Strahlender Sonnenschein, und so packen wir Badesachen ein und laufen an den Strand. Nur wenige Menschen sind heute da. Noch immer kommen größere Wellen an den Strand gerollt, und wir merken schnell, dass eine heftige Strömung herrscht, deshalb gehen wir nicht weit rein. Die Wellen werfen uns um, kullern uns über den Boden, einfach unberechenbar. Aber die Wassertemperatur ist wunderbar. Auch beim Herauslaufen kein Frösteln. Das mag ich so.
Auf dem Rückweg sehen wir einen Flughund, der gerade in einem Pandanussbaum landet. Er klettert durch die Zweige und frisst an den orangeroten Früchten. Inzwischen sind auch wieder mehr Menschen hier. Der Abend am Strand bietet Unterhaltung jeder Art.
Da wird Fußball oder Kricket gespielt, werden Drachen steigen gelassen, Familien sitzen zusammen auf Decken, Mütter lassen ihre Kleinen im Sand spielen, Kinder toben in den Wellen, und zwischendrin laufen immer wieder Hunde herum.

Am nächsten Morgen machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum buddhistischen Tempel. Alle paar Meter werden wir angesprochen: „Komm in meinen Basar, willst Du eine Bootstour machen, steig in mein Tuktuk.“ Höflich aber bestimmt sagen wir jedes Mal: „Nein Danke, wir wollen nur einen Spaziergang machen.“ In einer Mädchenschule ist gerade die Pause zu Ende und die Schülerinnen laufen in ihren weißen Kleidern gerade wieder in die Klasse.
Ein Stück weiter steht eine Lagerhalle, in der Holzelefanten und andere Artikel auf zukünftige Käufer warten.
Hundert Meter weiter spielt sich ein Drama ab. Getrennt durch ein eisernes Tor hat ein Hund einen Leguan am Schwanz gepackt und versucht ihn durch das Gitter zu ziehen.
Das Reptil ist schon verletzt, macht sich aber steif. Ich will gar nicht sehen, wie das ausgeht.
Einen halben Kilometer weiter riecht es plötzlich intensiv nach Karamel. Wir gehen dem Geruch nach und landen in einem kleinen Raum, in dem mit einer alten Ölpresse Kokosöl hergestellt wird.

An der Tempelanlage sind wir die einzigen Besucher, und so kann sich einer der Mönche nur mit uns beschäftigen. Er hat keinen Zahn mehr im Mund, das macht die Verständigung schwierig. Aber er läuft mit uns überall herum und zeigt uns die Sehenswürdigkeiten.


Auf dem Rückweg kommen wir am Kindergarten vorbei. Hier ist für heute Schluss, und die Mädchen und Jungen werden mit allen möglichen Gefährten abgeholt.

Nachmittags fährt Amith mit uns nach Alutgama in ein Blumengeschäft. Wir wollen für die Abendeinladung einen Strauß kaufen. Der Laden – wir hätten ihn allein nie gefunden – verblüfft uns.
In mehreren Blechkübeln stehen lediglich rote Flamingoblumen. Der Besitzer, ist nur mit einem Sarong bekleidet. Er gibt einem Mitarbeiter ein paar Anweisungen und sucht drei Flamingoblumen aus.
Der junge Mann hat inzwischen ein Bündel grüne Zweige auf den Tisch gelegt, bricht sie in der Mitte durch und macht eine Art Reisigbesen daraus. Dann verschwindet er damit hinter dem Vorhang. Nach ein paar Minuten ist der Besitzer wieder da, und in dem Gerüst stecken jetzt außer den drei ausgewählten Blumen noch etliche andere.
D
ie Zusammenstellung und Gestaltung ist bei uns seit Jahrzehnten aus der Mode, aber wir sind in einem anderen Land. Jetzt wird noch bedrucktes Cellophanpapier herumgeschlagen und das ganze mit rotem und gelbem Band dekoriert. Bestimmt wäre jeder selbst gepflückte Strauß aus der überreichen Natur schöner gewesen, aber egal.
Zwanzig nach sechs machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof, wo wir von Mr. Irsan abgeholt werden. Acht Tuktuk stehen dort und alle Fahrer würden uns liebend gerne fahren, wohin auch immer. Wir erklären die Situation und einer der Männer erzählt, dass er mal drei Monate in Holland gelebt hat, nahe der deutschen Grenze. Früher sagt er seien viele deutsche Touristen gekommen, aber seit 10 Jahren gäbe es einen stetigen Rückgang. Dafür kämen viele Russen und Araber, die unfreundlich seien. Und er lobt, dass die Deutschen nach der Tsunami-Katastrophe viel Hilfe geleistet hätten.
Dann kommen unsere Abholer und es geht durch den dichten Feierabendverkehr nach Beruwala. Im Haus ist der Tisch gedeckt für vier Personen, also für uns, Mr. Irsan und seinen Mitarbeiter. Für seinen hinzugekommenen 19jährigen Sohn wird ein weiterer Teller hingestellt. Wir bekommen Besteck, die anderen essen mit den Fingern. Der Tisch ist voller Köstlichkeiten.
Begonnen wird mit einer Pilzsuppe, dann gibt es Egghoppers (hauchdünne Crêpes, in Schalenform mit einem darin gebackenen Ei), Dhal (gelbes Linsencurry), Gemüsesalat, Kartoffeln in scharfer Soße, Nudeln mit Gemüse, Rindfleischcurry, Nudelauflauf, knusprig gebackene Hühnerschenkel, Fischcurry, Roti (Teigfladen), String-Hoppers (Nudelnester) und zum Nachtisch Karamell-Pudding und frisches Obst. Als Getränke Wassermelonen- oder Ananassaft und Wasser. Das war ein großartiger Einblick in die Küchenvielfalt Sri Lankas. Nachdem wir aufgestanden sind, setzen sich Frauen und Mädchen an den Tisch und essen das, was übrig geblieben ist.
Später setzen sie sich zu uns und stellen Fragen. Sie sind sehr interessiert daran, wie wir leben und was es mit unserer Reise auf sich hat. Gegenseitig zeigen wir Fotos von der Hochzeit unserer Töchter. Mr. Irsan und sein Mitarbeiter waren schon gemeinsam mit ihren Frauen in Deutschland und erzählen begeistert von ihren Eindrücken. Wenn sie mal wieder in unserer Heimat sind, werden sie unsere Gäste sein, das ist beschlossene Sache. Der Abschied fällt überaus herzlich aus.

Und hier sehen wir auch den ersten Elefanten in Sri Lanka, seine Vorderbeine sind mit Ketten gefesselt. Was für ein trauriger Anblick. Bloß nicht fotografieren; denn er steht nur hier, damit sein Besitzer kassieren kann.
Unter einem solchen Baum wurde Buddha erleuchtet und in dem Tempel werden in plastischen Schaubildern Stationen aus seinem Leben dargestellt. Ein Ableger dieses Baumes soll im 3. Jahrhundert v. Chr. per Schiff nach Sri Lanka gebracht worden sein. In Anuradhapura steht er noch heute und wird von Buddhisten verehrt. Die Pappelfeige in Beruwala soll wiederum ein Ableger dieses Bodhibaumes sein. Amith bricht zwei Blüten aus dem Strauß und wir legen sie auf einen der Altäre in diesem Tempel. Das wiederholt sich in anderen Tempeln noch ein paar Mal.
Unter der monumentalen Statue sind Räume zugänglich, wo es wieder plastische Darstellungen aus Buddhas Leben gibt.
Und hier in diesen Räumen, die man nicht mit Schuhen betreten darf, sehe ich die ersten Hundehaufen. Die Verursacher schlafen unbeeindruckt auf dem kühlen Fliesenboden. Hunde sind in Sri Lanka allgegenwärtig, laufen durch die Straßen, über die Strände, und legen sich in den offenen Restaurants auch mal unter die Tische. Nirgendwo sind wir auf die Hinterlassenschaften der Tiere gestoßen, und nun ausgerechnet hier.
Dieser 27jährige Mann hat mich beeindruckt. Er ist verheiratet und hat ein einjähriges Töchterchen. Zusammen mit seinen Eltern und seiner 10 Jahre alten Schwester lebt die kleine Familie in dem größeren Haus auf dem Grundstück. Seine ein Jahr ältere Schwesterwohnt mit Mann (ja genau, Laal) und den zwei Kinder nicht mehr im Elternhaus, ist aber jeden Tag da. Erst abends holt ihr Mann sie ab. Meistens tragen sie ihre bereits schlafenden Kinder dann zum Tuktuk. In der Familie herrscht großer Zusammenhalt, hier wird alles gemeinsam gemacht, gekocht, gewaschen, geputzt und jeder ist für die Kinder da.
Am nächsten Mittag verabschiedet er uns auf dem Bahnsteig, als wir auf den Zug nach Hikkaduwa warten. Alles Gute für Dich und die ganze liebenswerte Familie, Amith.
Zwischendurch steigen große Gruppen von Schulkindern ein. Kein Geschubse, kein Gerangel, sie gehen richtig nett miteinander um. Es wird viel gelacht, Mädchen und Jungen sitzen und stehen in Gruppen zusammen und haben sich offenbar eine Menge zu erzählen. Alle tragen adrette Schuluniformen, nur bei den Ranzen zeigt sich der persönliche Geschmack. Bei kleineren Mädchen überwiegt die Farbe pink, bei den größeren ist die ganze Farbpalette vertreten. Auch bei Marken scheint es keine Vorliebe zu geben, jeder trägt eine andere.
Der Strand ist hier sehr viel schmaler als in Bentota und immer wieder sind flache Felsen im Wasser. Manchmal haben wir nur ca. 5 m zwischen Bebauung und Meer. Als die Sonne gerade untergeht setzen wir uns in ein Strandlokal. Kurz bevor unser Essen kommt, müssen wir ins Innere flüchten, weil ein Wolkenbruch niedergeht. Aber so schnell er kam, so schnell ist er vorbei.
Innerhalb des Forts sind noch Gebäude aus der Zeit der Besetzung durch die Holländer vorhanden.
Die gewaltige Wallanlage ist ca. 3,5 km lang, aber um diese Strecke abzulaufen ist es heute einfach zu heiß. Dass es ein beliebtes Ausflugsziel ist, sieht man an den vielen Besuchern unterschiedlicher Nationalitäten und den vielen Liebespaaren, die sich unter aufgespannten Regenschirmen verstecken.
Von oben können wir sehen, dass das Kricket-Turnier vorbei ist und nun die Siegerehrung vorbereitet wird. Eine große Sache, bei der auch das staatliche Fernsehen anwesend ist.
Die katholische Kirche St. Mary‘s besuchen wir als nächstes. Obwohl Bischofssitz, ist sie doch sehr schlicht gehalten.
Als wir kommen, scheint gerade der Gottesdienst vorbei zu sein und viele junge Männer sind dabei, jede einzelne Sitzbank samt Lehne mit feuchten Tüchern abzuwischen. Galle ist voll, laut und trubelig und so nehmen wir schon am Nachmittag den Bus zurück.
Ein Geschiebe und Gedränge, Männer und Frauen wollen heute am Sonntag ihre Einkäufe machen.
Es gibt alle Arten von Obst und Gemüse, Gewürzen, Haushaltswaren, Kleidung, lebende Tiere, Trockenfisch, eben alles, was man so zum Leben braucht.
An den Ständen mit Obst und Gemüse sitzen die Händler auf dem Boden und klappern mit ihren altertümlichen Hängewaagen, indem sie Schrauben und Muttern in den Metallschalen schwenken, um die Kundschaft auf sich aufmerksam zu machen.
Es ist eine Welt, die wir nicht kennen, aber niemand scheint sich zu wundern, dass wir als Europäer hier herumlaufen. Wir werden genauso zum kaufen gedrängt wie alle, die sich auf diesem Markt befinden.



Um sechs Uhr starten wir zu unserer Safari. Wir sind allein mit dem Fahrer Siri in einem umgebauten Jeep, in dem hinter der Fahrerkabine 6 erhöhte Sitze angebracht sind. Am Parkeingang steigt noch Tamil – ein Wildhüter – ein, und so fahren wir zu viert durch das Gelände. Bundala hat eine große Vielfalt an Wasser- und anderen Vögeln, und wir sehen am Morgen
Schwarzkopfibisse,


Dann kommen die Affen, zuerst sehen wir einzelne Ceylon-Hutaffen, dann immer größere Gruppen.
Einige 100 m weiter sind es Hanuman-Languren, an denen alles lang und dünn ist. Die Tiere schwingen sich von Baum zu Baum, rennen quer über den Weg, überhaupt sind sie zu dieser frühen Stunde putzmunter.
Und dann kommt er, unser erster Elefant. Ca. 50 m vom Auto entfernt überquert er den Weg. Der Fahrer gibt Gas, aber als er an der Stelle ankommt, wo der Elefant wieder im Dschungel verschwunden ist, sieht man nichts mehr von ihm und im Gebüsch scheint keine Lücke zu sein. Doch Siri ahnt schon, wohin der Elefant will, und so sehen wir ihn nochmal, als er aus dem undurchdringlich scheinenden Buschwald heraustritt. Eine Weile später haben wir das Glück, noch zwei andere dieser großen Tiere zu sehen. Zuerst laufen auch sie davon, aber Siri stellt den Motor aus, und nach einer Weile kommen die Tiere zurück auf die Lichtung und beginnen zu fressen. Was für ein herrlicher Anblick.

Kaum sind wir 100 m weit gekommen, gesellen sich zwei Hunde zu uns und begleiten uns.
Hier in der Nähe der Häuser sind etliche Fußspuren von Elefanten zu sehen. Ein Wildhüter – der auf dem Weg nach Hause ist – hält extra an um uns zu warnen, damit wir die Straße nicht verlassen. Nach einer Weile biegt ein Weg rechts ab, dem wir folgen. Da liegen ein paar schmale Boote an einem engen Wasserkanal. Währen wir noch dort stehen und uns umschauen kommt eins dieser Boote zurück.
Wir denken, dass der Mann fischen war, aber er hat Lotosblumen gepflückt.
Einer der Affen ist der Wächter, er sitzt auf der höchsten Stelle und macht seine Artgenossen durch Schreie auf die Gefahr aufmerksam. Alles was in die Höhe wächst, wird von den Affen als Zuflucht genutzt, Büsche, Pfähle, Strommasten. Das war großartig, und als wir dann auch noch die Sonnenbrille wiederfinden, sind wir vollkommen zufrieden. Der Ausflug an den See kann dieses Erlebnis nicht mehr toppen, obwohl wir auch hier viele Wasservögel und eine größere Gruppe Affen sehen.

Die Höhenlage macht sich sowohl in Temperatur als auch Luftfeuchtigkeit bemerkbar, richtig angenehm. Uns ist schnell klar, dass all die Ziele der jungen Backpacker wie Little Adams Peak, und Wasserfall nicht unsere sind, aber eine Wanderung zur Neun-Bogen-Eisenbahnbrücke sollte morgen schon drin sein. Abends essen wir in einem Restaurant, in dem gerade ein Kochkurs stattfindet. Offenbar sieht man uns unser Interesse an, und so schreiben wir uns kurz entschlossen für den nächsten Abend auf die Teilnehmerliste. Hier in dieser Unterkunft haben wir schnelles Wifi, aber dafür fällt der Strom häufig aus. Ich weiß nicht, ob mir diese Variante oder das Gegenteil besser gefällt, für meinen Blog und die Kontaktpflege ist beides lästig. Und in dieser Nacht frösteln wir erstmals wieder, obwohl wir kuschelige Vliesdecken mit niedlichen Mustern bekommen haben.
Und dann geht es auch wieder bergab, und zwar ganz schön steil. Zwei Engländer kommen mir entgegen und meinen, das hier sei der leichte Part. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und drehe auf der Stelle um, langsam wieder bergauf. 
Sie haben es sich einfach gemacht, und sind den Hinweg vom Bahnhof aus auf den Schienen gelaufen. Ist zwar verboten, aber das kümmert niemanden, das macht hier jeder. Am höchsten Punkt setze ich mich auf einen Stein und warte auf Klaus, der wirklich unten an der Brücke war. 


Dafür gibt es ein Gerät, das wie eine Zitronenpresse aussieht, aber Zacken hat. Die halbierte Kokosnuss wird mit links darauf gedrückt und mit der anderen Hand fleißig die Kurbel gedreht, bis nur noch die harte Schale übrig ist. Die Küche Sri Lankas ist unglaublich scharf, aber wir kochen in abgemilderter Form. Beim Dhal wird ein halber Teelöffel Chili zugegeben, unsere Vorköchin nimmt privat 3 bis 4 gehäufte Teelöffel. Die Truppe ist etwas öde, als ob die Teilnehmer nicht zum Spaß hier sind, sondern vor einer schwierigen Prüfung stehen. Erst beim Essen lockert sich die Stimmung; ob es am Bier liegt?
Auf jeden Fall schmeckt uns was wir gekocht haben, und wir haben wirklich etwas gelernt.
Glück gehabt, zwar werden wir die nächsten 6 ½ Stunden rückwärts fahren, aber alles ist besser als stehen.
Viele Einheimische sind mit im Zug und vertreiben sich die Zeit mit Singen und Klatschen. Ihr Repertoire ist unerschöpflich, so werden wir bestens unterhalten. Als wir dann durch den ersten Tunnel fahren, hört der Gesang abrupt auf, dafür setzt ein lautes Huhu-Geheule ein, das wiederholt sich bei jedem Tunnel.
Nach einiger Zeit fahren wir durch die ersten Tee-Plantagen und sehen Pflücker bei der Arbeit.
Dazwischen immer wieder Wasserläufe und Wasserfälle, an denen einheimische Frauen Wäsche waschen und Männer Kanister füllen.

Verhungern oder verdursten muss auch niemand, alle möglichen Arten von Proviant und Getränken werden verkauft. Es duftet herrlich, und die offenbar noch warmen Gebäckstücke finden reißenden Absatz. Wir geben uns mit einem Beutel Ananasstückchen zufrieden.
Auf dem Weg zu unserem Hotelchen kommen wir am Kandy-Lake vorbei. Ein künstlicher See, den der letzte König vor dem Zahntempel, dem größten Heiligtum der Buddhisten in Sri Lanka, anlegen ließ.
Auch hier wieder viele Stände, an denen die Gläubigen ihre Opfergaben kaufen können. Alles noch schöner, noch aufwändiger als wir es bisher gesehen haben.
Der Tempelbezirk ist durch hohe Zäune abgesperrt, und an den Eintrittskassen drängen sich die Menschen. Wir laufen am Tempel vorbei, bis zum Ende des Sees und biegen in eine Geschäftsstraße ein. Schon seit Tagen gibt es Probleme mit der Internetverbindung, wir brauchen einen externen WLAN-Adapter und bekommen ihn auch tatsächlich in einem der vielen Handy-Läden. Handys sind allgegenwärtig. Alle Menschen, mit denen wir zu tun hatten, benutzen sie fleißig. Auch das kleinste Hotel oder Homestay bietet kostenloses WLAN an, was in Deutschland noch lange nicht selbstverständlich ist.
Es scheint sich zu lohnen, denn Sonntag ist Familientag.
Und natürlich will er mich doch überzeugen, mir einen Sari zuzulegen. Wenigstens anprobieren soll ich ihn, er sucht einen seidenen in blau/rot heraus und knotet, fältelt und wickelt mich darin ein. „Er braucht nur ganz wenig Platz,“ erwidert er auf meinen Einwand keinen zu haben.

Die Küchen sind offen und wirken klinisch sauber. Man kann zusehen, wie die Mahlzeit zubereitet wird. Alles ist perfekt organisiert, und als ich Fotos mache, winken die Köche mir fröhlich zu. Leckeres Essen.

Da gibt es Kanonenkugelbäume, die an den Stämmen gleichzeitig mit merkwürdigen Blüten an die hundert harte bis zu 24 cm Durchmesser dicke Kugeln tragen.

Oder Brettwurzelbäume,
die lange Allee mit den eleganten, über 20 m hohen Palmyrah-Palmen,




Kakteen und
Orchideen.
Nicht einfach, hier den Überblick zu behalten. Aber sofort ist einer der verlässlichen Schlepper an unserer Seite. „Wohin?“ fragt er, „Dambullah,“ antworten wir und natürlich weiß er Bescheid und lotst uns durch die kreuz und quer stehenden Busse zu einer Stelle wo ein Kleinbus steht. Tatsächlich, der fährt nach Dambullah, ist klimatisiert und hält nicht überall. Erst müssen die Koffer verstaut werden. Auch hier ist vorne neben dem Fahrer Platz, aber entsprechend dem Kleinbus auch nur ein kleiner; denn daneben sitzt noch ein Fahrgast. Der macht sich auch prompt an unseren Kofferrädern sein blütenweißes Hemd schmutzig. Kümmert aber niemanden.
Winzige Geschäfte mit allem, was der Reisende brauchen könnte, Obst- und Getränkeverkäufer, und natürlich auch kleine Restaurants. Eins davon ist einen Meter von meinem Fenster entfernt.
Der Besitzer steht davor und reinigt mit Hölzchen und Fingern hingebungsvoll sein Gebiss. Kurz darauf steht er hinter der Theke und steckt Backwaren mit genau der Hand in eine Tüte. Guten Appetit.
Dieses Mal wohnen wir in einem Homestay mit zwei Schlafzimmern. Der junge Mann und seine Mutter reißen sich ein Bein aus, um ihre Gäste zufrieden zu stellen. Sie scheinen ehrgeizig zu sein, auf dem großen Grundstück entstehen gerade drei neue Zimmer mit Bad. Es gibt eine kleine Speisekarte mit Gerichten zu unglaublich niedrigen Preisen. Auf die Frage, wann wir essen können heißt es: „Jederzeit,“ Mama kocht auf Zuruf. Und die Portionen sind immer um die Hälfte zu groß. Danach kommen noch verschiedene Obstsorten auf den Tisch. Beim Frühstück ist es nicht anders, ein zweiter Tisch muss dazu geschoben werden, damit alles angebotene Platz findet. Pro Nacht zahlen wir inklusive Frühstück 13 €.
Am nächsten Tag wollen wir nach Sigiriya zum Löwenfelsen, einem 200 m hohen Monolith aus Granit. Der hat eine lange Geschichte und ist eine der Attraktionen im kulturellen Dreieck.
Im 5. Jahrhundert n.C. wurde auf dem Felsen ein Palast errichtet und rundherum entstand eine Stadt mit Lustgärten. Umgeben ist die Anlage von einem Wassergraben. Heute ist sie Weltkulturerbe und steht somit bei fast jedem Touristen auf der Besuchsliste. Obwohl empfohlen wird, für einen Besuch den frühen Morgen oder den späten Nachmittag zu wählen, fahren wir gegen 11 Uhr los. Es ist bewölkt und dadurch nicht ganz so heiß. Der Eintritt kostet stolze 30 $, für Einheimische übrigens 50 Rupien (28 Cent)!
Es sollen 1200 Stufen nach oben führen, aber entweder schaffe ich das, oder nicht. Da braucht mir keiner dieser Männer die Hand zu halten. Ungefähr auf halber Strecke gelangt man über eine Wendeltreppe unter einen Felsvorsprung, hier sind Fresken von rund 20 meist barbusigen Frauen zu bewundern, die sogenannten Wolkenmädchen.
Kurz darauf erreicht man das Löwentor, von dem nur noch zwei steinerne Pranken erhalten sind. Wahrscheinlich führte der Weg durch ein geöffnetes Maul, wie es heute noch bei vielen Tempeln zu sehen ist. Der letzte Teil des Aufstiegs führt über Stahltreppen. Und dann stehen wir mit höchstens noch 15 anderen Besuchern oben. Ich bin ganz schön stolz auf uns.
Eine Weile laufen wir herum und sehen uns von diesem erhöhten Platz die Umgebung an, dann geht es an den Abstieg. Als wir fast wieder unten sind macht keiner der Männer, die immer noch auf zu begleitende Personen warten, Anstalten mir die Hand zu reichen. Auf der umgebenden Mauer toben ein paar Languren herum.
Sie scheinen Spaß daran zu haben, auf der Mauer Anlauf zu nehmen, und dann mit einem Riesensatz den Durchgang zu überspringen. Auch Weibchen mit einem Jungen unter dem Bauch machen bei diesem Spiel mit. Wir schauen ihnen eine Weile zu und laufen dann Richtung Ausgang. Und – es ist gleich 16 Uhr – wieder kommen uns zwei Schulklassen entgegen, die jetzt erst mit der Besichtigung beginnen.
Klaus muss zum Frisör. Ich darf mit hinein in diesen Männerladen. Junge Männer lassen sich ihre Frisuren millimetergenau ziselieren und betrachten sich anschließend kritisch von allen Seiten im Spiegel. Bei Klaus wird erst die Schermaschine angesetzt, dann mit der Schere geschnitten, anschließend gepudert und zum Schluss vollendet ein Rasiermesser das Werk. Aber damit nicht genug, eine Handvoll Haarwasser/Öl-Gemisch wird auf dem Kopf verteilt und kräftig einmassiert. Auch die Arme werden in die Massage mit einbezogen. Während sie arbeiten schauen Frisöre und Kunden fasziniert auf den Fernseher, in dem eine indische Telenovela läuft. Ich verstehe zwar nichts, aber die Story scheint herzzerreißend zu sein. Am Ende zahlt Klaus 500 Rupien. Die einheimischen Männer zahlen nur 200. Das ist in Sri Lanka an der Tagesordnung, mit Ausnahme von Supermärkten, wo alle Artikel ausgezeichnet sind, zahlen Ausländer grundsätzlich mehr.
Hier stehen mit Obst und Gemüse vollbeladene LKW, Klein- und Kleinstlastwagen und natürlich Tuktuks mit ausgebauter Rückbank in langen Schlangen, um ihre Waren abzuliefern. Wir schlängeln uns durch und staunen.


Es liegt in zweiter Reihe am Strand und von den 12 Zimmern in einer rundherum durch Mauern geschlossenen Anlage sind gerade mal 2 besetzt.
Am Strand liegen Kühe. Die können hier ein selbstbestimmtes Leben führen, laufen frei herum, haben die Kälber bei sich, überqueren die Straßen, wann und wie schnell es ihnen passt, und jeder nimmt Rücksicht.
Am Wochenende fahren viele Busse die Einheimischen aus der Umgebung an diesen Strand. Die schmale Straße ist links und rechts von Verkaufsbuden gesäumt, in denen Getränke, Süßigkeiten, Knabbereien, Spielzeug und Trockenfisch? angeboten werden. Viele der Frauen sind schwarz verhüllt. Diejenigen, die dem Hinduglauben angehören, tragen Saris, mit denen sie auch ins Wasser gehen. Dieser Strand könnte wunderschön sein, wenn nur nicht überall Abfall herumliegen würde. Plastiktüten und –flaschen, Zigarettenschachteln und –kippen, Kekstüten, Verpackungen und Reste von allem, was mit an den Strand gebracht wurde. Und zwischendrin die Kuhfladen. Also Augen halbzu, und einen der raren Schattenplätze gesucht. Wir sind gerade das zweite Mal im Wasser, als eine Gruppe Jugendlicher auf unseren Schattenbaum zusteuert. Sie sehen uns, winken, schnappen sich die Badetasche und tragen sie direkt an den Strand. Dann machen sie es sich unter dem Baum gemütlich.
Es ist heiß und staubig. Vor der Markthalle steht eine Gruppe Axishirsche. Ausgerechnet hier, mitten in der Stadt umtost vom Verkehr. In den Nationalparks gelten sie als die scheuesten Tiere überhaupt. Wir kaufen uns etwas Obst, was der Marktfrau einiges Kopfzerbrechen bereitet. Sie bietet uns 4 Mandarinen für 100 Rupien an. Wir wollen 6 und sagen 150. Der Mann am Nachbarstand hat einen Taschenrechner und muss das für sie ausrechnen. Auch für die zu ermittelnde Summe aus 1000 plus 150 braucht sie seine Unterstützung.
Abends lassen wir uns den Grill mit Fisch und Seafood vollpacken, schließlich ist Sonntag.
Die putzigen Welpen dazwischen lassen uns auch in anderer Hinsicht dahin schmelzen.
Im Garten beobachten wir ein Agamen-Paar. Er versucht sie durch seinen blauen Kopf und Hals zu beeindrucken. Sie schaut ihm interessiert zu.
dort wird getrommelt und dazwischen die Bäckerei-Tuktuks,
die man durch ihre elektronischen Erkennungsmelodien sofort wahrnimmt. Die Mischung von „It’s a small world“ und „Für Elise“, wenn zwei oder mehr dieser praktischen Fahrzeuge sich begegnen, tut allerdings manchmal in den Ohren weh.
Abends lassen wir uns zum letzten Mal Tiger-Prawns und Kalamari vom Grill in unserem Lieblingsrestaurant Nilaa schmecken. Dann schreiben wir noch unseren Kommentar auf die grün gestrichene Wand und verabschieden uns aufs herzlichste von Priyan und seinen Mitarbeitern.
Aber irgendwann hat auch der letzte die andere Straßenseite erreicht und weiter geht die wilde Fahrt. Ein Paar mit zwei Kindern ist im Bus. Der Junge turnt auf einem Sitz herum, sorgenvoll vom Schaffner beäugt. Wie schnell kann er sich bei einem Bremsmanöver verletzen. Als die Eltern keine Anstalten machen, ihren ausgelassenen Sprössling zu bändigen, setzt sich der Schaffner neben ihn und spricht leise auf ihn ein, bis der Junge setzt sich brav hinsetzt.
Die Landschaft ist hügelig, dazwischen immer wieder Seen und trockene Senken, die vom bevorstehenden Monsun erneut gefüllt werden müssen. Ab und zu stehen Warnschilder mit Elefantenmutter und –kalb am Straßenrand, aber leider will heute kein Dickhäuter die Straße überqueren.
In Vavuniya ist Endstation. Als wir aussteigen, werden wir vom Schaffner des Busses nach Jaffna in Empfang genommen. Vermutlich hat ihn der Kollege per Handy informiert. Und so haben wir quasi einen fliegenden Wechsel. Zeitweilig herrscht drangvolle Enge. Jeder Sitz wird besetzt, und wenn wir beide plus ein weiterer Fahrgast in einer 3er Reihe sitzen, wird es ganz schön eng. Pro Sitzplatz stehen 38 cm! zur Verfügung. Auch das Unterhaltungsprogramm, ein Film á la Gräfin Marizza mit Marika Röck mit viel Gesang und Tanz, nur auf indisch, vermag uns nicht abzulenken von dem Gefühl, in einer Sardinenbüchse zu stecken. Je weiter wir in Richtung Norden kommen, um so mehr verändern sich Land und Leute. In der Nordprovinz leben seit dem Bürgerkrieg nur wenige Muslime und Buddhisten. Die Frauen tragen Saris oder schmale Hosen und Kaftane und sind damit flott auf dem Moped unterwegs.
Der Bus fährt über den vor Jahren heiß umkämpften Elefantenpaß und wir erreichen Jaffna gegen 15 Uhr. An vielen Häusern sehen wir Einschußlöcher und auch viele verlassene – ehemals wunderschöne Villen – die von der Vegetation langsam überwuchert werden.
Die Gruppe der Freundinen hat sich für pink/gold entschieden. Auch die Männer sind festlich in seidene Sarongs in creme/gold und Hemden in pink gekleidet.
Das geschmückte Auto steht bereit, aber leider sehen wir die Hauptpersonen nicht, die werden vermutlich irgendwo abgeholt. Die Gäste steigen in einen bereit stehenden Kleinbus und fahren davon. Und wir machen uns auf den Weg zur Hauptpost, um unser Paket aufzugeben.
Am Rand sitzen und stehen viele Personen und schauen interessiert zu. Vermutlich Familienangehörige und Freunde der Fahrschüler.
Eindeutig falsch, es ist zwar vieles verboten, aber hinein darf man, und sogar kostenlos.




Ein Mann sitzt an einer alten Nähmaschine und betreibt Upcycling. Er näht aus gebrauchten Textilien Sattelüberzüge für Fahrräder und möchte unbedingt von uns fotografiert werden.
Es wird zwar langsam dunkel, aber die Straße ist nicht übermäßig befahren.
Die Landschaft ist weiterhin flach und karg.
Über eine ca. 2 km lange Brücke erreichen wir die Mannar-Insel. 
Ei
Das eigentliche Zentrum Mannars scheint um den Busbahnhof herum zu liegen. Viel mehr ist nicht zu sehen.
Als wir durch das Fischerviertel laufen, wird uns geraten, auf keinen Fall bei Dunkelheit noch hier zu sein. Also machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, aber auch da ist nicht wirklich was vorhanden. Ein Imbiss muss es heute Abend tun. Enttäuscht laufen wir zurück.
Anuradhapura war Jahrhunderte lang Königssitz und damit Hauptstadt. Wir machen einen langen Spaziergang in die Innenstadt. Der heilige Bodhibaum und der Tempelbezirk sind nicht unser Ziel, wir haben keinen Zugang zur buddhistischen Religion. Viel lieber durchstreifen wir die Nebenstraßen und –gassen.



Amüsiert betrachte ich eine muslimische Familie mit einem Neugeborenen. Das Baby weint, und die junge Mutter schaukelt es solange, bis es eingeschlafen ist. Dann nimmt ihr eine ältere Frau – ich tippe auf die Schwiegermutter – das Kind ab, das daraufhin wieder zu schreien beginnt. Nun ist die Mutter dran, aber sobald es ruhig ist, verlangt die Ältere es wieder. So geht es zig mal hin und her. Und jetzt zeigt sich auch, wie praktisch doch so ein Kopftuch ist, als das Baby spuckt wischt die Ältere dem Säugling mit Mamas grünem Tuch schnell mal den Mund ab. Die Kinder werden in Raum 23 behandelt. Dort versuchen besorgte Eltern immer wieder, sich vorzudrängeln. Sie werden abgewiesen, das Nummernsystem scheint zu funktionieren.