Und hier schließt sich der Kreis, erneut werden wir eine Woche in Fort Kochi verbringen wie zum Beginn unserer Reise. Im klimatisierten Taxi fahren wir wieder an unzähligen Kirchen vorbei. Die katholische Kirche ist nach dem indischen Staat der zweitgrößte Landbesitzer. Die ca. 7 Millionen Hektar haben einen geschätzten Wert von 2,5 Milliarden Euro. Mittags kommen wir bequem in unserem kleinen Hotel an. Es liegt ganz in der Nähe der ersten Unterkunft und hat einen Swimmingpool auf dem Dach. Wir fühlen uns sofort heimisch. Am ersten Abend gehen wir in ein tibetisches Lokal und begegnen dort dem holländischen Paar, das wir schon zweimal getroffen haben. Eigentlich wollten die beiden am nächsten Tag zurückfliegen, aber es ist etwas dazwischen gekommen: Der Krieg im Iran und Angriffe auf die Golfstaaten. Der Flug über Abu Dhabi ist von der Fluggesellschaft storniert worden, und sie haben einen Rückflug über Neu Delhi nach Amsterdam gefunden, allerdings erst in zwei Wochen und viel teurer. Statt zum Flughafen fahren sie am nächsten Tag noch einmal an die Backwaters. Für sie als Rentner ist die unfreiwillige Verlängerung leicht zu verkraften, zumal sie von Indien total begeistert sind. Es das 18. oder 19. Mal, dass sie in diesem riesigen Land unterwegs sind und Kerala ist ihr Lieblingsstaat.
In den nächsten Tagen treffen wir ständig auf Europäer, die nicht zurückfliegen können. Was sie alles versuchen, um an Tickets zu kommen; über Nairobi oder Dar es Allam, über China oder Kanada, und dann müssen sie noch die um ein vielfaches gestiegenen Preise in Kauf nehmen. Wir können gelassen abwarten. Ein glücklicher Zufall, dass wir den Rückflug über Oman gebucht haben. Hier hat es noch keine Ausfälle gegeben, höchstens Verspätungen.
Wir fahren noch einmal mit der Water Metro nach Ernakulam in die große Lulu Mall. Außer weltbekannten Luxusmarken sind hier Geschäfte mit traditioneller indischer aber auch westlicher Kleidung zu finden. Auch hier gibt es in der obersten Etage einen Indoor-Vergnügungspark und sogar eine Eisbahn. Zurück nehmen wir die S-Bahn, zu der es von der Mall einen Übergang gibt. Von oben haben wir einen tollen Überblick über die Stadt.



Dieses Mal besuchen wir den Mattancherry- oder niederländischen Palast, der 1555 von den portugisischen Eroberern im europäischen und traditionellen Kerala-Stil erbaut und dem damaligen König zum Geschenk gemacht worden ist. Gute hundert Jahre später ist der Palast von den Niederländischen Eroberern renoviert worden und hat seine heutige Bezeichnung bekommen. Über eine unbequeme Treppe gelangen wir in den ersten Stock und sofort fällt uns die kunstvolle Holzdecke auf. Viel ist in diesem Palast, der rechteckig um einen Innenhof angelegt ist, nicht erhalten geblieben, aber es existieren noch die weltberühmten Wandmalereien mit Szenen aus dem Hinduismus und Porträts der Herrscher Kochis der letzten 160 Jahre in der Krönungshalle. Sie sind elegant, aber nicht operettenhaft gekleidet. Die festliche Kleidung für indische Männer gefällt mir sehr, es gibt viel mehr Möglichkeiten als bei uns.









Inzwischen ist die Temperatur, die wir im Januar noch als angenehm empfunden haben, auf Mitte 30 Grad gestiegen, das bremst uns aus. Die indischen Männer nehmen ihre Sarongs jetzt in der Mitte hoch und zeigen Knie und Bein. Diejenigen, die auf Fahrrädern unterwegs sind, haben so eine raffinierte Falttechnik entwickelt, dass die Sarongs wie Shorts wirken. Für die Frauen gibt es diese Erleichterung nicht, sie sind weiterhin in langen Hosen unterwegs.

In den letzten Tagen machen wir noch einige Rundgänge in Fort Kochi, machen einen virtuellen Einkaufsbummel mit unserer Tochter, damit sie sich ihr Geburtstagsgeschenk aussuchen kann. Wir lernen täglich andere Cafés und Restaurants kennen, kaufen Mitbringsel für zuhause und nutzen den Swimmingpool.









Am letzten Tag wechseln wir in ein Hotel in Flughafennähe, weil wir morgens um 5 Uhr am Flughafen sein müssen. In dem großzügigen Appartment haben wir genügend Platz, um unsere Sachen zu sortieren und zu packen.
Die Suche nach einem Restaurant gestaltet sich am Abend als schwierig. Es gibt zwar jede Menge, aber wir mögen nicht draußen an einer viel befahrenen Straße essen und landen schließlich in einem Hotel mit sehr gutem Restaurant.
Um 5 Uhr holt uns ein Taxi ab und 5 Minuten später sind wir an unserem Terminal. Kochi hat weltweit den ersten Flughafen, der ausschließlich mit Solarenergie betrieben wird. Morgens um 6 Uhr haben schon einige Restaurants geöffnet und wir können frühstücken. Dosa wird an diesem Morgen am meisten gegessen.



Wir starten pünktlich und landen planmäßig in Muscat. Aus der Luft haben wir einen guten Blick auf dieses karge Land mit spektakulären Gebirgszügen. Weiter geht es mit kurzer Verspätung, durch die geänderte Flugroute wegen des Irankrieges dauert der Flug nach Frankfurt noch einmal eine Stunde länger.
Um 20.15 Ortszeit landen wir am 12.3.2026 wieder auf deutschem Boden.
