird besetzt, und wenn wir beide plus ein weiterer Fahrgast in einer 3er Reihe sitzen, wird es ganz schön eng. Pro Sitzplatz stehen 38 cm! zur Verfügung. Auch das Unterhaltungsprogramm, ein Film á la Gräfin Marizza mit Marika Röck mit viel Gesang und Tanz, nur auf indisch, vermag uns nicht abzulenken von dem Gefühl, in einer Sardinenbüchse zu stecken. Je weiter wir in Richtung Norden kommen, um so mehr verändern sich Land und Leute. In der Nordprovinz leben seit dem Bürgerkrieg nur wenige Muslime und Buddhisten. Die Frauen tragen Saris oder schmale Hosen und Kaftane und sind damit flott auf dem Moped unterwegs.
Die Landschaft ist trocken, wir sehen Palmenplantagen und abgeerntete Felder.
DSC09140Der Bus fährt über den vor Jahren heiß umkämpften Elefantenpaß und wir erreichen Jaffna gegen 15 Uhr. An vielen Häusern sehen wir Einschußlöcher und auch viele verlassene – ehemals wunderschöne Villen – die von der Vegetation langsam überwuchert werden.
Nach einer kurzen Pause im Hotel fahren wir wieder in die Innenstadt, wir wollen einige Dinge besorgen. Jaffna, deren Einwohnerzahl nach dem Bürgerkrieg um ein Drittel geschrumpft ist, hat eine unglaubliche Ladendichte. Wir schauen uns alles aufmerksam an. Die drei Kühe auf einer kleinen Verkehrsinsel scheint außer uns niemand beachtenswert zu finden.
Das Shoppingcenter ist enttäuschend, im Erdgeschoß ein Supermarkt, in der ersten Etage vielleicht 10 Geschäfte und im zweiten Stock eine Eisdiele und ein amerikanisches Fastfood-Restaurant. Aber nicht das mit dem großen M.
Im Supermarkt suche ich ein paar typische Gewürze und Tee aus, die will ich morgen per Paket nach Deutschland schicken. Auf Nachfrage packt man uns alles in einen Karton.
Abends essen wir in unserem Hotel. Erst dauert es 1 ¾ Stunden, bis das Essen kommt, und dann ist es so scharf, dass ich das Gefühl habe, meine Zunge wirft Blasen. Der Hotelchef entschuldigt sich und läßt uns noch eine Platte mit Papayastücken bringen.
Um 6 Uhr werde ich durch Gelächter und Geplapper wach. Anscheinend laufen Kinder durch den Hotelflur. Als wir später zum Frühstück gehen sitzen junge Frauen und Mädchen in wunderschönen Saris auf dem Boden und trinken Tee. Sie haben ihre Haare verschwenderisch mit frischen Blumen geschmückt. Heute wird das Baby einer Freundin getauft, erfahren wir. Alle Frauen tragen die gleiche Kleidung, eine Gruppe trägt blau/rot. Vom Alter her könnten es Familienmitglieder sein.
DSC09148Die Gruppe der Freundinen hat sich für pink/gold entschieden. Auch die Männer sind festlich in seidene Sarongs in creme/gold und Hemden in pink gekleidet.
DSC09149Das geschmückte Auto steht bereit, aber leider sehen wir die Hauptpersonen nicht, die werden vermutlich irgendwo abgeholt. Die Gäste steigen in einen bereit stehenden Kleinbus und fahren davon. Und wir machen uns auf den Weg zur Hauptpost, um unser Paket aufzugeben.
Direkt am Eingang ist ein Shop. Wir brauchen einen Klebestift und fragen bei der Gelegenheit, an welchen Schalter wir müssen. „Genau an diesen,“ meint der junge Mann, lässt sich den Kasten aushändigen und packt alles aus. Tee ok, aber die Gewürze: Zimtstangen, Muskatnüsse, Nelken, Pfeffer und Kardamom legt er an die Seite und behauptet, das dürfe man nicht verschicken, nur gemahlene Gewürze seien erlaubt??? Er ruft einen Kollegen, der eine Kollegin und die noch einen Kollegen. Der fordert uns auf, mit ihm in ein Büro zu kommen, wo offenbar die Abteilungsleiterin sitzt. Von ihr bekommen wir dieselbe Auskunft. Man sieht uns unsere Bestürzung an, deshalb geht der Kollege mit uns noch in einen anderen Gebäudeteil. Supervisor und Assistent sind nicht anwesend, also weiter zum Customs Büro. Dort sitzt ein wichtig aussehender Mann, dem erzähle ich, dass wir auf Weltreise sind und unserer Tochter in Deutschland ein kleines Präsent schicken wollen. „OK,“ sagt er, „machen Sie das.“ Der letzte Kollege läuft mir uns zurück, übermittelt mündlich die Erlaubnis, und dann klappt es. „Der Karton taugt nichts,“ wird uns mitgeteilt. Also kaufen einen neutralen weißen. Alles wird eingepackt und auf die Waage gestellt, etwas über 2 kg. Wir sollen etwas rausnehmen, meint der erste Kollege, dann würde das Porto günstiger. Machen wir. Nun wird der Kasten rundherum mit Klebestreifen fest verschlossen, am zweiten Schalter mit Briefmarken beklebt, am dritten als Einschreiben notiert, und am vierten abgegeben. ERLEDIGT. Das machen wir so schnell nicht wieder.
Die Hauptpost liegt in der Nähe des alten Forts, und wir machen uns auf den Weg dorthin. Wir kommen an einem Platz vorbei, auf dem Fahrtraining oder –prüfung stattfindet. Mopeds, Tuktuks, Autos und ein Bus umkurven Plastikkegel vorwärts und rückwärts.
DSC09156Am Rand sitzen und stehen viele Personen und schauen interessiert zu. Vermutlich Familienangehörige und Freunde der Fahrschüler.
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Nach einer Information aus dem Internet soll das im Bürgerkrieg stark beschädigte Fort nicht zu besichtigen sein.
DSC09177Eindeutig falsch, es ist zwar vieles verboten, aber hinein darf man, und sogar kostenlos.

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Für eine Hündin scheint das Fort der richtige Aufzuchtsort für ihre Jungen zu sein. Vier sind zutraulich…

 

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der fünfte traut sich nicht aus seiner Höhle

 
Danach vorbei an der Bibliothek, die im Krieg mit ihren kostbaren 90.000 Büchern ausgebrannt und inzwischen wieder aufgebaut ist – Tamilen und Singhalesen haben jeweils eine eigene Version der Geschichte – erreichen wir die Altstadt.

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Hindutempel
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vielleicht braucht sie noch eine Kette fürs Wochenende

Irgendwann biegen wir in eine schmale Gasse ein und landen bei winzigen Werkstätten, wo vom Schuh, über den Wecker bis hin zu Elektrogeräten alles repariert wird.
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DSC09202Ein Mann sitzt an einer alten Nähmaschine und betreibt Upcycling. Er näht aus gebrauchten Textilien Sattelüberzüge für Fahrräder und möchte unbedingt von uns fotografiert werden.

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wenn es heiß ist, wird der Sarong zum Mini

Abendessen wollen wir in einem gut bewerteten vegetarischen Restaurant in der Nähe des großen Tempels. Wir entschließen uns, die 3 km zu laufen.
DSC09212Es wird zwar langsam dunkel, aber die Straße ist nicht übermäßig befahren.

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Ein Schreiner ist noch abends um 7 Uhr bei der Arbeit

Über 100 Gäste finden im Lokal Platz. Es gibt indisches Essen und leckere Fruchtsäfte und Lassis. Besteck wird nicht ausgeteilt, deshalb werden die auch hier im Lokal installierten Handwaschbecken eifrig genutzt. Das Essen wird auf Bananenblättern und die Getränke in Marmeladengläsern serviert. So spart man bei der Ausstattung und beim Abwasch.
Wir frühstücken zusammen mit einem Mitte 70jährigen Mann aus Jaffna, der inzwischen in Georgien lebt und mit dem wir schon gestern ein interessantes Gespräch hatten. Er war und ist für bekannte Organisationen wie die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Vereinten Nationen tätig und erzählt uns viel über die politischen Strömungen im Land.
Während wir dort sitzen, transportiert draußen ein Mann ein Doppelbett auf einem Fahrrad, er sitzt einfach mittendrin. Nie mehr gehe ich ohne Fotoapparat frühstücken.

Mannar, Esel und Anuradhapura (Sri Lanka)

Morgens nehmen wir den Bus von Jaffna nach Mannar. Heute kein Film, dafür nervtötende Musik. Die Frauen singen in unnatürlich hoher Stimmlage, wie man es im Süden Indiens liebt. Eine ganze Weile holpert der Bus über einen schmalen Sanddamm. Am Ende steht auf der linken Seite ein Hindutempel. Davor ist ein Scheiterhaufen aufgeschichtet, unter dem es schon qualmt. Mit leichtem Grausen denke ich an die früher üblichen Witwenverbrennungen. Direkt daneben liegt eine große Müllkippe!?
DSC09223 Kurz darauf beginnt eine neue Straße. Ein ganz anderes Fahrgefühl.
DSC09228Die Landschaft ist weiterhin flach und karg.
DSC09235Über eine ca. 2 km lange Brücke erreichen wir die Mannar-Insel.
Wir kommen nachmittags an und lassen uns mit einem Tuktuk zur gebuchten Unterkunft bringen. Der Fahrer hat einen speziellen Geschmack. Der Himmel des Gefährts ist mit Pelz verkleidet. Es sieht aus, als hätten zehn Mungos dafür ihr Leben lassen müssen. Nach einer Griffprobe bin ich beruhigt, es ist Kunstpelz; die Haare bewegen sich wellenförmig im Fahrtwind.
Unsere Unterkunft ist nicht weit entfernt. Der Fahrer ist unsicher, er weiß nicht, ob das die richtige Adresse ist. Da das Haus aussieht wie auf den Fotos im Internet, mache ich kurz entschlossen das Tor auf. Ein vorbeikommender Radfahrer ist entsetzt, dass sei falsch, behauptet er. Während wir draußen vor dem wieder geschlossenen Tor diskutieren, kommt von hinten eine junge Frau. Wir sind doch richtig, daraufhin verschwinden Radfahrer und Tuktukfahrer schleunigst.
Dieses Mal haben wir eine richtige Bruchbude erwischt. Es ist schmutzig, winzig und riecht muffig. Das Badezimmer ist außerhalb des Hauses, und nach dem ersten Blick beschließe ich, hier auf keinen Fall zu duschen. Zum Glück haben wir nur eine Nacht gebucht. Erstmal wollen wir uns die Stadt ansehen, und dann entscheiden, ob wir uns vor Ort eine andere Unterkunft suchen. DSC09248
Auf unserem Weg in die Innenstadt begegnen uns Esel, sie wurden seinerzeit von den Holländern mitgebracht, aber die Sri Lanker haben sie nie als Arbeitstiere genutzt. So hat sich eine Population frei lebender Tiere auf der Insel entwickelt.
DSC09249Einige sind offenbar irgendwann mal angefahren worden, und zu sehen, wie sie sich mühsam mit drei gesunden und einem verkrüppelten Bein fort bewegen, treibt mir die Tränen in die Augen. 
DSC09230Das eigentliche Zentrum Mannars scheint um den Busbahnhof herum zu liegen. Viel mehr ist nicht zu sehen.
Die meisten Häuser wirken ziemlich herunter gekommen, nur die Moschee mit ihrer vergoldeten Kuppel bildet eine Ausnahme. Auch die Markthalle hätte dringend einen Anstrich nötig.
DSC09254Als wir durch das Fischerviertel laufen, wird uns geraten, auf keinen Fall bei Dunkelheit noch hier zu sein. Also machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, aber auch da ist nicht wirklich was vorhanden. Ein Imbiss muss es heute Abend tun. Enttäuscht laufen wir zurück.
Am nächsten Morgen bestellen wir uns ein Tuktuk. Auch dieses hat einen Kunstpelzhimmel. Er ist pink und die roten Kunstledersitze haben ein Pythonmuster. Ob sich Mannars Damenwelt vom eigenwilligen Geschmack des jungen Fahrers beeindrucken lässt?

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Aus der Ferne sieht Mannar recht malerisch aus

Anuradhapura ist unser Ziel. Langsam verändert sich das Landschaftsbild, das Karge macht zunehmend wieder tropischem Bewuchs Platz. Gleich wirkt alles viel aufgeräumter, vielleicht, weil nicht mehr so viel Abfall herumliegt, oder weil er unter dem dichten Grün verschwindet.
DSC09283Anuradhapura war Jahrhunderte lang Königssitz und damit Hauptstadt. Wir machen einen langen Spaziergang in die Innenstadt. Der heilige Bodhibaum und der Tempelbezirk sind nicht unser Ziel, wir haben keinen Zugang zur buddhistischen Religion. Viel lieber durchstreifen wir die Nebenstraßen und –gassen.

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Frauen bei der Herstellung von Hoppers

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Tuktuk-Werkstatt im Armenviertel
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und einer der Bewohner, der promt um etwas Geld bettelt

Für den Abend haben wir uns aus einer Rangliste ein gutes Lokal ausgesucht, und wir werden nicht enttäuscht. Es schmeckt prima, da wollen wir am nächsten Abend noch mal hin.
Klaus hat schon seit Tagen Ohrenschmerzen, und ín der Nacht ist es schlimmer geworden. Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum privat geführten Königs-Hospital. Er wird in eine Liste eingetragen, bekommt die Nummer 3 und die Anweisung, um 18.30 wieder zu kommen.
Als wir kurz vorher dort sind, ist der Wartebereich bereits voll. Wir gehen wieder zur Anmeldung und werden von einer Krankenschwester zu einem Wartezimmer ein paar Häuser weiter geführt. Sie schiebt sich mit uns im Schlepptau zur hiesigen Anmeldung vor, der Name wird auf einer Liste abgehakt, und wir zur Apotheke im selben Raum geschickt. Dort muss Klaus erklären, warum er hier ist, und ein Schreibheft kaufen. Wir wundern uns, bekommen aber auf unsere Fragen keine richtige Antwort, nur dass er das brauchen wird, erfahren wir. Du musst bestimmt 100 mal schreiben: „Ich darf keine Wattestäbchen benutzen“, necke ich ihn. Ein junger Mann geht mit uns zurück zur Anmeldung, und nennt einen Betrag von 1.200 Rupien (6,60 €). Nach dem Bezahlen begleitet uns die Krankenschwester in den Wartebereich ein Stockwerk höher und bedeutet uns, vor Behandlungsraum 25 zu warten.
Über 50 Wartende vor fünf Behandlungszimmern, davon mehr als ein Dutzend Kinder von ca. 10 Tagen bis zu 10 Jahren. Sie sind krank und müde und dem entsprechend quengelig. Aber sie werden geduldig geschaukelt und hin- und hergetragen.
IMG_20171012_172214Amüsiert betrachte ich eine muslimische Familie mit einem Neugeborenen. Das Baby weint, und die junge Mutter schaukelt es solange, bis es eingeschlafen ist. Dann nimmt ihr eine ältere Frau – ich tippe auf die Schwiegermutter – das Kind ab, das daraufhin wieder zu schreien beginnt. Nun ist die Mutter dran, aber sobald es ruhig ist, verlangt die Ältere es wieder. So geht es zig mal hin und her. Und jetzt zeigt sich auch, wie praktisch doch so ein Kopftuch ist, als das Baby spuckt wischt die Ältere dem Säugling mit Mamas grünem Tuch schnell mal den Mund ab. Die Kinder werden in Raum 23 behandelt. Dort versuchen besorgte Eltern immer wieder, sich vorzudrängeln. Sie werden abgewiesen, das Nummernsystem scheint zu funktionieren.
Inzwischen sind wir an der Reihe, und die mit einem Sari bekleidete Ärztin lässt sich die Beschwerden schildern und notiert alles in das mitgebrachte Schreibheft. Nach inspizieren der beiden Gehörgänge und Behandlung des betroffenen Gehörgangs kann Klaus wieder Stereo hören.  Auch die verordneten Medikamente werden aufgeschrieben, ein Stempel darunter und fertig. In der Apotheke legt man das Heft vor und bekommt die Medikamente. Und der Patient behält das Heft und hat seine Akte immer zur Verfügung. So einfach kann es sein, auch ohne Krankenkarte.

Eluvamkulam, die ins Wasser gefallene Safari und Negombo (Sri Lanka)

Die Busfahrt nach Puttalam verläuft normal, auch die Musik ist wieder erträglich. Wir sind nicht mehr so weit im Norden. Nach gut 1 ½ Stunden sind wir am Zwischenziel. Weiter geht es mit einem Kleinbus. Der fährt um 1.30 ab, um kurz darauf an einem anderen Platz noch bis 2 Uhr zu warten. Und dann wird es richtig voll. Wir sitzen eng nebeneinander auf einem zweier Sitz und haben unsere Rucksäcke auf dem Schoß. Wenn man denkt, da kann unmöglich noch jemand zusteigen, wird man jedesmal eines besseren belehrt. Die Fahrgäste quetschen sich klaglos in den Gang, Gepäckstücke landen auf unseren vorne liegenden Koffern. Nach 20 Minuten steigen ca. 10 Leute aus, aber dafür 25 Schulkinder zu. Unglaublich, das wäre was für „Wetten, dass“ gewesen.
DSC09326Unsere Unterkunft für die nächsten 3 Tage beschert uns ein leichtes Afrika-Gefühl. Ein kleines Häuschen mit überdachter Veranda auf einem wunderschönen, leicht verwilderten Grundstück, die tragenden weißen Säulen mit braunen Mustern. Unser Gastgeber Sereno, der gemeinsam mit seiner Partnerin Kumari die kleine Anlage betreibt fragt, ob wir schwimmen gehen wollen. Schon, aber wo. Er läuft mit uns ein paar hundert Meter weit bis zu einem Fluss.
DSC09315„Krokodile,“ frage ich. Er lacht, hier sei es ungefährlich, erklärt er uns, und geht zum Beweis gleich ins Wasser. Das hat eine herrliche Temperatur und fühlt sich auf der Haut wie Samt an. Wir schwimmen ans andere Ufer. Kurz darauf sind zwei Kinder da, dann kommt ihre Mutter mit einer großen Schüssel und wäscht im Fluss stehend die Wäsche. Danach wäscht sie dem Jungen und sich gründlich die Haare. Das mache ich morgen auch.
Morgens um 6 sind wir mit Sereno verabredet, er will mit uns Vögel beobachten gehen. Anfangs sehen wir nicht viele, aber während des Rundgangs entdecken wir immer mehr.
P1070309Als erstes die kunstvollen Nester von Webervögeln.
P1070362Bald sehen wir den ersten Pelikan,
P1070390ein Fischadler-Paar, Black-Nack-Störche, Ibisse, Reiher,
P1070369 es müssen ein paar hundert sein. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.
Aber wir sind nicht allein zu dieser frühen Stunde unterwegs.
DSC09299Eine Frau schneidet die wie Palmwedel aussehenden aber mit heftigen Dornen bewehrten Zweige und schält sie gleich. Aus denen werden Körbe geflochten.
P1070326Ein Mann ist im Lotosteich unterwegs und schneidet Knospen in Mengen.


Ist nicht erlaubt, nur als Opfergabe für Buddha. Aber vielleicht hat er eine große Bitte oder etwas gut zu machen.
DSC09305Bei der Gelegenheit werden gleich noch ein paar Fische herausgeholt.
Als uns Kumari nach unserer Rückkehr nach über drei stunden dann noch mit einem leckeren Frühstück erwartet, sind wir vollauf zufrieden.
Nachmittags gehen wir nochmal zum Fluss. Auf dem Weg liegt frischer Elefantendung, wenn man sich vorstellt, dass die gestern Abend denselben Weg benutzt haben, wie wir. Und kaum am Ufer angekommen, fliegt ein Pfau von der anderen Seite über das Wasser. Wie schön er aussieht, sein glitzerndes Gefieder, die Flügel rostrot und die langen Schwanzfedern schwingen in leichten Wellenbewegungen.
Am nächsten Morgen steht um 5.30 Uhr ein Tee für uns bereit. Kumari ist um 3 Uhr aufgestanden und hat einen Korb mit Frühstück und Lunch für uns vorbereitet. Kurz vor sechs ist der Jeepfahrer da und dann geht es auch schon los. Er ist gerade mal ein paar 100 m gefahren, wir kämpfen noch mit der Morgenmüdigkeit, da stoppt er plötzlich.
P1070381Dort auf dem Weg, den wir gestern morgen gelaufen sind, trabt ein junger Elefant. Und keiner hat die Kamera griffbereit. Klaus nestelt seine heraus und versucht ihn noch zu erwischen. Jetzt sind wir hellwach.
P1070389Noch ein paar Kilometer bis zum Wilpattu Nationalpark. Eine Straße verläuft gerade durch den Park, eine richtige Waschbrettpiste. Anders als Bundala hat Wilpattu viel mehr dichten Dschungel. Als wir das erste Rudel Axishirsche sehen, sind wir begeistert.
P1070427Während dieser Safari sehen wir so viele Rudel, es müssen mehrere hundert Tiere sein. Auch die ersten Vögel erscheinen, Fischadler, Pfauen,
P1070433Ceylonhähne,
P1070392Bienenfresser und viele andere. Und dann beginnt es zu regnen. Erst bleiben wir unbeeindruckt, aber als der Regen heftig vom Himmel fällt, rollen wir die leider nicht ganz durchsichtige Folie vor unserem Aussichtsfenster herunter. Der Regen läuft in Strömen herunter und uns auf die Füße. Zwischenzeitlich hört es auf zu regnen, aber jedes Mal, wenn wir unter den niedrigen Ästen hindurch fahren, kriegt einer von uns eine kalte Dusche. Mehrere Male rollen wir die Folie rauf und runter; denn fotografieren ist durch sie nicht möglich. Irgendwann haben wir keinen trockenen Faden mehr am Körper.
Gegen 9 Uhr machen wir eine Frühstückspause. Dafür gibt es eine Rundhütte mit umlaufenden Bänken. Vielleicht acht Fahrzeuge sind hier, und die Hütte ist bereits voll. IMG_20171013_083219Ein besonders cleverer Axishirsch hat sich von seiner Gruppe abgesondert und versucht von den vielen Leckerbissen etwas zu erbetteln. Er lässt sich streicheln und aus der Hand füttern. Sein asymmetrisches Geweih fühlt sich ganz warm an, das überrascht mich. Er klaut einem Touristen seine Sandwichverpackung aus der Hand und versucht die Plastikfolie zu fressen, die anscheinend gut riecht. Einer der Guides rennt hinter ihm her und versucht sie ihm abzunehmen. Hoffentlich hat er Erfolg.
Safari im Regen macht keinen Spaß, so entscheiden wir, es bei einer Halbtagestour zu belassen. Unser Fahrer hat vollstes Verständnis. Wir sehen zwei Sambahirsche und einen kleinen Muntjac und dann, als wir kurz vor dem Zugangstor zum Park sind, doch noch Elefanten.
P1070468Zwei Mütter mit ihren Jungen. Wie schön, sie drehen uns zwar schnell den Rücken zu, und einer der Kleinen versteckt sich hinter einem Busch, aber wir bleiben so lange stehen und beobachten sie, bis sie im dichten Buschwerk verschwinden.
Zurück in unserem Häuschen wollen wir nur trockene Kleidung und ein Bett.
Nachmittags laufen wir mit Sereno über das große Grundstück bis runter zum Fluss.
Hier kommen gern Elefanten von der anderen Seite rüber. Auf seinem Grundstück haben sie schon an die zwanzig Palmen umgeworfen, um an die leckeren Blattaustriebe zu gelangen. Zwar versuchen einige Farmer sie durch Elektrozäune am Betreten ihrer Plantagen zu hindern, aber so ein Elefant ist nicht blöd, er holt sich eine bereits umgestoßene Palme und wirft sie auf den Zaun. So kann er gefahrlos über den Zaun und sich bedienen.
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Nachdem wir wieder einen interessanten Abend mit dem perfekt englisch sprechenden, weit gereisten und gebildeten Sereno – der hier eine neue Aufgabe gefunden hat – verbracht haben, beobachten wir zum letzten Mal, wie er zu seinem Haus weiter unten in der Nähe des Flusses läuft, wie immer verfolgt von sechs weißen Katzen.

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eine von ihnen hat verschiedenfarbige Augen

Den letzten und vorletzten Tag wollen wir in Negombo verbringen, damit wir näher am Flughafen sind. Während wir fahren setzt heftiger Regen mit Sturm ein, und ca. 30 min. vor unserem Ziel gibt es einen Stau.
dsc093641.jpgHier hat der Sturm 3 Bäume umgeworfen, die jetzt auf der Fahrbahn liegen. Die Polizei räumt – unterstützt von ein paar Männern – die Straße.
Das Restaurant im Hotel ist an drei Seiten offen, und man musste Planen spannen, damit den Gästen nicht das Essen vom Teller geweht wird.
Das erhoffte letzte Bad im Meer kann auch an unserem letzten Tag nicht stattfinden, wieder Regen und Sturm. Der Nachmittagsspaziergang lässt unsere leichte Wehmut darüber rasch verschwinden, der Strand liegt voller Müll, für uns wenig einladend.
Unser Flug nach Malaysia geht um 0.25 Uhr und wir lassen uns mit dem Taxi um 22 Uhr abholen  und die 14 km zum Flughafen bringen. Wir sind überrascht, wie viele Menschen um diese Uhrzeit hier unterwegs sind. Insgesamt dreimal wird unser Gepäck einem Sicherheitscheck unterzogen. Hier ist man also besonders gründlich.
Die Maschine startet pünktlich. Ein letzter Blick auf Colombo aus der Luft lässt Sri Lankas Hauptstadt aussehen wie einen Sternenhimmel mit unzähligen weißen Lichtpunkten, nur durchbrochen von langen gelben Linien, den beleuchteten Straßen.

Positives, Merkwürdiges und Negatives nach 6 Wochen in Sri Lanka

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unsere Reiseroute

Wir haben wir uns unterwegs zu jeder Zeit und selbst im dichtesten Gedränge sicher gefühlt. Allerdings wurde uns in der letzten Woche in einem Hotel Bargeld aus dem abgeschlossenen Zimmer gestohlen, während wir unterwegs waren.
Die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen gewinnt sofort Sympathien. Im Bus z.B. wurden wir immer wieder angesprochen, woher wir kommen und wie uns das Land gefällt. Wenn wir durch die winzigsten Gassen liefen, genügte ein Lächeln, und man winkte uns zu.
Das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist spottbillig. Ja, es dauert seine Zeit, aber sowohl innerhalb der Züge und Busse als auch außerhalb gibt es immer was zu sehen. Erstaunt hat uns, dass fremde Menschen sich dafür verantwortlich fühlen, dass wir den richtigen Bus nehmen und an der richtigen Haltestelle aussteigen.
Die Landschaft, die Vegetation und die Tierwelt hat es uns angetan. Es gibt soviel zu sehen und zu entdecken. Interessant zu sehen, wie und wo bei uns bekannte exotische Obstsorten wachsen.
Einige der Menschen, die wir getroffen haben, sind uns richtig ans Herz gewachsen, mit denen möchten wir in Kontakt zu bleiben.
Erstaunlich ist die ethnische Vielfalt. Die Menschen sind entweder sehr klein und zierlich oder sehr groß und breitschultrig oder irgendeine Variante dazwischen. Die Hautfarbe variiert von hell bis dunkel.
Unsere Verwunderung über den Straßenverkehr hat sich nicht gelegt. Obwohl jeder beim Fahren seinen Vorteil sucht, überholt, drängelt, trickst, haben wir keine Aggressionen gespürt. Drängelt sich jemand vor und ein anderer hupt, heißt das nur: „Achtung hinter Dir ist jemand.“ Beispiel: Die Straße ist auf der linken Seite gesperrt. An dieser Engstelle fahren zwei Radfahrer nebeneinander und unterhalten sich. Kurzes Hupen zum aufmerksam machen und dann drumherum gekurvt ohne sich aufzuregen.
Mit dem Linksverkehr haben wir noch immer Schwierigkeiten. Gerade wenn man eine durch Mittelstreifen geteilte oder eine Seitenstraße überquert, schauten wir öfter in die falsche Richtung. Oder schnappten kurz nach Luft, wenn ein Fahrer gefühlt falsch in einen Kreisverkehr einbog.
Werbefotos zeigen grundsätzlich weiße, kugelrunde Babys. Wenn die Temperatur draußen unter 30 Grad ist, müssen die Allerkleinsten dicke Mützen tragen. Und die kleinen Mädchen bis ca. 10 Jahre können sich außerhalb von Kindergarten und Schule wie Prinzessinnen fühlen. Egal ob Wochentag oder Sonntag, sie haben Festtagskleidchen mit Glitzer, Gold und Tüll an.
Auch nach 6 Wochen stutzen wir immer noch, wenn wir etwas fragen und unser Gegenüber den Kopf schüttelt, was „Ja“ bedeutet.
Regenschirme sieht man bei jedem Wetter. Bei Sonnenschein soll er helfen, den begehrten hellen Teint zu behalten. Übrigens wird der Sonnenmilch deshalb Bleichmittel beigemischt.
Über Schuluniformen hatte ich schon geschrieben, aber auch die Frisuren sind zumindest im Norden und Nordosten gleich. Die Mädchen tragen Zöpfe oder Affenschaukeln und die Farbe der Haarschleifen ist auch einheitlich.
Die Sri Lanker nennen ihre Kartoffeln Artãpal. Die Erklärung fanden wir auf einer holländischen Packung Instant-Kartoffelpürree. Es entspricht dem Wort Aardappel (Erdapfel).
Natürlich gibt es auch Ärgernisse, Tuktuk-Fahrer, oder Verkäufer von Waren, die uns Mondpreise nannten. Das ist im Osten und Norden nie passiert, nur an der Westküste, wo sich die meisten Touristen aufhalten. Es gibt aber auch hier Ausnahmen. Wir hatten uns an einem Busbahnhof Fruchtsaft bestellt, den ein älterer Mann vor unseren Augen zubereitete. Der junge Kassierer verlangte 150 Rupien und wurde von dem anderen zusammengestaucht. Er musste uns 50 zurückgeben.
Auch die Schlepper nerven, gerade an der Westküste kann man keine 100 m laufen, ohne dass jemand hartnäckig versucht, einem irgendwas zu verkaufen.
Die in winzigen Käfigen zum Verkauf angebotenen Vögel hätten wir am liebsten alle freigelassen.
Leider wird dieses schöne Land zugemüllt, denn Plastik ist allerorten. Und so sieht man am Straßenrand, am Strand, mitten in der Natur jede Menge davon. In einem Hotel war jeder Teller in Plastikfolie gehüllt, spart zwar den Abwasch, aber wo landet das alles? Papierkörbe sucht man auf den Straßen meist vergebens, Müllabfuhr ist auch nicht überall vorhanden. Da hat die Regierung noch einiges zu regeln.
Papier dagegen ist kostbar und wird wiederverwendet. Informationen erhält man auf winzig kleinen Zetteln. Die durch Busse laufenden Verkäufer haben aus alten Schulheften Tüten für ihre Lebensmittel gebastelt.
Würden wir wieder hinfahren? Auf jeden Fall.
Newatha hamuvemu Sri Lanka