(wegen fehlender Bilder ist dieser Beitrag mit einer älteren Version verlinkt)
Ein Taxifahrerin bringt uns zum Flughafen. Zwei Stunden dauert der Flug nach Jakarta. Erst an der Küste der Insel Sumatra entlang, dabei überqueren wir den Äquator, der leider nicht mit einer „Bojenkette“ markiert ist, dann über das Meer mit Blick auf die „tausend“ Inseln. Wunderschön!
Kaum hat das Flugzeug Bodenkontakt, klicken schon die Sicherheitsgurte und die Reisenden zerren ihr Gepäck aus den Fächern. In der schwankenden Maschine geht das Gedränge Richtung Tür los. Dabei dauert es auch jetzt mindestens noch eine viertel Stunde, bis wir am Rüssel festmachen. Wenigstens klatschen die Menschen bei der Landung nicht, nur weil der Pilot seinen Job gemacht hat.
Auf diesem Flughafen – er gehört zu den größten in Asien – läuft man gefühlt einen Viertelmarathon, bis man zur Passkontrolle kommt. Auch heute verläuft die Einreise ohne Probleme. Gut, dass wir uns für die Variante Ausreise in ein anderes Land entschieden haben.
Die zwanzig Kilometer in die Innenstadt legen wir mit dem Taxi zurück. Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist hier noch ausbaufähig. Unser Hotel liegt in Chinatown, nahe der Altstadt. Kleinste Läden, Garküchen, Reparaturbetriebe liegen dicht an dicht nebeneinander. Die Straßen sind im denkbar schlechten Zustand. Abends um zehn Uhr beginnt ein Bagger vor dem Hotel die Straße aufzureißen. Doch kurz nach Mitternacht hört er auf und lässt uns schlafen.
Am nächsten Tag wollen wir uns einen kleinen Einblick in Indonesiens Hauptstadt verschaffen. Ein wenig Respekt haben wir vor der Größe. Jakarta (früher Djarkarta) ist die größte Stadt in Südostasien; der Ballungsraum umfasst geschätzte 40 Millionen Einwohner und ist der zweitgrößte weltweit. In Jakarta selbst vermischen sich die Einflüsse der Einwanderer aus unterschiedlichen Völkern in den vergangenen Jahrhunderten in Bezug auf Lebensweise, Küche, Religion und Architektur.
Aber zuerst müssen wir eine neue SIM-Karte besorgen und gehen über die Brücke, die bereits ein kleines Kaufhaus ist, auf die andere Seite. Dieses Technik-Kaufhaus hat auch seine besten Zeiten hinter sich. Der nächste Weg führt am Rand einer Hauptstraße ohne Bürgersteig zum Bahnhof. Wir wollen Fahrkarten für die Weiterfahrt mit dem Zug kaufen. Der Bahnhof in der Altstadt verkauft aber nur Karten für den Nahverkehr. Wir müssen in die Innenstadt zu einem anderen Bahnhof. Für diesen weiten Weg nehmen wir ein Taxi.

Wir kommen an einem großen eingezäunten Park vorbei, in dem das Nationaldenkmal (Monumen Nasional = Monas) steht, ein 137 Meter hoher Obelisk. Auf der Spitze thront eine 14 Meter hohe Bronzeflamme, die mit 35 Kilogramm Gold überzogen ist. Eingeweiht wurde das Denkmal 1975 als Erinnerung an den Kampf um die Unabhängigkeit von den Niederlanden. Am Bahnhof die nächste Enttäuschung, es gibt keine Fahrkarten mehr. Alle Plätze sind bereits reserviert. Stehplätze sind nicht vorgesehen.
Der Vergleich zwischen Malaysias und Indonesiens Hauptstadt kommt uns zu dieser Zeit gewaltig vor. Das ändert sich erst, als wir nachmittags in die neue Innenstadt fahren. Hier steht Hochhaus an Hochhaus und im Zentrum verteilt gibt es über 70 Einkaufszentren von hochmodern bis in die Jahre gekommen. Hier fließt offenbar alles Geld hin, da bleibt für die maroden Randbezirke nichts mehr übrig. Es ist uns immer ein Rätsel, wie die Menschen hier mit den gewaltigen Unterschieden zurecht kommen. Auf der einen Seite die glitzernden Shopping-Paläste, blitzsauber und von Sicherheitskräften bewacht und kontrolliert, auf der anderen Seite die erbärmlichsten Quartiere mit dem Gestank aus den mit dicken Betonplatten abgedeckten Abwassergräben. Die Rückfahrt wollen wir mit einem der öffentlichen Busse antreten. Die richtige Linie ist schnell gefunden. In der Mitte der breiten Straßen sind die An- und Abfahrtsstellen. Sie sind nur über Fußgängerbrücken erreichbar. Die Busspuren verlaufen links und rechts davon, getrennt durch halbmeter hohe Barrieren. Am Schalter bekommen wir für 40.000 IDR (2,40 €) eine Fahrkarte für zwei, Format und Material entsprechen einer Scheckkarte. Sie wird am Eingang elektronisch gelesen, vorher wird die Sperre nicht freigegeben. Wir folgen den anderen Fahrgästen die Schräge aufwärts. auf dem Metallboden klingen die Schritte der vielen Menschen, als ob wir uns in einer Dampfschmiede befinden. Dann geht es über Treppen wieder abwärts in die Mitte zur Busstation. Unter der untersten Treppe liegt ein großer Teppich, darauf etliche liegende Menschen in ihr Gebet versunken. Später stellen wir fest, dass es an jeder Haltestelle eine Gebetsecke gibt.
In den Haltestellen wartet man auf einer erhöhten Plattform auf den Bus. Zum Einsteigen macht man einen großen Schritt über den 60 Zentimeter tiefen Abgrund. Stufen gibt es nicht. Weil unser Bus nicht kommt, haben wir Gelegenheit den Feierabendverkehr eine Weile zu beobachten. Die Autos stauen sich, schließlich trägt Jakarta den Titel „Welthauptstadt des Staus“ und es geht nur sehr zäh voran. Zu zäh für Einige, und so nutzen sie dreist die Busspur, um an den stehenden Autos vorbei zu kommen. Werden Sie erwischt, kostet das 500.000 IDR (30 €), aber nach den Automarken zu urteilen, zahlen sie die Strafe aus der Portokasse.
Inzwischen haben acht Busse hier gehalten, bis der erste – der in unsere Richtung fährt – zur Haltestelle kommt. Aber er ist so überfüllt, dass wir lieber noch warten. Wir haben es nicht so eilig.
Am nächsten Morgen nehmen wir den Bus in die andere Richtung. Wieder bekommen wir wieder eine „Scheckkarte“, wahrscheinlich hätte man die alte aufladen lassen könnem, kombinieren wir. Informationen bekommen wir nirgends. Die Mitarbeiter im Hotel fahren wohl nicht mit dem Bus, denn sie wissen das nicht. Und die Leute die fahren, sprechen kein englisch; genauso wie die an den Verkaufsstellen.

Wir wollen ins alte BATAVIA, die frühere Hauptstadt Niederländisch-Indiens, bis Indonesien unabhängig und Batavia in Jakarta umbenannt wurde. Batavia war die „Königin des Ostens“ wegen ihrer großzügig angelegten Straßen und herrlichen Gebäude, die von den Niederländern erst im Stil ihrer Heimat, später im javanischen Stil errichtet wurden. Allerdings trug sie noch den nicht schmeichelhaften Beinamen „Kirchhof Europas“, weil es unter den Neuankömmlingen aus Europa eine hohe Sterblichkeitsrate gab.
Auf dem großen Platz vor dem ehemaligen Rathaus, das heute ein Museum beherbergt, ist was los. Leuchtend bunt lackierte Fahrräder werden von kleinen Mädchen gefahren. Sie tragen große Hüte, die zur Farbe des Rades passen und ein seliges Lächeln im Gesicht. Sie gehören zu einer Schulklasse, die einen Ausflug in die 2 Busstunden entfernte Hauptstadt unternommen hat. Und nach dem sicherlich für die meisten öden Museumsbesuch dürfen sie sich hier austoben. Es gibt den ein oder anderen Zusammenstoß, aber die Freude über das Erlebnis überwiegt eventuelle Schmerzen.
Auf dem weiteren Weg zum alten Hafen kommen wir an etlichen kleinen Schiffsausrüster Betrieben vorbei. Die Zeit der Segelmacher ist endgültig vorbei, aber man ist flexibel und hat sich stattdessen auf die Herstellung von Markisen, Sonnenschirmen, Schutzhüllen und anderen Dingen spezialisiert.
Wir dürfen gegen geringes Eintrittsgeld in den alten Hafen laufen. Hier liegen die alten hölzernen Lastenkähne die noch immer ihren Dienst tun. Während wir stehen und staunen, kommt ein alter Mann auf uns zu und bietet uns an, uns mit seinem Boot durch den Hafen bis zum Hotel Maritim zu fahren, dort könnten wir auch etwas zu Essen bekommen. Beherzt klettern wir in das einen Meter unter uns liegende Boot und es geht los.
Was hier an Schiffen zu sehen ist, ist kaum zu glauben. Ausnahmslos „Seelenverkäufer“ liegen am Kai. Hauptsächlich werden hier Frachten zu den anderen Inseln verschifft. Eins sieht verrotteter aus, als das andere. Einige werden gerade beladen.
Häufig bringen Männer die Lasten auf die Schiffe, ab und zu sieht man einen Kran. Wir fahren die gesamte Länge der festgemachten Lastschiffe ab und biegen rechts in den größeren Hafen ein. Unser Bootsführer hält an der Kaimauer. Über Stücke von alten LKW-Reifen, die dort befestigt sind klettern wir an Land. Das Hotel liegt keine 50 Meter von uns entfernt, ist aber von dieser Seite von einer hohen Mauer umgeben. Wir hoffen, dass sich an der Gartenseite ein Eingangstor zum Garten befindet, vergebens. Zwischen mit allerlei Lasten beladenen LKWs bahnen wir uns unseren Weg über den mit Zementstaub bedeckten Weg.
Die hier arbeitenden Männer staunen uns an. Wir fragen nach dem Eingang zum Hotel, zuerst versteht uns niemand, dann deutet jemand ans Ende der Mauer. Aber auch dort gibt es keine Möglichkeit, zum Hotel zu gelangen. Jetzt wollen wir nur noch aus dem quirligen Hafenbetrieb heraus und irgendwann ist der uns gezeigte Ausgang auch der Richtige.
Wir besuchen das Marinemuseum, im Gebäude gab es vor einiger Zeit einen Dachstuhlbrand, so dass ein Teil abgesperrt ist. Im Erdgeschoss sind verschiedene Schiffe aus vergangenen Zeiten zu sehen, im Obergeschoss Szenen der Vergangenheit mit lebensgroßen Figuren der Entdecker, Händler und Gouverneure nachgestellt. Von dem eigentlichen Batavia ist ansonsten nicht mehr viel übrig geblieben. Die Fortifikation ist abgetragen und einige alte Lagerhäuser werden zwar irgendwie genutzt wirken aber schäbig oder verfallen.
Auf dem Rückweg kommen wir noch an der alten holländischen Holzdrehbrücke vorbei, bevor wir mit dem Bus zurück zu unserem Hotel fahren.

Batik (javanisch mbatik) ist eine alte Handwerkstechnik, die in Indonesien ihren Ursprung hat und „Schreiben mit Wachs“ bedeutet. Mit dem Tjanting – einem kleinen Kännchen mit verschieden breiten Tüllen – werden Muster mit flüssigem Bienenwachs auf Stoff aufgetragen und der Stoff anschließend eingefärbt. Die mit Wachs bemalten Stellen nehmen die Farbe nicht an und bleiben hell. Diese Vorgänge werden mehrmals mit entsprechender Zeichnung wiederholt, damit die klassischen verschiedenfarbigen Muster entstehen. Gefärbt wird immer von hell nach dunkel.




Es geht immer die Hauptstraße entlang in südlicher Richtung. Um diese Zeit ist der Verkehr auch hier unvorstellbar. Wenn es mal einen Fußgängerweg gibt, ist man auch dort nicht sicher, denn den nutzen die Mopedfahrer zum Überholen der sich immer wieder bildenden Schlangen. Wir kommen an den unterschiedlichsten Geschäften vorbei, von A wie Autos bis Z wie Zwiebeln ist alles vertreten. Sobald die dichte Bebauung vorüber ist, stehen kleine Stände am Straßenrand und setzen die Einkaufsmöglichkeiten fort. Hauptsächlich Obst und Gemüse, aber auch Schuhe werden feilgeboten. Mietfahrräder sind auch im Angebot.
Wo wir nun schon mal hier sind, wollen wir auch weiter in die Stadt. Draußen stehen etliche Tuktuk, und die Fahrer wollen uns alle gern als Fahrgäste haben. Aber bei dem Preis von 1200 schrecken wir zurück, das ist für die halbe Strecke das Doppelte von dem, was wir am Morgen für eine Autofahrt gezahlt haben. So laufen wir einfach los. Hier gibt es Fußwege, aber es ist ratsam, genau zu schauen, wohin man tritt, mal fehlen Teile des Pflasters, mal stehen sie über. Nach einer Weile kommen wir an einen Platz, der in der Mitte ein großes Aquarium hat. In zwölf verschiedenen Becken kann man heimische oder Amazonasfische bewundern. Weiter geht es über eine Brücke. Jetzt fehlen auch wieder die Fußwege. Wir geben unser Vorhaben auf und bestellen über Pick me ein Tuktuk und lassen uns zurückfahren.
Vor uns liegt das berühmte Mount Lavinia Hotel, in dem man nachmittags einen typischen 5 o‘clock-Tea genießen kann und eine Übernachtung soviel kostet, wie unsere nächste Unterkunft für eine Woche. Ein Mann spricht uns vor dem Hotel an, er war mit einer deutschen Frau verheiratet und freut sich, seine Sprachkenntnisse anbringen zu können. Er hat ein Haus unterhalb des Hotels und bietet uns an, über sein Grundstück zu laufen. Danach nutzen wir die Bahngleise als Weg, das scheint hier normal zu sein.
Der viele Regen der letzten Tage hat das Meer aufgewühlt, und dadurch wurden große Mengen Unrat an den Strand geschwemmt. Viele fleißige Hände sind schon dabei, alles zusammen zu kehren. Immer wieder werden wir angesprochen von eifrigen jungen oder älteren Männern, die uns entweder dazu bringen wollen, in ein bestimmtes Lokal zu kommen oder ihr Haus zu besichtigen.
Anschließend überreicht er der Hausfrau die Tüte. Sie enthält Reis, Nudeln, Fischkonserven, Öl u.a. Drinnen werden uns die besten Stühle hingeschoben und ein Tuch vom gedeckten Tisch genommen. Darunter steht ein Berg dampfender, in Kokosmilch gekochter Reis, der mit Zucker und Bananen gegessen wird.
Wir nehmen jeder eine kleine Portion und sprechen mit den Bewohnern ein paar Worte, die von Mr. Irwan und seinem Mitarbeiter übersetzt werden. Bei dem Ehepaar steht ein 12jähriger Junge. Er ist ihr angenommener Sohn erfahren wir, die Eltern leben nicht mehr.
Anschließend pflanzt Klaus mit dem neuen Hausbesitzer eine Kokospalme, die wohl in drei Jahren Früchte tragen wird. Ich bin beschämt, weil mir nicht bewusst war, dass man unseren Besuch so wichtig nahm.
Weiter geht es zur nächsten Hauseinweihung, dieses Mal darf ich das Band durchschneiden, die Tür öffnen und die Lebensmittel übergeben. Ein junges Paar mit kleinem Sohn ist stolzer Besitzer. Der Junge verschläft trotz aller Bemühungen, ihn zu wecken, die gesamte Zeremonie. Heute wurden Haus Nr. 252 und 253 den neuen Eigentümern übergeben. Eine großartige Leistung, die Dank der Initiative eines engagierten Mannes und der Großzügigkeit vieler Menschen zustande kam.
Wir dürfen noch eine Vorschule besuchen, in der 4 bis 6jährige Kinder auf die Schule vorbereitet werden. Alle sitzen brav an kleinen Tischen, haben Hefte vor sich und schreiben mit Bleistift etwas hinein. Klaus verteilt Kekse, und die Kleinen bleiben geduldig sitzen und warten bis sie an der Reihe sind. Das Experiment würde ich gern mal in einem deutschen Kindergarten wiederholen.
In den Schulen wird den Kindern mit Hilfe eines überdimensionalen Gebisses und einer entsprechend großen Zahnbürste die Mundhygiene erklärt und bei Handlungsbedarf werden die Kinder auch gleich zur Behandlung in die Sprechstunde bestellt. Auch Erwachsene sitzen im Warteraum. Die Zahnärztin arbeitet vormittags ehrenamtlich. Auch ihr Engagement muss man loben.
Die letzte Station unserer Besichtigungstour ist die Schule des Main-Kinzig-Kreises, die 2006 erbaut wurde. Hier können muslimische Mädchen als höchsten Abschluss das Abitur machen. Wir besichtigen das Gebäude allerdings nur von außen. Mr. Irsan hat heute noch einen wichtige Termin. Das Oberhaupt der Muslime kommt heute nach Beruwala, da muss er dabei sein. Er fährt uns zurück zu unserer Lodge, aber zuvor werden wir noch in der nächsten Woche zum Abendessen in sein Haus eingeladen.
Damit hoffen die Mitarbeiter ihre Überlebenschancen zu verbessern; denn von dem ca. 100 Eier großen Gelege überlebt in der Natur höchstens 10 %. Dann werden die niedlichen Babyschildkröten bei Nacht direkt ins Wasser gebracht und brauchen damit die Fressfeinde am Strand nicht zu fürchten. Vor denen im Meer kann sie allerdings keiner schützen.
Unser Guide holt eine Karettschildkröte aus einem Becken und gibt sie mir. Noch immer wird diese Art gefangen, um aus dem Panzer Kämme und Schmuck zu fertigen, die kein Mensch wirklich braucht. Ich halte sie, kraule sie am Hals und als ich sie wieder ins Becken setze, spritzt sie mich mit zwei Paddelschlägen richtig nass.
Während wir ihm noch zuhören, beobachte ich, wie plötzlich über uns ein Mann auf gespannten Seilen von Palme zu Palme läuft. Er schneidet sie oben an, um ihren Saft zu gewinnen, der vergoren zu Alkohol gebrannt wird.
Daraufhin holt eine der Mitarbeiterinnen ein pinkfarbenes Stück Stoff, und hier ist die echte Batik. Mit flüssigem Wachs wurden verschiedene Motive auf den Stoff gemalt, Schmetterlinge, Blumen, Ornamente und Sprenkel. Dieser Stoff wird anschließend noch dunkelblau oder schwarz gefärbt, nach dem Trocknen wird das Wachs ausgebügelt und die Motive erscheinen pink auf dunklem Grund. 


Als erstes zeigt er uns einen Eisvogel, der andere Farben hat als unsere in Deutschland.
Dann deutet er auf einen Baum, der als Schlafplatz für zig Flughunde dient. Einige fächeln sich mit einem Flügel Kühlung zu, andere hängen völlig starr.
Das nächste Objekt ist ein fetter Waran, der auf einer kleinen Müllkippe direkt am Fluss liegt. Wir sehen Leguane, verschiedene Vögel und wieder einen Waran. Laal ist unzufrieden, mindestens ein Krokodil soll es bei der Tour doch zu sehen geben. Und so steuert er das Boot in einen Seitenarm des Bentota-River und wir sind in einer anderen Welt.
Mangroven dicht an dicht, es wirkt so geheimnisvoll, dass man sich das gut als Kulisse für einen Fantasyfilm vorstellen kann. Hier sehen wir zwar kein Krokodil, aber dafür drei Affen.
Erst als wir Richtung Mündung fahren und hier wieder in einen Seitenarm abbiegen liegt hier eins der gesuchten Exemplare in der Sonne. Nun ist Laal zufrieden und fährt mit uns noch zu einem Kräutergarten.
Pflanzen, die zuhause die Wohnräume verschönern, wachsen hier einfach so. Unvermittelt wird es dunkel, und weil wir ohne Taschenlampe los gelaufen sind, müssen wir über die Hauptstraße zurück.
Auf dem Rückweg sehen wir einen Flughund, der gerade in einem Pandanussbaum landet. Er klettert durch die Zweige und frisst an den orangeroten Früchten. Inzwischen sind auch wieder mehr Menschen hier. Der Abend am Strand bietet Unterhaltung jeder Art.
Da wird Fußball oder Kricket gespielt, werden Drachen steigen gelassen, Familien sitzen zusammen auf Decken, Mütter lassen ihre Kleinen im Sand spielen, Kinder toben in den Wellen, und zwischendrin laufen immer wieder Hunde herum.
Ein Stück weiter steht eine Lagerhalle, in der Holzelefanten und andere Artikel auf zukünftige Käufer warten.
Hundert Meter weiter spielt sich ein Drama ab. Getrennt durch ein eisernes Tor hat ein Hund einen Leguan am Schwanz gepackt und versucht ihn durch das Gitter zu ziehen.
Das Reptil ist schon verletzt, macht sich aber steif. Ich will gar nicht sehen, wie das ausgeht.



In mehreren Blechkübeln stehen lediglich rote Flamingoblumen. Der Besitzer, ist nur mit einem Sarong bekleidet. Er gibt einem Mitarbeiter ein paar Anweisungen und sucht drei Flamingoblumen aus.
Der junge Mann hat inzwischen ein Bündel grüne Zweige auf den Tisch gelegt, bricht sie in der Mitte durch und macht eine Art Reisigbesen daraus. Dann verschwindet er damit hinter dem Vorhang. Nach ein paar Minuten ist der Besitzer wieder da, und in dem Gerüst stecken jetzt außer den drei ausgewählten Blumen noch etliche andere.
ie Zusammenstellung und Gestaltung ist bei uns seit Jahrzehnten aus der Mode, aber wir sind in einem anderen Land. Jetzt wird noch bedrucktes Cellophanpapier herumgeschlagen und das ganze mit rotem und gelbem Band dekoriert. Bestimmt wäre jeder selbst gepflückte Strauß aus der überreichen Natur schöner gewesen, aber egal.
Begonnen wird mit einer Pilzsuppe, dann gibt es Egghoppers (hauchdünne Crêpes, in Schalenform mit einem darin gebackenen Ei), Dhal (gelbes Linsencurry), Gemüsesalat, Kartoffeln in scharfer Soße, Nudeln mit Gemüse, Rindfleischcurry, Nudelauflauf, knusprig gebackene Hühnerschenkel, Fischcurry, Roti (Teigfladen), String-Hoppers (Nudelnester) und zum Nachtisch Karamell-Pudding und frisches Obst. Als Getränke Wassermelonen- oder Ananassaft und Wasser. Das war ein großartiger Einblick in die Küchenvielfalt Sri Lankas. Nachdem wir aufgestanden sind, setzen sich Frauen und Mädchen an den Tisch und essen das, was übrig geblieben ist.
Und hier sehen wir auch den ersten Elefanten in Sri Lanka, seine Vorderbeine sind mit Ketten gefesselt. Was für ein trauriger Anblick. Bloß nicht fotografieren; denn er steht nur hier, damit sein Besitzer kassieren kann.
Unter einem solchen Baum wurde Buddha erleuchtet und in dem Tempel werden in plastischen Schaubildern Stationen aus seinem Leben dargestellt. Ein Ableger dieses Baumes soll im 3. Jahrhundert v. Chr. per Schiff nach Sri Lanka gebracht worden sein. In Anuradhapura steht er noch heute und wird von Buddhisten verehrt. Die Pappelfeige in Beruwala soll wiederum ein Ableger dieses Bodhibaumes sein. Amith bricht zwei Blüten aus dem Strauß und wir legen sie auf einen der Altäre in diesem Tempel. Das wiederholt sich in anderen Tempeln noch ein paar Mal.
Unter der monumentalen Statue sind Räume zugänglich, wo es wieder plastische Darstellungen aus Buddhas Leben gibt.
Und hier in diesen Räumen, die man nicht mit Schuhen betreten darf, sehe ich die ersten Hundehaufen. Die Verursacher schlafen unbeeindruckt auf dem kühlen Fliesenboden. Hunde sind in Sri Lanka allgegenwärtig, laufen durch die Straßen, über die Strände, und legen sich in den offenen Restaurants auch mal unter die Tische. Nirgendwo sind wir auf die Hinterlassenschaften der Tiere gestoßen, und nun ausgerechnet hier.
Dieser 27jährige Mann hat mich beeindruckt. Er ist verheiratet und hat ein einjähriges Töchterchen. Zusammen mit seinen Eltern und seiner 10 Jahre alten Schwester lebt die kleine Familie in dem größeren Haus auf dem Grundstück. Seine ein Jahr ältere Schwesterwohnt mit Mann (ja genau, Laal) und den zwei Kinder nicht mehr im Elternhaus, ist aber jeden Tag da. Erst abends holt ihr Mann sie ab. Meistens tragen sie ihre bereits schlafenden Kinder dann zum Tuktuk. In der Familie herrscht großer Zusammenhalt, hier wird alles gemeinsam gemacht, gekocht, gewaschen, geputzt und jeder ist für die Kinder da.
Am nächsten Mittag verabschiedet er uns auf dem Bahnsteig, als wir auf den Zug nach Hikkaduwa warten. Alles Gute für Dich und die ganze liebenswerte Familie, Amith.
Zwischendurch steigen große Gruppen von Schulkindern ein. Kein Geschubse, kein Gerangel, sie gehen richtig nett miteinander um. Es wird viel gelacht, Mädchen und Jungen sitzen und stehen in Gruppen zusammen und haben sich offenbar eine Menge zu erzählen. Alle tragen adrette Schuluniformen, nur bei den Ranzen zeigt sich der persönliche Geschmack. Bei kleineren Mädchen überwiegt die Farbe pink, bei den größeren ist die ganze Farbpalette vertreten. Auch bei Marken scheint es keine Vorliebe zu geben, jeder trägt eine andere.
Der Strand ist hier sehr viel schmaler als in Bentota und immer wieder sind flache Felsen im Wasser. Manchmal haben wir nur ca. 5 m zwischen Bebauung und Meer. Als die Sonne gerade untergeht setzen wir uns in ein Strandlokal. Kurz bevor unser Essen kommt, müssen wir ins Innere flüchten, weil ein Wolkenbruch niedergeht. Aber so schnell er kam, so schnell ist er vorbei.
Innerhalb des Forts sind noch Gebäude aus der Zeit der Besetzung durch die Holländer vorhanden.
Die gewaltige Wallanlage ist ca. 3,5 km lang, aber um diese Strecke abzulaufen ist es heute einfach zu heiß. Dass es ein beliebtes Ausflugsziel ist, sieht man an den vielen Besuchern unterschiedlicher Nationalitäten und den vielen Liebespaaren, die sich unter aufgespannten Regenschirmen verstecken.
Von oben können wir sehen, dass das Kricket-Turnier vorbei ist und nun die Siegerehrung vorbereitet wird. Eine große Sache, bei der auch das staatliche Fernsehen anwesend ist.
Die katholische Kirche St. Mary‘s besuchen wir als nächstes. Obwohl Bischofssitz, ist sie doch sehr schlicht gehalten.
Als wir kommen, scheint gerade der Gottesdienst vorbei zu sein und viele junge Männer sind dabei, jede einzelne Sitzbank samt Lehne mit feuchten Tüchern abzuwischen. Galle ist voll, laut und trubelig und so nehmen wir schon am Nachmittag den Bus zurück.
Ein Geschiebe und Gedränge, Männer und Frauen wollen heute am Sonntag ihre Einkäufe machen.
Es gibt alle Arten von Obst und Gemüse, Gewürzen, Haushaltswaren, Kleidung, lebende Tiere, Trockenfisch, eben alles, was man so zum Leben braucht.
An den Ständen mit Obst und Gemüse sitzen die Händler auf dem Boden und klappern mit ihren altertümlichen Hängewaagen, indem sie Schrauben und Muttern in den Metallschalen schwenken, um die Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen.
Es ist eine Welt, die wir nicht kennen, aber niemand scheint sich zu wundern, dass wir als Europäer hier herumlaufen. Wir werden genauso zum kaufen gedrängt wie alle, die sich auf diesem Markt befinden.


