Es ist zehn Uhr und unser Fahrer ist nicht da. Das hat es ja noch nie gegeben. Anruf bei der Frau, die uns gestern die Tickets verkauft hat. „Er kommt gleich,“ beschwichtigt sie. Zwanzig Minuten später ist er da. Sein Gefährt, ein größeres „Pickup“ (Motorrad mit Ladefläche und Sitzbänken hinten) lässt sich prima beladen und bietet genügend Platz. Und dann geht es auf die 17 km lange Fahrt mit dem untermotorisierten Gefährt. Die Straße ist schlecht und wir werden dermaßen durchgerüttelt, dass wir die Zähne fest zusammenbeißen müssen, damit sie nicht klappern. An fotografieren ist nicht zu denken. Nach dem Aussteigen beben wir noch ein Weilchen nach.
Der Zeitpuffer war groß genug, wir warten noch beinahe eine ¾ Stunde. Der Bus der dann kommt, ist recht komfortabel.
Er hat bequeme Sitze, bei denen sich die Lehne weit nach hinten stellen lässt, und auf jeden Fahrgast wartet eine flauschige Decke. Braucht man auch, die Temperatur liegt laut Anzeige bei 18 Grad, aber die Luft, die aus den Lautsprechern strömt, scheint noch kälter zu sein.
Wir kommen an Weinfeldern vorbei. Der wenige Wein, der in Myanmar produziert wird hat seine Anbauflächen hier im Shan Staat. Dörfer liegen rechts und links der Straße, es gibt viel Landwirtschaft.

Bergeweise liegen winzig kleine Chilischoten zum Trocknen auf der Fahrbahn.

Es wird langsam dämmrig und die Bauern kommen mit ihrem Ochsengespann zurück oder bringen die Rinder für die Nacht auf die eingezäunte Weide.
Unser Ziel Naypyitaw erreichen wir in der Dunkelheit. Der ursprünglich vorgesehene Wechsel in einen anderen Bus findet nicht statt, es kommt nur ein neuer Fahrer für den bisherigen Bus. Wir haben eine längere Pause, damit der Bus geputzt werden kann. Als es weiter geht, gibt es eine kurze Irritation. Für den Anschlussbus hatten wir neue Sitzplatznummern, aber niemand macht Anstalten, seinen bisherigen Platz zu verlassen und unsere neuen Plätze frei zu machen, also bleiben wir auch sitzen. Zwei Frauen steigen neu zu und haben offenbar Karten für die von uns besetzten Plätze. Sie sind leicht angesäuert, aber der Schaffner regelt das ganz schnell. Ein einzelner Mann wird nach vorne geschickt, eine Frau eine Reihe nach hinten gesetzt, und so haben die beiden dann doch zwei Plätze nebeneinander und sind zufrieden. Der Bus fährt durch die großzügig angelegten Straßen von Naypyitaw, der neuen Hauptstadt. Die Stadt ist wohl für ein hohes Bevölkerungswachstum konzipiert worden, wirkt aber noch menschenleer. Kurz danach wird das Licht ausgemacht und die meisten Fahrgäste schlafen sofort ein. Obwohl wir Jacken tragen sind wir froh, die Decken zu haben, die Innentemperatur liegt inzwischen bei 16 Grad.

Um vier Uhr stoppt der Bus an einer Raststätte. Alle müssen aussteigen, und der Schaffner drückt jedem ein kleines Päckchen mit einem eingeschweißten feuchten Waschlappen und Zahnbürste und Zahnpasta in die Hand. Ein langer Gang führt am Lokal vorbei zu den Toiletten. Auf halbem Weg ist ein viereckiges Becken, dort stehen schon etliche Menschen, schöpfen mit Plastik-Stieltöpfen Wasser, waschen sich und putzen die Zähne. Rundherum liegt Schmutz und Abfall, und weil der Gang überdacht ist, wird auch der nächste Starkregen nicht für Sauberkeit sorgen. Uns vergeht die Lust auf Frühstück. Die meisten verzehren zu dieser frühen Stunde schon gebratenen Reis oder Suppen. Um halb sieben erreichen wir Mawlamyine. Als die wartenden Moped- oder Tuktuk-Fahrer erfahren, in welches Hotel wir wollen, winken sie enttäuscht ab. Es sei nur eine Minute erklärt man uns, wir sollen einfach rechts abbiegen und die Straße geradeaus gehen.
Im Empfangsbüro bekommen wir schon einen Kaffee, und der Landsmann, der hier gerade frühstückt, erzählt uns von einer Bootsfahrt auf dem Than-Lwin River. Wir machen wir uns auf den Weg 1,5 km langen Weg in die Innenstadt, um zu frühstücken. Rechts an der Hauptstraße liegt ein kleiner Bauernhof wie aus einem alten Kinderbuch. Hennen scharren im Sand und führen ihre Küken herum Eine Weile schauen wir einem Truthahn zu, der mit gespreizten Federn vor einem schneeweißen Hahn herumstolziert und kollert. Der Weg führt über einen Hügel in die Innenstadt.

Von allen Seiten strömen die Schulkinder herbei, jedes trägt einen Henkelmann für die Tagesverpflegung. Die meisten Lokale sind am frühen Morgen noch geschlossen, aber nach längerem Suchen finden wir am Fluß ein Cafe, in dem wir sehr guten Kaffee bekommen.
Abends laufen wir nochmal los. Gerade als wir an einem prächtigen Tempel vorbei kommen, fällt der Strom aus. Zum Glück habe ich meine Taschenlampe dabei. Das Restaurant, das wir uns für heute ausgesucht haben, liegt in einem sehr schön gestalteten Garten mit Bambus, Kieswegen und vielen Pflanzen. Kerzenlicht sorgt für festliche Stimmung. Was wir aus der japanischen Speisekarte ausgesucht haben schmeckt köstlich. Die Myanmar-Brauerei hat gerade ein Gewinnspiel ins Leben gerufen. Erscheint der Name der Brauerei im Kronkorken hat man eine weitere Flasche gewonnen. Da kann sich ein Abend ganz schön in die Länge ziehen.
Im Hotel lernen wir Jean-Marc und Annie, ein Paar aus Frankreich kennen, mit dem wir am nächsten Abend zum Essen fahren. Die beiden sind weit gereist und lieben die ursprüngliche birmesische Küche. Wir landen in einem Lokal ohne Speisekarte, man schaut in die Töpfe und deutet auf das, was man möchte.
Die Weiterreise nach Hpa an wollen wir mit dem Boot machen und sind gegen acht Uhr an der Anlegestelle, wo schon verschiedene Menschen warten.

[Eine Frau trägt eine große Einkaufstasche und als sie das Gemüsebündel herunter hebt, reckt ein Huhn seinen Kopf heraus, gackert laut und versucht zu fliehen. Kaum liegt das Gemüse wieder obendrauf ist Ruhe. Ich hatte mich schon auf eine Flußfahrt mit Huhn gefreut, aber sie fährt mit einem anderen Boot. Links vom Anleger waschen zwei Personen ihre Mülltonnen im Fluß aus, rechts treibt eine aufgedunsene tote Ratte und noch weiter rechts steht ein Mann bis zum Bauchnabel im Wasser und putzt seine Zähne.

Nachdem die anderen acht Passagiert eingetroffen sind, geht es los. Ein Holzsteg wir auf Boot und Anleger gelegt, und das Gepäck ins Boot befördert. Die Männer beachten den Steg gar nicht, sie laufen einfach durchs Wasser. Nur die europäischen Fahrgäste nutzen den Steg. Acht von ihnen sind französichsprachig. Interesse an der Umgebung zeigen nur wir und ein weiteres älteres Paar. Eine der jungen Frauen muss offenbar dringend ihre Bein enthaaren, andere lesen ihre Reiseführer oder schlafen.
Nach einer guten Stunde erreichen wir eine Insel, auf der ein sehenswertes Kloster steht.

Wir werden bereits von drei Tuktuks erwartet und durch ein malerisches Dorf zur Anlage gefahren. Die Häuser in diesem Dorf sind aus Holz und jedes hat einen kleinen mit Buntglas gestalteten Erker.

Im Kloster werden gerade Hochzeitsfotos gemacht. Kein Wunder, die Anlage hat einen ganz eigenen Stil und bietet unendlich schöne Motive für jeden Fotografen.
Mit lautem Geknatter fährt das Boot weiter. Links und rechts werden auf Inseln und am Flussufern Bananen und Gemüse angebaut. Ab und zu liegt ein Dort am Fluss.

Hier ist die ganze Böschung mit weißen Säcken bedeckt. Sandsäcke? Nein, einfach nur Müll. Sobald es stark regnet oder der Wasserpegel steigt, wird alles vom Fluss mitgenommen.

Wir nähern uns langsam den bizarren Bergformationen, die Hpa An so besonders machen. Als wir nach fünf Stunden da sind, legt das Boot an einem Steg an, den man allerdings nicht als solchen erkennen kann, da ringsherum wieder Abfall und Material gelagert wird.
Man könnte die Besucher ja auch etwas netter willkommen heißen denken wir. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir unser Hotel mitten im Ort. Ein erster Spaziergang lässt uns das Zentrum der lebendigen Stadt schnell erkunden. Hier gibt es eine Moschee, die buddhistischen Heiligtümer sind etwas außerhalb.
Abends auf der Dachterrasse kommen wir mit Stefan und Christian aus der Schweiz ins Gespräch, die beiden belohnen sich mit einem Bier für ihren anstrengenden Aufstieg auf den Zwe Kabin Klosterberg.

Wir finden gar kein Ende bei unserer Unterhaltung und setzen sie beim gemeinsamen Abendessen fort. Die beiden sind einfach umwerfend nett, und weil wir auch noch eine Glückssträhne beim Bier trinken (3 Flaschen gewonnen) haben, wird es ein unvergesslich fröhlicher Abend. Leider verlassen sie am nächsten Morgen das Hotel.

Wir schauen uns die Markthalle an, aber die Temperatur von 34 Grad (gefühlt 40) lässt uns schnell ins klimatisierte Zimmer flüchten.Das französische Ehepaar, Jean-Marc und Annie, ist inzwischen auch in Hpa An angekommen und wir verabreden uns zum Abendessen. Das Lokal ist voll, aber wir finden im Hinterzimmer Platz. Die dort versammelten Birmesen sind derartig laut, dass wir uns anschreien müssen.

Aber wir wollen am nächsten Tag gemeinsam die Höhlentour machen, da können wir unsere Unterhaltung unter besseren Bedingungen fortsetzen.
In der Nacht ist mir plötzlich schlecht, aber ich will die Tour unbedingt mitmachen und trinke nur einen Tee zum Frühstück. Und dann erfahren wir per WhatsApp, dass es auch Annie und Jean-Marc erwischt hat. Die Beiden sagen ab. Als deutsche sechser Gruppe fahren wir um 8.30 los. Zwei Münchner und zwei Duisburger sind mit uns im Pickup-Tuktuk. Nach einigen Kilometern über eine asphaltierte Straße geht es über holprige Wege weiter zu unserer ersten Höhle “Kwat-Ka-Taung“ oder eher zu einem großen Felsüberhang.

Alles malerisch an einem See gelegen. Es ist mal wieder Feiertag und viele Burmesen sind auf die Idee gekommen, Höhlen und Tempel zu besuchen.
In der nächsten Höhle „Saddan-Cave“ sind außer verschiedenen Buddhastatuen, die festlich mit bunten LED-Leuchten illuminiert sind, auch verschiedene Fledermausarten beheimatet. Auch hier muss man barfuß laufen, und weil es von der Decke tropft ist der Boden teilweise glatt wie eine Eisfläche und wird mir zum Verhängnis. Eine junge Thai, die gerade noch ein Selfie mit mir zusammen gemacht hat, kommt mir mit ihrem Mann zur Hilfe.

Die Höhle ist recht groß und auf dem weiteren 800 m langen Weg, der auf und ab geht, ist fortan immer jemand an meiner Seite, um mir über die glitschigen Stellen hinweg zu helfen.

Am anderen Ende der Höhle befindet sich ein See, über den man mit einem Nachen durch eine weitere Höhle und eine Wasserstraße wieder zum Ausgangspunkt zurück gepaddelt bzw. gestakt wird.
Jetzt geht es über die holprigste Straße Myanmars zu nächsten Attraktion, einem Wasserfall. Aber vorher wird noch in dem dortigen Lokal zu Mittag gegessen. Hier ist noch die Hallowin-Dekoration vorhanden (Spinnweben in allen Ecken und besonders an der Decke). „Wasserfall nur bei Regen,“ erklärt uns unser Fahrer, aber er zeigt uns gern, wo er dann fällt. Es gibt aber ein auch ein Felsspalt aus dem ein unterirdischer Bach fließt. Dessen Wasser wird von ein paar gemauerte Wasserbecken aufgefangen, in denen Kinder und Erwachsene sich abkühlen. Die Münchnerin hat sich ein Moped-Taxi bestellt, um ins Hotel zurück zu fahren. Auch sie hat Magen-Darm Probleme und bricht die Tour ab.
Für uns geht es weiter zum Garten der 1000 Buddhafiguren. Kurze Verständigung unter uns fünf Teilnehmern, wir lassen den Garten links liegen und fahren weiter zum „Kyat-Ka-Lat“–Tempel.

Ein schöner Tempel in einem See, eine Pagode auf einem einzelnen Felsen, hier ist eines der großen Heiligtümer Myanmars. Viele Menschen erfreuen sich an den Schönheiten, auch eine Gruppe Mönche ist unterwegs.

Dann ist die „Kawt-Gone“ Höhle unser nächster Besichtigungsort. Faszinierend die vielen winzig kleinen Buddhafiguren, die mosaikartig an den Felsen befestigt sind. So etwas haben wir bisher noch nicht gesehen. Die Sonne steht schon tief am Himmel, als wir zur nächsten Sehenswürdigkeit, der „Ya-Thay-Pyan“ Höhle fahren.

Man muss einige Treppen steigen und hat eine schöne Aussicht. Aus den Wiesen steigt der Nebel und macht die Landschaft geheimnisvoll. Wir haben die Befürchtung, dass wir den Höhepunkt, den Ausflug der Fledermäuse aus der „Bat-Cave“ verpassen und beeilen uns mit der Besichtigung. Und als wir dann nach 17 Uhr dort endlich ankommen, glauben wir zu spät zu sein. Aber direkt am Felsen warten etliche Leute, also wird es wohl noch nicht so weit sein. Der Fahrer sagte, 17.40 Uhr würden die Fledermäuse ihre Höhle verlassen, aber da passiert gar nichts. Fünf Minuten später beginnt jemand einen Gong zu schlagen, und anscheinend haben die Fledermäuse auf dieses Signal gewartet.
Als ob man einen Korken aus einer zuvor geschüttelten Sektflasche zieht, schießen die Fledermäuse in einem nicht enden wollenden Strom aus dem Berg und fliegen in eine Richtung über den Fluss. Es müssen Millionen sein, dreizehn verschiedene Arten sollen es sein, aber man kann sie unmöglich auseinander halten, nur dass da verschieden große in der Luft sind können wir erkennen. Der Ausflug der Tiere nimmt und nimmt kein Ende, die Gongschläge sind längst verstummt, es wird immer dunkler, und noch immer kommen welche aus dem Berg. Und sie fliegen noch raus, als wir uns im Schein unserer Taschenlampen auf den Rückweg zum Parkplatz machen. Es ist ein unvergessliches Schauspiel: Die Dämmerung über dem „Than-Lwin“-Fluss die Masse der Tiere und das regengleiche Rauschen ihrer Flügelschläge.
Wir beschließen, zusammen mit den beiden Duisburgern noch Essen zu gehen und bitten den Fahrer, uns zu einem bestimmten Lokal zu fahren, nur ein kleiner Umweg auf dem Rückweg, aber er kann oder will uns nicht verstehen und fährt uns zum Motel. Dort will er uns dann plötzlich zurück zu dem ausgesuchten Lokal fahren. Das hätte ihm extra Umsatz gebracht, ist uns jetzt aber zu spät, und so laufen wir das kurze Stück bis zum Lokal vom ersten Abend.
Mit dem Taxi (5 Fahrgäste) geht es am nächsten Vormittag für 6 € pro Person auf landschaftlich schöner Strecke 160 km durch die Berge nach Miawaddy, der Grenzstadt in Myanmar auf dem Weg nach Thailand.

















Der Fisch aus dem See, der Klaus serviert wird, hätte eine vierköpfige Familie satt gemacht, Klaus zum Glück auch.
















Zuerst kommen wir zum Wahrzeichen der Stadt, dem goldenen Uhrturm der abends um 19, 20 und 21 Uhr in verschiedenen Farben angestrahlt wird.
Er ist das National-Heiligtum Thailands und wird seit dem 18. Jahrhundert in Bangkok im Wat Phra Si Rattana Sadsadaram verehrt. Hier in Chiang Rai steht eine Replik. Der Künstler hat bei der Herstellung allerdings nicht exakt gearbeitet, und die Kopie ist 1 mm kleiner ausgefallen, als das 66 cm große Heiligtum, er kam uns doch gleich etwas mickrig vor. Ob es für die Kopie auch die drei verschiedenen Gewänder für Hitze, Kälte und Regenzeit gibt, die in Bangkok nur vom König oder seinem Stellvertreter gewechselt werden dürfen, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.
Nur Weiß und Silber wurde für das Äußere des Tempel verwendet. Durch seine ungewöhnlichen Verzierungen unterscheidet er sich von allen anderen.

Immer wieder staunen wir, dass es für viele Asiaten am wichtigsten ist, auf jedem ihrer Fotos selbst im Vordergrund zu sein. Als ob sie beweisen müssten, dass sie wirklich dort gewesen sind.

Und dann lassen wir uns gefangen nehmen von der schönen Strecke. Einzelne Karstfelsen, Hügelketten, hübsche Dörfer, weite Reisfelder. Wir können uns nicht satt sehen und sind nach einer Stunde und 40 Minuten an der Grenze in Chiang Khong. Der Bus hält, wir wechseln in ein Tuktuk und werden die letzten 5 km direkt an die Grenze gebracht. Am ersten Schalter wird überprüft, ob wir ein Ausreiseformular haben, am zweiten wird es aus dem Pass entfernt. Beide Beamten lächeln uns freundlich an. Das ist bei Grenzbeamten äußerst selten. Wir verlassen das Grenzterminal zur anderen Seite, dort müssen wir ein Busticket kaufen, genauer gesagt zwei für jeden, weil wir dummerweise Gepäck dabei haben. Der Bus steht bereits da. Erstaunlich, was die Menschen alles transportieren. Zwei Frauen schleppen sich mit riesigen durchsichtigen Plastiktüten ab. Inhalt: jede Menge Schweinefleisch und Pilze. Wahrscheinlich betreiben sie in Laos ein Restaurant.
Der Bus fährt über die Brücke der Freundschaft über den Mekong. Auf der anderen Seite füllen wir dann zwei Formulare für die Einreise aus, legen ein Passbild und jeweils 30 $ dazu, und in fünf Minuten haben wir unser 30 Tage Visum. Am wenigsten zahlen Vietnamesen (20 $), am meisten Kanadier (42 $). Dann wird nochmal kontrolliert und wir sind auf laotischer Seite am Ostufer des Mekong.






Uns fällt auf, dass hier viele Jungs, die nicht älter als 11 oder 12 Jahr zu sein scheinen, schon Moped fahren. Entweder sitzt die Mutter auf dem Rücksitz oder die jüngeren Geschwister. Natürlich sind sie stolz wie Oskar und hupen andauernd, wenn sie an uns vorbeifahren.










Die jetzt folgende Strecke ist die schönste seit Wochen. Sie schraubt sich in die Berge hinein, einem Nebenfluss des Nam Ou, der unser Ziel ist, folgend.



Der nächste Stopp ist Muan Ngoy ein reizender kleiner Ort mit hübschen Stelzenhäusern am steilen Ufer. Hier steigen die meisten aus, weil sie von hier aus Trekkingtouren unternehmen wollen.



Die Landschaft ist wirklich sehenswert, links und rechts der Straße immer wieder Häuser mit glücklichen Hühnern.







Der Weg führt über eine Bambusbrücke, die nur sechs Monate über den Nam Khan führt, danach wird sie wieder abgebaut, weil sie während der Monsunzeit sowieso weggerissen würde. Der geringe Eintrittspreis kommt der laotischen Familie zugute, die für Auf- und Abbau zuständig ist.

Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit empfinden wir den Weg heute als anstrengend, und dann ist das Kloster auch noch geschlossen. Wir sind also nur für ein paar Fotos hier herauf gelaufen, naja unserer Gesundheit hat es bestimmt nicht geschadet.

Am Rand „arbeitet“ eine durch das fließende Wasser angetriebene alte Reismühle, allerdings hier nur noch zu Schauzwecken.








Dass noch heute eine unbeschrankte Bahnstrecke mitten durch die Stadt führt, erstaunt nur die Touristen. Die Einheimischen nutzen die meist freie Fläche auf ihre Art. Man kann hier Wäsche trocknen, einen Verkaufsstand haben, sein Moped parken, Hauptsache man hat den Fahrplan im Kopf.
Der Gast muss nur zuschauen, wie geschickt das Grillgut hier gewendet und zum perfektem Garpunkt mit einer großen Schere zerteilt und wird. Anschließend kann er Fleisch und Gemüse in ein Salatblatt rollen, in eine der Soßen stippen und genießen. Es ist wirklich sehr sehr lecker. Am Nachbartisch wird ein Geburtstag gefeiert. Der Alkohol fließt reichlich, Schnaps, Bier und Wein, alles wird hoch geschätzt und eifrig konsumiert, die Gäste werden immer fröhlicher und lauter. Das überträgt sich auch auf die vier Kinder, die dabei sind und begeistert um den aufgestellten Tannenbaum toben. Irgendwann kommt ein zehnjähriges Mädchen an unseren Tisch und fragt uns nach Namen und Herkunft. Wir wiederum erfahren, dass sie schon seit der Vorschule regelmäßig Englischunterricht hat. Wir müssen uns schreiend verständigen, um die feiernden Erwachsenen zu übertönen.


Der im See liegende Schildkrötenturm leuchtet geheimnisvoll. Nach einer Legende hat die im See lebende Schildkröte im 15. Jahrhundert einem Fischer ein magisches Schwert gebracht, der damit die chinesische Besatzung beenden konnte. Daraufhin wurde er zum König ernannt. Die Schildkröte bekam das Schwert zurück. Aus Dankbarkeit ließ der König den dreistöckigen Turm bauen. 1968 fand man im See eine über 2 m lange und 250 kg schwere Schildkröte, die 400 Jahre alt gewesen sein soll. Sie wurde präpariert und wird auf der Insel im See in einem Glaskasten präsentiert.

Und hier, im größten Hafen Vietnams kommt man aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Es scheint, als wären die Bagger des ganzen Landes hier gleichzeitig eingesetzt. Was hier alles auf einmal passiert ist unfassbar. Gebäude werden hochgezogen, Straßen in alle Richtungen angelegt, Bürgersteige gepflastert, Einfahrten planiert. Wie das wohl in 10 Jahren aussieht?

Die Häuser sind ein, höchstens zwei Zimmer breit, können aber durchaus bis 10 Stockwerke hoch sein. Sie sehen aus wie in Scheiben geschnitten. Wir sind froh, dass wir nicht in der Hauptsaison hier sind, Cat Ba ist auch bei den Einheimischen so beliebt, dass die Stadt dann aus allen Nähten platzt.






Unsere Vermieterin erwartet uns bereits und bringt die Koffer per Moped schon zur Unterkunft.


