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Und wieder ein Liegendtransport = Schlafbus, und das mittags um 1 Uhr für eine knapp vierstündige Fahrt. Menschen mit großen Füßen oder überhaupt groß gewachsene haben hier ein Problem. Die Füße in „Spitzenschuh“-Stellung lösen nach kurzer Zeit Krämpfe aus; und mit ausgestreckten Beinen können sie hier gar nicht sitzen. Die Fahrt von Hue bringt uns direkt an die Küste. Leider haben wir immer noch Regenwetter. Unsere Hoffnungen liegen auf der Wetterscheide „Wolkenpass“. Der macht seinem Namen auch alle Ehre, die Wolken hüllen die meisten Berge rundherum ein. Inzwischen wird der Pass durch einen 6 km langen Tunnel unterfahren. Aber auch nach der Durchfahrt scheint am anderen Ende nicht die Sonne.

u.l.: Brücke über den Han Fluß u.r.: einer der zahlreichen Skulpturenanbueter
Erst, als wir die Millionenstadt Da Nang – die viertgrößte Vietnams erreichen – hört es auf zu regnen. Touristen in kurzen Hosen und Kleidern bummeln durch die sehr moderne, großzügig angelegte Stadt. Wir fahren sogar über die sehenswerte Drachenbrücke auf die andere Seite des Han Flusses. Wirklich spektakulär ist sie jedoch nur beleuchtet bei Dunkelheit und am Wochenende speit der Drache sogar Feuer.
In Da Nang herrscht rege Bautätigkeit. Vor allem Hochhäuser, die nach Fertigstellung Hotels für Besserverdienende sein werden, schießen wie Pilze aus der Erde. Es sieht so aus, als entstünde hier das vietnamesische Miami.
Nach 30 Kilometern erreichen wir Hoi An und nehmen ein Taxi zum Ortsteil Ban An, einem auf einer Landzunge liegendes Fischerdorf. Unser Hotel liegt nur 70 Meter vom Strand entfernt.
Hier nutzen die Fischer noch die typischen geflochtenen Rundboote, die wie überdimensionale Brotkörbe aussehen. Durch eine Teerschicht sind sie wasserdicht. Hoffentlich können wir sie während unseres Aufenthaltes mal in Aktion sehen. Wie man es damit schafft, genau dort wieder anzukommen, wo man losgepaddelt ist, ist mir ein Rätsel.
Das Örtchen hat vor allem nach Einbruch der Dunkelheit einen besonderen Charme, die beleuchteten bunten Seidenlampions verleiten dazu, weiter und weiter zu laufen. Zwischen den Häusern sind viele kleine Hotels und Homestays entstanden. Alle sehen einladend aus. Auch an Restaurants herrscht hier kein Mangel. Uns gefällt es so gut, dass wir nicht nur die gebuchten drei Nächte hierbleiben wollen, sondern noch drei weitere. Wir bekommen abends die Zusage, zum selben Preis bleiben zu können, am nächsten Morgen allerdings spricht man von einem Irrtum. Über den Jahreswechsel ziehen die Übernachtungspreise gewaltig an; so bei unserem Hotel von 88 € auf 250 € für drei Nächte. Wir bekommen keine 100 Meter weiter einen Ersatz zum vernünftigen Preis angeboten. Das Zimmer ist mehr als zufriedenstellend, groß, hell und mit allem ausgestattet, was wir brauchen.
Mit dem Taxi lassen wir uns in die Altstadt von Hoi An bringen.
Sie ist wie Hue UNESCO Weltkulturerbe. Auch wenn man es nicht schon vorher gelesen hätte, macht die Anzahl der Touristen es jedem sofort klar. Hoi An hatte zu Kolonialzeiten den größten Hafen in Südostasien und war die Verbindung zur Seidenstraße. Wegen der fortschreitenden Versandung des Hafens verlegte die französische Kolonialmacht 1888 den Sitz der Hauptstadt nach Da Nang. Nun war Hoi An unwichtig geworden und wurde während des Vietnamkrieges von Bombardierungen verschont.


Deshalb hat man heute noch eine gelungene Mischung asiatischer und europäischer Bauwerke. In den kleinen Straßen, die zu bestimmten Zeiten für den Verkehr gesperrt sind, reiht sich Geschäft an Geschäft. Hier gibt es alles, was das Herz des Touristen höher schlagen lässt. Auch Schneidereien in großer Zahl. Anzug und Kleid für Silvester könnte man sogar heute, am 29. 12. noch in Auftrag geben.
Am zweiten Abend landen wir durch eine Empfehlung in einem abseits gelegenen Lokal. Das Essen begeistert uns dermaßen, dass wir an den nächsten fünf Abenden hierher kommen und kreuz und quer aus der Speisekarte bestellen. Wir sind kein einziges Mal enttäuscht worden.
Der Jahreswechsel verläuft hier wie jeder normale Tag. Kein Feuerwerk, keine Party, spätestens um elf schließen die Lokale. Der Neujahrstag ist auch in Vietnam ein Feiertag. Am Strand sind heute besonders viele Liegen paarweise mit Sonnenschirm und Tischchen aufgestellt. Für 50.000 Dong = 1,85 € kann man sie den ganzen Tag mieten. Gegen Mittag oder auch auf Handzeichen werden Speisekarten gebracht und man bekommt das Essen direkt am Strand serviert.


Viele Einheimische nutzen den freien Tag für einen Ausflug ans Meer. Es ist voller, als an allen anderen Tagen, und nicht wenige laufen auch ins recht kühle Wasser. Baden ist wegen hoher Wellen und starker Strömung zwar nicht gestattet, aber solange man vorne am Wasserrand bleibt, wir es toleriert. Geht doch mal jemand weiter raus, werden die Vietnamesen – die ihre Liegen vermieten – unruhig. Sie pfeifen, rufen, und drängen darauf, dass derjenige soweit zurück an den Strand kommt, dass ihm das Wasser nur noch bis an den Bauch reicht.
Geschäfte und Restaurants sind alle geöffnet. Erst wenn das chinesische Neujahrsfest (in diesem Jahr Mitte Februar) gefeiert wird, ist es anders. Dann gibt es Feuerwerk und ausgelassene Feiern, wie es auch bei uns üblich ist, nur dauert die Feier fünf Tage, in denen dann auch die Geschäfte geschlossen sind.
Da der Bus erst am Abend fährt, lassen wir unser Gepäck in der Obhut unseres ersten Hotels, wo man uns auch die Bustickets gebucht hatte. Wir nutzen die Zeit, um noch mal am Strand entlang zu laufen und den hohen Wellen zuzuschauen. Unser „Stammlokal“ bietet auch Liegen am Strand an. Wir werden eingeladen, noch ein paar Stunden hier zu verbringen. Unter vielen Umarmungen und Freundschaftsbekundungen verabschieden wir uns von den Leuten, bei denen wir so schöne Stunden verbracht und gut gegessen haben.
Bei dieser weiten Strecke ist es sinnvoll, im Schlafbus zu fahren. Meinem Loblied über die tollen Straßen in Vietnam muss ich eine weitere Strophe hinzufügen. Südlich von Hoi An sind die Straßen mit Schlaglöchern übersät. Entsprechend rumpelig ist die 14-stündige Fahrt und an Schlafen ist kaum zu denken. Als wir morgens um sieben Uhr in Da Lat ankommen fallen sofort die vielen Blumenrabatten auf.


Da Lat ist die Blumenstadt Vietnams, rings um die Stadt reihen sich so viele Gewächshäuser aneinander, dass ganze Hügel damit bedeckt sind. Weltweit werden Blumen und Gemüse exportiert. Hier auf 1.500 Metern Höhe gibt es einerseits das richtige Klima und andererseits auch den fruchtbaren Boden.

Um das Wachstum zu beschleunigen, erhellen unzählige Lampen bei Nacht die Gewächshäuser. Was tagsüber abstoßend wirkt, lässt Nachts die Herzen der Romantiker höher schlagen. Von denen soll es hier ja viele geben. Wie wir erfahren haben, ist Da Lat der beliebteste Ort für Hochzeitsreisen in Vietnam.

Der Ort wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts von der französischen Kolonialmacht gegründet. Das angenehme Klima lockte bald reiche Menschen – vor allem aus Saigon – an, die sich hier Sommerhäuser bauen ließen. Da die Stadt im Vietnamkrieg nicht zerstört wurde, kann man noch heute viele dieser Prachtbauten bestaunen.

Aber auch in der Gegenwart entstehen wunderschöne Villen. Der einträgliche Handel mit Blumen und Gemüse macht es möglich. Leider sind wir eine Woche zu spät hier. Ende Dezember fand hier das Flower-Festival Da Lat statt. Noch sind trotz Aufräumarbeiten viele der fantasievollen Dekorationen erhalten.
Noch einige Ansichten von Da Lat.


In der Nähe unserer Unterkunft kommen wir an einer Kunstausstellung vorbei. Draußen sind Skulpturen aus Marmor zu sehen. Wir werden gebeten, uns auch drinnen umzusehen. Doch hier sind keine weiteren Skulpturen ausgestellt, sondern Bilder. Doch diese Kunstwerke wurden nicht von Malern, sondern von Stickerinnen geschaffen. Was hier unter deren geschickten Fingern entsteht, ist unvorstellbar. Mit Fäden und Nadeln zaubern sie Gemälde, so fein, so exakt, dass man ganz nah herangehen muss, um überhaupt zu erkennen, dass hier feinste Seiden in unendlichen Schattierungen dicht an dicht die Bilder ergeben. Abgesehen davon, dass die meisten Motive nicht nach unserem Geschmack sind, muss man doch die großartige Arbeit und Kunstfertigkeit bewundern. Die Preise sind erstaunlich niedrig, wenn man bedenkt, dass stundenlange Arbeit darin steckt. Sie beginnen bei rund 30 €. Allerdings entdecken wir bei einem Bild, ca. 170 x 110 cm groß einen Milliardenbetrag, ca. 60.000 €. Bei diesem Bild – eine ländliche Szene mit blühenden Bäumen, Bach, Reisfeldern und Wasserbüffeln – ist kein Fitzelchen des Stoffes mehr zu sehen. Jeder Millimeter ist bestickt. Leider war fotografieren nicht erlaubt, so dass keines dieser Kunstwerke hier zu sehen ist.
Hier der Link zu der Ausstellung.




Während wir dort sitzen, kommt ein Mopdfahrer direkt vors Lokal gefahren. Auf dem Rücksitz sind 6 große Säcke gestapelt, aus denen es gewaltig tropft. Er liefert den Nachschub an Eiswürfeln. Während der nächsten Tage sehen wir diesen Lieferservice öfter. Die Speisekarte bietet typisches vietnamesisches Essen, alle Arten von Meeresfrüchten, Schnecken, Wildschwein zubereitet auf Hundeart (oder war es umgekehrt). Am Nebentisch feiern ca. zehn Personen Geburtstag. Der Tisch bietet kaum Platz für die vielen verschiedenen Gerichte, aber die Torte hat einen hervorgehobenen Platz, die Kerzen darauf werden angezündet, dann ertönt das international bekannte „Happy Birthday“. Nahezu jeder zweite Ton ist richtig. Und damit ist die Feier beendet und sie brechen auf. Zurück bleiben auf dem Tisch unzählige Platten und Teller, unter dem Tisch die leeren Bierdosen.


Wir folgen der Straße weiter bis zur Basilika Notre Dame, die mit französischen Materialien erbaut und 1883 eröffnet wurde. Sie wird zur Zeit renoviert und kann nur von außen besichtigt werden.
In einer innen liegenden Musikschule findet heute Abend ein Konzert statt. Auch hier fallen uns die eleganten Besucher auf.




Die Mutter kocht ungewöhnlich gut, und wir lassen uns abends einen Elefantenohrfisch schmecken. Das funktioniert so: Ein Blatt Reispapier hinlegen, darauf kleingeschnittene Gurke und Ananas, ein paar Reisnudeln und Stücke vom heißen Fisch. Dann zusammenrollen und in die leicht scharfe Soße stippen – lecker.


Das fruchtbare rund 40.000 km³ große Mekongdelta ist ein Gebiet, das kreuz und quer von Flüssen, Bächen, Kanälen und Gräben durchzogen ist. Die südliche Reiskammer Vietnams kann mit drei Ernten pro Jahr über die Hälfte des Jahresertrages beitragen. Außerdem gedeihen viele tropische Früchte. Da es mehr Wasserwege als Straßen gibt, hat auch der Fischfang eine große lokale Bedeutung. Entlang der Straßen ist hier jedoch alles so dicht bebaut, dass nicht zu erkennen ist, wo eine Stadt aufhört und die nächste beginnt.





Im Meer winkt eine Krabbenstatue – das Wahrzeichen der Stadt – denn Kep ist bekannt für seine Meeresfrüchte und hat einen täglichen Krabbenmarkt,

Ein Nationalpark liegt ganz in der Nähe und bietet einen gut gekennzeichneten Rundweg mit vielen schönen Ausblicken auf die Küste. Es gibt auch einen Kletterpfad mit Halteseilen auf einen der Gipfel mit besonders schönem Ausblick auf den Sonnenuntergang. Danach ist für den Rückweg eine Stirnlampe unverzichtbar.
Der Weg zum Strand führt an einer Affenkolonie vorbei. Die Tiere wissen genau: In den Mülltonnen liegen die durchgedrückten Zuckerrohrstangen, die nach der Saftpressung übrig bleiben. Mit vereinten Kräften werden die Behälter umgeworfen und liegen kreuz und quer herum. Und jetzt kommen auch die Kleinsten leicht an all die Köstlichkeiten heran.


Als wir über die Strandpromenade laufen, spielen gerade zwei Männer Da Cau (Fuß-Federball), eine sehr alte asiatische Sportart. Der Federball ist ein kleiner Zylinder, der oben mit Federn bestückt ist. Geschickt wird er mit der Schuhsohle zurückgeschlagen. Eine Weile schauen wir fasziniert zu.
Das Wahrzeichen dieser Stadt steht mitten auf dem Kreisel auf der Hauptstraße – eine Durian (Stinkfrucht). Rund um Kampot gibt es Plantagen, auf denen die Bäume stehen. Nicht zu vergessen, die Pfefferplantagen. Seit dem 13. Jahrhundert wird in Kambodscha Pfeffer angebaut, auch dieses einträgliche Geschäft wurde durch den Krieg zunichte gemacht. Die Menschen wurden verschleppt, die Pflanzen auf den Plantagen gingen ein und erst langsam kommt das Geschäft wieder in Gang. Kampot-Pfeffer ist eine überaus begehrte Sorte, weil sie Aroma und Fruchtigkeit perferkt kombiniert. Hier wird sogar der seltene rote Pfeffer geerntet.
Die zwei Elefanten haben ein einigermaßen großes Gehege, das auch einen stabilen Eindruck macht. Sofort kommt das Paar angelaufen in der Hoffnung auf Futter. Wir haben nichts, und der Bulle greift mit dem Rüssel eine leere Keksschachtel und bläst sie mir ins Gesicht. Von Gaffern hält er schon mal gar nichts. Ein Stück entfernt verkauft eine Frau Bananen für die Tiere und wir kaufen für ein paar Dollar ein. Damit sind die beiden Dickhäuter versöhnt, obwohl es für sie nur etwas für den hohlen Zahn ist. Ziemlich nachdenklich laufen wir zurück Richtung Ausgang, als ein Mann auf dem Moped Klaus um Hilfe bittet.

Es geht auf den Abend zu, als wir auf der Rückfahrt ein paar Viehhirten begegnen, die die Rinder zurückbringen. Gerade passieren sie eine Stelle, wo eine Hochzeit gefeiert wird. Die Musik dröhnt laut und schief und die Tiere versuchen, so schnell wie möglich außer Hörweite zu kommen – wie wir auch.






Eine ältere Frau erledigt ein kleines Geschäft ganz zwanglos auf dem Bürgersteig. Vierzig Minuten später kommen drei Personen, steigen ein und sofort setzt der Bus die Fahrt fort über den Fluss in Richtung Norden.Tja, das zum Thema Fahrplan. Es folgen Dörfer, Städte und Reisfelder. Heute am Sonntag nutzen viele Menschen den luftigen, schattigen Platz unter ihren auf Stelzen errichteten Häusern. Sie liegen in Hängematten oder sitzen mit Familie und Freunden beim Essen.
Rico, der französische Besitzer mit seiner kambodschanischen Frau Kunthy und ein Mitarbeiter bringen uns und die Koffer die fünf Kilometer zurück zur Unterkunft. Dort wartet ein kleiner gelb gestrichener Bungalow auf uns.
Ein sechs Wochen alter Welpe mit zu großem Fell und Denkerstirn erobert uns im Sturm. Wenn ich auch nicht richtig laufen kann, spielen und schmusen geht prima.



















Vom Bayon Tempel führt ein 200 Meter langer Weg zum Baphuon Tempel. Auf einem Platz tummeln sich Affen. Man soll sie auf keinen Fall füttern, aber das kümmert viele Touristen überhaupt nicht. Sie verteilen mit lächelnder Miene gekochte Maiskolben und andere Leckereien und versuchen Fotos von sich mit den fressenden Tieren zu machen. Ein Affe trinkt wie ein Mensch aus einer Wasserflasche und wird sofort zum Lieblings-Fotomotiv.
Weiter zum Phimeanakas Tempel und zur Terrasse des Lepra-Königs, der einen besonderen Schatz bereit hält, ein Relief, das perlengeschmückte Tänzerinnen und bewaffnete Krieger zeigt. Die Detailtreue und die Vielfalt bei den Gesichtern ist verblüffend. Das Relief zählt zu den schönsten Kunstwerken der Khmer-Aera.
Nachdem wir die Elefantenterrasse entlang gelaufen sind, die wirklich zum Andenken und zur Verehrung der vielen Arbeitselefanten errichtet wurde, treffen wir unseren Fahrer wieder.

Die Mitte bildet der 65 m große Turm – der wahrscheinlich als Totentempel gedacht war – umgeben von vier Ecktürmen. Man kann gegen extra Eintrittsgeld hochsteigen, und die willigen Touristen reihen sich in die über 100 Meter lange Schlange – in der mindestens fünf Menschen nebeneinander stehen – ein.



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