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Nachmittags verabschieden wir uns ein bisschen wehmütig von Luang Prabang und lassen uns zum nur wenige Kilometer entfernten Flughafen bringen.

Mit einer zweimotorigen Turboprop fliegen wir über die undurchdringlich erscheinende Berglandschaft, in der keine Ansiedlungen zu erkennen sind. Nach und nach decken Wolken die Landschaft zu. Nur ab und zu schauen ein paar Berggipfel aus der flachen Schicht heraus, wie „schwimmende Inseln“ in Vanillesoße. Als wir Hanoi erreichen, regnet es. Und nun beginnt die Prozedur der Einreise. Die Formulare hatten wir uns schon im Internet herunter geladen und ausgefüllt, trotzdem dauert es eineinhalb Stunden, bis wir unsere Visa haben. Aus unserem Flieger sind wir bei den Letzten, die ihre Gepäckstücke holen. In der Ankunftshalle wartet ein verzweifelter Fahrer, der ein Schild mit meinem Namen hochhält. Zwar hatten wir versucht, das Hotel per Handy zu kontaktieren, aber im Flughafengebäude gab es keine Verbindung. Nun sind wir alle drei erleichtert, dass wir uns gefunden haben.
Inzwischen ist es dunkel, und wir können draußen nicht allzuviel erkennen. Spürbar ist jedoch, dass wir über eine sehr gute Straße fahren. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir an unserem Hotel, wo uns der Rezeptionschef Kevin (seinen richtigen Namen könne sich sowie so keiner merken) herzlich empfängt. Unser Zimmer im 5. Stock hat eigentlich jeden Komfort, bis auf eine Heizung. Wenigstens heiß duschen können wir.
Wir lassen uns ein Restaurant in der Nähe empfehlen und machen uns ausgestattet mit Stadtplan und jeder Menge Geld (2 Millionen Dong sind 74 €) auf den Weg in die Altstadt. In der 7 Millionen-Einwohner zählenden Stadt ist alles noch verstärkt. Mehr Garküchen, mehr Motorroller, mehr Menschen. Wir schlängeln uns durch die zugestellten Wege und sitzen dann einigermaßen ruhig in unserem Restaurant. Die bestellten frischen Frühlingsrollen sind schmecken richtig gut, aber die Speisekarte unterscheidet sich hier jetzt nicht sehr von denen in Myanmar, Thailand und Laos. Gebratener Reis, gebratene Nudeln, Huhn, Schwein, Rind oder Meeresfrüchte mit Nüssen, ohne Nüsse, mit Gemüse, ohne Gemüse, oder Suppen mit obigen Zutaten. Obwohl wir in Deutschland gerne asiatisch essen, wird es für uns hier etwas eintönig. Wir haben Reisende getroffen, die uns freimütig erzählten, dass sie es nicht länger als drei Wochen in diesen Ländern aushalten, dann brauchen sie vertrautes Essen. Wir sind immerhin schon 3,5 Monate unterwegs, bis wir einen solchen Gedanken überhaupt haben.
Jedenfalls schlafen wir in dieser und den nächsten Nächten wie auf Wolken, die Hotelbetten sind mit Viskoseschaummatratzen ausgestattet, die sich dem Körper genau anpassen.
Der zimmerbreite Frühstücksraum liegt im 9. Stock und hat etwas von einem Aquarium, Fenster nach allen Seiten. Hanoi liegt weiter unter einer dichten Wolkendecke, es ist kühl und ab und zu regnet es. Hilft ja nichts, wir wollen was von der Stadt sehen und ziehen uns entsprechend an. Die nahe gelegene Altstadt ist für heute unser Ziel. Als wir an die Rezeption kommen, müssen wir ein Grinsen unterdrücken. Kevin der Korrekte, sitzt da in seinem seriösen dunkelgrauen Anzug mit weißem Hemd und trägt ein rotes Rentiergeweih.


Obwohl über 80 % der Vietnamesen Atheisten sind, lieben sie Weihnachten, erklärt er uns. Sie dekorieren Haus oder Wohnung ganz nach westlichem Vorbild und dann wird eine große Feier mit gutem Essen und alkoholischen Getränken veranstaltet. Geschenke gibt es allerdings nicht.

In der Altstadt herrscht geschäftiges Treiben und ein Wahnsinnsverkehr. Gegen die Fahrweise in Hanoi war alles, was wir vorher bestaunt haben Kindergarten. Wer sich auf die Straße begibt, setzt hier jeden Tag, jede Stunde, jede Minute sein Leben aufs Spiel. Gewimmel kennen wir schon, vordrängeln, rechts überholen, auf einer dreispurigen Einbahnstraße gegen den Verkehr fahren, alles schon gesehen. Aber hier werden Ampeln offenbar als nette Lightshow betrachtet. Wer als Fußgänger bei Grün auf die Straße tritt, wird angehupt, Autos und Mopeds fahren einem fast über die Füße oder schrammen an der Kehrseite vorbei. Bremsen abrupt vor einem, und die Fahrer verstehen überhaupt nicht, was man von ihnen will, wenn man auf das grüne Licht deutet. Am Nachmittag des zweiten Tages bin ich so genervt, dass ich nur noch zurück ins Hotel will.
Bürgersteige sind – wer hätte das gedacht – für alles andere da, nur nicht für Fußgänger.


Die Anzahl der Suppenküchen ist unüberschaubar, hier wird vorbereitet, gekocht, serviert und gespült. Mittags sitzen elegant gekleidete Menschen neben ärmlich aussehenden auf kleinen Plastikhockern und verzehren Suppe, Gegrilltes oder was sonst so angeboten wird. Danach ziehen sie ihre Atemschutzmaske – gerne modisch auf die Kleidung abgestimmt – wieder an und laufen durch Lärm und Abgasgestank zurück zu ihrem Arbeitsplatz.
Wo keine Tischchen und Hocker stehen, wird der Platz als Parkplatz für die Mopeds gebraucht. Wer auf seinen zwei Beinen unterwegs ist, läuft Slalom. Zwischen allem durch, was auf dem Weg aufgebaut ist, und wenn man dort nicht weiterkommt und auf die Straße ausweicht wird man – siehe oben angehupt. Mopeds sind erschwingliche Fortbewegungsmittel für einen Großteil der Bevölkerung und transportieren nicht nur Menschen, sondern unglaubliche Mengen von Waren.

Wie die Fahrer es schaffen, sich vollbepackt durch den Verkehr zu schlängeln, ohne irgendwo hängen zu bleiben, grenzt an ein Wunder. Die vielen kleinen Läden in der Altstadt können wahrscheinlich nur so zu jeder Zeit beliefert werden. Autos kämen überhaupt nicht durch.
Auch in Hanoi treten die Geschäfte gruppenweise auf.

Erst die Schuhgeschäfte, dann die Jeansläden, dann Lichterketten und Lampen, danach Grabplatten, Obst, Blumen, Taschen, Papierwaren usw. Und als ob das noch nicht reichen würde, werden voll bepackte Fahrräder mit Ess- oder anderen Waren durch das Gewimmel geschoben, und wer keins hat kann immer noch zwei Körbe an einen Bambusstab binden und sein Kleinstunternehmen durch die Gegend tragen.
Dass noch heute eine unbeschrankte Bahnstrecke mitten durch die Stadt führt, erstaunt nur die Touristen. Die Einheimischen nutzen die meist freie Fläche auf ihre Art. Man kann hier Wäsche trocknen, einen Verkaufsstand haben, sein Moped parken, Hauptsache man hat den Fahrplan im Kopf.
Vormittags sind wir an einem koreanischen Restaurant vorbei gekommen, das BBQ anbietet. Da wollen wir abends essen. In die Vertiefung im Tisch wird ein Eimerchen mit glühenden Kohlen gestellt. Rundum ist eine Absaugvorrichtung, damit die Gäste beim Essen nicht kollabieren. Darüber wird ein runder Rost gelegt, und dann geht es los. Auf den Tisch kommen kleine Schalen mit Salaten und Soßen, und auf den Rost werden verschiedene marinierte Fleisch und/oder Fischstücke gelegt.
Der Gast muss nur zuschauen, wie geschickt das Grillgut hier gewendet und zum perfektem Garpunkt mit einer großen Schere zerteilt und wird. Anschließend kann er Fleisch und Gemüse in ein Salatblatt rollen, in eine der Soßen stippen und genießen. Es ist wirklich sehr sehr lecker. Am Nachbartisch wird ein Geburtstag gefeiert. Der Alkohol fließt reichlich, Schnaps, Bier und Wein, alles wird hoch geschätzt und eifrig konsumiert, die Gäste werden immer fröhlicher und lauter. Das überträgt sich auch auf die vier Kinder, die dabei sind und begeistert um den aufgestellten Tannenbaum toben. Irgendwann kommt ein zehnjähriges Mädchen an unseren Tisch und fragt uns nach Namen und Herkunft. Wir wiederum erfahren, dass sie schon seit der Vorschule regelmäßig Englischunterricht hat. Wir müssen uns schreiend verständigen, um die feiernden Erwachsenen zu übertönen.
Wir wollen ins französische Viertel.

Der Weg führt vorbei an einem Weihnachtsmarkt. Schon am Vorabend hatten wir Blasmusik gehört, nun wissen wir, was der Grund war. Im Eingangsbereich steht ein animierter lebensgroßer Weihnachtsmann mit Saxophon. Eine weitere Attraktion ist eine aufgebaute Weihnachtsstube mit Tannenbaum und Geschenken. Künstlicher Schnee aus Seifenschaum entzückt die Besucher, die hier eifrig fotografieren. Im französische Viertel gruppieren sich die vielen Botschaftsgebäude und hier sind die Bürgersteige wirklich zu benutzen.

Schöne alte Villen, ein Kaufhaus im Art Deko Stil, eine Kirche, wie sie französischer nicht sein kann, schicke Geschäfte und renommierte Cafés prägen das Bild dieses Stadtteils. Ein Café sieht so verlockend aus, dass wir hier eine Pause einlegen. Der Geschäftsführer lässt es sich nicht nehmen, uns zu zeigen wo die Kreationen hergestellt werden. Stolz erzählt er uns, dass das Hauptgeschäft in Ho-Chi-Minh-Stadt mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Der Kaffee schmeckt im Land des zweitgrößten Produzenten übrigens sehr gut. Für uns der beste, den wir während unserer Reise getrunken haben, leicht schokoladig mit geringer Säure.
Am Abend – es ist Freitag – laufen wir zum Hoan-Kiem-See, der zwischen Altstadt und französischem Viertel liegt. Am Wochenende sind die Straßen rundherum für Auto- und Mopedverkehr gesperrt. Welche Wohltat, auch die einheimischen Fußgänger sind offensichtlich glücklich und laufen kreuz und quer über die Straßen.

Sänger und solche, die sich dafür halten, präsentieren sich hier und werden mit wohlwollendem Beifall bedacht. Nicht alle Stilrichtungen empfinden unsere Ohren als wohlklingend.
Der im See liegende Schildkrötenturm leuchtet geheimnisvoll. Nach einer Legende hat die im See lebende Schildkröte im 15. Jahrhundert einem Fischer ein magisches Schwert gebracht, der damit die chinesische Besatzung beenden konnte. Daraufhin wurde er zum König ernannt. Die Schildkröte bekam das Schwert zurück. Aus Dankbarkeit ließ der König den dreistöckigen Turm bauen. 1968 fand man im See eine über 2 m lange und 250 kg schwere Schildkröte, die 400 Jahre alt gewesen sein soll. Sie wurde präpariert und wird auf der Insel im See in einem Glaskasten präsentiert.
Hanoi ist keine Stadt, in die man auf den ersten Blick verguckt, aber uns hat es insgesamt gefallen und wir würden nochmal hinfahren.



Und hier, im größten Hafen Vietnams kommt man aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Es scheint, als wären die Bagger des ganzen Landes hier gleichzeitig eingesetzt. Was hier alles auf einmal passiert ist unfassbar. Gebäude werden hochgezogen, Straßen in alle Richtungen angelegt, Bürgersteige gepflastert, Einfahrten planiert. Wie das wohl in 10 Jahren aussieht?

Die Häuser sind ein, höchstens zwei Zimmer breit, können aber durchaus bis 10 Stockwerke hoch sein. Sie sehen aus wie in Scheiben geschnitten. Wir sind froh, dass wir nicht in der Hauptsaison hier sind, Cat Ba ist auch bei den Einheimischen so beliebt, dass die Stadt dann aus allen Nähten platzt.






Unsere Vermieterin erwartet uns bereits und bringt die Koffer per Moped schon zur Unterkunft.



Der Bahnhof sieht aus, als habe man ihn extra geputzt und poliert. Auf dem Bahnsteig treffen wir wieder die holländische Familie, die dasselbe Ziel hat wie wir. Der Zug kommt pünktlich, pro Wagon ist eine Tür geöffnet, vor der jeweils ein Kontrolleur steht, der die Reisenden erst nach einem Blick auf die Fahrkarten einsteigen lässt. Direkt am Eingang steht eine Kiste mit Wasserflaschen, aus der sich jeder bedienen kann. Die Sitzreihen haben einen merklich größeren Abstand als bei uns üblich, die Rückenlehnen lassen sich in eine angenehme Schlafposition zurückstellen. In der einen Hälfte des Wagens sind die Sitze in, in der anderen gegen die Fahrtrichtung montiert. Wo sie sich in der Mitte treffen, gibt es in jeder der beiden Reihen ein Tischchen. Leider sind die Fenster von außen mit einer Lochfolie beklebt. Man kann zwar erkennen, durch was für eine Gegend wir fahren, aber alles nur verschwommen. Der Grund dafür bleibt uns verborgen; denn innen sind noch Rollos gegen Sonneneinstrahlung angebracht. Diese achtstündige Fahrt verbringen wir hauptsächlich mit Lesen und Beobachten, denn vom Rausschauen wird einem etwas schwindelig und fotografieren ist schon gar nicht möglich. Vor uns sitzen zwei Frauen, wahrscheinlich Großmutter und Mutter mit drei Mädchen. Solange nicht alle Plätze besetzt sind, können sie sich nach Belieben ausbreiten. Die Mutter des etwa 6-jährigen Mädchens und der 4-jährigen Zwillingsschwestern ist unglaublich gestresst, und während der Fahrt kriegen die kleineren Mädchen öfter mal einen Schlag auf den Po oder auf den Kopf. Sie verziehen keine Miene, sondern klettern fröhlich weiter auf den Sitzen herum. Sie sind diese Behandlung offenbar gewohnt. Die Großmutter der Kinder mischt sich nicht ein, versucht aber die Kinder ruhig zu halten, und irgendwann liegen sie vor ihrer Bank auf dem Boden und schlafen. Sie selbst rollt sich auf der Sitzbank zusammen und fällt auch sofort in Tiefschlaf.
Bei einer Krippe, die wir ein Stück weiter sehen, stehen neben Ochs und Esel auch Zebra, Tiger, Giraffe und Elefant vor dem Christkind.
Aber am Eingang der Höhle wird er ausgeschaltet und nun rudern uns die zwei Bootsfrauen in die Höhle hinein. Das Dach – bestehend aus drei großen Blechabdeckungen – wird mit Hilfe der Passagiere übereinander und nach hinten geschoben, so dass man freien Blick nach oben hat. Obwohl außer unserem auch etliche andere Boote in der Höhle sind, ist es leise. Man hört nur das Aufschlagen der Ruder und das Klicken der Fotoapparate. Die Höhle ist unbeschreiblich, wunderschöne Formationen haben sich in verschiedenen Farben herausgebildet. Die Decke hat eine unglaubliche Farbgestaltung. Man könnte glauben, Michelangelo habe sie schon für die Schöpfungsszene vorbereitet. In einigen Foren wird sie als die schönste Tropfsteinhöhle der Welt beschrieben, aber ist Schönheit messbar?
Auf der Rückfahrt hält das Boot an und wir klettern über eine Sanddüne in die Höhe, um den restlichen Weg zu laufen. Wenn der Fluss Hochwasser führt, ist die Höhle unpassierbar, dann wird Sand angeschwemmt und auch abgetragen. Wir kommen an wunderbaren Gebilden vorbei. In schneeweiß, karamellbraun, sandbeige mit Glitzer sind die vielfältigsten Formen zu sehen. Eine zwanzig Meter hohe Formation aus Quallen, zerbrechlich wirkende Faltenwürfe, aufsteigende Oktopusse, Orgeln und so viele andere. Durch dieser Zauberwelt kann man bequem über sorgfältig angelegte Stufen laufen. Wächter passen auf, dass nichts angefasst oder etwa ein Souvenir abgebrochen wird. Es ist ein wunderschönes Erlebnis.
In drei Reihen sind Doppelstockkojen montiert. Die Lehnen sind weit zurückgeklappt, die Füße kommen in eine keilförmige Hülle, die wiederum Stütze für die vordere Lehne ist. Ein großer Mensch kann hier nicht aufrecht sitzen, weil er sonst mit dem Kopf an die darüber liegende Koje stößt. Außerdem lässt sich die Rückenlehne nicht aufrecht stellen. Steppdecken liegen bereit, und schon bald nach der Abfahrt schlafen die meisten, eingelullt durch den gegen die Scheiben tropfenden Regen. Und auch mir fallen in dieser Position, mit warmer Decke und dem Brummen des Motors die Augen zu.
Plötzlich stoppt der Bus, ich schaue aus dem Fenster und direkt in die Augen eines Kuhkopfes. Der Fahrer hat offenbar angehalten, um hier an diesem Fleischstand am Straßenrand den Weihnachtsbraten zu kaufen.
Unser Schaffner schnappt sich plötzlich eine Schaumstoffunterlage, legt sie neben Klaus auf den Boden, darauf ein Kopfkissen und schon liegt er mit Schlafmaske und Steppdecke da und schläft den Schlaf des Gerechten.
Vor und an Weihnachten wird hier wohl besonders gern geheiratet. Wir kamen schon mit dem Bus und später auch zu Fuß an mehreren, üppig mit Rosen geschmückten Sälen vorbei, wo die Feiern in vollem Gange sind. Die Bräute tragen prächtige weiße Kleider nach westlichem Vorbild. Am späten Nachmittag laufen wir durch die Stadt.




Hier nutzen die Fischer noch die typischen geflochtenen Rundboote, die wie überdimensionale Brotkörbe aussehen. Durch eine Teerschicht sind sie wasserdicht. Hoffentlich können wir sie während unseres Aufenthaltes mal in Aktion sehen. Wie man es damit schafft, genau dort wieder anzukommen, wo man losgepaddelt ist, ist mir ein Rätsel.
Sie ist wie Hue UNESCO Weltkulturerbe. Auch wenn man es nicht schon vorher gelesen hätte, macht die Anzahl der Touristen es jedem sofort klar. Hoi An hatte zu Kolonialzeiten den größten Hafen in Südostasien und war die Verbindung zur Seidenstraße. Wegen der fortschreitenden Versandung des Hafens verlegte die französische Kolonialmacht 1888 den Sitz der Hauptstadt nach Da Nang. Nun war Hoi An unwichtig geworden und wurde während des Vietnamkrieges von Bombardierungen verschont.













Während wir dort sitzen, kommt ein Mopdfahrer direkt vors Lokal gefahren. Auf dem Rücksitz sind 6 große Säcke gestapelt, aus denen es gewaltig tropft. Er liefert den Nachschub an Eiswürfeln. Während der nächsten Tage sehen wir diesen Lieferservice öfter. Die Speisekarte bietet typisches vietnamesisches Essen, alle Arten von Meeresfrüchten, Schnecken, Wildschwein zubereitet auf Hundeart (oder war es umgekehrt). Am Nebentisch feiern ca. zehn Personen Geburtstag. Der Tisch bietet kaum Platz für die vielen verschiedenen Gerichte, aber die Torte hat einen hervorgehobenen Platz, die Kerzen darauf werden angezündet, dann ertönt das international bekannte „Happy Birthday“. Nahezu jeder zweite Ton ist richtig. Und damit ist die Feier beendet und sie brechen auf. Zurück bleiben auf dem Tisch unzählige Platten und Teller, unter dem Tisch die leeren Bierdosen.


Wir folgen der Straße weiter bis zur Basilika Notre Dame, die mit französischen Materialien erbaut und 1883 eröffnet wurde. Sie wird zur Zeit renoviert und kann nur von außen besichtigt werden.
In einer innen liegenden Musikschule findet heute Abend ein Konzert statt. Auch hier fallen uns die eleganten Besucher auf.




Die Mutter kocht ungewöhnlich gut, und wir lassen uns abends einen Elefantenohrfisch schmecken. Das funktioniert so: Ein Blatt Reispapier hinlegen, darauf kleingeschnittene Gurke und Ananas, ein paar Reisnudeln und Stücke vom heißen Fisch. Dann zusammenrollen und in die leicht scharfe Soße stippen – lecker.


Das fruchtbare rund 40.000 km³ große Mekongdelta ist ein Gebiet, das kreuz und quer von Flüssen, Bächen, Kanälen und Gräben durchzogen ist. Die südliche Reiskammer Vietnams kann mit drei Ernten pro Jahr über die Hälfte des Jahresertrages beitragen. Außerdem gedeihen viele tropische Früchte. Da es mehr Wasserwege als Straßen gibt, hat auch der Fischfang eine große lokale Bedeutung. Entlang der Straßen ist hier jedoch alles so dicht bebaut, dass nicht zu erkennen ist, wo eine Stadt aufhört und die nächste beginnt.





Im Meer winkt eine Krabbenstatue – das Wahrzeichen der Stadt – denn Kep ist bekannt für seine Meeresfrüchte und hat einen täglichen Krabbenmarkt,

Ein Nationalpark liegt ganz in der Nähe und bietet einen gut gekennzeichneten Rundweg mit vielen schönen Ausblicken auf die Küste. Es gibt auch einen Kletterpfad mit Halteseilen auf einen der Gipfel mit besonders schönem Ausblick auf den Sonnenuntergang. Danach ist für den Rückweg eine Stirnlampe unverzichtbar.
Der Weg zum Strand führt an einer Affenkolonie vorbei. Die Tiere wissen genau: In den Mülltonnen liegen die durchgedrückten Zuckerrohrstangen, die nach der Saftpressung übrig bleiben. Mit vereinten Kräften werden die Behälter umgeworfen und liegen kreuz und quer herum. Und jetzt kommen auch die Kleinsten leicht an all die Köstlichkeiten heran.


Als wir über die Strandpromenade laufen, spielen gerade zwei Männer Da Cau (Fuß-Federball), eine sehr alte asiatische Sportart. Der Federball ist ein kleiner Zylinder, der oben mit Federn bestückt ist. Geschickt wird er mit der Schuhsohle zurückgeschlagen. Eine Weile schauen wir fasziniert zu.
Das Wahrzeichen dieser Stadt steht mitten auf dem Kreisel auf der Hauptstraße – eine Durian (Stinkfrucht). Rund um Kampot gibt es Plantagen, auf denen die Bäume stehen. Nicht zu vergessen, die Pfefferplantagen. Seit dem 13. Jahrhundert wird in Kambodscha Pfeffer angebaut, auch dieses einträgliche Geschäft wurde durch den Krieg zunichte gemacht. Die Menschen wurden verschleppt, die Pflanzen auf den Plantagen gingen ein und erst langsam kommt das Geschäft wieder in Gang. Kampot-Pfeffer ist eine überaus begehrte Sorte, weil sie Aroma und Fruchtigkeit perferkt kombiniert. Hier wird sogar der seltene rote Pfeffer geerntet.
Die zwei Elefanten haben ein einigermaßen großes Gehege, das auch einen stabilen Eindruck macht. Sofort kommt das Paar angelaufen in der Hoffnung auf Futter. Wir haben nichts, und der Bulle greift mit dem Rüssel eine leere Keksschachtel und bläst sie mir ins Gesicht. Von Gaffern hält er schon mal gar nichts. Ein Stück entfernt verkauft eine Frau Bananen für die Tiere und wir kaufen für ein paar Dollar ein. Damit sind die beiden Dickhäuter versöhnt, obwohl es für sie nur etwas für den hohlen Zahn ist. Ziemlich nachdenklich laufen wir zurück Richtung Ausgang, als ein Mann auf dem Moped Klaus um Hilfe bittet.

Es geht auf den Abend zu, als wir auf der Rückfahrt ein paar Viehhirten begegnen, die die Rinder zurückbringen. Gerade passieren sie eine Stelle, wo eine Hochzeit gefeiert wird. Die Musik dröhnt laut und schief und die Tiere versuchen, so schnell wie möglich außer Hörweite zu kommen – wie wir auch.






Eine ältere Frau erledigt ein kleines Geschäft ganz zwanglos auf dem Bürgersteig. Vierzig Minuten später kommen drei Personen, steigen ein und sofort setzt der Bus die Fahrt fort über den Fluss in Richtung Norden.Tja, das zum Thema Fahrplan. Es folgen Dörfer, Städte und Reisfelder. Heute am Sonntag nutzen viele Menschen den luftigen, schattigen Platz unter ihren auf Stelzen errichteten Häusern. Sie liegen in Hängematten oder sitzen mit Familie und Freunden beim Essen.
Rico, der französische Besitzer mit seiner kambodschanischen Frau Kunthy und ein Mitarbeiter bringen uns und die Koffer die fünf Kilometer zurück zur Unterkunft. Dort wartet ein kleiner gelb gestrichener Bungalow auf uns.
Ein sechs Wochen alter Welpe mit zu großem Fell und Denkerstirn erobert uns im Sturm. Wenn ich auch nicht richtig laufen kann, spielen und schmusen geht prima.



















Vom Bayon Tempel führt ein 200 Meter langer Weg zum Baphuon Tempel. Auf einem Platz tummeln sich Affen. Man soll sie auf keinen Fall füttern, aber das kümmert viele Touristen überhaupt nicht. Sie verteilen mit lächelnder Miene gekochte Maiskolben und andere Leckereien und versuchen Fotos von sich mit den fressenden Tieren zu machen. Ein Affe trinkt wie ein Mensch aus einer Wasserflasche und wird sofort zum Lieblings-Fotomotiv.
Weiter zum Phimeanakas Tempel und zur Terrasse des Lepra-Königs, der einen besonderen Schatz bereit hält, ein Relief, das perlengeschmückte Tänzerinnen und bewaffnete Krieger zeigt. Die Detailtreue und die Vielfalt bei den Gesichtern ist verblüffend. Das Relief zählt zu den schönsten Kunstwerken der Khmer-Aera.
Nachdem wir die Elefantenterrasse entlang gelaufen sind, die wirklich zum Andenken und zur Verehrung der vielen Arbeitselefanten errichtet wurde, treffen wir unseren Fahrer wieder.

Die Mitte bildet der 65 m große Turm – der wahrscheinlich als Totentempel gedacht war – umgeben von vier Ecktürmen. Man kann gegen extra Eintrittsgeld hochsteigen, und die willigen Touristen reihen sich in die über 100 Meter lange Schlange – in der mindestens fünf Menschen nebeneinander stehen – ein.



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