(Wegen fehlender Bilder ist diese Seite mit einer älteren Version verlinkt)
Gleich nachdem wir laotischen Boden betreten haben, steuern wir den nächsten Geldautomaten an. Heute wollen wir mal so richtig prassen und 2 Millionen Kip abholen.
Wir warten auf ein Sammeltaxi, das Linda, Erik und uns sowie einen Amerikaner 15 km nach Houayxay bringt. Der erste Eindruck begeistert uns. Die Landschaft ist sehr schön, nette Häuser, blühende Blumen. Die Strecke führt am Mekong entlang, der hier schon eine beachtliche Breite hat.
Das Tuktuk hält vor Lindas Hotel. Erik sagt, dass alle Hotels und Gasthäuser an dieser Straße liegen. Also ziehen wir unsere Koffer hinter uns her und sind nach 200 Metern auch an unserem vorgebuchten Hotel angelangt. Im gegenüber liegenden Lokal bestellen wir uns belegtes Baguette, ein Erbe aus der französischen Besatzungszeit. Als wir bezahlen stellen wir fest, dass das Geld bereits knapp geworden ist. Ich bin es nicht gewohnt, Beträge mit mehr als zwei Nullen vom Geldautomaten zu holen. Offenbar hat mich die große Summe so verwirrt, dass ich eine Null zu wenig eingegeben habe, und wir stattdessen mit nur 200.000 Kip = 20 € dastehen.

Houayxay ist die Provinzhauptstadt von Bokeo.

Eine nette kleine Stadt mit hübschem Tempel auf einem Hügel, von dem aus man einen Blick auf den Mekong und das gegenüber liegende thailändische Ufer hat.

Das ein Stück weiter liegende französische Fort Carnot ist baufällig und man kann das Gelände nicht nicht mehr betreten.

Auf dem Rückweg schauen wir verblüfft auf eine Gruppe Männer die ein Petanque-Turnier austrägt. Mit Begeisterung und viel Bier ist hier Militär gegen Polizei angetreten. Man lädt uns ein, zuzuschauen und mitzutrinken. Das kann man gar nicht ablehnen, und so beobachten wir mit einem Glas Bier in der Hand den Fortgang des Spiels. Einer der Spieler hat schon soviel Alkohol intus, dass er sich immer wieder an der Hauswand abstützen muss. Aber Werfen kann er immer noch hervorragend, das Zielwasser scheint von bester Qualität zu sein.

Später schauen wir unten am Fluss einem Fischer zu, der unter den wachsamen Augen seiner Söhne mit einem Wurfnetz offenbar das Abendessen für die Familie fängt. Die Jungen ahmen seine Bewegungen nach und helfen, die winzigen Fische aus dem Netz zu befreien und in einen Plastikkorb zu legen.
Für die Weiterfahrt am nächsten Morgen bestellen wir in dem Hotel gegenüberliegenden Restaurant mit Zimmervermietung und angeschlossenem Reisebüro zwei Busfahrkarten bei einer geschäftstüchtigen 75jährigen Dame, die mit untergeschlagenen Beinen auf einem Stuhl hockt und begeistert Geld zählt. Wir sollen uns um 8.30 im Lokal einfinden, sie würde alles arrangieren.
Kurz vor 8 sind wir da und frühstücken erst einmal. Ein Franzose und ein Engländer sind ebenfalls dort und warten auf den Fahrer, der sie zum Flughafen bringen soll. Wir gehen davon aus, dass wir zusammen fahren, aber die alte Dame winkt ab, wir hätten noch Zeit. Als sie verstanden hat, dass wir nicht – wie die meisten Touristen – das Schiff nach Luang Prabang um 11 Uhr sondern den Bus nach Luang Namtha um 9 Uhr nehmen wollen, zitiert sie den bereits mit den beiden Fahrgästen davon gebrausten Fahrer per Handy zurück.
Der Engländer steigt an dem nicht so einfach als solchem zu erkennenden Flughafen aus. Da steht zwar keine Wellblechhütte, aber das Gebäude würde auch als Privat-Haus durchgehen.
Unser Kleinbus steht schon am Busbahnhof. Ohne viel Federlesens kommen die Koffer direkt aufs Dach und wir suchen im bereits gut besetzten Bus Plätze. Die beiden letzten Sitzreihen sind mit Kartons belegt. Der Busfahrer fährt also auch wieder Pakete aus. Es werden gerade soviel Pakete unter Mithilfe von mehreren Fahrgästen durchs Fenster nach draußen gereicht, dass zwei Plätze in der letzen Sitzreihe für uns frei werden. Kurz vor Abfahrt kommt noch ein älteres Ehepaar. Die Rucksäcke landen auf dem Dach, und die beiden sollen auf kleinen Plastikhockern im Mittelgang Platz nehmen. Der Mann protestiert lautstark. Das macht er auf keinen Fall mit, dass er 6 Stunden zusammengefaltet im Mittelgang transportiert wird. Er will die Rucksäcke wiederhaben, aber auf einmal werden die letzen Kartons nach draußen befördert und die beiden Kanadier bekommen zwei Plätze neben uns. Sie kommen vom Yukon Staat und verbringen jeden Winter in Südostasien, wenn sie zu Hause im Bergbaubereich nicht mehr arbeiten können.
Der Weg führt wieder durch eine landschaftlich schöne Gegend. Es gibt einen kurzen Zwischenstopp an einem Lokal.

Wir beobachten einen etwa vierjährigen Jungen, der auf der obersten von zwei Stufen hockt; vor sich ein paar getrocknete runde schwarze Beeren, in der Hand einen angespitzten Stock. Ganz schnell versucht er mit je einem Stockschubs die Beeren von der Treppenstufe zu stoßen. Gelingt es ihm nicht, sammelt er alle wieder ein und beginnt von vorn.

Die Kanadierin hat Luftballons im Rucksack. Sie bläst einen pinkfarbenen auf und reicht ihn dem Jungen. Sofort kommt ein anderer dazu. Auch er bekommt einen, einen weißen. Der besonders schüchterne dritte wird von seiner Oma gedrängt, sich auch einen zu holen. Wieder ist es ein pinkfarbener. Der mittlere Junge ist unzufrieden und nimmt dem kleinsten den Ballon weg. Auf unseren tadelnden Ton hin gibt er dem Kleinen den weißen. Dem ist aber die Farbe ganz offensichtlich völlig egal. Bin gespannt, wie lang das gut geht, um die Stufen liegen viele spitze Steine. Ihr Mann erzählt, dass sie schon Ärger deswegen hatten. Auch dabei ging es wieder um einen Luftballon. Das begeisterte Kind drückte zu fest zu, der Ballon platzte und das Kind weinte. Sie wurden daraufhin von den Erwachsenen beschimpft.
Als ich nach hinten zu den Toiletten gehe, liegt auf einem Tisch ein großes totes Riesengleithörnchen (wobei Riesen und –chen sich eigentlich ausschließen). Entweder werden sie gegessen oder irgendwelche Innereien ins nahe gelegene China verkauft. So ein Tier hätte ich ja viel lieber lebendig gesehen.
Nach ca. 1 Stunde Weiterfahrt erreichen wir unser heutiges Ziel Vieng Phouka. Am kleinen Flüsschen liegt ein Gasthaus, wo wir ein ordentliches Zimmer mit Bad und fließendem warmen Wasser zum Preis von 8 € bekommen.
Wir wollen ein bisschen laufen und gehen zunächst mal den Berg hinauf zum Tempel. Vor uns läuft eine Frau, die ihren kleinen Jungen mit einem Tuch auf den Rücken gebunden hat. Plötzlich bleibt sie stehen und klopft ihm zweimal sanft auf den Po. Plötzlich ist ihr Rock nass!? Windeln sind hier unbekannt, und da passiert schon mal ein Missgeschick.
Am Tempel vorbei führt der Weg durch Kautschuk-Plantagen in ein kleines Dorf.
Uns fällt auf, dass hier viele Jungs, die nicht älter als 11 oder 12 Jahr zu sein scheinen, schon Moped fahren. Entweder sitzt die Mutter auf dem Rücksitz oder die jüngeren Geschwister. Natürlich sind sie stolz wie Oskar und hupen andauernd, wenn sie an uns vorbeifahren.

Von dem Dorf laufen wir am Waldrand entlang zu einem großen Acker. Unter Plastikfolien-Kuppeln wird Gemüse gezogen. Ein größere Gruppe lebt direkt beim Acker, und ist gerade dabei, die Pflanzen zu bewässern.

Nach ein paar hundert Metern sind wir wieder zwischen Kautschukplantagen. Mittendrin steht eine kleine Hütte, eine Frau hängt gerade Wäsche auf. Ihr Mann ist damit beschäftigt, die kleinen Auffangbehälter mit der inzwischen dickflüssig gewordenen Gummimilch in einen großen Eimer zu leeren. Entweder wird die Ausbeute abgeholt oder er muss sie zu einer bestimmten Anlieferungsstelle bringen. Da würden wir gern sehen, wie es weiter geht. Aber wir wollen nicht in die Dunkelheit kommen und laufen jetzt am Flussufer entlang zurück.
Heute ist Nationalfeiertag und bis auf ein Restaurant hat alles geschlossen. Aber Essen wollen wir unbedingt. Es ist abends schon empfindlich kalt und das Lokal hat nur an drei Seiten Wände. Der vordere Teil ist offen. Es gibt Nudelsuppe.
Auf einem Holzfeuer steht auf dem Boden ein Topf von den Ausmaßen eines Einkochkessels. In ihm brodelt die Brühe. Oben am Tisch schneidet eine junge Frau Fleisch klein, verteilt es in zwei Schüsseln, weicht Nudeln in kochendem Wasser ein und tut sie dazu. Zwei Schöpfkellen Brühe darüber und die Suppe ist fertig. Wir bekommen noch einen Teller mit Weißkohlstreifen und verschiedenen Kräutern hingestellt, die man ganz nach Gusto in die Suppe geben kann. Schmeckt gut, und mit Getränken zahlen wir 4 €.
Am nächsten Morgen gehen wir dort frühstücken. Der Zimmernachbar aus dem Hotel, der mit seiner Frau vor dem Lokal auf den Bus Richtung Houayxay wartet, empfiehlt uns die Rühreier. Die junge Köchin ist gerade mit der Vorbereitung der Suppe beschäftigt. Sie mörsert Gewürze, steckt eine Handvoll Chilischoten auf einen Spieß und schneidet Kräuter. Obwohl sie einen großen Tisch hat, arbeitet sie – auf einem Hocker sitzend – weit vornübergebeugt auf der Erde. Wir bestellen die Eier, zwei für jeden. Die junge Köchin versteht wohl nicht was wir wollen, sie kippt eine halbe Flasche Öl in den Wok und schlägt die Eier hinein. Wir bekommen jeder vier! Da bekommt die magere Hündin gegenüber noch was ab. Für acht Eier und vier Tassen Kaffee bezahlen wir wieder 4 €.
Als wir danach unsere Koffer aus dem Hotel holen und die Straße ein Stück hinunter gehen, um auf den Bus zu warten, steht das Paar für die Gegenrichtung noch immer da. Auch als unser Bus schon gekommen ist, warten sie noch immer.
Die Strecke ist nicht so lang, eine Stunde und vierzig Minuten später sind wir am Busbahnhof von Luang Namtha. Katharina, die ebenfalls im Bus saß schlägt vor, gemeinsam ein Tuktuk zu nehmen. Sie hat ihr Hotel bereits gebucht, wir dieses Mal noch nicht. Aber ihres gefällt uns, und wir bekommen auch noch ein Zimmer dort.


Der Nachmittagsspaziergang führt uns zum Fluss, über den eine Holzbrücke führt. Jedes Jahr muss sie nach starken Regenfällen und anschließendem Hochwasser erneuert werden. Unglaublich, dass die Mopeds über dieses schmale Ding ohne Geländer brausen. Manche Touristen haben schon ein Problem damit, sie zu Fuß zu überqueren. Hier sieht das Wasser recht sauber aus. Kinder planschen, Frauen holen Wasser für die Gärten oder waschen Wäsche.
Abends im Restaurant sitzen wir einem sympathischen Paar gegenüber. Wir lächeln uns an und beschließen, uns an deren Tisch zu setzen. Das ist mal wieder ein Glücksfall, wieder ein holländisches Paar, das uns sehr beeindruckt. Ruth und Bart sind mit den Fahrrädern unterwegs. Sie sind von China aus nach Laos gekommen und wollen bis nach Bangkok radeln. Was die Zwei schon alles erlebt haben, wie spannend sie erzählen können und was sie noch alles vor sich haben, imponiert uns sehr. Wir werden ihrem Weg über die App „Polarsteps“ folgen.
Den nächsten Tag wollen wir zum 6 km entfernten Wasserfall. Erst wollten wir ein Moped mieten, aber Ruth erzählte mir, dass der Weg unglaublich schlecht sei, also laufen wir.

Wir kommen an Hütten vorbei, hier außerhalb von Luang Namtha haben sich einige Volksgruppen aus der nördlichen Bergregion niedergelassen und betreiben eine kleine Landwirtschaft.

In einem winzigen Weiler, direkt vor dem Wasserfall, wird noch Papier aus Bambus hergestellt. Wir schauen fasziniert zu und beschließen, auf dem Rückweg einen Bogen Papier zu kaufen.

Aber erst laufen wir bergauf zum Wasserfall. Wir finden es zu kühl, aber ein paar Kinder und Jugendliche lassen sich nicht abschrecken und toben vergnügt in den kühlen Wasserbecken.

praktische Vorrichtung für Wäsche oder Würste
Abends treffen wir alte Bekannte, das Ehepaar vom Yukon. Wir gehen zusammen essen und erzählen uns gegenseitig Geschichten aus unserem Leben. Vielleicht treffen wir Jasmin und Michael ja noch einmal, wäre schön.




Die jetzt folgende Strecke ist die schönste seit Wochen. Sie schraubt sich in die Berge hinein, einem Nebenfluss des Nam Ou, der unser Ziel ist, folgend.



Der nächste Stopp ist Muan Ngoy ein reizender kleiner Ort mit hübschen Stelzenhäusern am steilen Ufer. Hier steigen die meisten aus, weil sie von hier aus Trekkingtouren unternehmen wollen.



Die Landschaft ist wirklich sehenswert, links und rechts der Straße immer wieder Häuser mit glücklichen Hühnern.







Der Weg führt über eine Bambusbrücke, die nur sechs Monate über den Nam Khan führt, danach wird sie wieder abgebaut, weil sie während der Monsunzeit sowieso weggerissen würde. Der geringe Eintrittspreis kommt der laotischen Familie zugute, die für Auf- und Abbau zuständig ist.

Bei 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit empfinden wir den Weg heute als anstrengend, und dann ist das Kloster auch noch geschlossen. Wir sind also nur für ein paar Fotos hier herauf gelaufen, naja unserer Gesundheit hat es bestimmt nicht geschadet.

Am Rand „arbeitet“ eine durch das fließende Wasser angetriebene alte Reismühle, allerdings hier nur noch zu Schauzwecken.








Dass noch heute eine unbeschrankte Bahnstrecke mitten durch die Stadt führt, erstaunt nur die Touristen. Die Einheimischen nutzen die meist freie Fläche auf ihre Art. Man kann hier Wäsche trocknen, einen Verkaufsstand haben, sein Moped parken, Hauptsache man hat den Fahrplan im Kopf.
Der Gast muss nur zuschauen, wie geschickt das Grillgut hier gewendet und zum perfektem Garpunkt mit einer großen Schere zerteilt und wird. Anschließend kann er Fleisch und Gemüse in ein Salatblatt rollen, in eine der Soßen stippen und genießen. Es ist wirklich sehr sehr lecker. Am Nachbartisch wird ein Geburtstag gefeiert. Der Alkohol fließt reichlich, Schnaps, Bier und Wein, alles wird hoch geschätzt und eifrig konsumiert, die Gäste werden immer fröhlicher und lauter. Das überträgt sich auch auf die vier Kinder, die dabei sind und begeistert um den aufgestellten Tannenbaum toben. Irgendwann kommt ein zehnjähriges Mädchen an unseren Tisch und fragt uns nach Namen und Herkunft. Wir wiederum erfahren, dass sie schon seit der Vorschule regelmäßig Englischunterricht hat. Wir müssen uns schreiend verständigen, um die feiernden Erwachsenen zu übertönen.


Der im See liegende Schildkrötenturm leuchtet geheimnisvoll. Nach einer Legende hat die im See lebende Schildkröte im 15. Jahrhundert einem Fischer ein magisches Schwert gebracht, der damit die chinesische Besatzung beenden konnte. Daraufhin wurde er zum König ernannt. Die Schildkröte bekam das Schwert zurück. Aus Dankbarkeit ließ der König den dreistöckigen Turm bauen. 1968 fand man im See eine über 2 m lange und 250 kg schwere Schildkröte, die 400 Jahre alt gewesen sein soll. Sie wurde präpariert und wird auf der Insel im See in einem Glaskasten präsentiert.

Und hier, im größten Hafen Vietnams kommt man aus dem Staunen überhaupt nicht mehr heraus. Es scheint, als wären die Bagger des ganzen Landes hier gleichzeitig eingesetzt. Was hier alles auf einmal passiert ist unfassbar. Gebäude werden hochgezogen, Straßen in alle Richtungen angelegt, Bürgersteige gepflastert, Einfahrten planiert. Wie das wohl in 10 Jahren aussieht?

Die Häuser sind ein, höchstens zwei Zimmer breit, können aber durchaus bis 10 Stockwerke hoch sein. Sie sehen aus wie in Scheiben geschnitten. Wir sind froh, dass wir nicht in der Hauptsaison hier sind, Cat Ba ist auch bei den Einheimischen so beliebt, dass die Stadt dann aus allen Nähten platzt.






Unsere Vermieterin erwartet uns bereits und bringt die Koffer per Moped schon zur Unterkunft.



Der Bahnhof sieht aus, als habe man ihn extra geputzt und poliert. Auf dem Bahnsteig treffen wir wieder die holländische Familie, die dasselbe Ziel hat wie wir. Der Zug kommt pünktlich, pro Wagon ist eine Tür geöffnet, vor der jeweils ein Kontrolleur steht, der die Reisenden erst nach einem Blick auf die Fahrkarten einsteigen lässt. Direkt am Eingang steht eine Kiste mit Wasserflaschen, aus der sich jeder bedienen kann. Die Sitzreihen haben einen merklich größeren Abstand als bei uns üblich, die Rückenlehnen lassen sich in eine angenehme Schlafposition zurückstellen. In der einen Hälfte des Wagens sind die Sitze in, in der anderen gegen die Fahrtrichtung montiert. Wo sie sich in der Mitte treffen, gibt es in jeder der beiden Reihen ein Tischchen. Leider sind die Fenster von außen mit einer Lochfolie beklebt. Man kann zwar erkennen, durch was für eine Gegend wir fahren, aber alles nur verschwommen. Der Grund dafür bleibt uns verborgen; denn innen sind noch Rollos gegen Sonneneinstrahlung angebracht. Diese achtstündige Fahrt verbringen wir hauptsächlich mit Lesen und Beobachten, denn vom Rausschauen wird einem etwas schwindelig und fotografieren ist schon gar nicht möglich. Vor uns sitzen zwei Frauen, wahrscheinlich Großmutter und Mutter mit drei Mädchen. Solange nicht alle Plätze besetzt sind, können sie sich nach Belieben ausbreiten. Die Mutter des etwa 6-jährigen Mädchens und der 4-jährigen Zwillingsschwestern ist unglaublich gestresst, und während der Fahrt kriegen die kleineren Mädchen öfter mal einen Schlag auf den Po oder auf den Kopf. Sie verziehen keine Miene, sondern klettern fröhlich weiter auf den Sitzen herum. Sie sind diese Behandlung offenbar gewohnt. Die Großmutter der Kinder mischt sich nicht ein, versucht aber die Kinder ruhig zu halten, und irgendwann liegen sie vor ihrer Bank auf dem Boden und schlafen. Sie selbst rollt sich auf der Sitzbank zusammen und fällt auch sofort in Tiefschlaf.
Bei einer Krippe, die wir ein Stück weiter sehen, stehen neben Ochs und Esel auch Zebra, Tiger, Giraffe und Elefant vor dem Christkind.
Aber am Eingang der Höhle wird er ausgeschaltet und nun rudern uns die zwei Bootsfrauen in die Höhle hinein. Das Dach – bestehend aus drei großen Blechabdeckungen – wird mit Hilfe der Passagiere übereinander und nach hinten geschoben, so dass man freien Blick nach oben hat. Obwohl außer unserem auch etliche andere Boote in der Höhle sind, ist es leise. Man hört nur das Aufschlagen der Ruder und das Klicken der Fotoapparate. Die Höhle ist unbeschreiblich, wunderschöne Formationen haben sich in verschiedenen Farben herausgebildet. Die Decke hat eine unglaubliche Farbgestaltung. Man könnte glauben, Michelangelo habe sie schon für die Schöpfungsszene vorbereitet. In einigen Foren wird sie als die schönste Tropfsteinhöhle der Welt beschrieben, aber ist Schönheit messbar?
Auf der Rückfahrt hält das Boot an und wir klettern über eine Sanddüne in die Höhe, um den restlichen Weg zu laufen. Wenn der Fluss Hochwasser führt, ist die Höhle unpassierbar, dann wird Sand angeschwemmt und auch abgetragen. Wir kommen an wunderbaren Gebilden vorbei. In schneeweiß, karamellbraun, sandbeige mit Glitzer sind die vielfältigsten Formen zu sehen. Eine zwanzig Meter hohe Formation aus Quallen, zerbrechlich wirkende Faltenwürfe, aufsteigende Oktopusse, Orgeln und so viele andere. Durch dieser Zauberwelt kann man bequem über sorgfältig angelegte Stufen laufen. Wächter passen auf, dass nichts angefasst oder etwa ein Souvenir abgebrochen wird. Es ist ein wunderschönes Erlebnis.
In drei Reihen sind Doppelstockkojen montiert. Die Lehnen sind weit zurückgeklappt, die Füße kommen in eine keilförmige Hülle, die wiederum Stütze für die vordere Lehne ist. Ein großer Mensch kann hier nicht aufrecht sitzen, weil er sonst mit dem Kopf an die darüber liegende Koje stößt. Außerdem lässt sich die Rückenlehne nicht aufrecht stellen. Steppdecken liegen bereit, und schon bald nach der Abfahrt schlafen die meisten, eingelullt durch den gegen die Scheiben tropfenden Regen. Und auch mir fallen in dieser Position, mit warmer Decke und dem Brummen des Motors die Augen zu.
Plötzlich stoppt der Bus, ich schaue aus dem Fenster und direkt in die Augen eines Kuhkopfes. Der Fahrer hat offenbar angehalten, um hier an diesem Fleischstand am Straßenrand den Weihnachtsbraten zu kaufen.
Unser Schaffner schnappt sich plötzlich eine Schaumstoffunterlage, legt sie neben Klaus auf den Boden, darauf ein Kopfkissen und schon liegt er mit Schlafmaske und Steppdecke da und schläft den Schlaf des Gerechten.
Vor und an Weihnachten wird hier wohl besonders gern geheiratet. Wir kamen schon mit dem Bus und später auch zu Fuß an mehreren, üppig mit Rosen geschmückten Sälen vorbei, wo die Feiern in vollem Gange sind. Die Bräute tragen prächtige weiße Kleider nach westlichem Vorbild. Am späten Nachmittag laufen wir durch die Stadt.




Hier nutzen die Fischer noch die typischen geflochtenen Rundboote, die wie überdimensionale Brotkörbe aussehen. Durch eine Teerschicht sind sie wasserdicht. Hoffentlich können wir sie während unseres Aufenthaltes mal in Aktion sehen. Wie man es damit schafft, genau dort wieder anzukommen, wo man losgepaddelt ist, ist mir ein Rätsel.
Sie ist wie Hue UNESCO Weltkulturerbe. Auch wenn man es nicht schon vorher gelesen hätte, macht die Anzahl der Touristen es jedem sofort klar. Hoi An hatte zu Kolonialzeiten den größten Hafen in Südostasien und war die Verbindung zur Seidenstraße. Wegen der fortschreitenden Versandung des Hafens verlegte die französische Kolonialmacht 1888 den Sitz der Hauptstadt nach Da Nang. Nun war Hoi An unwichtig geworden und wurde während des Vietnamkrieges von Bombardierungen verschont.













Während wir dort sitzen, kommt ein Mopdfahrer direkt vors Lokal gefahren. Auf dem Rücksitz sind 6 große Säcke gestapelt, aus denen es gewaltig tropft. Er liefert den Nachschub an Eiswürfeln. Während der nächsten Tage sehen wir diesen Lieferservice öfter. Die Speisekarte bietet typisches vietnamesisches Essen, alle Arten von Meeresfrüchten, Schnecken, Wildschwein zubereitet auf Hundeart (oder war es umgekehrt). Am Nebentisch feiern ca. zehn Personen Geburtstag. Der Tisch bietet kaum Platz für die vielen verschiedenen Gerichte, aber die Torte hat einen hervorgehobenen Platz, die Kerzen darauf werden angezündet, dann ertönt das international bekannte „Happy Birthday“. Nahezu jeder zweite Ton ist richtig. Und damit ist die Feier beendet und sie brechen auf. Zurück bleiben auf dem Tisch unzählige Platten und Teller, unter dem Tisch die leeren Bierdosen.


Wir folgen der Straße weiter bis zur Basilika Notre Dame, die mit französischen Materialien erbaut und 1883 eröffnet wurde. Sie wird zur Zeit renoviert und kann nur von außen besichtigt werden.
In einer innen liegenden Musikschule findet heute Abend ein Konzert statt. Auch hier fallen uns die eleganten Besucher auf.




Die Mutter kocht ungewöhnlich gut, und wir lassen uns abends einen Elefantenohrfisch schmecken. Das funktioniert so: Ein Blatt Reispapier hinlegen, darauf kleingeschnittene Gurke und Ananas, ein paar Reisnudeln und Stücke vom heißen Fisch. Dann zusammenrollen und in die leicht scharfe Soße stippen – lecker.


Das fruchtbare rund 40.000 km³ große Mekongdelta ist ein Gebiet, das kreuz und quer von Flüssen, Bächen, Kanälen und Gräben durchzogen ist. Die südliche Reiskammer Vietnams kann mit drei Ernten pro Jahr über die Hälfte des Jahresertrages beitragen. Außerdem gedeihen viele tropische Früchte. Da es mehr Wasserwege als Straßen gibt, hat auch der Fischfang eine große lokale Bedeutung. Entlang der Straßen ist hier jedoch alles so dicht bebaut, dass nicht zu erkennen ist, wo eine Stadt aufhört und die nächste beginnt.





Im Meer winkt eine Krabbenstatue – das Wahrzeichen der Stadt – denn Kep ist bekannt für seine Meeresfrüchte und hat einen täglichen Krabbenmarkt,

Ein Nationalpark liegt ganz in der Nähe und bietet einen gut gekennzeichneten Rundweg mit vielen schönen Ausblicken auf die Küste. Es gibt auch einen Kletterpfad mit Halteseilen auf einen der Gipfel mit besonders schönem Ausblick auf den Sonnenuntergang. Danach ist für den Rückweg eine Stirnlampe unverzichtbar.
Der Weg zum Strand führt an einer Affenkolonie vorbei. Die Tiere wissen genau: In den Mülltonnen liegen die durchgedrückten Zuckerrohrstangen, die nach der Saftpressung übrig bleiben. Mit vereinten Kräften werden die Behälter umgeworfen und liegen kreuz und quer herum. Und jetzt kommen auch die Kleinsten leicht an all die Köstlichkeiten heran.


Als wir über die Strandpromenade laufen, spielen gerade zwei Männer Da Cau (Fuß-Federball), eine sehr alte asiatische Sportart. Der Federball ist ein kleiner Zylinder, der oben mit Federn bestückt ist. Geschickt wird er mit der Schuhsohle zurückgeschlagen. Eine Weile schauen wir fasziniert zu.
Das Wahrzeichen dieser Stadt steht mitten auf dem Kreisel auf der Hauptstraße – eine Durian (Stinkfrucht). Rund um Kampot gibt es Plantagen, auf denen die Bäume stehen. Nicht zu vergessen, die Pfefferplantagen. Seit dem 13. Jahrhundert wird in Kambodscha Pfeffer angebaut, auch dieses einträgliche Geschäft wurde durch den Krieg zunichte gemacht. Die Menschen wurden verschleppt, die Pflanzen auf den Plantagen gingen ein und erst langsam kommt das Geschäft wieder in Gang. Kampot-Pfeffer ist eine überaus begehrte Sorte, weil sie Aroma und Fruchtigkeit perferkt kombiniert. Hier wird sogar der seltene rote Pfeffer geerntet.
Die zwei Elefanten haben ein einigermaßen großes Gehege, das auch einen stabilen Eindruck macht. Sofort kommt das Paar angelaufen in der Hoffnung auf Futter. Wir haben nichts, und der Bulle greift mit dem Rüssel eine leere Keksschachtel und bläst sie mir ins Gesicht. Von Gaffern hält er schon mal gar nichts. Ein Stück entfernt verkauft eine Frau Bananen für die Tiere und wir kaufen für ein paar Dollar ein. Damit sind die beiden Dickhäuter versöhnt, obwohl es für sie nur etwas für den hohlen Zahn ist. Ziemlich nachdenklich laufen wir zurück Richtung Ausgang, als ein Mann auf dem Moped Klaus um Hilfe bittet.

Es geht auf den Abend zu, als wir auf der Rückfahrt ein paar Viehhirten begegnen, die die Rinder zurückbringen. Gerade passieren sie eine Stelle, wo eine Hochzeit gefeiert wird. Die Musik dröhnt laut und schief und die Tiere versuchen, so schnell wie möglich außer Hörweite zu kommen – wie wir auch.